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Tiefseefische: Das Monster mit den durchsichtigen Zähnen
David Baillot/ UC San Diego Jacobs School of Engineering

In der Tiefsee schwimmen Fische mit durchsichtigen Zähnen. Welchen Vorteil das bringt, haben Forscher nun herausgefunden.

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okrogl 05.06.2019, 19:01
1. Hm...

Herrscht in der Tiefsee nicht absolute Dunkelheit? Was soll da reflektieren? Laternen anderer Raubfische?

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interstitial 05.06.2019, 19:46
3. hm

"warum" ist im Zusammenhang mit Evolution immer eine heikle, streng genommen unmögliche Frage.
"Damit sie weniger Licht reflektieren" impliziert eine Teleologie, die der Evolution als algorithmischem Prozess grundsätzlich fremd ist.
Aus einer beobachteten Eigenschaft auf eine biologische Funktion zu schließen, ist schon heikel. Aus der Funktion dann die Entstehungsbedingungen der Struktur herzuleiten eigentlich nicht möglich.
Für mich sind beim schnellen Drüberkucken genetische oder stoffwechselphysiologische Hintergründe genauso plausibel.
Insofern: Eher eine post-hoc-Plausibilitätserzählung, auch gern "just so-story" genannt.
Sicher von höherem Unterhaltungswert als eine Aufzählung nüchterner Fakten, der Vermittlung eines Verständnisses von Evolutionsgeschichte aber eher schädlich.

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permissiveactionlink 05.06.2019, 19:58
4. Stealth-Gegenmaßnahmen

gegen LIDAR durch andere Tiefseebewohner. Wenn deren Leuchtorgane oder spezielle lumineszierende Bakterien mit Licht die Umgebung beleuchten oder nur mit kurzen Lichtblitzen ab-"pingen", dann nehmen ihre hochempfindlichen Augen jede Lichtreflektion in der Umgebung war, was dann einen Fluchtreflex auslöst, o d e r einen Fressreflex, je nachdem ! Umgekehrt ist es höchst gefährlich für Beutetiere, mit Licht aktiv auf sich aufmerksam zu machen, wenn auch nur, um Feinde noch rechtzeitig zu bemerken. Es fragt sich, was der im Text beschriebene Fisch mit seinem restlichen Körper anstellt ? Absorbiert der Licht, wie die Stealth-Beschichtung von Kampfflugzeugen elektomagnetische RADAR Impulse im Radiowellenbereich ? Ansonsten ergeben die speziellen transparenten Fangzähne nämlich nicht allzuviel Sinn !

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Fearless Golf 05.06.2019, 20:37
5. Dentinkanälchen fehlen,

damit kein Licht reflektiert wird. "Leuchtet" ein.
Dass sie fehlen, mag noch einen anderen anderen Grund haben. Da diese Kanälchen hohl sind, wären sie wohl auch eher fehl am Platze; in der Tiefsee. Hohle Zähne würden unter diesem extrem hohen Druck zerbröseln wie ein alter Keks. So hat Aristostomias scintillans evolutionstechnisch 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen: keine Lichtreflexion, aber dafür stabile Beisserchen. Schön anzusehen sind sie allemal.

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h.weidmann 05.06.2019, 20:54
6.

Warum bezeichnet der Autor dieses interessante Tier eigentlich als Monster?
Bei Monster denke ich an eine andere Spezies.

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Brinke 05.06.2019, 23:24
7.

Zitat von permissiveactionlink
gegen LIDAR durch andere Tiefseebewohner. Wenn deren Leuchtorgane oder spezielle lumineszierende Bakterien mit Licht die Umgebung beleuchten oder nur mit kurzen Lichtblitzen ab-"pingen", dann nehmen ihre hochempfindlichen Augen jede Lichtreflektion in der Umgebung war, was dann einen Fluchtreflex auslöst, o d e r einen Fressreflex, je nachdem ! Umgekehrt ist es höchst gefährlich für Beutetiere, mit Licht aktiv auf sich aufmerksam zu machen, wenn auch nur, um Feinde noch rechtzeitig zu bemerken. Es fragt sich, was der im Text beschriebene Fisch mit seinem restlichen Körper anstellt ? Absorbiert der Licht, wie die Stealth-Beschichtung von Kampfflugzeugen elektomagnetische RADAR Impulse im Radiowellenbereich ? Ansonsten ergeben die speziellen transparenten Fangzähne nämlich nicht allzuviel Sinn !
der Rest ist schwarz, Schwarz reflektiert kaum. Außerdem sind die meist regunglos ein schwarzer Körper, könnte auch etwas anorganisches sein, Zähne haben da eine viel spezifischere Form insofern macht es schon Sinn aber ist und bleibt natürlich nur eine Theorie.

