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Studie mit Jugendlichen: Wer früh ins Bett geht, hat selt

Zu wenig Schlaf schlägt aufs Gemüt. Eine Studie mit amerikanischen Jugendlichen hat nun gezeigt, dass zeitiges Zubettgehen vor Depressionen schützen kann.

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Marie Laveau 01.01.2010, 17:48
1. Sperrfrist

Hier werden zwei Dinge unzulässig vermischt: Wenig Schlaf und spätes Zubettgehen. Was ist mit Leuten, die spät zu Bett gehen und spät aufstehen?

Außerdem ist nicht klar, was Ursache ist und was Wirkung: Tendieren Depressive dazu, später zu Bett zu gehen?

Und die Sperrfrist ist, glaube ich, nun auch abgelaufen

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homer71 01.01.2010, 18:05
2. Ursache?

Zitat von Marie Laveau
Außerdem ist nicht klar, was Ursache ist und was Wirkung: Tendieren Depressive dazu, später zu Bett zu gehen?
Ich würde auch eher vermuten, dass Menschen, die bereits depressiv sind, dazu neigen, später zu Bett gehen. Dadurch können sie, sofern beruflich möglich, früh später aufstehen und verkürzen damit das typische Vormittagstief.

Aber ich hab das jetzt natürlich nicht wissenschaftlich untersucht.

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callistonairi 01.01.2010, 18:15
3. Schlaf

Meines Wissens nach wird bei Depressiven Schlafmangel gezielt eingesetzt, um eine akute Depression zu bekämpfen. Hier wird ein Mechanismus des Körpers ausgenutzt, bei dem durch Schlafentzug von mehr als 24 Stunden ein Glückshormon ausgeschüttet wird, welches den Verlauf einer Depression dann abschwächt.

Dies steht ja dann im kompletten Gegensatz zu diesen Forschungsergenissen.

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morath 01.01.2010, 18:26
4. 10

Ich brauche zehn Stunden Schlaf. Fünf Stunden für die rechte und fünf Stunden für die linke Gehirnhälfte.

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Druschba 01.01.2010, 18:31
5. Alles eine Frage des Standpunktes

Zitat von sysop
Zu wenig Schlaf schlägt aufs Gemüt. Eine Studie mit amerikanischen Jugendlichen hat nun gezeigt, dass zeitiges Zubettgehen vor Depressionen schützen kann.
Das Problem ist doch nicht das zu späte Einschlafen, sondern das zu frühe Aufstehen bzw. der Zwang zu frühem Aufstehen. Bei einer vernünftigen Einteilung des Tag-Nacht-Rhythmuses sollte das alles kein Problem sein.

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Hercules Rockefeller 01.01.2010, 18:48
6. Nee

Zitat von Druschba
Das Problem ist doch nicht das zu späte Einschlafen, sondern das zu frühe Aufstehen bzw. der Zwang zu frühem Aufstehen. Bei einer vernünftigen Einteilung des Tag-Nacht-Rhythmuses sollte das alles kein Problem sein.
Es ist tatsächlich so, dass die nahezu alle "Morgenmuffel" deshalb Muffel sind, weil sie zu spät ins Bett gehen und nicht, weil sie früh raus müssen.

Der Tag-Nacht-Rhytmus lässt sich nämlich nicht einteilen, dazu müsste man der Sonne sagen, wann sie unterzugehen hat. Menschen sind nunmal tagaktiv, deshalb schalten wir im Dunklen ja das Licht an, weil da mit uns nichts anzufangen ist, wenn wir den Tag nicht künstlich verlängern.

Nachtaktive Menschen gibt es einfach nicht. Das gibt es nur unter künstlichen Bedingungen, wo man sich selber bewusst wie unbewusst zwingt, in der Nacht irgendwas zu tun oder zu erledigen.

Das kann jeder selber ausprobieren, auch wenns erstmal total spießig klingt:

Einfach mal eine Woche lang um Acht den Bürgersteig hochklappen und sich schlafen legen und sehr früh, so ab 6 aufstehen. Binnen Tagen hellt sich die Stimmung auf, man ist belastbarer und ausgeglichener.

Wer da dann feststellt, dass er direkt vom Büro ins Bett gehen würde, der lebt verkehrt. Aber muss eben jeder selber wissen, was ihm wichtig ist.

