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Trinker und Transplantationen: Gleiches Recht auf Rettung

Eine im "New England Journal of Medicine" veröffentlichte Studie behauptet,*der vor einer Lebertransplantation verlangte Alkoholentzug sei unnötig. Daran hat sich jetzt eine Debatte entzündet: Hat jemand, der sich selbst schädigt, das gleiche Recht auf Rettung wie*andere Kranke?

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unterländer 13.11.2011, 07:43
1. !

Zitat von sysop
Eine im "New England Journal of Medicine" veröffentlichte Studie behauptet,*der vor einer Lebertransplantation verlangte Alkoholentzug sei unnötig. Daran hat sich jetzt eine Debatte entzündet: Hat jemand, der sich selbst schädigt, das gleiche Recht auf Rettung wie*andere Kranke?
Die ethische Frage, die im Zusammenhang mit der Veröffentlichung dieser Studie an nur 52! Kranken einhergeht, ist völlig absurd. Sollen künftig auch keine Herzen mehr an Raucher transplantiert werden oder keine Nieren an Wenig-Wasser-Trinker? Wer kontrolliert das Vorleben der Spendenempfänger, wer entscheidet über die "Empfängerwürdigkeit"? Besser, man macht dieses Fass erst gar nicht auf.

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tailspin 13.11.2011, 07:49
2. One more unintended consequence

Zitat von sysop
Eine im "New England Journal of Medicine" veröffentlichte Studie behauptet,*der vor einer Lebertransplantation verlangte Alkoholentzug sei unnötig. Daran hat sich jetzt eine Debatte entzündet: Hat jemand, der sich selbst schädigt, das gleiche Recht auf Rettung wie*andere Kranke?
Wird nicht auch der Weinabau von der EU subventioniert?
Dh. der forcierte Alkoholkonsum ist offiziell gewuenscht.

Und jetzt trifft es wieder mal die nichts ahnenden Konsumenten, die hier mit Ausdruecken wie "Fettleber" und aehnlichem diskriminiert werden.

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RosaHasi 13.11.2011, 08:03
3. .

bedürftig sind wohl ein alkoholkranker genauso wie ein mensch mit irgendeiner lebererkrankung. die erfolgsaussichten sind aber mitunter auch wichtig. wenn ich weis der eine trinkt nach der transplantation munter weiter während der andere überhaupt nicht durch alkohol in diese missliche lage kam dann ist das schon durchaus richtig das der alkoholiker nicht auf die liste kommt.

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dongerdo 13.11.2011, 08:12
4. -

Zitat von sysop
Eine im "New England Journal of Medicine" veröffentlichte Studie behauptet,*der vor einer Lebertransplantation verlangte Alkoholentzug sei unnötig. Daran hat sich jetzt eine Debatte entzündet: Hat jemand, der sich selbst schädigt, das gleiche Recht auf Rettung wie*andere Kranke?
Die Diskussion ist müßig da es vollkommen unmöglich ist eine Grenze zu setzen ab wann man das Recht auf Behandlung verliert.
Mit der selben Argumentation wie in diesem Artikel könnte man überspitzt auch schwerstverletzte Autofahrer von der Behandlung ausschließen da Sie ja auch zu Hause hätten bleiben können bzw. mit dem Zug hätten fahren können.
Ein willkürliches Festsetzen einer Art Grenze ab welcher man sagt "Pech gehabt" führt nur zu bösem Blut und bringt gar nix.
Ärzte ist nicht zur moralischen Beurteilung sondern Behandlung da

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dropbearhunter 13.11.2011, 08:27
5. Karenzzeit ist aus Spendersicht Nötig

erklären Sie mal den potentiellen Spendern, dass ein Alkoholiker sich erst die Leber kaputt saufen kann und dann eine Neue bekommt ohne vorher trockengelegt zuweden.

