Forum: Wissenschaft
Treibhausgase im Verkehr: Die 50-Millionen-Tonnen-Frage
picture alliance / Robert Schles

Die Regierung streitet über die Klimaschutzziele für den Verkehr. Teurerer Sprit, höhere Dienstwagen-Steuern, mehr Zugtransporte: Experten fordern eine radikale Wende. Doch woher genau sollen die CO2-Einsparungen kommen?

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Aberlour A ' Bunadh 14.03.2019, 20:16
170. gegen den Wind kämpfen

Zitat von Great White Buffaloo
Sie erinnern mich an Don Quijote. Nur das sie gegen den Wind kämpfen, anstatt die Mühlen zu verbessern.
Dass "weiße, alte Männer" (oder Büffel?) mit Umweltschutz und Naturerhalt fremdeln, ist ja hinlänglich bekannt. Man braucht auch nicht auf Don Quijote verweisen, denn es gibt in der Ökonomik ein ganz einfaches und unheimlich wirksames Mittel der Verhaltenssteuerung: eine negativ geneigte Nachfragekuve. Bei höherem Preis werden weniger Güter nachgefragt (benötigt, gebraucht) als bei niedrigerem Preis. Das ist ganz easy. Das Erste, was passiert, wenn innerstädtisch Parkscheinautomaten aufgestellt werden ist: ES GIBT WIEDER PARKPLÄTZE. Denn es wird vom Autofahrer schneller ökonomisiert als der Porsche-Fahrer den zweiten Gang findet. In der Ökonomik gibt es knappe und freie Güter. Saubere Luft ist ein knappes Gut. Genau wie Diamanten. Da diese aber privat angeeignet werden können, erzielen sie automatisch einen Knappheitspreis. Das ist bei sauberer Luft (oder dem Klima) nicht der Fall, weil es sich um Kollektivgüter handelt, die zum Nulltarif als Ablagemedium (für Schadsubstanzen) genutzt werden können. Daher müssen sie mit einem Knappheitspreis belegt werden - den man in der Ökonomik auch als "Schattenpreis" bezeichnet - weil sich Schattenpreise" nicht von selbst am Markt bilden, sondern mittels Kosten-Nutzenanalyse ermittelt werden müssen.

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maxuli 14.03.2019, 20:17
171. Maximale Herausforderung für uns alle

Endlich mal wieder ein Spiegel-Artikel, der sich mit dem heute wichtigsten Thema beschäftigt und nicht mit dem Brexit Quatsch oder den Egomanen wie Trump, Kim Un, Putin, etc. Die Bundeskanzlerin sollte allerdings nicht unbedingt ihre Minister einladen, die ja, wie die Vergangenheit gezeigt hat, keine Ahnung von der Problematik haben. Gefragt sind Naturwissenschaftler und Philosophen, die eher Antworten auf die ungeheureren Herausforderungen für die Menschheit finden können: unsere Zivilisation muss umgedacht werden. Wirtschaftlichkeit und finanzieller Erfolg kann nicht mehr Priorität haben, sondern Harmonie, allgemeiner Wohlstand (nicht Reichtum für wenige) und Freude über diese wunderbare Welt, in der wie leben, ist wichtiger. Da allerdings unsere Gene durch die Evolution auf Wachstum und Macht ausgerichtet sind, kann nur unser hervorragender Verstand eine Änderung schaffen. Die Evolution einer Spezies ist nämlich ihre Vermehrung auf Kosten von anderen oder durch Kooperation mit anderen Spezies. Diese Vermehrung auf Kosten von anderen Spezies ist nun für die Menschheit an Grenzen gestoßen, da es diese anderen Spezies, die man ausbeuten könnte, kaum noch gibt.

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Great White Buffaloo 14.03.2019, 20:20
172.

Zitat von wombie
"Traurig , aber menschlich. Je früher der Einzelne beginnt sich umzustellen, desto weniger schmerzhaft ist später der kalte Entzug."
Aber der funktioniert am Besten! ;-)

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litholas 14.03.2019, 20:23
173.

Zitat von kpkuenkele
Da die größten CO2 Emittenten der Welt (China, USA, Indien) nicht mitziehen - weil sie nicht wollen oder nicht müssen - wird dieser selbstzerstörerische Kraftakt Nichts bringen. Wie leicht erscheint dagegen der Weg, mit den berechneten Folgen des Klimawandels umzugehen. Wir haben demnach 81 Jahre Zeit, die Deiche an der Küste um 30 Zentimeter zu erhöhen. Das schaffen wir zur Not mit Schaufel und Schubkarre.
Ohne menschengemachten Klimawandel würde der Meeresspiegel um 30 Zentimeter steigen. Wenn die Klimaziele erreicht werden, dann wirds um ein Meter. Ansonsten könnens auch 2 oder 5 Meter mehr werden, und dafür kann man die Deiche nicht mehr hoch genug bauen.

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Great White Buffaloo 14.03.2019, 20:24
174.

