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Thementag Fleisch: Kein Fleisch ist auch keine Lösung
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Haben Sie schon den Festtagsbraten bestellt? Keine Angst, den will Ihnen niemand madig machen. Aber wir müssen uns der Frage stellen: Wie können wir Fleisch nachhaltiger produzieren? Der Themenschwerpunkt auf SPIEGEL ONLINE.

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tine_says 17.12.2018, 10:13
90. Der Mensch geht lieber zu Grunde, als dass er seine Gewohnheiten ändert

Dieser Gedanke kam mir leider beim Lesen dieses Artikels. Ich frage mich was die Essenz dieses Beitrags sein soll? Im Intro heißt es wir müssen nachhaltiger produzieren, aber wir wollen euch den Weihnachtsbraten nicht madig machen. Die für den einen oder anderen vielleicht unangenehme Wahrheit hinsichtlich Klimawandel und Gesundheit ist aber: Wir müssen unsere Wohlstands-Gewohnheiten ändern und unseren Pro-Kopf-Konsum tierischer Produkte drastisch senken bzw. streichen.
Einfach nachhaltiger produzieren reicht hier leider nicht mehr und ist auch völlig realitätsfern, da nicht massentauglich umsetzbar. Daher sind ein pensionierter Metzger, ein Jäger und und ein Bio-Gänsezüchter leider in keiner Weise repräsentativ für unsere heutige Konsumkultur und helfen mir folglich auch herzlich wenig einen Bezug zu meiner/unserer Realität herzustellen. Ich frage mich was uns diese utopischen Darstellungen bringen sollen. Die helfen meines Erachtens allerhöchstens dem schlechten Gewissen. Unsere Realität ist die konventionelle Massentierhaltung und die fälschliche Annahme, dass wir Fleisch für eine gesunde Ernährung benötigen. Fakt ist jedoch, dass unser hoher Konsum an verarbeiteten Tierprodukten einer der größten Faktoren für die globale Erwärmung darstellt und außerdem zu sämtlichen Zivilisationskrankheiten führt. Ebenfalls Fakt ist, dass man durch die eigene individuelle Ernährung seinen CO2-Konsum um ganze 49% reduzieren kann, wenn man auf tierische Produkte verzichtet. Das bedeutet, dass jeder Mensch etwas tun kann. Es ist eben nicht die Lösung, wie der nette pensionierte Metzger sagt, einfach zu vermeiden das Fleisch im Supermarkt zu kaufen und sich über die Resteverwertung in der Mortadella zu ärgern.
Und abgesehen von ein paar Jägern auf diesem Erdball ist die heutige Menschheit größtenteils auch nicht in der Lage Tiere selbst zu erlegen und zu verarbeiten oder, wie der Gänsezüchter empfiehlt, „umzuschichten“ und sich halt mal ein bisschen Geld von der Urlaubskasse abzuzwacken, um sich teureres Fleisch kaufen zu können. Wir müssen einfach einsehen, dass Fleisch kein grenzenlos verfügbares Grundnahrungsmittel ist und das auch nie war. Also denkt bitte mal über euren Weihnachtsbraten nach. Kein Fleisch ist nämlich sehr wohl eine Lösung. Zumindest, wenn es in diesem Beitrag um einen echten Problemlösungsansatz gehen soll.

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outsider-realist 17.12.2018, 10:15
91. Missionierung

Zitat von richey_edwards
und Bio-Fanatiker werden immer wissen was gut für die anderen und die ganze Welt ist. Mit ihrem missionarischen Eifer sind sie maximal unsympathisch. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit hole ich mir heute ein Bratwurst vom Discounter statt einen Salat. Oder vielleicht doch einen Salat aber dann mit Eiern aus Käfighaltung.
Diese Missionierungskeule können sie mal stecken lassen. Die wird immer geschwungen, wenn man sich einer Diskussion entziehen will oder wenn keine Argumente einfallen (wie bspw. Ihr letzter Absatz)

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Southwest69 17.12.2018, 10:15
92. Ich bin fast Zwangsvegetarier

Das meiste Fleisch was es in Supermärkten zu kaufen gibt, ist mit Wasser aufgespritzt, um es schwerer zu machen, ca. 10%.

Wenn man dieses Fleisch dann in der Pfanne regelrecht kochen statt braten sieht, kann einem nur schlecht werden.

Das ist der Grund warum ich kaum noch Fleisch esse, der Mist ist kaum noch essbar.

Problem auf andere Weise gelöst.

Der Metzger ist eine Person die ich nur vom vorbeigehen kenne, viel zu teuer und keine für den Kunden überprüfbare Qualität.

