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Turbo-Anpassung: 2000 Stabheuschrecken im Evolutionstest
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Entstehen unter gleichen Umweltbedingungen immer ähnliche Lebewesen? Biologen haben zumindest bei Stabheuschrecken Anzeichen dafür gefunden. Das könnte indirekt auch etwas über die Entstehung von Leben auf fernen Planeten verraten.

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Waldesel 19.05.2014, 14:33
10. Sheldrake hat Recht

Seine morphischen Felder erklären überzeugend die Formbildung in der Natur.

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rr1805 19.05.2014, 15:07
11.

Zitat von Waldesel
Seine morphischen Felder erklären überzeugend die Formbildung in der Natur.
Das ist eine Tautologie, etwa so: Regentropfen erklären überzeugend die regennasse Straße.

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matijas 19.05.2014, 15:54
12. Doch Reaktionen auf die Umwelt?

Zitat von rr1805
Vererbt werden kann nur das, was bei der Fortpflanzung schon vorhanden ist. ... Umweltbedingte Eigenschaften erwirbt man aber meist erst in der Zeit nach der Fortpflanzung.
Ich bin kein Mathematiker, aber dass binnen einer Generation an verschiedenen Orten die gleichen, auch noch anpassungstauglichen Mutationen passieren, erscheint mir extrem unwahrscheinlich.

Es sieht doch eher so aus, als würde ein noch nicht verstandener Entwicklungsmechanismus solche "Variationen" initiieren, die eine bessere Anpassung an die veränderte Umwelt zu versprechen scheinen.

Was gebraucht wird, dahin wird die Entwicklungsrichtung gefördert, was nicht mehr gebraucht wird, wird tendenziell zurückentwickelt.

Anders wäre doch z.B. nicht zu erklären, dass man bei von Licht ausgeschlossenen Fischen eine Rückentwicklung der Augen beobachtet hat, wenn ich das so richtig in Erinnerung habe. Das wäre eine allzu zufällige Mutation, und Vorteile bringt es außerdem ja nicht, nicht mehr sehen zu können. Aber die Augen werden nicht mehr benutzt, die Augenfunktionen nicht mehr angeregt, und irgendein innerer Mechanismus scheint daraus Konsequenzen zu ziehen.

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rr1805 19.05.2014, 16:17
13.

Zitat von matijas
Ich bin kein Mathematiker, aber dass binnen einer Generation an verschiedenen Orten die gleichen, auch noch anpassungstauglichen Mutationen passieren, erscheint mir extrem unwahrscheinlich.
Der Einwand ist berechtigt. Das ist auch das Hauptargument der Kreationisten. Aber zufällige Mutationen sind eben nicht notwendig, um solche Variationen hervorzubringen, es gibt noch andere Mechanismen! Darin liegt der Clou der Kanalisierung. Die notwendigen Gene/Allele sind bereits vorhanden, aber ihre Ausprägung wird von den aktuellen Umweltfaktoren mitbestimmt, auch über epigenetische Regulation. Eine Veränderung der Nahrung bspw. könnte auslösend dafür sein.

Dadurch, dass nicht nur Individuen, sondern Populationen von solchen Variationen betroffen sind, verbreiten sie sich viel schneller, wie in dem Experiment schon beobachtet wurde. Eine Anpassung an veränderte Umweltfaktoren kann daher viel effektiver sein, innerhalb weniger Generationen, bevor die ganze Population oder Art ausgestorben ist. Anpassung ist aber nicht immer möglich, also keine Garantie gegen Aussterben, z.B. bei Umweltverschmutzung.
Zitat von
Es sieht doch eher so aus, als würde ein noch nicht verstandener Entwicklungsmechanismus solche "Variationen" initiieren, die eine bessere Anpassung an die veränderte Umwelt zu versprechen scheinen.
Ja, das ist die Kanalisierung, die Epigenetik und die evolutionäre Entwicklungsbiologie, die ich im früheren Beitrag schon genannt habe.
Zitat von
Was gebraucht wird, dahin wird die Entwicklungsrichtung gefördert, was nicht mehr gebraucht wird, wird tendenziell zurückentwickelt.
Das sind Möglichkeiten, aber keine Zwänge. Genau das will man in dem beschriebenen Experiment herausfinden.

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limubei 19.05.2014, 18:02
14. Epigenetik

Nach einer Generation kann es sich allenfalls um eine Exprimierung anderer Gene handeln, durch die veränderten Umweltbedingungen. In diesem Falle Ernährung.
Auch wir sind in gewisser weise, was wir essen und bestimmen damit unsere Gesundheit und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten.
Es ist nachgewiesen, dass sich hatre Hungerzeiten bis in die 5te Generation auswirken über epigenetische Markierung, die weitergegeben wird.

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cyclodextrin 21.05.2014, 07:30
15. Nicht verstanden

Zitat von matijas
Ich bin kein Mathematiker, aber dass binnen einer Generation an verschiedenen Orten die gleichen, auch noch anpassungstauglichen Mutationen passieren, erscheint mir extrem unwahrscheinlich.
Ja, das ist hier auch nicht geschehen. Was untersucht wurde, ist das verschiedene Populationen der Art unter gleichen Umweltbedingungen und damit Selektionsfaktoren gleichartige Verschiebungen der Allelfrequenzen erfahren. Das betrifft nicht die Mutationen des Individuums, sondern die Zusammensetzung des Genpools der Population.

Zitat von
Es sieht doch eher so aus, als würde ein noch nicht verstandener Entwicklungsmechanismus solche "Variationen" initiieren, die eine bessere Anpassung an die veränderte Umwelt zu versprechen scheinen.
Nein.

Zitat von
Was gebraucht wird, dahin wird die Entwicklungsrichtung gefördert, was nicht mehr gebraucht wird, wird tendenziell zurückentwickelt. Anders wäre doch z.B. nicht zu erklären, dass man bei von Licht ausgeschlossenen Fischen eine Rückentwicklung der Augen beobachtet hat, wenn ich das so richtig in Erinnerung habe. Das wäre eine allzu zufällige Mutation, und Vorteile bringt es außerdem ja nicht, nicht mehr sehen zu können.
Es bringt Vorteile, denn es spart Energie. Desweiteren reicht es schon, dass es keine Nachteile bringt. Denn so können sich schadhafte Mutationen zufällig ansammeln, ohne durch Selektion entfernt zu werden.

Wenn sie ihr Auto 10 JAHRE irgendwo parken, ohne das irgendwer sich darum kümmert, wird es nicht mehr fahrtüchtig sein.Ohne irgendeinen Mechanismus

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rr1805 21.05.2014, 10:28
16.

Zitat von cyclodextrin
Wenn sie ihr Auto 10 JAHRE irgendwo parken, ohne das irgendwer sich darum kümmert, wird es nicht mehr fahrtüchtig sein.Ohne irgendeinen Mechanismus
Dann ist es noch fahrtüchtig, aber nicht mehr auf dem Parkplatz:)

Die Rückbildung von Organen ist höchstwahrscheinlich auf die Selektion zurückzuführen, denn Variationen sind in jeder Population vorhanden, bei Menschen bspw. kommt angeborene Blindheit vor. Wenn solche Individuen keinen Nachteil haben, weil ohnehin kein Licht vorhanden ist, dann können sie sich genauso vermehren wie "normale" Individuen, vielleicht sogar besser. Nach einigen Generationen haben sich die Anteile der Population verschoben.

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