Zitat von litholas
Wer rechnen kann, der rechnet aus, dass ein PKW, der 15000km im Jahr fährt, im Schnitt mit 500 Watt geladen werden muss.
Ein Motor hat z.B. 10 Kilowatt. Die kann er dauernd leisten oder nur 1 Sekunde lang. Oder eine Batterie hat 50 kw. Die kann sie in einer Sekunde abgeben, oder in 10 Stunden. Also was wollen sie verdeutlichen?

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Great White Buffaloo 14.03.2019, 20:34
175.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Dass "weiße, alte Männer" (oder Büffel?) mit Umweltschutz und Naturerhalt fremdeln, ist ja hinlänglich bekannt.
Das sagt eigtl. alles, danke dafür!

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litholas 14.03.2019, 20:39
176.

Zitat von vfleischhauer
... Wenn wir wenigstens die Atommeiler weiter laufen lassen würden, wäre die CO2 Ersparnis mal echt da. Und in 100 Jahren lachen sich unsre Urenkel über unsere Angst über fehlende Entsorgung kaputt. Oder glaubt einer im Ernst, das wir auf dem technischen Niveau von heute stehen bleiben? Mal 150 Jahre zurück schauen. Ich habe da keine Bange.
Kernkraft deckt im Moment etwa 4% des Weltenergiebedarfs, und schon damit wurden bisher etwa 200.000 Milliarden letale Dosen Atommüll erzeugt - also ein 30.000facher Overkill. In einer Form, in der er dazu neigt, sich ganz von selbst fein zu verteilen und in die Nahrungskette zu immittieren.

Zusätzlich verdoppelt sich der Weltenergiebedarf zur Zeit alle 20 Jahre.

Von daher würde ein signifikanter Anteil Kernkraft an der Energiegewinnung auf 50% der Stromerzeugung - also nur etwa ein Viertel des Gesamtenergiebedarfs - mittelfristig zu zusätzlichen 20.000 Milliarden letalen Dosen pro Jahr führen.

Noch dazu ist Kernkraft inzwischen doppelt so teuer wie Solarstrom und Windkraft. Von daher ist die kommerzielle Nutzung der Kernkraft völlig sinnlos.

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Great White Buffaloo 14.03.2019, 20:39
177.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Dass "weiße, alte Männer" (oder Büffel?) mit Umweltschutz und Naturerhalt fremdeln, ist ja hinlänglich bekannt. Man braucht auch nicht auf Don Quijote verweisen, denn es gibt in der Ökonomik ein ganz einfaches und unheimlich wirksames Mittel der Verhaltenssteuerung: eine negativ geneigte Nachfragekuve. Bei höherem Preis werden weniger Güter nachgefragt (benötigt, gebraucht) als bei niedrigerem Preis. Das ist ganz easy. Das Erste, was passiert, wenn innerstädtisch Parkscheinautomaten aufgestellt werden ist: ES GIBT WIEDER PARKPLÄTZE. Denn es wird vom Autofahrer schneller ökonomisiert als der Porsche-Fahrer den zweiten Gang findet. In der Ökonomik gibt es knappe und freie Güter. Saubere Luft ist ein knappes Gut. Genau wie Diamanten. Da diese aber privat angeeignet werden können, erzielen sie automatisch einen Knappheitspreis. Das ist bei sauberer Luft (oder dem Klima) nicht der Fall, weil es sich um Kollektivgüter handelt, die zum Nulltarif als Ablagemedium (für Schadsubstanzen) genutzt werden können. Daher müssen sie mit einem Knappheitspreis belegt werden - den man in der Ökonomik auch als "Schattenpreis" bezeichnet - weil sich Schattenpreise" nicht von selbst am Markt bilden, sondern mittels Kosten-Nutzenanalyse ermittelt werden müssen.
Sorry Redaktion, aber das muss ich loswerden: Ich habe diesen Forumsnamen ganz bewusst gewählt und falsch geschrieben. Und schon wurde mein "Vorurteil" bestätigt. ;-)

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litholas 14.03.2019, 20:42
178.

Zitat von volkerino
...so lange die Chinesen, Inder und Amerikaner nicht anfangen ist das alles eh vergebene Liebesmühe. Ich halte die deutschen Bemühungen für lächerlich und nicht zielführend!
In China wird inzwischen mehr Windkraft und Solarenergie zugebaut als im ganzen Rest der Welt zusammen. Mehr Solarenergie als Deutschland ingesamt hat.

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litholas 14.03.2019, 20:47
179.

Zitat von bjtimmy2
... Jedenfalls müssen wir den hedonistischen Teil unseres Mobilitätsbedürfnisses auf andere Transportformen verlagern. Pedelecs (ggf. mit drei Rädern, Maxi-Korb und Dach) für die Alten, eMTBs für die Mittleren und E-Scooter für die Jungen ist schon mal ein Ansatz. ...
Das ist viel zu kurz gegriffen. Mit entsprechend konstruierten Radwegen und E-Bikes mit geschlossener Fahrgastzelle könnten 99% aller Fahrten schneller zurückgelegt werden als heutzutage mit dem PKW. Ausserdem billiger und gesünder.

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