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Tödliche autonome Waffen: Diplomaten streiten über Ächtung von Killerrobotern
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Kriegsmaschinen, die eigenständig Ziele wählen und töten - was nach Science-Fiction-Film klingt, ist vielerorts in der Entwicklung. In Genf wollen nun Vertreter aus mehr als 75 Ländern über ein Verbot diskutieren.

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Beat Adler 26.08.2018, 12:04
1. Chemiewaffen, Kanistermunition, Personenminen sind verboten.

Chemiewaffen, Kanistermunition, Personenminen, Stationierung von Waffen im Weltraum sind verboten. Was helfen diese Verbote in der Praxis? Koennen Uebertreter bestraft, sanktioniert werden?

Soviel zur Sinnhaftigkeit von Verboten.

Wo ist die Grenze zwischen einem vollautomatischen, mit KI gesteuerertem Waffensystem zu einer KI gesteuerten Zielerfassung zu ziehen? Ist es das "Abdruecken" durch Maschine statt Mensch? Der abrueckende Soldat verlaesst sich schliesslich ganz auf die KI seines Zielerfassungssystemes.

Moderne Armeen in heutigen Kriegen verlassen sich bereits darauf, dass keine eigenen Soldaten mehr ums Leben kommen. Dieser Trend wird anhalten. Es duerfte schwer werden durch ein Verbot von Vollautomatik-Entscheidung in den Waffensystemen diesen Trend zu unterbrechen! Kein Kommandeur will heute fuer den Tod seiner Soldaten verantwortlich sein und alles in Bewegung setzen, welches dies verhindert.
mfG Beat

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Zaunsfeld 26.08.2018, 12:07
2.

Ich finde es in der Tat schon einen zivilisatorischen Fortschritt der Menschheit, dass so viele Nationen schon über dieses Thema diskutieren und versuchen, einen Einsatz solcher Systeme zu ächten, noch bevor sie einsatzreif sind.
Das hat es so bisher in der Geschichte der Militärentwicklung wahrscheinlich noch nicht gegeben.
Kernwaffen, biologische Waffen, chemische Waffen, Anti-Personen-Minen, Streumunition etc. ... Da wurde erst angefangen über das Problem zu reden, als die Waffen schon lange im regulären Kriegseinsatz waren, teils schon Jahre, teils sogar Jahrzehnte. Da war das Kind immer schon in den Brunnen gefallen und die weite Verbreitung konnte nicht mehr oder nur noch schwer wieder rückgängig gemacht werden.

Und wie gesagt, bei diesen Killerrobotern gibt es schon Bestrebungen zur Einschränkung dieser Waffen, lange BEVOR sie für die Benutzung im realen Einsatz geeignet und herangezüchtet sind.

Ob bei diesen Konferenzen und Bestrebungen am Ende was vernünftiges herauskommt, ist eine andere Frage, aber immerhin schon mal besser als nichts.

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schlob 26.08.2018, 12:09
3. skrupellose Staaten gewinnen einen Vorsprung,

Alle diese wundervollen ethischen Bedenken haben nur ein einziges Ergebnis: Die skrupellosen Staaten gewinnen einen solchen Vorsprung,dass ihnen die ethischen Bedenkenträger auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sein werden.-

Einen Roboter-Krieg hat derjenige Staat gewonnen,dessen Roboter jeden gegnerischen Roboter sofort ausschalten-und sollte sich irgendwo ein Mensch blicken lassen,diesen töten,lähmen,fesseln oder sonstwie ausschalten.-
Die besiegte Nation kann ohne Erlaubnis der Sieger gar nicht mehr ihre Höhlen verlassen.-
Dass Deutschland mit wilder Begeisterung versucht ,die unterlegene Nation zu werden ,erfüllt ja sicher viele mit Genugtuung.-

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noalk 26.08.2018, 12:17
4. Leider ein leeres Versprechen der 2000 Wissenschaftler

Jeder, der an der Entwicklung von KI mitarbeitet, dient damit automatisch dem Fortschritt bei der Entwicklung tötender ("tödlich" ist in diesem Zusammenhang verharmlosend) autonomer Waffen.

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Beat Adler 26.08.2018, 12:17
5. lange BEVOR sie für die Benutzung im realen Einsatz geeignet sind???

