Forum: Wissenschaft
Suchoi Superjet 100: Der Pechvogel
Maria Antonova / AFP

Die in Moskau verunglückte Maschine vom Typ Suchoi Superjet ist ein besonderes Flugzeug: Die Hoffnung der russischen Luftfahrt in der postkommunistischen Ära. Bislang hat sie sich nicht erfüllt.

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freakout 06.05.2019, 20:20
40. Zwei Fragen:

1.) Warum wurde vor der Landung nicht Treibstoff abgelassen?
2.) Wo blieb die Feuerwehr? Weit und breit war keine Feuerwehr zu sehen, während das Flugzeug auf der Landebahn ausbrannte.

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cookie1 06.05.2019, 20:26
41. Pilotenfehler

Hier eine perfekte Landung eine Sukhoi,geht also
https://www.youtube.com/watch?v=Wj8uhFqVAo4
Für mich klarer Pilotenfehler.

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gammoncrack 06.05.2019, 20:27
42. Tja,

Zitat von koech
Wo bleibt eigentlich die Flughafenfeuerwehr? Lichterloh brennendes Flugzeug und kein rotes Auto in der Nähe? Üblicherweise "begleitet" ein Pulk von Feuerwehren ein Flugzeug in Notlage während der Landung vom Aufsetzen bis zum Stillstand.
wenn kein Funkkontakt zum Tower möglich war, die Maschine ja äußerlich unversehrt gelandet ist - das Feuer brach erst nach der Landung aus - wie sollte der Tower auf die Idee kommen, das Löschfahrzeuge, etc. erforderlich sind?

Möglicherweise haben die Piloten bis kurz vor der Landung noch geglaubt, dass alles im Normbereich liegt.

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murksdoc 06.05.2019, 20:28
43. Echtes Understatement

Der Vorfall vom Juli 2013, "als ein Superjet bei einem Testflug mit eingezogenem Fahrwerk auf die Landebahn des Flughafens Reykjavik krachte" liest sich im Original-Untersuchungsbericht etwas dramatischer: Man wollte bei maximalem Lande-Gewicht und starkem Seitenwind einen Triebwerksausfall im Landeanflug simulieren, bei der auch eine Störung des automatischen Landesystems vorkommt. Daraufhin sollte der Pilot aus 8 Metern Höhe (25 ft) ein automatisches oder manuelles Durchstartmanöver, je nach Bedarf, durchführen. Der isländische Testingenieur schaltete mit seinem Testprogramm, welches verhindert, dass ein stillgelegtes Triebwerk einfach durch den Autopiloten oder den Piloten wieder hochgefahren werden kann, aber erst in einer Höhe von 10 ft (3m) über der Landebahn eines der Triebwerke ab und ein Meter über dem Boden (bei ausgefahrenem Fahrwerk) auch das automatische Landesystem. Der russische Testpilot aktivierte daraufhin die automatische Durchstartsequenz, berührte aber für 0,4 Sekunden mit dem Fahrwerk den Boden, woraufhin diese Durchstartautomatik automatisch wieder deaktiviert wurde (das System geht davon aus, das Flugzeug sei jetzt gelandet). Daraufhin begann der Russe mit dem manuellen Durchstarten und gab Vollgas, leider aber mit dem Triebwerk, das der Testingenieur erfolgreich stillgelegt und seiner Kontrolle entzogen hatte. Immerhin gelang es noch in ein paar Metern Höhe, zunächst einen "Stall" zu verhindern und das korrekte Triebwerk hochzufahren. Weil man aber in 1 Meter Flughöhe die minimale Fluggeschwindigkeit bereits unterschritt, gab es eine Bauchlandung, bei der das Flugzeug, das auf dem Rumpf und den Triebwerksgondeln schlitterte, durch das Seitenleitwerk auf der Landebahn gehalten und durch Gegenschub der Triebwerke zum Stillstand gebracht werden konnte. DAS wäre doch einmal ein Programm gegen die Flugangst. Wer DAS mitgemacht hat, steigt wahrscheinlich überall ein. Nach Lesen des Berichtes hätte ich jedenfalls kein Problem, mit dieser Maschine mitzufliegen. https://reports.aviation-safety.net/2013/20130721-0_SU95_97005.pdf

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quark2@mailinator.com 06.05.2019, 20:48
44.

