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Studie zur Gehirnaktivität: Wer einen Fahrradhelm trägt, ist risikofreudiger
Klaus Vedfelt/ Digital Vision/ Getty Images

Viele Radfahrer vertrauen auf einen Helm. Allerdings kann der Kopfschutz offenbar auch dazu verleiten, ein größeres Risiko einzugehen - selbst wenn man gar nicht im Sattel sitzt.

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Flari 15.08.2019, 12:00
50.

Zitat von rockboy
Europas, die Niederlande, haben die Helmpflicht vor Jahren schon abgeschafft. Die Verletzungen, die Folgeverletzungen eines Sturzes wurden durch Helme nicht verhindert sondern verschlimmbessert (z.B. bleibende Nackenschäden)...und unsere Nachbarn werden es ja wohl wissen.
Können Sie mir den Zeitraum nennen, in dem die Niederlande angeblich eine Fahrradhelmpflicht hatten?
Natürlich nicht, denn SIE verbreiten einfach xxxxxx!
Und mit xxxxxx machen Sie auch weiter.
Diverse Behörden der Niederlande rufen regelmässig zum Tragen des Fahrradhelmes auf und beziffern dabei die zu erwartenden vermiedenen, aber auch die erhöhten Schäden/Risiken sehr genau.

Richtig ist, dass der Fahrradhelm das Risiko einer Verletzung im Bereich der Halswirbelsäule erhöht, was aber ggü. der Minderung von Schädelverletzungen statistisch unerheblich ist.
Richtig ist also, dass es unsere Nachbarn besser wissen..
Man sollte allerdings auch wissen, WAS unsere Nachbarn dazu wissen.

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cyborgpiratelaserninja 15.08.2019, 12:12
51.

Zitat von donrazzi
Weil die Spritzenradler Mitte der 90er-Jahre ihr Image aufpolieren mussten. Bei der Tour de France hat es in der langen Geschichte gerade mal zwei tödliche Stürze gegeben. Und der Casartelli ist damals mit 80 km/h gegen eine Betonwand gekachelt. Helme sind bis 20 km/h ausgelegt...
Seit der Mitte der 90er Jahre ist aber schon ein bisschen Zeit vergangen. Die Frage ist doch, wie viele weitere tödliche Stürze und schwere Kopfverletzungen hätte es bei den vielen Unfällen gegeben, wenn Helme nicht so verbreitet wären? Es ist richtig, dass in DIN EN 1078 (Helme für Radfahrer und für Benutzer von Skateboards und Rollschuhen) Tests mit einer Gesschwindigkeit von 19,5 km/h getestet wird aber das ist auch nur die Mindestanforderung um der Norm zu entsprechen. Wer in der EU Fahrradhelme verkaufen will, muss diese erfüllen. Das heißt aber nicht automatisch, dass sich Hersteller damit zufrieden geben nur das Mindesmaß zu erreichen. Gerade im Bereich des Radsports können viele Helme mehr.

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Ein_denkender_Querulant 15.08.2019, 12:15
52. Ähnlich wie mit ABS

Der Effekt trat ebenso mit der Einführung von ABS auf. Der vermeintliche Sicherheitsgewinn wird durch risikoreicheres Fahren wett gemacht. In den Unfallstatisitken hat sich durch ABS keine Veränderung ergeben, nur eine kurzfristige.

Das es sich bei Helmen ähnlich verhält, ist nachvollziehbar. Unterschieden würde ich aber die Gruppen der Helmnutzer. Gerade bei sportiven Mountainbiker würde ich den beschriebenen Effekt erwarten, bei der sorgsamen Mutter mit Kindern weniger.

Es ist auf jedem Fall ein Thema, was näher untersucht werden sollte.

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Gmorker 15.08.2019, 12:16
53. Quark

"Eventuell" hat auch einfach die Lüge, das das Eyetracking durch den Helm analysiert würde, schon zu einem veränderten Verhalten geführt und die vermeintliche Sicherheit hat damit gar nichts zu tun. Diese Studie ist nach meinem Empfinden hahnbüchen, denn wenn überhaupt könnte man argumentieren, das man mit Helm im Straßenverkehr risikofreudiger wäre, aber doch nicht bei einem Computerspiel. Der Zusammenhang ist konstruiert und unglaubwürdig und das andere Verhalten kann wie gesagt problemlos über die veränderten Informationen begründet werden. Plausibel wäre das ganze nur dann, wenn eine Gruppe Eyetracking über Kameras am Bildschirm und die andere über Kameras am Fahrradhelm erfahren würde. Dann wären beide Gruppen in der Situation "was ich tue wird beobachtet" und der Fahrradhelm wäre der einzige Unterschied. Dann wäre aber vielleicht nicht das gewünschte Ergebnis rausgekommen :P

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Hamberliner 15.08.2019, 12:16
54. Helm auf zum Gebet.

Aha. Es dreht sich darum, ob man bei ganz anderen Tätigkeiten und Entscheidungen als Rad fahren viel mehr Risikofreude zeigt wenn man sich vorher einen Fahrradhelm aufstülpt. AFAIK sind ja Banken Gesetzen unterworfen, denen zufolge sie wohl vor der Geldanlage Kunden informieren und sich davon überzeugen müssen, dass diese noch alle Tassen im Schrank haben. Als ich mich entschied, mein Geld nicht tenhagenartig in Sparbuch, Sparstrumpf, Lebensversicherung oder Bausparvertrag anzulegen, sondern volles Risiko in Aktien und ETFs, trug ich dabei keinen Helm. Wenn ich dem Bankmitarbeiter an dessen Schreibtisch gesagt hätte, kleinen Moment, bevor ich das entscheide muss ich mir erst einmal meinen Fahrradhelm aufsetzen, dann hätte er mir wohl mangels Vertrauen in meine Zurechnungsfähigkeit gar kein Depot eröffnen dürfen.