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DerMicha 01.01.2010, 19:18
7. Einspruch

Zitat von Hercules Rockefeller
Es ist tatsächlich so, dass die nahezu alle "Morgenmuffel" deshalb Muffel sind, weil sie zu spät ins Bett gehen und nicht, weil sie früh raus müssen. Der Tag-Nacht-Rhytmus lässt sich nämlich nicht einteilen, dazu müsste man der Sonne sagen, wann sie unterzugehen hat. Menschen sind nunmal tagaktiv, deshalb schalten wir im Dunklen ja das Licht an, weil da mit uns nichts anzufangen ist, wenn wir den Tag nicht künstlich verlängern. Nachtaktive Menschen gibt es einfach nicht. Das gibt es nur unter künstlichen Bedingungen, wo man sich selber bewusst wie unbewusst zwingt, in der Nacht irgendwas zu tun oder zu erledigen.
Das stimmt nicht. Ich z.B. bin von jeher ein nachtaktiver Mensch, der erst, wenn überall Stille einkehrt zur Hochform aufläuft. Sehr deutlich wird das, wenn ich z.B. Urlaub habe. Ich schwenke, ohne es zu forcieren, automatisch in einen Rhythmus, bei dem ich bis ca. 6-7 Uhr morgens auf bin und ohne Wecker immer um 14 Uhr (+/- 20 min) wach werde.
Ich muss normalerweise um 6 Uhr aufstehen und das ist für mich der totale Horror, egal wie lange ich vorher geschlafen habe. In der Regel brauche ich dann bis zu drei Stunden, bis ich einigermaßen funktioniere, wohingegen ich im zuerst genannten "nachts wach-Szenario" sofort nach dem Aufstehen vor Energie sprühe.

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Cyrus Grisham 01.01.2010, 20:10
8. Schlafstörungen <-> Depression

Das Ergebnis überrascht mich nicht wirklich und “deckt sich auch mit frühren Studien”. So gab es eine Studie, (die über30 Jahre lief!) bei den Studienteilnehmern mit Schlafprobleme ein 2-fach höheres Risiko für Depression hatten. Zudem war auch ein erhöhtes Risiko für Suizid gegeben. Die Teilnehmer hatten beim Studienbeginn keine Depression (Ausschlusskriterium)! Andere Studien legen nahe, dass bei (älteren) Menschen, die schon eine Depression hatten und zudem Schlafstörungen, diese mit höhererWahrscheinlichkeit, nach alleiniger erfolgreicher Behandlung der Depression, wieder eine Depression bekommen. Auch gibt es Studien wo bei Menschen mit Depression und Schlafstörungen sich bei alleiniger Behandlung der Schlafstörungen bei ein Teil der Studienteilnehmer sich die Depression sich leicht bis stark besserte. In Einzelfällen ging diese komplett weg. Allerdings kann eine erfolgreiche Behandlung der Depression sich auch positiv auf die Schlafstörungen auswirken.

Kurz Schlafstörungen sind ein Risikofaktor für Depression und Depressionen sind ein Risikofaktor für (bestimmte) Schlafstörungen. Die neuere Forschung sagt, dass bei gemeinsamen auftreten von Schlafstörungen und Depressionen beide behandelt werden müssen. Nur leider ist dies häufig noch nicht in der Praxis angekommen.

Das Problem der Ursache und Wirkung ist damit nicht gelöst. Denkbar sind z.B. auch gemeinsame Ursachen! Aber auch “Fehldiagnosen”, weil z.B. die Symptome gleich oder sehr ähnlich sind. Hier sind weitere Studien notwendig.

Auch der gezielte Schlafentzug der machmal bei schwer Depressiven (der eine manische Phase auslösen kann) eingesetzt wird, hilft in der Regel nur kurzfristig und nur bei ein Teil der Depressiven. Ein Wiederspruch mit den Forschungsergebnissen? Vieleicht, nur wer garantiert uns, dass hier nicht Äpfel und Birnen verglichen werden? Ein Weblink: http://www.abendblatt.de/ratgeber/wi...verrueckt.html

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Iggy Rock 01.01.2010, 20:12
9. Begleiterscheinungen

Eine merkwürdige Studie, weil wichtige Aspekte zu fehlen scheinen. Zum einen ist jeder Mensch in der Nacht zu einer bestimmten Uhrzeit depressiv, das gehört zur Biologie des Säugetieres. Wenn man in der Zeit wach ist, bekommt man eben die volle negative Dosis nicht wie überlicherweise im Schlaf, sondern bei Bewusstsein mit. Die Folgen kann sich jeder ausmalen, zu was das auf Dauer führen kann.
Ein anderer Punkt ist die Tatsache, dass Depressive generell zur Grübelei tendieren, die sich natürlich auch bei Einschlafversuchen fortsetzt, zusammen mit der natürlichen depressiven Phase wohl ein doppelter Giftcocktail für die Stimmung.

Jemanden der Nachts nicht schlafen kann, gleich eine Neigung zu Depressionen oder in Folge gar Suizid zu unterstellen, ist jedoch ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Klingt einmal mehr danach, dass derjenige selbst Schuld an seinem Schicksal Depression ist, er schläft ja schließlich nicht pünktlich. In Wahrheit sind Depressionen ein Geschmisch aus negativen Erfahrungen im Leben, genetischen Bedingungen und der körperlichen Gesundheit. Niemand ist Schuld daran, noch nicht einmal der Betroffene selbst, auch nicht sein Schlafverhalten. Das kann wie viele andere Faktoren höchstens dazu Beitragen die Krankheit zu verstärken, ist aber nicht die Ursache, vielmehr sehr oft nur die Begleiterscheinung.

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