Zitat von freakout
1.) Warum wurde vor der Landung nicht Treibstoff abgelassen? 2.) Wo blieb die Feuerwehr? Weit und breit war keine Feuerwehr zu sehen, während das Flugzeug auf der Landebahn ausbrannte.
Zwischen Start und Landung vergingen ca. 45 Minuten, der Grund für den Rückflug lag etwa bei der Hälfte. Das deutet zumindest etwas darauf hin, daß das ursprüngliche Problem nicht als super-kritisch angesehen wurde. Ein Brand z.B. hätte zu einem sofortigen Landeversuch geführt. Niemand fliegt mit einem Brand noch 20 Minuten rum, wenn er nicht gerade über dem Ozean ist. Offenbar ging man vor der Landung nicht von einem Notfall aus, der die Bereitstellung von Feuerwehr oder Krankenwagen benötigt hätte. Bei der Landung selbst kam es zu diesem sehr harten Aufsetzen und erst dadurch kam es zum Brand, welcher in einer Minute den hinteren Flugzeugteil zerstörte. Die Evakuierung eines Flugzeugs braucht standardmäßig 2 Minuten, wobei hier erschwerend hinzukam, daß nur 1..2 Notrutschen verwendet werden konnten - anfangs zwei, dann nur noch eine. Wenn man statt zwei Minuten nur noch eine Minute hat, dann bedeutet dies Gefahr für die Hälfte der Menschen an Bord. Hinzu kommt, daß der harte Aufschlag vermutlich einen Teil der Menschen Beinverletzungen zugefügt haben könnte, insbesondere im hinteren Teil, der dann auch gleich brannte. Die Reaktionszeit der Feuerwehr war nicht wirklich so schlecht, aber in so einer Situation, wo man nur 30..60 Sekunden hat, kommt es einem ewig vor.

Was nun das Ablassen von Treibstoff angeht ... eine Boeing 737 kann zum Beispiel keinen Treibstoff ablassen. Ob die Suchoi diese Funktion hat, kann ich nicht sagen. Aber selbst wenn - bis zu der brachialen Landung gab es das Problem nicht. Warum die Piloten sich genötigt sahen so zu landen, bzw. welches technische Problem zu dieser Landung führte, weiß ich nicht. Rückblickend wäre weniger Kerosin natürlich super gewesen. Aber konnte man diese Entwicklung vorhersehen ? Immerhin wurde die Feuerwehr ja nicht vorher alarmiert ... Ich denke, niemand hat das kommen sehen.

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BitchesBrew 06.05.2019, 20:53
45. Ist hier oft so

Zitat von quark2@mailinator.com
Im Kern will ich sagen, daß ich es nicht für OK halte, hier nun gleich wieder die Chance zu nutzen, um den ausländischen Flugzeugtyp in Mißkredit zu bringen.
Seien Sie unbesorgt. Schlagzeilen-Stereotypen aus der Phrasendreschmaschine wie "Pannenflieger" und ähnliches findet man hier auch bei Airbus-Maschinen. Das sagt oft mehr über die Gegebenheiten des Journalismus aus als über die Flugzeuge.

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quark2@mailinator.com 06.05.2019, 20:59
46.

Zitat von spiegelwatcher
ist die Tatsache, dass es mehr als zwei Minuten gedauert hat bis der erste Löschzug an der Unfallstelle war. Die Notlandung war angekündigt und die internationalen Standards sehen vor, dass notlandende Flugzeuge bereits beim Aufsdtzen von den Rettungsdiensten flankiert werden um eine möglichst schnelle Evakuierung der Insassen zu gewährleisten. Der Zwischenfall wirft ein bedrückend schlechtes Licht auf das von Misswirtschaft, Korruption und Schlamperei geplagte Russland. Putins Russland entwickelt sich immer mehr zu einer Bananenrepublik.
Oder eben nicht. Aus meiner Sicht war der "Equipment" ganz offensichtlich nicht angefordert worden. Das es generell zur Verfügung stand ist offensichtlich. Soweit ich es kenne, wird der Pilot gefragt, ob er Krankenwagen oder Feuerwehr benötigt. Wenn er sie aber nicht anfordert, dann stehen sie halt auch nicht da. Es wäre vielleicht besser, nicht so schnell mit den pauschalen Vorurteilen gegenüber Russland um sich zu werfen. Die Videos zeigen ganz klar, daß das Flugzeug zunächst nicht brennend ankommt, dann eine schlechte Landung macht, welche dann zum Brand führt. Die Feuerwehr kommt dann angefahren, offenbar sehr wohl verfügbar, nur eben nicht vorgewarnt. Was das mit Korruption und Bananen zu tun haben soll ... Hier bei uns würde es natürlich nie Fehler geben ... Huch, hat da jemand BER gesagt ? Soviele Bananen gibt es gar nicht. Diese platte Russophobie macht mich ganz krank. Nicht einmal in so einem Moment gibt sie Ruhe.

