Forum: Wissenschaft
Umfragen vor der Bundestagswahl: Verlässlich unzuverlässig
AP

Demoskopen lagen in letzter Zeit öfter daneben, etwa bei der US-Präsidentenwahl oder beim Brexit. Wie ernst sind die Umfrageergebnisse in Deutschland zu nehmen?

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ackermart 19.09.2017, 20:16
120. Es mag sich dämonisch geistig anhören…

, dass es demokratisch Sinn mache, uns vor der Wahl statistisch zu desinformieren. Doch es ist nur die geistig gehörige Denkart eines Advokatus Diaboli, der die in den Neunzigern des letzten Jahrtausends erfundene "Emotionale Intelligenz" noch zu scheiden wagt... von der Emotions-Heuchelei. Die genauso infrage stellend wie das (h)euer gefeierte Smilie-"Emoikon", als Zeichen für die Ironisierung der Freude. Bezeichnender Weise ohne die Negativierung der Freude in dem noch erkennend, statt die am Selbstreden der Worte zu erleben. …Freude, die uns die Götter funken, im Hoffen auf unseren letzten Funken Verstand gegen unseren EISERNEN Willen, des nicht Scheiden Wollens – im Freudigen oder nicht - vom IRON-ISIEREN dessen.

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trader_07 19.09.2017, 20:52
121.

Zitat von luny
Hallo Trader_07, [...] Zu den guten alten Zeiten war es noch völlig klar: Wenn ich X wähle, bekomme ich dies, wenn ich Y wähle bekomme ich das. Und jetzt?
Hallo Luny, es gibt kein "und jetzt?". Die alten Zeiten sind vorbei, das scheinen einige nicht kapieren zu wollen. Unwiederbringlich. Daran wird sich übrigens auch nichts ändern, wenn am Sonntag 10 Prozent ewig-gestrige Kleingeister die Partei der Ewig-Gestrigen wählen.

Foristin Luny, Sie scheinen mir ganz allgemein etwas "aus der Zeit gefallen" zu sein. Sie schreiben "F.D.P." mit Punkten (das gibt es seit 15 Jahren nicht mehr) und daß mit "ß" (das gibt es sogar schon 20 Jahre nicht mehr).

Wie wäre es denn, wenn Sie mal im "Hier und Jetzt" ankommen? Nicht nur in Sachen Rechtschreibung sondern auch in Sachen Politik (das beziehe ich auf Ihr Posting im Parallel-Thread CDU-Vize Bouffier, wo Sie die Parteien fein säuberlich in Schubladen einsortieren, die Sie vermutlich in den 80er und 90er-Jahren aufgestellt und seitdem nicht wieder angerührt haben).

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luny 19.09.2017, 21:54
122. Was Besseres kommt nicht nach

Zitat von trader_07
Sie scheinen mir ganz allgemein etwas "aus der Zeit gefallen" zu sein. Sie schreiben "F.D.P." mit Punkten (das gibt es seit 15 Jahren nicht mehr) und daß mit "ß" (das gibt es sogar schon 20 Jahre nicht mehr). Wie wäre es denn, wenn Sie mal im "Hier und Jetzt" ankommen? Nicht nur in Sachen Rechtschreibung sondern auch in Sachen Politik (das beziehe ich auf Ihr Posting im Parallel-Thread CDU-Vize Bouffier, wo Sie die Parteien fein säuberlich in Schubladen einsortieren, die Sie vermutlich in den 80er und 90er-Jahren aufgestellt und seitdem nicht wieder angerührt haben).
Hallo Trader_07,

ja, eventuell bin ich in Ihren Augen aus der Zeit gefallen. Aber ich lebe
noch und leiste mir meine eigene Meinung.

Meinen Beitrag im Parallel-Forum will ich Ihnen gerne näher erklären.

Die Parteien sortierten sich höchstselbst in Schubladen ein, um ge-
wählt zu werden.

Christlich, liberal, sozial etc.

Die Parteien selbst gaben diese Schubladen auf, um "in die Mitte"
zu rücken und dadurch mehr Wähler zu generieren.

Der erzielte Effekt: Die Parteien unterscheiden sich nicht mehr.

Also, WEN soll der geneigte Wähler nun wählen?

Anstatt mich wegen der Beibehaltung der alten Rechtschreibung
anzugehen, die mir geläufig ist, wohingegen heutzutage alle eher so
schreiben, wie sie wollen, würde ich mich über einen inhaltlichen
Beitrag Ihrerseits freuen.