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Schwede2 13.11.2011, 08:33
6. Klare Antwort: N E I N

Zitat von sysop
Eine im "New England Journal of Medicine" veröffentlichte Studie behauptet,*der vor einer Lebertransplantation verlangte Alkoholentzug sei unnötig. Daran hat sich jetzt eine Debatte entzündet: Hat jemand, der sich selbst schädigt, das gleiche Recht auf Rettung wie*andere Kranke?
Es ist ein Riesen-Unterschied, ob jemand eine bewusste Selbstbeschädigung herbeiführt und dabei gesundheitliche schwere Schäden billigend in Kauf nimmt, oder ob jemand ohne sein eigenes Zutun krank wird, einen Unfall hat oder beschädigt wird. Allein die Abgrenzung dürfte in engen Fällen schwierig sein. Trotzdem sollte man sie realisieren.

Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit für die rücksichtslose Dummheit mancher Menschen die wirtschaftliche Verantwortung trägt. Wenn sich jemand totsaufen oder totrauchen oder totrasen will, dann sollte sich die Gesellschaft dem nicht in den Weg stellen.

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Rainer Helmbrecht 13.11.2011, 08:34
7. .

Zitat von sysop
Eine im "New England Journal of Medicine" veröffentlichte Studie behauptet,*der vor einer Lebertransplantation verlangte Alkoholentzug sei unnötig. Daran hat sich jetzt eine Debatte entzündet: Hat jemand, der sich selbst schädigt, das gleiche Recht auf Rettung wie*andere Kranke?......
Diese Frage ist doch schon uralt: hat der Turnschuhtourist, der trotz Warnung vor schlechtem Wetter in die Berge geht, das selbe Recht auf Rettung, wie ein geübter Bergwanderer, der sogar in seiner Freizeit selber Bergrettung betreibt.

Hat der, der eine Transplantation verweigert, den selben Anspruch auf ein Organ, wie der der bereit, ist selber zu spenden?

MfG. Rainer

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Herr Hold 13.11.2011, 08:49
8. Fragen über Fragen

Zitat von Rainer Helmbrecht
Diese Frage ist doch schon uralt: hat der Turnschuhtourist, der trotz Warnung vor schlechtem Wetter in die Berge geht, das selbe Recht auf Rettung, wie ein geübter Bergwanderer, der sogar in seiner Freizeit selber Bergrettung betreibt. Hat der, der eine Transplantation verweigert, den selben Anspruch auf ein Organ, wie der der bereit, ist selber zu spenden? MfG. Rainer
...und hätte nicht einzig der Spender das Recht Ausschlusskriterien festzulegen?

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baloo55 13.11.2011, 08:59
9. Zweifel

Ich habe Zweifel, ob die Fragestellung nach der Compliance, die ja, wie beim Trinker ganz deutlich, auch einen moralischen Anstrich bekommt, eine Rolle spielen soll. In dem mit viel Misstrauen belastenden Fragen der Organspende und -vergabe sollten solche Kriterien, die letztendlich den Entscheidern auch Spielräume einräumen, keine Rolle spielen dürfen. Nicht wegen des möglichen Missbrauchs, was ich auch kaum glauben würde, sondern wegen des möglichen menschlichen (Fehl)Urteils.

Wie ein Forist etwas tiefer schon schrieb, wo beginnt die Compliance, hört sie beim Turnschuh-Hochgebirgstouristen schon auf, hat ein Organspendenverweigerer selbst Anspruch. Solche Kriterien dürfen keine Rolle spielen.

Unlängst las ich einen Aufsatz, der die gesamte Transplantationsmedizin etwas kritischer sieht. Mit dem Tenor, krank sein und daran sterben ist menschlich, gehört dazu, deswegen z. B. Nichtspender nicht zunehmend auch von der Politik unter Druck, auch moralischen, gesetzt werden sollten. Ein Denkansatz, der nicht so ganz von der Hand zu weisen ist.

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