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Texas Hold'em: Computer schlägt erstmals Menschen beim Poker
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Schachcomputer sind unbesiegbar - nun gilt das auch für Pokersoftware. Gegen das von Forschern entwickelte Programm haben Menschen keine Chance, sofern ausreichend viele Partien nacheinander gespielt werden.

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a.weishaupt 09.01.2015, 16:06
1. Sehr begrenzter Erfolg

Für Limit Holdem gibts schon lange brauchbare Bots. No Limit ist viel anspruchsvoller, und zu Omaha ist es dann noch mal ein größerer Schritt.

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jasuly 09.01.2015, 16:07
2.

"Schachcomputer sind unbesiegbar..." *** In einem längeren Match wird kein Großmeister ein gutes Schachprogramm schlagen, in einer einzelnen Partie ist das sehr wohl noch möglich (wenn es auch in der Praxis nur selten gelingt).

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Tr1umph 09.01.2015, 16:09
3.

Die Überschrift ist falsch. Jeder der sich einmal OnlinePoker angetan hat weiß, dass auch dort sehr viele Bots (computergesteuerte Spieler unterwegs sind die streng nach mathematischen Regeln an 50 Tischen gleichzeitig spielen.

Das würde es nicht geben, wenn diese Bots nicht saftige Gewinne einfahren würden und somit die mitspielenden Menschen besiegen würde.

Der große Unterschied scheint zum einem zu sein, dass man sich die Mühe gemacht hat sämtliche Situationen vorher zu berechnen und die Wahrscheinlichkeiten zu speichern. Da kommen einfach Aufgrund der Menge an möglichen Situationen eine extreme Datenmenge und Berechungszeit zusammen. Die einzelne Situation für einen Spielzug zu berechnen dauert für einen 0815-PC deutlich weniger als eine Sekunde. Was soll da bitte die Vorherige Berechnung mit 200 parallel arbeitenden CPUs?

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Medienbeobachter 09.01.2015, 16:12
4. Schachcomputer sind nicht unbesiegbar

Gutes Schach lernt man immer noch aus dem Studium der Partien alter Schachmeister. Aber der Mensch kann leider nicht fehlerlos logisch denken und das nutzt die Maschine dann gnadenlos aus. Die Maschine rechnet immer gleich gut. Der Mensch wird oberflächlich, oder ermüdet.

Ein gutes Beispiel für die Oberflächlichkeit des Menschen ist der Titel dieses Artikels.

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wollerm 09.01.2015, 16:37
5.

Problem bei Poker ist halt, dass ENORM viel Glück mit spielt, was eben nicht berechenbar ist. Theoretisch kann jemand zu 100% einfach nur durch Glück gewinnen. Das geht bei Schach nicht. Selbst wenn jemand durch Glück immer den richtigen Zug macht (was absurd ist, während bei Poker es ja reicht, einfach immer das bessere Blatt zu haben), würde man gegen die perfekte Maschine lediglich ein Unentschieden erreichen.

Wenn man beim Poker einfach die besseren Karten hat, hat man halt die bessern Karten...

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_gimli_ 09.01.2015, 16:54
6.

Zitat von wollerm
Problem bei Poker ist halt, dass ENORM viel Glück mit spielt, was eben nicht berechenbar ist.
Cash Game Poker ist ein anhand Wahrscheinlichkeiten mathematisch ausrechenbares Spiel. Langfristig gewinnt dort immer der Bessere (genau wie übrigens auch beim Skat).
Das ist übrigens einer der Gründe, warum mehrere der Weltklasse-Pokerspieler ihren Weg über Schach und Backgammon genommen haben.

Dass bei Turnieren der Glückfaktor eine entsprechend höhere Rolle spielt (auch wie beim Skat), ist natürlich klar.

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Rastaflip 09.01.2015, 16:55
7.

Limit Holdem, insbesondere im Headsup, ist allerdings auch so ziemlich die am wenigsten anspruchsvolle - oder anders ausgedrückt - am leichtesten nach einfach durchschaubaren Regeln halbwegs fehlerfrei spielbare Variante des Poker. Ein Grund, warum ich persönlich es stinklangweilig finde.

No Limit Holdem oder Omaha, idealweise noch mit mehreren Mitspielern, ist wegen der variablen Setzhöhe und den zusätzlichen Variablen durch die neuen Gegenspieler in spieltheoretischer Hinsicht ein um Größenordnungen komplexeres Problem.

Ein Bot, der solche Varianten spielt, mag zwar auf sehr niedrigen Limits durch das Anwenden ein paar einfacher Grundstrategien dennoch auf lange Sicht Gewinne abwerfen. In einer Partie mit guten Spielern, die auch schon sehr bald merken, dass sie gegen einen Bot spielen, wird das so bald noch nicht funktionieren.

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hador2 09.01.2015, 17:16
8.

Ich verstehe nicht ganz was hieran überraschend sein soll:

1. Poker ist letztlich ein Glücksspiel, also ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten.

2. Ein Computer kann diese Wahrscheinlichkeiten mit genügend Rechenleistung jederzeit besser berechnen als ein menschlicher Spieler.

Von daher ist es eigentlich logisch, dass bei einer genügend hohen Anzahl von betrachteten Spielen der Computer langfristig immer gewinnt.

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hador2 09.01.2015, 17:21
9.

Zitat von wollerm
Problem bei Poker ist halt, dass ENORM viel Glück mit spielt, was eben nicht berechenbar ist. Theoretisch kann jemand zu 100% einfach nur durch Glück gewinnen. Das geht bei Schach nicht. Selbst wenn jemand durch Glück immer den richtigen Zug macht (was absurd ist, während bei Poker es ja reicht, einfach immer das bessere Blatt zu haben), würde man gegen die perfekte Maschine lediglich ein Unentschieden erreichen. Wenn man beim Poker einfach die besseren Karten hat, hat man halt die bessern Karten...
Aus diesem Grund ziehen sich die Forscher hier ja auch auf eine große Anzahl von Spielen zurück.

Da wird es eine reine Frage der Wahrscheinlichkeiten. Wenn ich 6 Millionen Spiele gegen den Rechner mache, dann kann es natürlich THEORETISCH sein, dass ich 6 Millionen mal das besser Blatt habe. Deutlich wahrscheinlicher ist aber, dass in der Hälfte der Fälle der Rechner und in der anderen Hälfte ich das besser Blatt habe...und dann wird es eine Frage davon wie wahrscheinlich es ist, dass bei einem gegebenen Blatt der Gegner noch bessere Karten hat.

Das auszurechnen, da ist der Computer mit einem Brute Force Ansatz sicher immer korrekter als der Mensch. Von daher wird er bei genügend großer Spiele Anzahl dann auch immer Gewinnen.

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