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Treibhausgas: Forscher wandeln Kohlendioxid wieder in Kohle um
imago/Rainer Weisflog

Wenn Kohle verbrennt, entsteht Kohlendioxid. Nun ist es Forschern erstmals gelungen, den Vorgang bei Raumtemperatur wieder rückgängig zu machen. Ihre Technik könnte beim Klimaschutz helfen.

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tuvalu2004 27.02.2019, 17:31
20. Kohle -> Energie -> CO2 -> Energie -> Kohle

Wir verwandeln CO2 mit Braunkohlestrom zurück in Kohle. Wie sinnvoll ist das denn? Wäre es nicht erst mal sinnvoller daran zu arbeiten CO2 zu vermeiden?

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curiosus_ 27.02.2019, 17:33
21. Was soll denn der Unsinn?

Es gilt der Energieerhaltungssatz. Bei der Verbrennung von Kohle wird Energie frei und CO2 ensteht. Beim Rückweg muss dies Energie (plus Wandlungsverluste) wieder hineingesteckt werden. Was soll das bringen?

Wird nicht Kohle verbrannt, sondern z.B. Kohlenwasserstoffe muss etwas weniger Energie beim Kohleerzeugen investiert werden. Plus Wandlungsverluste.

Es bleibt aber energetischer Unsinn.

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waldopepper 27.02.2019, 17:37
22. Pflanzt Bäume!

Warum so ein fragwürdiges Verfahren? All die fossilen Brennstoffe, die wir heute innerhalb eines Wimpernschlags der Erdgeschichte verheizen, sind quasi bei Raumtemperatur über Millionen von Jahren aus CO2 entstanden. Pflanzen, größtenteils aus Kohlenstoff, sind gewachsen und direkt oder indirekt (in Form von Tieren) im Erdboden verschwunden. So einfach ist das. Wir sollten aufhören, die Wälder abzuholzen oder zu verbrennen und stattdessen in großem Stil wieder aufforsten. Man kann das Holz dann zu Häusern oder Möbeln verarbeiten, dann ist der Kohlenstoff auch für lange Zeit gebunden. Wer Holz, auch in Form von Pellets, verbrennt und denkt, das sei nachhaltig, weil es ja nachwächst, irrt sich. Die Natur hat den Kohlenstoff immer größtenteils im Boden gebunden.

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Aurora vor dem Schilf 27.02.2019, 17:38
23.

Ich würde ja erstmal schauen, wie viel- oder wenigversprechend die Energiebilanz ist, bevor da irgendwelche Forschungsgelder reingepumpt werden.

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fox69 27.02.2019, 17:38
24.

Zitat von ottjen_alldach
Man vebrennt Kohle, um Energie zu "gewinnen", und nimmt dann Energie, um aus dem Abfallprodukt (CO2) wieder Kohle zu machen.
Richtig, man muss da als elektrische Energie reinstecken, was bei der Verbrennung als thermische Energie rausgekommen ist. Wegen des Wirkungsgrades von Kohlekraftwerken ein wenig sinnvolles unterfangen - sofern man nicht mittels Kernfusion riesige Strommengen ökologisch produzieren und zur Dekarbonisierung der Atmosphäre nutzen kann. Direkt an der CO2-Quelle macht das System absolut keinen Sinn.

Wieder einmal ein gutes Beispiel dafür, dass Massnahmen, die ausschließlich mit CO2-Reduzierung begründet werden können nicht sonderlich sinnvoll sind. Ein anderes Beispiel ist das Auffangen und Lagern des in Kraftwerken entstehenden CO2.

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darthmax 27.02.2019, 17:42
25. Lösung

es wäre einfacher statt Maisanbau zur Energiegewinnung ( Mit dem ganzen Schweinkram der insektenvernichtung und Düngung ) Wälder anzupflnzen, in denen auch dann ein Wolf sein Geschäft betreiben darf..
Das wäre sogar richtig preiswert.
Ansonsten gilt der Energieerhaltungssatz weiter.

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Newspeak 27.02.2019, 17:45
26. ...

Man braucht Strom fuer das Verfahren. Da habe ich eigentlich schon aufgehoert zu lesen. Woher kommt der Strom denn? Aus fossilen Brennstoffen?

