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Tierseuche in Osteuropa: Afrikanische Schweinepest breitet sich ungebremst aus
DPA

Die Afrikanische Schweinepest rückt näher: Osteuropäische Länder melden bereits Tausende infizierte Tiere. In Polen gibt es einen neuen Infektionsherd - nur 400 Kilometer von Deutschland entfernt.

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Aberlour A ' Bunadh 02.02.2018, 09:25
10. Der Mensch sei der Hauptverbreitungsfaktor. Seltsam?

Zitat von joerg.willwerth
Es wird geschrieben, der Mensch sei der Hauptverbreitungsfaktor. Seltsam. Ein an ASP erkranktes Wildschwein verendet innerhalb kurzer Zeit im Wald. Nahrungsmittel/Essensreste als Infektionsträger zu beschuldigen, setzt ja voraus, dass die Sau geborgen, verarbeitet und das Fleisch verkauft wurde. Autoreifen/LKW als Infektionsträger zu beschuldigen setzt voraus, dass das Schwein angefahren oder überfahren wurde. Schaut man sich dagegen die Ausbreitung des Wolfes von Ost nach West an, erkennt man erstaunliche Parallelen. ...
Haben Sie den Beitrag nicht gelesen? Der Mensch ist das Hauptübertragungsrisiko über lange Distanzen. Das ist im Kern ein Hygieneproblem.und natürlich eins der Globalisierung. Und Hygieneprobleme löst man am besten über Hygiene. Da in der industrialisierten Landwirtschaft ohnehin kein Tier Tageslicht sieht, müssen eben die Hygienemaßnahmen bei Zutritt zu den Ställen geregelt werden. Kennt man aus industriellen Bereichen wie Chip-Produktion oder der Pharmazie als ein effektives Mittel. Warum soll Tierproduktion dabei eine Ausnahme sein? Der böse Wolf ist in diesem Fall mal wieder der Mensch, der die Komplexität ökologischer Zusammenhänge nicht versteht. Stichwort Monokulturen. Es würde für's Erste schon helfen, nach Tiertransporten die Ladeflächen zu dekontaminieren und keine Essensreste wegzuschmeißen. Schon gar nicht an Autobahnraststätten. Leider sieht's da häufig diesbezüglich übel aus.

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mundusvultdecipi 02.02.2018, 09:30
11. z.Zt.

Zitat von joerg.willwerth
Es wird geschrieben, der Mensch sei der Hauptverbreitungsfaktor. Seltsam. Ein an ASP erkranktes Wildschwein verendet innerhalb kurzer Zeit im Wald. Nahrungsmittel/Essensreste als Infektionsträger zu beschuldigen, setzt ja voraus, dass die Sau geborgen, verarbeitet und das Fleisch verkauft wurde. Autoreifen/LKW als Infektionsträger zu beschuldigen setzt voraus, dass das Schwein angefahren oder überfahren wurde. ...
..gibte es Forschungen,ob der Wolf sich überhaupt mit dem ASP Virus anstecken kann.Also bitte nichts behaupten,was nicht bewiesen wird

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Lord Menial 02.02.2018, 09:54
12.

Zitat von olli08
Wenn es keinen Impfstoff und kein Heilmittel gibt, so muss man auf die Evolution hoffen: Wenn erkrankte Wildschweine die Infektion überleben, könnte das der Anfang einer restistenten Population sein.
Das ist korrekt.
Das gilt insbesondere bei einem virulenten Erreger wie dem der afrikanischen Schweinepest.
Die Tiere werden nach der Infektion sehr schnell krank; die meisten verenden binnenn kurzer Zeit.
Das heißt, daß die Epidemie wie eine Welle durch die Population läuft und sich dann rasch "totläuft". (Im Gegensatz zu "schleichenden", chronischen Epidemien wie Tuberkulose oder HIV/AIDS).
Die überlebenden Tiere sind dann sehr wahrscheinlich immun.

Die fulminant-epidemische afrikanische Schweinepest hat das Potential, die Population der Wildschweine in kurzer Zeit signifikant zu verkleinern. Das ist es doch, was Bauern & Jäger fordern.
Man lasse der Natur ihren Lauf.

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mwroer 02.02.2018, 09:54
13.

Zitat von mundusvultdecipi
..gibte es Forschungen,ob der Wolf sich überhaupt mit dem ASP Virus anstecken kann.Also bitte nichts behaupten,was nicht bewiesen wird
Anstecken muss man sich nicht um Überträger zu sein. Ratten waren auch immun gegen den Biss des Pestflohs - sie haben ihn nur rumgetragen. Das gleiche funktioniert mit Viren auch.

Es ist allerdings nicht der Wolf der das Problem ist sondern die mangelnde Hygiene bei den Transporten über hunderte Kilometer durch den Menschen. In den Gebieten wo der Virus bereits aktiv ist werden immer noch zum großen Teil die Lastwagen nicht desinfiziert, die Reifen auch ignoriert und so verbreitet sich das Virus.

Praktischerweise finden Wildschweine auch an Autobahnparkplätzen reichlich Essen ....

Ja - ein Wolf kann ein krankes Jungtier fressen ... aber das war es dann. Wildschweine wühlen eher nicht in Wolfskot und Wildschweinrudel sind ganz selten Ziel eines einzelnen Wolfes.

Wölfe zu bejagen ist in etwa so sinnvoll wie einfach alle Meisen und Elstern umzubringen um die Ausbreitung der Vogelgrippe zu verhindern.

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kuschl 02.02.2018, 10:38
14. @ meinerseiner Blödsinn

Auf den Luderplätzen darf Kein infiziertes Fleisch ausgebracht werden. Jäger sind verpflichtet, Trichinenproben UND Blutproben auf ASP bei den Veterinärämtern einzureichen.