Zitat von Zaunsfeld
Ich finde es in der Tat schon einen zivilisatorischen Fortschritt der Menschheit, dass so viele Nationen schon über dieses Thema diskutieren und versuchen, einen Einsatz solcher Systeme zu ächten, noch bevor sie einsatzreif sind. Das hat es so bisher in der Geschichte der Militärentwicklung wahrscheinlich noch nicht gegeben. Kernwaffen, biologische Waffen, chemische Waffen, Anti-Personen-Minen, Streumunition etc. ... Da wurde erst angefangen über das Problem zu reden, als die Waffen schon lange im regulären Kriegseinsatz waren, teils schon Jahre, teils sogar Jahrzehnte. Da war das Kind immer schon in den Brunnen gefallen und die weite Verbreitung konnte nicht mehr oder nur noch schwer wieder rückgängig gemacht werden. Und wie gesagt, bei diesen Killerrobotern gibt es schon Bestrebungen zur Einschränkung dieser Waffen, lange BEVOR sie für die Benutzung im realen Einsatz geeignet und herangezüchtet sind. Ob bei diesen Konferenzen und Bestrebungen am Ende was vernünftiges herauskommt, ist eine andere Frage, aber immerhin schon mal besser als nichts.
"Und wie gesagt, bei diesen Killerrobotern gibt es schon Bestrebungen zur Einschränkung dieser Waffen, lange BEVOR sie für die Benutzung im realen Einsatz geeignet und herangezüchtet sind."

Das widerspricht dem, was ueber die Automaten und Roboter an israelischen und koreanischen Grenzen bekannt geworden ist.

Richtig ist, dass die Diskussion ueber das Thema immer wichtiger wird. Wenn auch sie zu spaet kommt. Die Forschungs -und Entwicklungsgelder fliessen weiter.
mfG Beat

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stänger 26.08.2018, 12:22
6. Warum?

Wir überlassen den den automatischen und autonomen 'Maschinen' jetzt schon immer mehr alltäglichen: vom abschätzen der genauen Zahnputzdauer, Licht an machen, bis hin zu wissen, was wir gerne hätten und kaufen sollten; komplizierte Sachen wie Hirnchirugie und Flugbahnberechnungen einer Mondrakete, weil wir meinen begriffen zu haben, das "Maschinen" effizienter arbeiten, berechnen ect. können. Warum dann nicht auch 'Krieg-spielen'. Bald können sie bestimmt auch besser vög... und scheis... .

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global.payer 26.08.2018, 12:22
7. Die Ächtung bestimmter Waffengattungen

führt gleichzeitig zu einem Gütesiegel der > guten < Waffen, die dann z.B. eine Waffenindustrie erlaubt. Zielführend ist nur die Ächtung des Krieges, es gibt keinen gerechten Krieg. Auch Deutschland als Waffenexporteur macht sich schuldig.

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Zaunsfeld 26.08.2018, 12:30
8.

Zitat von Beat Adler
"Und wie gesagt, bei diesen Killerrobotern gibt es schon Bestrebungen zur Einschränkung dieser Waffen, lange BEVOR sie für die Benutzung im realen Einsatz geeignet und herangezüchtet sind." Das widerspricht dem, was ueber die Automaten und Roboter an israelischen und koreanischen Grenzen bekannt geworden ist.
Nein, das stimmt nicht. Es mag schon bewaffnete Roboter geben. Aber die sind eben noch nicht im regulären Einsatz und sie verfügen auch noch nicht über eine KI, die selbstständig entscheidet, wen sie jetzt erschießt und wen nicht, sondern die Entscheidung, ob am Ende ein Schuss abgegeben wird oder nicht, wird noch immer von einem Menschen getroffen, der entweder daneben steht oder das Ding aus der Ferne überwacht und steuert.
An der israelischen Grenze und auch an der koreanischen fährt oder läuft mit Sicherheit noch kein Roboter umher, der selbstständig entscheidet, irgendeine Person zu erschießen und eine andere Person nicht zu erschießen.

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quark2@mailinator.com 26.08.2018, 12:32
9.

Natürlich wäre es sinnvoll, sowas zu verbieten - wie etwa biologische oder chemische Waffen. Die Praxis zeigt aber, daß man dann "zum eigenen Schutz" dennoch darüber forschen würde ... und ich bin sicher, man bekommt das in der Praxis genausowenig verhindert, wie etwa die illegalen Cyberangriffe oder den Drohnenkrieg zu Friedenszeiten. Es ist einfach ein zu mächtiges Schwert. Man wird die Dinger als legale Drohnen bauen, d.h. mit Schnittstelle zu einer Kommandozentrale und die Software für Vollautonomie entwickelt man "um sich zu schützen" ... und wenn der Tag gekommen ist, findet eins zum anderen. Insofern: Ich bin für das Verbot, aber ich glaube keine Sekunde, daß es was nützt. Das Einzige, was uns in Zukunft davor bewahren wird, die immer mächtigeren Technologien gegen uns loszulassen, ist es, den Kindern ethischeres Verhalten beizubringen. Dummerweise haben wir da einen Zielkonflikt mit unserer Wirtschaftsordnung. Insofern funktioniert das nur, wenn es die ganze Welt macht, sonst gewinnt der Egoist :-(.

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