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nobody_incognito 05.06.2019, 23:40
8.

Zitat von interstitial
"warum" ist im Zusammenhang mit Evolution immer eine heikle, streng genommen unmögliche Frage. "Damit sie weniger Licht reflektieren" impliziert eine Teleologie, die der Evolution als algorithmischem Prozess grundsätzlich fremd ist. Aus einer beobachteten Eigenschaft auf eine biologische Funktion zu schließen, ist schon heikel. Aus der Funktion dann die Entstehungsbedingungen der Struktur herzuleiten eigentlich nicht möglich. Für mich sind beim schnellen Drüberkucken genetische oder stoffwechselphysiologische Hintergründe genauso plausibel. Insofern: Eher eine post-hoc-Plausibilitätserzählung, auch gern "just so-story" genannt. Sicher von höherem Unterhaltungswert als eine Aufzählung nüchterner Fakten, der Vermittlung eines Verständnisses von Evolutionsgeschichte aber eher schädlich.
Tja, Gene sind eine seltsame Sache - man kann auf ihre Effekt nur schließen, wenn man sie abknipst. Wie man dann noch beliebige andere Eigenschaften erzeugen könnte bzw. Dinge, die erst vorstellbar sind, wenn es sie gibt, bzw. wenn man sie gesehen hat, ist ein Mysterium. So ein Tiefseefisch hat daher auch wenig Chancen über Lebewesen zu sinnieren, die sich über den Sinn seiner Zähne austauschen. Da gibt's dann wohl einen Überlebenskampf in der Tiefsee, von Jägern und Gejagten und die beeinflussen sich dann "dialektisch", bzw. das ist dann irgendein Motor der, wie Sie schon sagen, unbewussten Evolution, denn es war bestimmt nie Wille und Absicht dieses Fisches solche Zähne zu haben. Er könnte ;-) Gott danken, dass er sie hat und sie es ihm ermöglichen beim Beutefang erfolgreich zu sein^^.

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radbodserbe 06.06.2019, 09:54
9. Es ist doch grandios, was die Natur alles hervorgebracht hat,

auch wenn ich mancher dieser grandiosen Tiere und Pflanzen persönlich nicht zu nahe kommen möchte.
Da wundert es nicht, das die Menschen seit Tausenden von Jahren die seltsamsten "Verschwörungstheorien" meist religiöser Art aufgestellt haben, um sich das Ganze begreifbar zu machen.

Durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse der letzten 200 Jahre haben wir es geschafft, eine gewisse Ordnung in die Materie zu bringen, aber können wir deshalb wirklich alles erklären, selbst wenn wir es nur rational betrachten.

Es ist nach wie vor faszinierend was für ausgeklügelte Überlebensstrategien sich auch oder gerade bei gerne als "primitive" Lebensformen titulierte Wesen entwickelt und an welche Lebensbedingungen sie sich angepasst haben.
Nur an den "Homo sapiens" und seiner Hingabe zur Selbstzerstörung scheint "man" (wer oder was er/sie/es auch immer ist) nicht gedacht zu haben.
Aber vielleicht ist ja auch das "gewollt", um nach der "Apokalypse" einen Neuanfang ohne uns zu ermöglichen.
Spätestens in ein paar Milliarden Jahren wird es hier ja wohl ohnehin recht ungemütlich auf der Erde und bei SPON wird man dann weiter über den Sinn des Ganzen diskutieren.
Seid mir nicht böse, wenn ich dann hier nicht mehr schreibe.

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