Was man dem Laien mal klarmachen muss. Es gibt schon heute ein paar Dutzend Verfahren CO2 aus der Atmosphaere zu holen. Auch grosstechnisch. Aber es kommt nicht darauf an, ob es ein solches Verfahren gibt, sondern wie die Gesamtbilanz aussieht. Was kostet es wohl den Cer Katalysator herzustellen? Gibt es ueberhaupt soviel Cer, wie benoetigt wuerde? Dasselbe gilt fuer das Loesungsmittel DMF und alle anderen Reagentien. Kann der elektrochemische Aufbau skaliert werden? Am Anfang geht man, soweit ich es gesehen habe von einer Gallium Legierung aus. Haben die Leute eine Ahnung davon, was Gallium kostet? Spricht der Preis fuer eine einfache Gewinnung in riesigen Mengen? Wie werden diese Chemikalien recycelt? Stellen sie selbst Umweltrisiken dar? Am Ende muss man alle diese Fragen beantworten, und allen diesen Fragen einen CO2 Beitrag zuordnen, und dann die Bilanz bilden. Und wenn dabei mehr CO2 freigesetzt wird, als ich zurueckgewinnen kann, dann ist die Idee tot.

Diese Durchbrueche sind aufgeplusterte Wissenschaft, um in einem hochrangigen Journal veroeffentlicht zu haben. Die Chance, dass daraus ein grosstechnisches Verfahren wird, das unsere Probleme mit dem Klimawandel loest, sind vermutlich kleiner 1%.

Das heisst nicht, dass man nicht an solchen Verfahren forschen soll. Man lernt immer etwas dazu. Nur die kleine, sichere Erkenntnis laesst sich leider nicht so toll verkaufen, wie das grosse, unsichere Versprechen. Ich wuenschte, mehr Leute koennten kritisch denken, und vor allem Journalisten wuerden Dinge kritisch hinterfragen, als auf den Hype aufzuspringen.

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JackGerald 27.02.2019, 17:50
27. "Dann geben sie Strom auf die Flüssigkeit"

Sehr interessant. Leider steht im Beitrag nicht, wieviel "Strom auf die Flüssigkeit gegeben wird" und woher er kommen soll. Doch hoffentlich nicht aus Kohlekraftwerken ...

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christoph_schlobies 27.02.2019, 17:54
28.

Zitat von waldopepper
Warum so ein fragwürdiges Verfahren? All die fossilen Brennstoffe, die wir heute innerhalb eines Wimpernschlags der Erdgeschichte verheizen, sind quasi bei Raumtemperatur über Millionen von Jahren aus CO2 entstanden. Pflanzen, größtenteils aus Kohlenstoff, sind gewachsen und direkt oder indirekt (in Form von Tieren) im Erdboden verschwunden. So einfach ist das. Wir sollten aufhören, die Wälder abzuholzen oder zu verbrennen und stattdessen in großem Stil wieder aufforsten. Man kann das Holz dann zu Häusern oder Möbeln verarbeiten, dann ist der Kohlenstoff auch für lange Zeit gebunden. Wer Holz, auch in Form von Pellets, verbrennt und denkt, das sei nachhaltig, weil es ja nachwächst, irrt sich. Die Natur hat den Kohlenstoff immer größtenteils im Boden gebunden.
Wenn dann die Bäume verrotten -oder auch nur das Laub verrottet,wird wieder CO 2 erzeugt.-
Allein die hunderte Mrd to Grünzeug,die in Deutschland -auch in den Gärten-verrotten,erzeugen weit mehr CO 2 als die Autos sparen können.
Auf Anfrage an den Berliner Senat,wieso er nicht kostenlos bei mir Schwachholz abholt ,um dies zu verfeuern oder in Biogas zu verwandeln,wurde mir die Antwort zuteil,dass man das nur mit Rasenmahd könne-sonst aber gar nicht.

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bertholdgross 27.02.2019, 18:02
29.

Zitat von ottjen_alldach
Man vebrennt Kohle, um Energie zu "gewinnen", und nimmt dann Energie, um aus dem Abfallprodukt (CO2) wieder Kohle zu machen. Richtig schräg würde es, wenn man dafür Energie aus Kohlkraftwerken nehmen würde .. Womit ich die wissenschaftliche Leistung nicht schmälern wil, aber es ist weniger aufwändig, die fossilen Brennstoffe nicht erst zu verheizen.
Man könnte also den gewonnenen Kohlenstoff wieder thermisch verwerten.
Es wäre dann das perfekte Perpetuum Mobile.

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