LUNY

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diotto 19.09.2017, 22:42
123. So belügt man sich selber!

Ich habe selber bei Civey mitgemacht. Es kam die Frage, welche Partei würden Sie wählen, wenn Sonntag Wahltag wäre. Hier lag die AfD bei 8 %. Etliche Fragen später hieß es dann, welches ist Ihre "Lieblingspartei", mit welcher Partei sympathisieren Sie. Und da lag die AfD bei über 15 %. Noch jemand irgendwelche Fragen?!

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Pless1 20.09.2017, 10:05
124.

Zitat von Pfaffenwinkel
Für eine Umfrage vor einer Wahl wurde ich noch nie angerufen. Es scheint da also eine Art Raster zu geben. Ohnehin traue ich diesen Prognosen nicht, sondern bilde mir eine eigene Meinung.
Wie kommen Sie darauf, dass es "eine Art Raster" geben müsse?

Für diese Umfragen werden ca. 1.000 bis 2.000 Wahlberechtigte angerufen. Maximal 2000 von rund 62.000.000 Wahlberechtigen. Sie sind also bei etwa jeder 30.000 Umfrage dabei. Gehen wir mal davon aus, dass jedes der großen Institute beinahe jede Woche eine Umfrage machen würde (was so dicht nicht der Fall ist) dann wären das bei etwa 5 Umfragen pro Woche also etwa 250 pro Jahr. Jeder einzelne Bürger würde also im Schnitt nicht einmal alle 100 Jahre angerufen. Die Tatsache, dass Sie noch nie angerufen wurden ist somit nicht verdächtig, sondern das zu erwartende Ergebnis.

Ich wurde übrigens schon mal angerufen, wenn ich mich recht erinnere von der Forschungsgruppe Wahlen. War aber in Eile und habe nicht teilgenommen. Aufgrund der oben geschilderten Unwahrscheinlichkeit war ich sehr überrascht, nur deshalb erinnere ich mich überhaupt noch daran.

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Pless1 20.09.2017, 10:23
125.

Zitat von diotto
So belügt man sich selber! Ich habe selber bei Civey mitgemacht. Es kam die Frage, welche Partei würden Sie wählen, wenn Sonntag Wahltag wäre. Hier lag die AfD bei 8 %. Etliche Fragen später hieß es dann, welches ist Ihre "Lieblingspartei", mit welcher Partei sympathisieren Sie. Und da lag die AfD bei über 15 %. Noch jemand irgendwelche Fragen?!
Es ist doch vollkommen normal, dass auf unterschiedliche Fragen auch unterschiedliche Antworten gegeben werden. Im konkreten Beispiel: es mögen 15% der Befragten mit der AfD sympathisieren. Das bedeutet aber eben gerade nicht, dass diese auch tatsächlich die AfD wählen. Bei der Wahlentscheidung spielen neben der Sympathie doch auch wahltaktische Überlegungen eine Rolle. Dies insbesondere bei der AfD, denn es ist klar, dass keine der anderen Parteien mit der AfD zusammenarbeiten wird. Die AfD wird also allenfalls als Mehrheitsverhinderer agieren können. Die AfD ist die einzige Partei, die keine (Regierungs-)Alternative zur bestehenden Koalition bietet. Wer wirklich den von der AfD propagierten "Merkelmussweg" beschreiten will muss daher eher LINKE wählen, denn das ist die einzige Partei, mit der überhaupt eine Koalition denkbar scheint, bei der Merkel nicht Kanzlerin ist (RRG) und gleichzeitig eine Koalition mit der CDU/CSU ausgeschlossen ist.

Darüber hinaus gibt es auch noch so etwas wie Grundüberzeugungen und Tabus. So mancher Konservative mag durchaus seine Sympathie mit der AfD bekunden aus Frust über den Linksruck der Union. Diese Partei dann aber auch zu wählen ist eben doch noch mal eine andere Sache.

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shotaro_kaneda 20.09.2017, 10:38
126.

