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Studie: Auch offen verabreichte Placebos können offenbar helfen
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Scheinmedikamente können angeblich bei echten Schmerzen wirken - wenn Ärzte den Placebo-Effekt erklären. Die Ergebnisse einer neuen Studie könnten die Lösung für ein ethisches Dilemma unter Medizinern sein.

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fraho 01.10.2017, 11:52
10.

Zitat von ruhepuls
Medizin ist eben mehr Kunst als Naturwissenschaft. Der Mensch ist ja auch keine Maschine.
Oder anders ausgedrückt: Das Leben ist mehr als eine willkürlich-zufällige Anordnung von "Materie", die nun z.B. dazu führt, dass "ich" das hier schreibe :-)

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st.peterording 01.10.2017, 12:11
11.

Zitat von fraho
Oder anders ausgedrückt: Das Leben ist mehr als eine willkürlich-zufällige Anordnung von "Materie", die nun z.B. dazu führt, dass "ich" das hier schreibe :-)
Das Leben ist natürlich mehr als eine zufällige Anordnung von Materie. Es ist das Ergebnis von Mutation und natürlicher Selektion.

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supergrobi123 01.10.2017, 12:33
12. Klingt doch logisch!

Der Placebo-Effekt funktioniert.
Das ist durch zahlreiche Studien bewiesen.
Damit sind Placebos erwiesenermaßen wirksame Medikamente.
Verabreicht ein Arzt mir ein solches, wirksames Medikament, mit Erklärungen und Versicherungen, dass der Placeboeffekt wirklich funktioniert, wird der Placeboeffekt auch eintreten.
Genauso funktioniert er ja.
Lese ich nur "Placebo" auf der Dose ohne weitere Erläuterungen zu deren Wirksamkeit, wirken sie nicht.

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m.m.s. 01.10.2017, 12:39
13. Wo ist die Nullgruppe, wo die objektive Bewertung

Das Thema Placebo-Effekt wurde in zwei Cochrane-Metaanalysen sämtlicher medizinischer Veröffentlichungen untersucht. Dabei wurden die qualitativ hochwertigen Studien eingeschlossen. Es wurden die Placebogruppe mit der Nullgruppe verglichen. Und zwar jeweils nach objektiven und subjektiven Veränderungen. Bei objektiven gab es keinen = null Unterschied, also kein Placebo-Effekt. Bei subjektiven gab es auch keinen Unterschied, bei den dichotomen Skalen (ja/nein) und auch nicht bei den kontinuierlichen Skalen (0 bis 100). Bei einer Knieschmerz-Studie gab es eine 8mm Veränderung auf der 100mm Skala, aber nicht signifikant. Nach diesen zwei Meta-Analysen ist ein Placebo-Effekt nicht vorhanden, und die Medizin hat von diesem Paradigma bereits Abschied genommen. Es ist lediglich ein verbleibender Zauberglaube, und vermeintliche Wirkungen eines Placebos können immer mit anderen Effekten erklärt werden, wovon es eine ganze Liste subjektiver und statistischer gibt. Auch benötigt man zum Nachweis eines vermeintlichen Placebo-Effektes eine Nullgruppe (keine Intervention) da bei einem Unterschied von null = kein Effekt vorliegt. Das wurde hier anscheinend wieder bequemlicherweise ausgeblendet. Auch wurden anscheinend nur subjektive Skalen verwendet. Es ist daher keine Änderung in der Bewertung des Placebo-Effektes als nicht vorhanden, und als bereits verworfene Theorie zu stellen.

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frenchie3 01.10.2017, 12:46
14. @4 Nicht ganz falsch

"psychischen Zustand, Gläubigkeit, (Ir)Rationalität" mit zu betrachten. Aber dann müßten Sie Gruppen entsprechend zusammenstellen was alleine schon an der Interpretation der einzelnen Punkte lustig wird. Da der Mensch keine Mechanik ist kommt dazu der Tageszustand der alles ins Gegenteil verdrehen kann. Ich denke daß die Verallgemeinerung in diesem Experiment ausreichend ist um einen generellen Trend anzuzeigen. Mehr braucht es auch nicht da ohnehin jeder Arzt seinen Patienten individuell behandeln muß (sollte)

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spon-facebook-10000012354 01.10.2017, 13:47
15. Gewagte Interpretation