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charlybird 15.08.2019, 12:20
55. Das kann ich nur bestätigen.

In schönster Regelmäßigkeit kommen mir auf der falschen Radwegseite bestens ausgestattete Volozipedler mit Helm, Radlerhose, Alarmfarben im teuren Anorak und mit Sicherheit ein Rad der vierstelligen Preisklasse entgegen. Der Blick geht stur an mir vorbei und das Tempo wird gehalten. Es sind entweder die Radfahrfanatiker, Abonnenten des Radtourenmagazins und mit Sicherheit Mitglieder beim ADFC oder ganz einfach dusselige Ignoranten.

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zwischen_durch 15.08.2019, 12:20
56. Ein Helm macht Sinn, wenn es einen Grind zum Schutz gibt!

Der Anlass für einen Schutz kann sich nur aus einer bestehenden Gefahr ergeben.
Da ist die Statistik hilfreich. Die Frage ist also: wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit bzw. Gefahr bei einer Fortbewegungsart eine Kopfverletzung zu bekommen?
Am gefährlichsten ist es Treppen zu steigen, auf Platz 2 folgt das Autofahren (selbst mit Gurt, Knautschzone, Airbags etc. ist die Gefahr einer Kopfverletzung bei Autounfällen sehr hoch). Erst danach folgt das Fahrradfahren.
So lange man also beim Treppensteigen und Autofahren keine Notwendigkeit für das Tragen eines Helmes sieht, ist das beim Radfahren ebenfalls nicht nötig.

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großwolke 15.08.2019, 12:24
57. Helm lenkt ab?

Klingt für mich, als wäre hier das Ergebnis der Studie überinterpretiert worden. Was gemessen wurde, ist, dass die Spieler mit Helm schlechtere Entscheidungen getroffen haben. Das kann alle möglichen Gründe haben, angefangen damit, dass das ungewohnte Gefühl des Helmtragens in geschlossenen Räumen die Probanden abgelenkt hat. Dass ein Radfahrer sich mit Helm sicherer fühlt, und sich deshalb riskanter verhalten würde, scheint mir aber weit hergeholt. Der Helm verhindert keine Stürze und Zusammenstöße, und mit dem Rad ist JEDER Unfall schmerzhaft. Dass man im Zweifel nicht an einer Kopfverletzung draufgeht, ist kein Gedanke, der das unmittelbare Sicherheitsgefühl auf dem Rad beeinflusst.

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cyborgpiratelaserninja 15.08.2019, 12:28
58.

Interessante Studie aber es stellt sich die Frage ob hier im Endeffekt wirklich eine nenneswerte Verhaltensänderung im Straßenverkehr eintritt. Man könnte natürlich Zahlen zu Unfällen mit und ohne Helm vergleichen. Da spielen dann auch auch wieder andere Faktoren eine Rolle. Tragen Radpendler mit vielen km auf dem Rad öfter Helme als reine Freizeitradler? Wer viel fährt, hat auch öfter die Gelegenheit mit dem Rad einen Unfall zu haben. Als Grundlagenforschung ist es trotzdem interessant. Ich vermute mal, dass so etwas auch in anderen Bereichen zu beobachten ist. Zum Beispiel beim Kauf eines dicken SUVs. Das Sicherheitsempfinden ist nun mal unbestreitbar bei den Kaufargumenten ganz weit oben.
Auf dem MTB trage ich jedenfalls immer einen Helm. Im Bikepark auch gerne mal Fuff Face. Da wird er oft genug gebraucht. Im Straßenverkehr ist die Nusschale zwar auch dabei aber in den letzten 20 Jahren wurde die nie gebraucht. Genau wie der Sicherheitsgurt im Auto. Trotzdem wird er angelegt. Wenn auf dem Grabstein steht "Ich hatte aber Recht." nützt das gar nichts. Wachkoma ist auch nicht so cool. Das BGH hat hier zwar eindeutig zugunsten der Radfahrer ohne Helm geurteilt aber im Zweifel weiß man nie was den Anzugträgern irgendeiner Versicherung so einfällt. Ob ich dadurch risikofreudiger fahre, kann ich objektiv schlecht bewerten. Allerdings habe ich gefühlt öfter Stress mit Kampfradlern als mit Autofahrern. Wer hält auch an roten Ampeln? Unverschämt ne?

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Ein_denkender_Querulant 15.08.2019, 12:30
59. Vergleich Jethelm zu Integralhelm

Es gab zu Motorradhelmen vor Jahren eine gute Studie mit Auswertung der Verletzungen nach Unfällen. Überraschenderweise haben leichte Jethelme mit offener Kinn zu signifikant weniger Todesfällen geführt. Hintergrund ist die gute "Knauschwirkung" des Kinns. Und ja, ein Trümmerbruch im Kinn ist schmerzhaft und die Genesung langwierig, ein Genickbruch ist aber tödlich.

Und genau das ist das Problem mit Helmen, die Anzahl der Genickbrücke steigt. Eine Risikoabschätzung sollte jeder für sich vornehmen. Ich persönlich halte viel von leichten Schalen, aber wenige von ausladenen Helmen.

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