Forum: Wissenschaft
Studiendaten: Fragliche Transparenz bei EU-Arzneibehörde
mcvitus 13.06.2014, 16:20
1. Erzählen Sie mir doch bitte

etwas Neues. Die Pharmalobby wird ihre ganze Kraft daran setzen, dass sich das für sie so erfolgreiche System nicht ändert. Und die sogenannten Fachminister können wegen ihrer völligen Kompetenzfreiheit bezüglich ihres Amtes nichts, aber auch rein gar nichts entgegenhalten, außer vielleicht Schadensbegrenzung betreiben. Das ist auf Dauer viel zu wenig!!

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murzus 13.06.2014, 16:26
2.

"Und es sind genau diese schlechten Seite eines Medikaments, die im Sinne der Patientensicherheit entscheidend sind und die transparent sein sollten: Nur so können unabhängige Wissenschaftler etwa des IQWiG oder der Forschergruppe Cochrane Collaboration tatsächlich überprüfen, ob Wirkung und Risiko in einem vertretbaren Verhältnis stehen. "

Aha, es geht also darum dass die EMA die gesamten Studiendaten nicht interpretieren kann und es eines IQWiGs oder eines Cochrane braucht um die Nutzen Risikobewertung vorzunehmen.
Wozu braucht es dann eigentlich noch die EMA?
Dass die EMA als nicht unabhängig in diesem Artikel dargestellt wird ist schon ein Hammer.

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medoc 13.06.2014, 16:47
3.

Immer dasselbe. Versuchen Sie nur mal sich über Impfkomplikationen beim PEI (Paul-Ehrlich-Institut) zu informieren. Einfach unglaublich wie umständlich und zeitaufwändig der Zugang ganz bewusst gemacht worden ist.

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m_nietz 13.06.2014, 21:56
4. verantwortungslos und fahrlässig, vor allem seitens der EU-Behörde

Sehr gut, dass darüber berichtet wird. Aber sollten die Medien nicht mehr Druck ausüben, um diese Fahrlässigkeiten der EU-Behörde schnell zu beseitigen? Ohne den Druck der Medien, dauert es oft Jahre bis sich etwas ändert oder es ändert sich nichts. Zumindest Ärzte und Wissenschaftler müssen einen uneingeschränkten Einblick bekommen, denn sie entscheiden am Ende, was für jeden einzelnen am besten ist! Es kann - immer - Nebenwirkungen geben, dad ist doch allgemein bekannt. Warum also werden manche Nebenwirkungen verschleiert? Am Ende muss einfach der Arzt entscheiden, welches Medi für den Patienten am besten ist, alles andere ist fahrlässig. Zum beispiel dieses Mittel im Text, welches zugelassen wurde und einige Patienten schwer geschadet hat. Man sollte sich wirklich überlegen, ob man bei manchen Vorkommnissen, Entscheidungen, Fahrlässigkeiten und gefährliche Dreistigkeit vor Gericht zieht! Die Europäer halten sich mit Klagen oft zurück.

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benny212 13.06.2014, 21:57
5.

Die Geheimniskrämerei der EMA ist nicht mehr nachzuvollziehen. Die amerikanische FDA veröffentlicht ALLES alle Studien, alle e-Mails mit dem pharmazeutischen Unternehmer, Protokolle sämtlicher Konferenzen, die im Rahmen der Arzneimittelzulassung erfolgen und vieles mehr. Schaut mal auf fda.gov Bei der EMA sind nur Ergebnisbeschlüsse eines intransparenten Entscheidungsverfahrens zu finden. Einfach lächerlich. Hoffentlich sorgt das Freihandelsabkommen mit USA dafür, dass die EMA in zukunft transparenter arbeitet.

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mxdoc 14.06.2014, 08:50
6.

Was heißt "Freilegung von Daten"? Die Rohdaten? Da würde ich mir als Patient dann gut überlegen, ob ich überhaupt noch an irgendwelchen Studien teilnehmen wollte, denn auch wenn die Rohdaten anyonymisiert sind, ist es für den, der es wirklich will, ein Leichtes, diese retrospektiv einer bestimmten Person zuzuordnen. Die Offenlegung würde auch der Wirtchaftsspionage und -Sabotage Tür und Tor öffnen. Das Problem der VIOXX Studien war doch, daß man zwei Gruppen eines Risikokollektivs (Rheumatiker mit vorbestehenden Gefäßveränderungen) miteinander verglichen hatte. Eine bekam VIOXX, eine bekam ein Placebo. Das ist nicht wirklich eine "Kontrollgruppe". Normalerweise hätte das nur den Ausschjluß dieser Riskogruppe aus der Indikation zur Folge gehabt. Daß das gesamte Medikament vom Markt genommen werden mußte, ist auf geschicktes Antichambrieren der Konkurrenz zurückzuführen. Genau darauf wird es hinauslaufen: es werden Milliarden versenkt und noch weniger geforscht werden.

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