Forum: Wissenschaft
Treibhausgase im Verkehr: Die 50-Millionen-Tonnen-Frage
picture alliance / Robert Schles

Die Regierung streitet über die Klimaschutzziele für den Verkehr. Teurerer Sprit, höhere Dienstwagen-Steuern, mehr Zugtransporte: Experten fordern eine radikale Wende. Doch woher genau sollen die CO2-Einsparungen kommen?

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tyll.spiegel 14.03.2019, 17:46
110.

Zitat von Klaus.S.
Es ist nicht möglich das Klima zu schützen, da der Klimawandel nicht Menschengemacht ist, sondern wie schon in der Vergangenheit natürliche Ursachen hat. Beim angeblichen Klimaschutz geht es lediglich um sozialistische Umverteilung unter Zuhilfenahme der CO2 Steuer / CO2 Zertifikate.
Weil hier schon wieder faktenferner Unsinn verbreitet wird (a la "Klimänderungen gab es schon immer, und deshalb ist die aktuelle auch natürlich!", s.o.), noch mal eben die relevanten wissenschaftlichen FAKTEN zum Klimawandel:
Es ist richtig, dass es auch früher schon Klimaänderungen gegeben hat, dann aber aus anderen Ursachen wie heute. Früher waren das die Kontinentaldrift, Unterschiede in der Sonnenaktivität, Asteroiden-Einschläge und Vulkanausbrüche. Auch die Treibhausgase CO2 und Methan (CH4) spielten eine große Rolle. Während früher die Treibhausgase auf natürliche Weise freigesetzt wurden, kommen seit etwa 1850 verstärkt menschliche Emissionen (Industrie, Verkehr, Heizung...) hinzu. Dadurch ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre deutlich gestiegen (1750: 280ppm, 2018: 408 ppm ). Deshalb gehen alle relevanten Wissenschaftler davon aus, dass der heutige Klimawandel im wesentlichen vom Menschen ausgelöst wurde. Dafür spricht auch, dass die natürlichen Ursachen (s.o.) in letzter Zeit nicht verstärkt auftraten, obwohl sich das globale Klima erheblich erwärmt hat.
Fazit: Es gab auch früher schon Klimaänderungen, aber der aktuelle Klimawandel verläuft besonders schnell und ist vom Menschen verursacht.
Das alles lernt man doch aber auch in der Schule, oder nicht? Warum verstehen Einige die grundlegenden physikalischen Zusammenhänge einfach nicht?

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Klaus.S. 14.03.2019, 17:47
111. Wie soll das gehen?

Zitat von frankcrx
50 000 E Autos. Bis 2030 sollen es 10 Mio. sein? Der Deutsche will aber gar kein E Auto - auch nicht mit Prämie. Wie soll das gehen? Wer kein E Auto fährt oder sich einen Prospekt für einen Benziner holt wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter 2 Jahren bestraft???? Und Norwegen als Beispiel zu nehmen? Würde in Meck-Pomm wohl auch klappen aber bei Bayern wirds dann schon schwierig. Einfach mal genau hinschauen wo PKWs in der Regel abends geparkt werden. Wie viele Ladestationen wollen sie da den hinstellen.
Natürlich funktioniert der Umstieg auf das E-Auto. Und zwar mit Zwang auf finanzieller Basis. Durch die neuen EU-Grenzwerte für CO2 (95 g/km) die ab 2020 gelten, werden die Automobilhersteller gezwungen, die E-Autos billiger zu verkaufen, da sie für Verbrenner mit einem CO2 Ausstoß über 95g/km (ca. 3.6 l Diesel / 100 km) Strafzahlungen von mehreren Tausend € an die EU fällig werden. Es wird also schon bald nicht mehr möglich sein Autos mit Verbrennungsmotor zu kaufen (als Normalverdiener). Die Menschen bringen dieses Opfer aber sehr gerne, wie man bei den letzten Bundestagswahlen gesehen hat und auch bei den aktuellen Umfragewerten der Grünen.
Für diejenigen, für die ein E-Auto dann aus finanziellen Gründen oder wegen fehlender Ladestation nicht mehr in Frage kommt, bleibt schließlich noch der ÖPNV oder das Fahrrad.