Zitat von m.m.s.
Das Thema Placebo-Effekt wurde in zwei Cochrane-Metaanalysen sämtlicher medizinischer Veröffentlichungen untersucht. Dabei wurden die qualitativ hochwertigen Studien eingeschlossen. Es wurden die Placebogruppe mit der Nullgruppe verglichen. Und zwar jeweils nach objektiven und subjektiven Veränderungen. Bei objektiven gab es keinen = null Unterschied, also kein Placebo-Effekt. Bei subjektiven gab es auch keinen Unterschied, bei den dichotomen Skalen (ja/nein) und auch nicht bei den kontinuierlichen Skalen (0 bis 100). Bei einer Knieschmerz-Studie gab es eine 8mm Veränderung auf der 100mm Skala, aber nicht signifikant. Nach diesen zwei Meta-Analysen ist ein Placebo-Effekt nicht vorhanden, und die Medizin hat von diesem Paradigma bereits Abschied genommen. Es ist lediglich ein verbleibender Zauberglaube, und vermeintliche Wirkungen eines Placebos können immer mit anderen Effekten erklärt werden, wovon es eine ganze Liste subjektiver und statistischer gibt. Auch benötigt man zum Nachweis eines vermeintlichen Placebo-Effektes eine Nullgruppe (keine Intervention) da bei einem Unterschied von null = kein Effekt vorliegt. Das wurde hier anscheinend wieder bequemlicherweise ausgeblendet. Auch wurden anscheinend nur subjektive Skalen verwendet. Es ist daher keine Änderung in der Bewertung des Placebo-Effektes als nicht vorhanden, und als bereits verworfene Theorie zu stellen.
Es würde zu weit führen hier diese Metaanalysen methodisch zu problematisieren. Eine unkritische Übernahme der Ergebnisse erscheint jedoch gewagt. In einer neueren Untersuchung konnte z.B. mittels Magnetresonanztomographie nachgewiesen werden, dass ein Scheinanalgetikum eine Hemmung der Aktivität von im Rückenmark befindlichen Neuronen, die auf die Verarbeitung von Schmerzreizen spezialisiert sind (Nozizeptoren), bewirken kann. Danach sei nachgewiesen, dass psychische Faktoren nicht nur die subjektive Schmerzempfindung verringern können, sondern auch messbare Effekte auf schmerzrelevante Neuronenaktivitäten schon auf der ersten Stufe der Schmerzverarbeitung im Zentralnervensystem bewirken können.In einer neueren Untersuchung konnte mittels Magnetresonanztomographie nachgewiesen werden, dass ein Scheinanalgetikum eine Hemmung der Aktivität von im Rückenmark befindlichen Neuronen, die auf die Verarbeitung von Schmerzreizen spezialisiert sind (Nozizeptoren), bewirken kann. Danach sei nachgewiesen, dass psychische Faktoren nicht nur die subjektive Schmerzempfindung verringern können, sondern auch messbare Effekte auf schmerzrelevante Neuronenaktivitäten schon auf der ersten Stufe der Schmerzverarbeitung im Zentralnervensystem bewirken können.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19833962?dopt=Abstract
https://de.wikipedia.org/wiki/Placebo
https://de.wikipedia.org/wiki/Metaanalyse

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der_weisse_wal 01.10.2017, 14:16
16.

Natürlich funktioniert es. Wenn der Patient glaubt, dass der Placebo-Effekt eine Wirkung hat, werden für ihn natürlich auch Placebo-Produkte eine Wirkung haben. Der Placebo-Effekt des Placebo-Effekts sozusagen.

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lolz 01.10.2017, 15:49
17.

Solange es Zucker ist und keine Neuroleptika, bin ich dabei. Letztere wirken auch nur mit einer sehr wohlwollenden Einstellung und ohne Wissen über die Nebenwirkungen, zumindest bei der Gruppe, bei denen Psychosen chronisch auftreten.. Eine langfristig besser wirkende Behandlung wäre besser als dieses einsame Pillen schlucken.. Bin betroffen, darf das sagen. Generell aber hilft alles, was das Gefühl gibt, dass man sich etwas gutes tut, ja.

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ruhepuls 01.10.2017, 16:11
18. Schmerzschwelle

Zitat von marthaimschnee
Glaub ich nicht! Placebos belügen das Gehirn, sodaß es bei tatsächlich vorhandenen Schmerzen bestenfalls den Schmerz ausblendet. Schmerzmittel machen ja praktisch auch nichts anderes, nur daß sie eben einen Wirkstoff mitbringen, der das Gehirn dazu zwingt, statt es nett zu bitten. Wenn der Proband jedoch um diesen Effekt weiß und auch noch, daß er nichts wirksames bekommt, dann kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß hier "Testgruppe" und "Vergleichsgruppe" als Unterscheidung ausreichen, da müßte man schon mehr Faktoren, wie den psychischen Zustand, Gläubigkeit, (Ir)Rationalität usw betrachten.
Wie ein Mensch Schmerzen empfindet ist sehr individuell. Es gibt X-Studien über die Beeinflussung von Schmerzempfinden - nach oben und nach unten. Viele "moderne" Schmerzen (z.B. Rückenschmerzen) haben keinen objektiven Befund, d.h. es liegt keine direkte organische Ursache zugrunde. Trotzdem sind die Schmerzen natürlich für den Betroffenen da. Er bildet sie sich nicht ein. Sowohl reine Schmerzmittel, als auch Placebos können natürlich eine organische Ursache nicht beseitigen. Sie erhöhen nur die subjektive Schmerzschwelle bzw. hemmen das Schmerzempfinden.

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Sumerer 01.10.2017, 16:15
19.

Zitat von st.peterording
Das Leben ist natürlich mehr als eine zufällige Anordnung von Materie. Es ist das Ergebnis von Mutation und natürlicher Selektion.
Gäbe es denn überhaupt evolutionäre Entwicklungen, also Selektionen, wenn es keine Mutationen gäbe? Zum Prozess der Evolution gehören Mutationen natürlich auch dazu. Denn auf deren Erfolgsaussichten beruht dann die Selektion.

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