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timo1082 17.12.2018, 10:16
93. Schlecht recherchiert

Hallo Spiegel Team,

leider sind sie auf den selben Scharlatan wie Frontal21 hereingefallen, Metzgermeister Franz Josef Voll.
Der Typ hat vom Wurstmachen und der Lebensmittelindustrie überhaupt keine Ahnung! Das MDM (Mechanical deboned meat = Separatofenfleisch) ist NICHT in fast jeder Wurst enthalten. Es lässt sich sehr wohl anhand eines erhöhten Calciumanteils im Fleisch nachweisen und hat sowohl optisch, wie geschmacklich sehr großen negativen Einfluss auf die Wurst. Die Aussage eine aus reinem Schweinefleisch hergestellte Wurst sei weich und hätte keinen Biss ist schlichtweg falsch. Das Material welches er zeigt, ist reiner Knochenputz und kein MDM. Bei der Gewinnung von MDM wird ebenfalls eine großer Teil Knochenmark mit eben auch den blutbildenden Zellen der Röhrenknochen ausgequetscht, was zu einer intensiven Blut-Brotfärbung des Materials führt. Die von ihm produzierte Wurst ist außerdem von wirklich miserabler Qualität (nicht ordentlich asugekuttert, kein Eis verwendet, sehnig, grob) und jeder Azubi im ersten Lehrjahr kann das besser. Die Begründung des Rindfleischanteils ist ist auch eben dieser schlechten Handwerksarbeit geschuldet, da der Höhe Kollagenanteil des Rindfleisches dieses ein wenig kompensieren kann.

Sein "braunes Zauberpulver" aus verdorbenen Schlachtabfällen ist ebenfalls ein Fall für die Märchen-Oma. Er meint hierbei Proteinpulver und Enzyme, die in Deutschland aber ebenfalls analytisch feststellbar sind, bzw. deklarationspflichtig sind. In Zeiten von diversen sehr intensiven Audits durch Aldi und Co, sowie Portalen wie Good Watchers und der potentiel resultierenden schlechte Presse, gehen die großen Produzenten dieses Risiko nicht ein. Die Zauberpulver werden zwar U.A. von Tönnies produziert, gehen aber dann in Petfood oder den Export.

Sollten sie ernsthaft Interesse an einem Thema wie Nachhaltigkeit im Umgang mit Fleisch und Wurst haben, dürfen sie mich gerne einmal kontaktieren.
Ich finde es erschreckend, mit wie viel Halbwissen sie an ihre Leser herantreten und dafür sorgen, dass sie den Einsatz ihres Reporters durch die Schlachtung einer Gans, durch den Teil ihres Fachbearters, Metzgermeister Franz Josef Voll, zu Nichte machen.

Ich hoffe, sie werden zukünftig auf dessen "Unterstützung" verzichten, da der Herr sich handwerktechnisch in den 60ern befindet.

Zur Aufklärung des Lesers haben sie auf jeden Fall mit diesem Bericht im Großen und Ganzen eher wenig beigetragen.

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rleu 17.12.2018, 10:17
94.

Zitat von h.j.unsoeld
Inzwischen ist bekannt, dass Tiere in ihren Erbanlagen und auch in ihren Gefühlen den Menschen viel ähnlicher sind, als man geglaubt hatte.
Erbanlagen? Was ist dann mit den 50% Übereinstimmung Mensch/Banane?
Gut, die ist wegen nicht-regional eh raus.

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trader_07 17.12.2018, 10:19
95.

Zitat von MPeter
Wobei ich natürlich auch schon sagen muss, nirgends stehen in München mehr SUVs als vorm Bioladen. Da denke ich mir halt schon meinen Teil. Das passt alles nicht richtig zusammen.
Nur mal so: Wenn ich mit dem fetten SUV zum Bioladen fahre (ja, das mache ich tatsächlich) und dort überwiegend regionale Produkte kaufe, dann ist mein Fußabdruck kleiner als bei jemandem, der mit der alten japanischen Rostkarre zum Discounter fährt um Billig-Fraß zu kaufen, der aus allen Teilen der Welt mit Frachtern und Flugzeugen herangekarrt wird.

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Patriot75 17.12.2018, 10:19
96. Mit Augenmaß umsteuern

Meine Familie und ich versuchen 1-2 Mal die Woche ganz bewusst auf Fleisch zu verzichten. Dazu setze ich derzeit, soweit möglich, meinen kleinen persönlichen Boykott von Schweinefleisch um (Stichwort Ferkelkastration -> soviel Männersolidarität muss sein). Ich denke man kann die Menschen nicht von heute auf Morgen zwingen ihr Verhalten grundlegend zu ändern. Aber man kann mit vielen kleinen Schritten anfangen und so die Welt ein Stück besser machen. Wenn wir Deutschen anfangen würden unseren Fleischkonsum um 20% zu reduzieren, könnte das schon durchaus manches in Bewegung bringen (gekoppelt mit bewusst einkaufen beim Metzger der von lokaler Schlachtung usw. bezieht).

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Callidus89 17.12.2018, 10:19
97. Preise rauf und Problem gelöst

Preis rauf und schon wird jeder Einzelne sich schnell darüber Gedanken machen sein Konsumverhalten zu ändern.

In Deutschland sind Lebensmittel eh zu billig. Neulich im Supermarkt mit meiner Freundin: "Schatz, ein Paket Gemüse reicht für uns beide. Wir brauchen kein zweites." Antwort: "Ist doch egal, kostet nur 49 Cent." Subtext: "Ob ichs brauche oder nicht, egal. Ich kann es ja einfach in den Müll werfen. Schließlich kann ich es mir problemlos leisten."