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permissiveactionlink 14.03.2019, 17:47
112. Bei allem gebotenen Respekt

bezüglich der Nettiquette : Aber Akzeptanzgründe sind für den Arsch ! Das hat auch gar nichts mehr mit Sozialneid oder so zu tun. Vor 30 Jahren wäre kaum jemand auf die höchst absurde Idee gekommen, 100.000 DM in ein Fahrzeug zu "investieren", dessen Wertverlust bereits im ersten Jahr exorbitant ist. Heute sind die Parkplätze voll mit SUVs im Wert von 50.000 Euro. Und was verbrauchen diese Riesenpanzer, wenn Mutti ihre Kids damit zur Schule bringt ? Wieviel Fläche verbrauchen diese Tonnenschweren Geräte ? Wenn jeder nurmehr für sich Akzeptanz für selbstgewählte Irrwege der Mobilität fordert, dann bleibt irgendwie alles beim Alten. Japaner bauen inzwischen Fünfsitzer als seriellen Hybrid mit einem Verbrauch von 2,7 l auf 100 km. Und wir ? Was Deutschland braucht, ist nicht eine Selbstregelung des Individualverkehres, sondern drastische staatliche Maßnahmen gegen den Irrsinn auf deutschen Straßen (und bei deutschen Automobilherstellern). Und beim Gütertransport muss alles hin zu einer Verlagerung auf die Schiene laufen. Die von den Grünen vor langer Zeit geforderten 5 DM pro Liter Sprit sind heute mit 2,5 Euro gar nicht mehr unrealistisch. Mobilität muss weg vom Lifestyle, unbedingt. Wenn sie erforderlich ist, dann sollte sie mit geringstmöglichen Emissionen erfolgen, und die ökologischen- und Klimafolgekosten vollumfänglich tragen. Das gilt selbstverständlich auch beim Flugverkehr, wo der Brennstoff endlich adäquat zu besteuern ist. Mit "Akzeptanzgeschwurbel" werden wir hingegen kein einziges Problem lösen !

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hansriedl 14.03.2019, 17:48
113. Gott gab uns die die Kohle

So müssen wir das für uns nutzen, sagt man in Pollen.
Eine Studie verschiedener Umweltverbände ergab, dass der Smog in Polen jährlich 5.800 Tote verursacht. 127.000 Kinder litten wegen der Kohle an Asthma. Die Gesundheitskosten sind demnach enorm: Auf bis zu 16 Milliarden Euro belaufen sich die Schätzungen.
Kein Geld für erneuerbare Energie. Zum Kauf von US Kriegsgeräten schon.
Eine Pkw-Maut für alle Straßen, Benzinsteuer, Dienstwagenbesteuerung, Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen was soll das bringen, so lange Kohle verbrannt wird, Kraftwerke Hunderte Millionen CO2-Ausstoßen. Schiffe verpesten Luft mehr noch als Flugzeuge.
PKW Verkehr wie Transit wird weiterhin Rasant ansteigen, so lange es gilt, Warenverkehr hat Vorrang gegenüber der Gesundheit von Menschen. Stürme werden in Zukunft noch mehr Dächer zerstören.
Schöne Zukunft, aber es gibt ja den Klimagipfel wo man sich Gegenseitige Versprechen gibt, wir müssen.......

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Freier.Buerger 14.03.2019, 17:48
114. Warum eigentlich immer die Mobilität

Wir haben in den letzten 20..30 Jahren den persönlichen Bedarf an Wohnraum um 40% erhöht.
Was würde mit dem CO2-Verbrauch passieren, wenn wir das rückgängig machen?
Ich bin zu viert mit meinen Eltern auf 60qm groß geworden. meine Kinder sind mit uns auf 160qm groß geworden. Privatkilometer meiner Eltern 15.000 p.a. 9l Extra auf 100 km, Privatkilometer jetzt 20.000 bei 7,8l Diesel auf 100km.

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Michael-Kreuzberg 14.03.2019, 17:50
115.

Pro person sind die deutschen 787 km in 2012 geflogen sind also 157 kg co2 pro person
Mit dem Auto sind es gut 7300 km pro person mit dann 1.100 kg co2 pro person
Kerosinsteuer: Derzeit ist der kommerzielle Kerosinverbrauch nach der Gesetzgebung aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union jedoch steuerfrei.

Benzin/Dieselsteuer 65 cent /
47cent pro Liter

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wolle0601 14.03.2019, 17:52
116. Klimaschutzziele...