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fred45 02.02.2018, 12:16
15. @Lord Menial

So einfach ist das leider nicht. Oder wo denken Sie kommen die virulenten Erreger überhaupt her, wenn sie sich selbst auslöschen? Es gibt immer Wirte, die weniger stark erkranken und den Erreger dann weiter verbreiten. ASP setzt sich dauerhaft fest, siehe Sardinien.

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Hirschkuh 48 02.02.2018, 12:29
16. Was nutzt der deutsche

Aktionismus wenn in den Tiefen der Wälder Osteuropas kein Drankommen ist und der Rest seine Mastställe nicht richtig unter Quarantäne stellt? Schluss muss sein mit den innereuropäischen Schweineaustausch - Programmen und den unsäglichen Lebendtransporten.

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hausi_gdr 02.02.2018, 12:46
17. Transitverkehr

das stimmt das ist ein riesen Faktor bei der Verbreitung. Ggf hilft uns das Wetter etwas, ich glaube das Virus ist nur kälte stabil.
Quelle ? Ich bin die Quelle, im Gegensatz zu vielen die hier alles wissen, weiß ich wie ein Wolf auf 30 m aussieht und auch wie sich Wildschweinrotten verhalten. Wieviel davon beiden haben Sie das letzte Jahr gefährtet? Von der Antwort leitet sich ab, ob da was dran ist was ich erzähle oder ob ich ein Blinder bin der mit Euch über die Farbe der Sonne diskutiert.

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permissiveactionlink 02.02.2018, 13:10
18. Wie nicht anders zu erwarten,

ist wieder Canis lupus schuldig an der Verbreitung der Schweinepest, und natürlich nicht Homo "sapiens", der in seiner unendlichen Weisheit das Virus erst in Osteuropa einschleppte. Seit Jahrhunderten ist es schon auf Sardinien und der iberischen Halbinsel endemisch. Genau wie die klassische Schweinepest befällt dieses Virus lediglich Schweine und Zecken. Wenn ein Wolf an einem Schweinekadaver frisst, wird er weder infiziert, noch sind die Ausscheidungen des Wolfes anschließend infektiös. Ich habe noch keinen Wolf gesehen, der sich über hunderte Kilometer ein Schweinefleisch-Fresspaket mitnimmt, so wie es der Mensch praktiziert. Die Viren mutieren eher selten, denn es handelt sich um doppelsträngige DNA-Viren. Eine Resistenz gegen dieses Virus, falls sie im Genpool vorhanden ist, wird sich durch natürliche Selektion sehr schnell ausbreiten und die Wildbestände stabilisieren. Die Wildschweine kommen mit dem Virus klar, es hat nur deshalb hohe Mortalität, weil das Virus bei uns neu ist. Oder gibt es in Afrika etwa keine Schweine, obwohl das Virus dort endemisch ist ? Das Hauptreservoir des Virus in Afrika sind Warzenschweine und Zecken, die sich längst an dieses Virus angepasst haben und mit ihm leben. Der geforderte vorsorgliche Abschuß der Wildschweinbestände hat keine biologische oder veterinärmedizinische Begründung. Es geht nur um die Bäuerlein, die befürchten, dass der (ohnehin bei Schweinefleisch immer spärlichere) Rubel nicht mehr rollen könnte. Erst kommt Sus scrofa, dann Canis lupus, und zum Schluss wird Agricola von der "unsichtbaren Hand des Marktes" zum Abschuss freigegeben. Und der Bauernverband macht zum Schluss das Licht aus. Hauptsache in unseren Supermärkten sind die Kühltheken bis zum Schluss prallgefüllt mit Billigfleisch. Wohl bekomm's !

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Lord Menial 02.02.2018, 13:14
19. Reisende Erreger, neuer Wirt & Evolution

Zitat von fred45
So einfach ist das leider nicht. Oder wo denken Sie kommen die virulenten Erreger überhaupt her, wenn sie sich selbst auslöschen? Es gibt immer Wirte, die weniger stark erkranken und den Erreger dann weiter verbreiten. ASP setzt sich dauerhaft fest, siehe Sardinien.
Die Erreger kommen aus Afrika. Darum heißt es "Afrikanische Schweinepest". Irgendwo in Afrika gibt es Tiere, die mit diesem Erreger besser zurechtkommen. Von diesen Wirtstieren (die ein "Reservoir" bilden) sterben viel weniger.
Der Erreger - das Virus - wurde aus Afrika "verschleppt" und richtet nun unter Tieren, die keine "Erfahrung" mit ihm haben, großen Schaden an.
Ein vergleichbarer Fall, der den Menschen betrifft, ist das Ebola-Fieber. Man nimmt an, daß im zentralafrikanischen Urwald Fledermäuse o.ä. die natürlichen Wirte des Ebola-Virus sind.

Wenn Erreger auf NEUE Wirte überspringen, kommt es häufig zu grassierenden Seuchen mit hoher Letalität.
Nachdem eine Seuche derart gewütet hat (purging sweep), bleibt sehr häufig eine weit weniger anfällige (immune oder (teil)resistene) Population zurück. Es kommt also zu einer evolutiven Annäherung von Erreger und neuem Wirt, weil suszeptible Wirte (aus)gestorben sind, der Erreger durch Mutation weniger virulent geworden ist, oder eine Kombination von beidem.
Daher ist die ursprüngliche Aussage richtig.

Wenn die ASP sich auf Sardinien festsetzt, wird die Letalität der befallenen Tiere abnehmen und/oder die Virulenz des Virus abnehmen. Dran bleiben und nachforschen.

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