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Jonas65 17.12.2018, 10:21
98.

Wenn wir doch wissen, welche negativen Folgen der wachsende Fleischkonsum für die Natur, das Klima, die Gesundheit hat, warum tun wir dann nichts? Es ist auch nochmal festzuhalten, dass ca. 1 Mrd. Menschen den allergrößten Anteil am Fleischkonsum und damit die damit verbundenen Probleme zu verantworten haben. Es ist also im Wesentlichen ein Thema der reichen Länder auf Kosten derer, die es sich noch nicht oder nie in der Art leisten können werden. Es klingt nahezu zynisch, wenn dann nur zum Maßhalten aufgerufen wird anstatt zu Verzicht. Vegetarisch oder gar vegan zu leben ist eine Entscheidung für die Verantwortung der Erde, seinen begrenzten Ressourcen und nicht zuletzt auch der eigenen Gesundheit gegenüber. Nein, ich widerspreche der Aussage des Artikels ausdrücklich, denn Maßhalten im Fleischkonsum ist hier viel zu kurz gesprungen, denn ein Lillyfee-Pflaster tut es eben nicht mehr.

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KarlKastor 17.12.2018, 10:22
99.

Zitat von whitewisent
Die Ausgangsfrage ist ja, wie kann man das Fleisch nachhaltiger produzieren, was verbraucht wird, nicht die ewige Frage, Fleisch ja oder nein. Und ein paar Antworten liegen auf der Hand, die beiden Seiten nicht gefallen. 1. Es ist eine Katastrophe, daß der Mensch nicht mit "Fleisch" zufrieden ist, es muss vor allem Edelfleisch aus Rücken und Keule sein. Schon der häufigere Verzehr von Stücken wie Brust, Bauch und Füßen würde etwas für die Nachhaltigkeit tun. Also das man 60 Kilo im Jahr nicht zwei oder drei Tiere züchten und schlachten muss, sondern sich auf Eines beschränkt. Aber die "moderne Esskultur" lehnt sowas ab. Übrigens auch bei Geflügel, wo der Verbrauch an Brustfilets und -steaks nicht den Verzehr von Flügeln und Keulen nahekommt. 2. Ein Großteil der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen ist für die Pflanzenproduktion zur Ernährung ungeeignet. Darum gehört auch für Vegetarier zur Nachhaltigkeit, diese Flächen genau dafür zu nutzen, und nicht für Biotreibstoffen oder der Öl- und Futtermittelproduktion. 3. Man kann nicht den Sojaanbau in Amerika und Asien verteufeln, und sich für Flächenstilllegungen in Deutschland feiern. Die Deutsche Landwirtschaft könnte, wenn sie dürfte, ein noch größerer Exportschlager sein. Angesichts der Weltmarktsituation aber eine Illussion, weshalb man "Nachhaltigkeit" nicht losgelöst von Erzeugerpreisen sehen kann. Was auch nicht immer sinnvoll ist, wenn man der ständig steigenen Anzahl an Menschen in diesen Anbauregionen die Erwerbsgrundlage gerade bei den Gütern wegnehmen will, die auf dem Weltmarkt gefragt sind. 4. Die Hälfte aller geborenen Rinder sind Bullen! Wer als Vegetarier sich auf Milch und Milchprodukte einlässt, muss die Nachhaltigkeitsfrage beantworten, was mit diesen Tieren geschehen soll. Nachhaltig wäre da wohl, auf ein Gleichgewicht der Milch- und Fleischerzeugung hinzuwirken, also entweder den Milchverbrauch senken, oder den Fleischanteil von Rind am Konsum gründlich erhöhen. Jedoch ist Schweinefleisch vor allem deshalb billiger, weil diese Tiere alles Mögliche fressen, was die Zivilisation übrig lässt, auch Vegetarier! Darum ist Schweinefleisch sogar nötig für die "Nachhaltigkeit", wenn ihr Futter nicht extra auf frisch gerodeten Flächen angebaut wird. Wenn man dies den Menschen näher bringen würde, bräuchte es keine Veggiedays, sondern einfach nur mehr Aufwand in der Überzeugungsarbeit, denn die Menschen sind ja nicht ganz so blöd, wie sie scheinbar von etlichen Veganern gehalten werden. Nur kann man Tradition und Willen nicht per Befehl ändern, wenn man sich für eine argumentative Auseinandersetzung nicht gewappnet sieht, weil man dann bekennen muss, wie elitär und unsozial man selbst ist.
zu1: Haben sie da eine Quelle für? Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass halbe Tiere weggeschmissen werden.
Mal davon ab, dass Hähnchenbrust oder Schweinenackensteak einer der meistverkauften Produkte sind: Alles andere wird eben zu Wurst verarbeitet. Nur wenig bleibt übrig, was nach Asien exportiert wird (zB Hühnerfüße) oder als Tierfutter endet.

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