Gibt es eigentlich Commitments bei den Geburtenraten? Bzw. einen Bonus für Länder mit Bevölkerungsrückgang? Pro-Kopf-Zahlen sind dem Planeten egal. Es geht um die Gesamtmenge. Ich denke, Paris sollte hier neu verhandelt werden. Bis dahin: wofür genau sollen eigentlich die Mehreinnahmen verwendet werden?

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shotaro_kaneda 14.03.2019, 17:53
117.

Die ganze E-Auto-Geschichte ist doch eine Milchmädchenrechnung. Schön, dann sinkt der CO2-Austoß im Verkehrsbereich. Aber wo kommt denn der Strom her? Wir werden nicht in gleichem Maße die erneuerbaren Energien bis 2030 ausbauen können. Sprich wir importieren den Strom und exportieren damit die Probleme bei der Stromerzeugung (CO2, Atomkraft), da wir ja gleichzeitig beschließen aus der Kohle auszusteigen. Von den steigenden Strompreisen will ich gar nicht reden. Und die E-Autos müssen ja auch erst produziert werden. Einzig der Ausbau des ÖPNV bringt hier wirklich was, oder eben der Verzicht auf Mobilität (nichts anderes soll mit höheren Spritsteuern erreicht werden.) Dafür sollte aber die Regierung auch die nötigen Voraussetzungen schaffen (z.B. Homeoffice, Wohnungsbau in den Ballungszentren, damit weniger gependelt werden muss usw.). Und beim ÖPNV sieht es abseits der Ballungszentren im Moment düster aus. Warum man überhaupt ein Reduktionsziel, dass realistisch betrachtet nicht erreicht werden kann, in ein Gesetz gießen muss und bei nicht erreichen auch noch sanktioniert, versteht kein Mensch. Die Politik sollte es nicht zu weit treiben, denn letztendlich entscheidet der Wähler bei den Wahlen, inwieweit er da mitziehen möchte. Da sollten die entsprechenden Politiker vielleicht auch mal dran denken, ansonsten ists mit der Energiewende schnell vorbei.

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Andreas-Schindler 14.03.2019, 17:53
118. Lol

Zitat von allgemeinspezifiker
Autos raus aus den Städten
Die Geschäfte machen das schon. War heute in ein Geschäft der sein Verkaufsräume nah Jahrzehnten von der Stadt an den Stadtrand verlegt hat. Die alten Geschäftsräume werden zu Wohnungen umgebaut. Früher Parkplatzprobleme, nun Kundenparkplätze satt.

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Galder77 14.03.2019, 17:56
119. Sie rechnen

Zitat von chefmacher
Eigentlich stelle ich mir eine Umstellung gar nicht so schwierig vor, wenn die verfluchten Lobbysten ein wenig stiller wären und auch ihre ethische und Ökologische Verantwortung endlich mal in ihre Entscheidungen mit einbeziehen würden: Die Dächer in diesem Land KOMPLETT mit Photovoltaik ausrüsten. Anfangs hat das für Neubauten eine Selbstverständlichkeit zu sein, parallel dazu müssen in einem Zeitraum von 10 Jahren (Vorschlag) alle Dächer nachgerüstet werden. Die Photovoltaik ist ausgereift und äusserst zuverlässig. Ebenfalls müssen Stromspeicher aufgestellt werde. Das ganze ist nur dezentral zu lösen, da sich hier auch die Kosten besser verteilen lassen. Natürlich muss von Staates wegen eine sinnvolle Förderung entwickelt werden, die z. B. über den Spritpreis finanziert wird. Ja, das ist mein Ernst!!! Mir sind die Problematiken der Lithiumtechnik durchaus bewusst, jedoch ist mir die Problematik von Kohle, Öl und Kernenergie auch bewusst, die im übrigen viel schlimmer sind.
hier mit einer Speichertechnologie, die es noch gar nicht gibt. Dezentral ist das alles schön und gut, aber haben Sie sich mal die Monstren angeschaut, die es im Moment als "Stromspeicher" gibt? Damit können Sie ganze Keller füllen und die Kapazität ist dennoch äußerst bescheiden. Kommt noch dazu, wie werden 10000nde kleine Stromspeicher geregelt? Das sind Sachen, die alles andere als trivial sind und Sie reden von gar nicht so schwierig. Ich komme aus der Branche und Regelungstechnik, selbst für nur ein Industriegebäude, kann Sie schon zum Verzweifeln bringen.

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