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"Tatort"-Faktencheck: Sind Unis auf Leichen angewiesen?
Anatomie Würzburg/ Prof. Ergün (Vorstand Institut)

Nach dem Tod dem Leben dienen - im Franken-"Tatort" werden Körperspenden in hohen Tönen gepriesen. Sind Leichen für die Forschung wirklich so wichtig? Der Faktencheck.

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VionaBarabas 23.05.2016, 06:30
1. Lehre Körperspende Forschung

An den meisten Körperspendern werden in den medizinischen Fakultäten intensiv und fast ausschließlich human- u. zahnmedizinische Lehre sowie operativ-klinische Fortbildung betrieben und keine "Forschung". Makroskopische Forschung an Körperspendern reduziert sich dann nur noch auf Variabilitätenforschung.

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vish 23.05.2016, 06:33
2. Traurig

Das man selbst im Fall einer Körperspende noch draufzahlen muss, finde ich ziemlich traurig. Dies wirkt sehr undankbar.

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spon-facebook-1629421895 23.05.2016, 07:19
3.

Präppen ist allerdings Teil der Lehre, nicht der Forschung.

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dipl.-vw.dr.knilch 23.05.2016, 07:51
4. Faktencheck: Faktencheck

"'Schauen Sie, der Schädel passt im Articulatio atlantooccipitalis nicht zum Skelett', erklärt die Institutsleiterin. "

Checken Sie nochmal: Sagt die Institutsleiterin (und ist sie es, die das tatsächlich formuliert und nicht der Doktorand) tatsächlich IM Articulatio atlantooccipitalis?
Auch wenn "Articulatio, -onis" als Begriff für Gelenk eine moderne Spachschöpfung ist, ist das Geschlecht immer noch feminin. DIE Articulatio. Demnach:

"Guggemol, die Birne paßt in DER Articulatio atlantodingens nicht ..."

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El pato clavado 23.05.2016, 08:14
5. Übung macht den Meister

oder sollen die Studenten Gummipuppen nehmen ?

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_karlsson_ 23.05.2016, 08:35
6. Draufzahlen

Die Beteiligung für die Bestattung wird in erster Linie erhoben, damit niemand sich genötigt fühlt seinen Körper 'des Geldes wegen' zu spenden.
Das würde sowohl die Studenten als auch die Universität in ein moralisches Dilemma bringen.
Es ist wichtig zu wissen, dass der an dessen Körper man über Monate lernt das auch wollte.

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o-w 23.05.2016, 08:57
7. Fränkische Schlachtplatte

Gut recherchierter und sachlich fundierter Artikel. Wenn nur der Titel des Tatortes "fränkische Schlachtplatte" nicht wäre. Der wirkt deplaziert und pietätlos. Ich hätte den einfach weggelassen...

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frenchie3 23.05.2016, 09:20
8. Da gabs mal einen Krimi in schwarz weiß

da hat ein Mann seine Frau so umgebracht daß der Hausarzt einen natürlichen Tod bestätigte. Der Geizhals hat den Körper an die Uni verkauft und die Studenten haben dann natürlich die wirkliche Todesursache rausgefunden. Also, ich würde nie den Körper meines Mordopfers spenden - viel zu viel Risiko

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logophage 23.05.2016, 09:29
9.

Zitat von vish
Das man selbst im Fall einer Körperspende noch draufzahlen muss, finde ich ziemlich traumie.Dies wirkt sehr undankbar.
Traurig wäre es, wenn alte Menschen ihren Körper für eine würdevolle Begräbniszeremonie verkaufen würden, die sie sich ansonsten nicht leisten könnten.
Die meisten Körperspender wollen mit ihrer Entscheidung der Lehre und der Forschung dienen. Viele haben in ihrem Leben mit Medizin zu tun gehabt, haben oft persönlich erfahren, wie wichtig die Präparation für die Ausbildung eines Arztes ist.

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