Was ist mit den 40% unentschlossenen und den Nichtwählern? Die tauchen in keiner Erhebung der Umfrageinstitute auf. Ehrlicherweise müsste man einen weiteren Balken einführen, der allein 50% ausmachen würde. Weiterhin kann keine Umfrage, die mehrere Millionen Wahlberechtigte im politisch doch sehr heterogenen Deutschland untersucht, mit lediglich 1000 befragten als representativ gelten. Man wichtet und schichtet die Ergebnisse hin und her, bis man irgendwann auf eine Korrelation bzw. Regression kommt, die die Signifikanzschwelle auf unter 5% Irrtumswahrscheinlichkeit drückt. Wenn man dies bei jeder Untergruppe macht, summieren sich im übrigen die Fehler. Vom Bestimmtheitsmaß fang ich erst gar nicht an. Je mehr Parteien hinzukommen und je individueller die Gesellschaft wird, dest schwieriger bzw. unmöglicher werden die Wahlumfragen. Deshalb lassen wir uns Sonntag überraschen. Mein Tipp: Die Grünen schaffens nicht, Linke FDP und AFD um die 15%, SPD 20% und CDU 30%.

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mwroer 20.09.2017, 10:40
127.

Zitat von ackermart
, dass die Umfragen vor der Wahl nicht so präzise sind wie jene nach der Wahl, auf welche sich pünktlich die 18Uhr-Hochrechnung am Wahltage stützt, die sich dann - beunruhigender Weise - meist nur noch hinter dem Komma ändert. Warum beunruhigend? Weil es so scheint, als seien wir zur präzisionsrelevanten Zeit alle doch nur Statisten der ihre Professionalität in Echtzeit beweisen .....
Ich denke eher das hat den einfach Grund dass die Menschen die aus der Wahlkabine kommen zum einen gewählt haben - im Gegensatz zu den Umfragen vorher wo viele Unentschlossene einfach irgendwas sagen ggf einfach um ihre Ruhe zu haben - und zum anderen daran das viele Menschen aus der Wahlkabine kommen und einen gewisse Energie mit rausnehmen 'Ich habe xy gewählt und das war richtig'.

Von daher haben Sie einen ganz anderen Pool an Befragten und die sind eher bereit zu sagen was sie gewählt haben.

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mwroer 20.09.2017, 10:48
128.

Zitat von biobayer
Ich glaube auch, dass "informierten Kreisen" (Politikern und etlichen Journalisten) bereits Umfrage-Werte bekannt sind, die deutlich besser für die AfD ausfallen als die derzeit öffentlich kolportierten 12 Prozent. Dies erklärt auch die hektischen Last-minute-Aktionen gegen die AfD und ihre Spitzenkandidaten ad personam. Diese Nervosität spricht Bände.
Ich glaube eher die sind froh und glücklich vor der Wahl, egal wie unbegründet, auf irgendeine Partei schimpfen zu können und sowas wie 'Wahlkampf' simulieren zu dürfen.

Wer bleibt denn außer der ausgewiesenen Oppositionspartei AfD? Keiner! Mit allen anderen sieht man sich doch potentiell am Verhandlungstisch wieder und dann muss man sich lieb haben.
Die AfD wird nicht angegriffen weil CDU/CSU und SPD so nervös sind.
Die wissen dass sie ihre Schäflein im trockenen haben, zur GroKo reicht es immer - es sei den die SPD fällt noch mal extrem ab. Nein, das ist einfach nur die pure Freude irgendwen zu haben auf den man einhauen kann ohne bei den Koalitionsverhandlungen plötzlich den Satz zu hören

'Sagen Sie Herr Özdemir, was Sie auf der Veranstaltung In Bochum gesagt haben ... also ich war nicht amüsiert'.
Letztlich sind auch Politiker nur Menschen.

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mwroer 20.09.2017, 10:57
129.

Zitat von trader_07
Hallo Luny, es gibt kein "und jetzt?". Die alten Zeiten sind vorbei, das scheinen einige nicht kapieren zu wollen. Unwiederbringlich. Daran wird sich übrigens auch nichts ändern, wenn am Sonntag 10 Prozent ewig-gestrige Kleingeister die Partei der Ewig-Gestrigen wählen.
Sie haben die Foristin falsch verstanden - mit guten alten Zeiten war die Zeit gemeint als die Parteien noch klare Position hatten die sich voneinander unterschieden.

Sie müssen nicht ständig alles auf die AfD beziehen - das ist ja schon fast krankhaft was hier im Forum manchmal abgeht. Man hat ja schon Angst das Wort 'blau' zu schreiben weil man sofort 'Nein, die sind BRAUN' als Antwort kriegt - auch wenn es um die Farbe des Tisches beim Thema Innendesign geht.

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