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thahnberlin 06.05.2019, 21:12
47. Putins Traum...

abseits von Rohstoffen im Weltmarkt irgendwo Fuß zu fassen scheitert ja nicht erst mit dem Superjet 100, es gab das Yotaphone von dem die russische Propaganda behauptete es würde Apple und Samsung das Fürchten lehren, verschwunden. Genauso lief es mit der Autoindustrie, Lada produziert nur noch optisch aufgehübschte Modelle die auf veralteter Dacia/Renault-Technik basieren. Der einzige Bereich wo es wirklich hätte klappen können waren die IT-Unternehmen wie Telegram, und denen hat Putin mit seinen Runet-Gesetzen jetzt auch den Zahn gezogen. Do Swidania Rossia!

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gammoncrack 06.05.2019, 21:20
48. Vielleicht handelt es sich ja um einen Foristen,

Zitat von quark2@mailinator.com
Oder eben nicht. Aus meiner Sicht war der "Equipment" ganz offensichtlich nicht angefordert worden. Das es generell zur Verfügung stand ist offensichtlich. Soweit ich es kenne, wird der Pilot gefragt, ob er Krankenwagen oder Feuerwehr benötigt. Wenn er sie aber nicht anfordert, dann stehen sie halt auch nicht da. Es wäre vielleicht besser, nicht so schnell mit den pauschalen Vorurteilen gegenüber Russland um sich zu werfen. Die Videos zeigen ganz klar, daß das Flugzeug zunächst nicht brennend ankommt, dann eine schlechte Landung macht, welche dann zum Brand führt. Die Feuerwehr kommt dann angefahren, offenbar sehr wohl verfügbar, nur eben nicht vorgewarnt. Was das mit Korruption und Bananen zu tun haben soll ... Hier bei uns würde es natürlich nie Fehler geben ... Huch, hat da jemand BER gesagt ? Soviele Bananen gibt es gar nicht. Diese platte Russophobie macht mich ganz krank. Nicht einmal in so einem Moment gibt sie Ruhe.
der, wenn er in eine Tiefgarage fährt, schon die Feuerwehr anruft, weil sein Auto dort Feuer fangen könnte. Anders kann man solche Kommentare schon nicht mehr erklären.

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koech 06.05.2019, 22:24
49. Notsituation war bekannt

Zitat von gammoncrack
wenn kein Funkkontakt zum Tower möglich war, die Maschine ja äußerlich unversehrt gelandet ist - das Feuer brach erst nach der Landung aus - wie sollte der Tower auf die Idee kommen, das Löschfahrzeuge, etc. erforderlich sind? Möglicherweise haben die Piloten bis kurz vor der Landung noch geglaubt, dass alles im Normbereich liegt.
Der Flieger war eben erst gestartet: Schwer, wegen dem vielen Kraftstoff, kommt mit technischen Problemen und gestörtem Funk zurück.

JEDER Fluglotse muss allein mit den Informationen den "roten Knopf" drücken! Das sind absolut übliche Sicherheitsstandards!

@TS_Alien (Nr. 37)
Blitzeinschläge sind für moderne Flugzeuge durchaus wieder "gefährlicher", der Faradaysche Käfig bekommt Lücken weil die Aussenhaut nicht mehr komplett aus Metall ist -allerdings weiß ich nicht, ob das auf die Suchoi auch zutrifft- trotzdem können Blitzeinschläge durchaus die Elektrik/Elektronik schädigen, Stichwort FlyByWire-Steuerung.

Wilde Spekulationen sollte man tunlichst unterlassen bis der Untersuchungsbericht veröffentlicht ist: Das gilt genauso für vermeintliche Fachbegriffe, bezüglich Notstromversorgung "RamAirTurbine" oder "Fueldumping", das geht nämlich idR. bei Flugzeugen dieser Größenklasse gar nicht!

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