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Umfragen vor der Bundestagswahl: Verlässlich unzuverlässig
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Demoskopen lagen in letzter Zeit öfter daneben, etwa bei der US-Präsidentenwahl oder beim Brexit. Wie ernst sind die Umfrageergebnisse in Deutschland zu nehmen?

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echoanswer 20.09.2017, 13:14
130. Eine einfache Frage

Wem nützen diese Umfragen? Dem Wähler nützen sie nur was, wenn er keine eigene Meinung hat. Ansonsten ist das lediglich Futter für die Medien, die jeden Tag einen neuen Gewinner und Verlierer durch Dorf treiben. Für die Wahl und das was danach kommt, ist nicht eine Zahl davon relevant.

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Pless1 20.09.2017, 13:53
131.

Zitat von echoanswer
Wem nützen diese Umfragen? Dem Wähler nützen sie nur was, wenn er keine eigene Meinung hat. Ansonsten ist das lediglich Futter für die Medien, die jeden Tag einen neuen Gewinner und Verlierer durch Dorf treiben. Für die Wahl und das was danach kommt, ist nicht eine Zahl davon relevant.
Wirklich nutzloses Wissen gibt es eigentlich nicht. Allenfalls Wissen, von dem man noch nicht weiß, wofür man es einmal wird gebrauchen können.

Und natürlich nutzen diese Umfragen auch Wählern mit eigener Meinung. Man wählt ja nicht einfach die Partei, die einem am besten gefällt sondern zum Beispiel statt dessen eine Partei, die einem vielleicht nur am zweitbesten gefällt, die man aber auf jedem Fall im Bundestag sehen will und von de man meint, dass es knapp werden könnte. Wer zum Beispiel schwarz-gelb vor vier Jahren hätte behalten wollen hätte statt CDU die FDP wählen müssen. Das haben zu wenige getan, um dieses Ziel zu erreichen bzw. es gab wenige, die damals diese Koalition behalten wollten. Aber die Information lag vor und war nützlich. Und heute ist die Information nützlich, dass die FDP keine dieser Leihstimmen brauchen wird.

Bei der NRW-Wahl haben die letzten Umfrageergebnisse meine Wahlentscheidung nochmals geändert.

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tulius-rex 20.09.2017, 16:24
132. Umfragen ändern Wahlentscheidungen mehr als man denkt

Zitat von echoanswer
Wem nützen diese Umfragen? Dem Wähler nützen sie nur was, wenn er keine eigene Meinung hat. Ansonsten ist das lediglich Futter für die Medien, die jeden Tag einen neuen Gewinner und Verlierer durch Dorf treiben. Für die Wahl und das was danach kommt, ist nicht eine Zahl davon relevant.
Umfragen zeigen Tndenzen und mobilisieren und demobilisieren große Wählerschichten und können auch Nichtwähler zur Wahl bringen.
Und genau betrachtet muss doch am nächsten Sonntag der, der in Bautzen "Merkel muss weg" ruft und das wirklich ernst meint SPD wählen, denn das ist seine einzige Chance seinen Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen.

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reflexxion 20.09.2017, 20:12
133. Demoskopen liefern das, was der Auftraggeber hören will

"Trau keiner Statistik, die du nicht verstanden hast: Die Brüder Björn und Sören Christensen hinterfragen Umfragen und Studien, denen wir täglich begegnen"

Es muss aber wie schon immer heißen: Trau keiner Statistik die du nicht selber gefällscht hast, das war schon früher so und es ist nur schlimmer geworden.

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privatbahn 21.09.2017, 08:37
134. viele Daten - dennoch fehlerbehaftet?

Schon geradezu inflationär ist die Zahl der Wahltagsbefragungen gestiegen. Kein Tag ohne neue Umfragergebnisse und dennoch kein zustätzlicher Erkenntnisgewinn?
Sind die Frage zu unpräzise gestellt oder haben die Demoskopen die Bürger gar bis zur Ermüdung mit ihren Anrufen und Nachfragen geschlaucht?

Drei Anrufe (einer für Forsa, einer für Emnid und den dritten weiß ich schon gar nicht mehr) haben mich seit Ende August erreicht. Früher habe ich an diesen Umfragen noch teilgenommen, heute fehlt mir die Lust dazu. Man investiert Zeit, es wird im Nachgang analysiert und das Ergebnis bleibt dennoch meist viel zu schwammig.

Ich bin noch nicht einmal unpolitischer als früher, aber ehrlich gesagt nerven mich die täglichen Wasserstandsmeldungen wie in diesen Zeit an. Mehrwert und Nutzen von Wahltagsbefragungen im Tages-Takt erschließen sich mir nicht.
Schaut man sich dann am Wahlsonntag die tatsächlichen Ergebnisse an fragt man sich, ob der Aufwand den die Demoskopen im Vorfeld betreiben im richtigen Verhältnis zum Ertrag stehen.
Meist zeigt schon die Prognose um 18 Uhr, dass die zuvor im Tages- oder Wochentakt ermittelten Daten nicht zum Wahlausgang passen.

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privatbahn 21.09.2017, 08:44
135. Wetter und Briefe

Zitat von haresu
Das Wetter ist doch wohl einer der wichtigsten Faktoren für die tatsächliche Mobilisierung der Wähler.
Der hohe Anteil an Briefwählern dürfte es zusätzlich schwierig machen für die Demoskopen. Der Anteil soll in großen Städten bei bis zu 30% liegen und stellt eine neue Rekordmarke dar.

Ergo haben viele (so wie ich) bereits vor Wochen gewählt. War auch ein Grund bei den Anrufen der Demoskopen direkt 'nein' zu sagen. Für mich persönlich ist die Wahl durchgeführt, nun hoffe ich auf 37% für die Union und 11% für die FDP. Dann reicht es hoffentlich für schwarz-gelb.

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privatbahn 21.09.2017, 08:59
136. Vier Jahre sind eine lange Zeit

Zitat von statistic-man
Viele beschweren sich, was Wahlprognosen zur Bundestagswahl doch für eine Kaffeesatzleserei wäre. Aber keiner verweist auf irgendwelche Zahlen. Warum? Weil es die These wiederlegen würde. Z.B. bei der letzten Wahl. Das vielgescholtene Forsa: http://www.wahlrecht.de/umfragen/forsa/2013.htm Keine Partei mehr als 1.6 % falsch geschätzt, nur zwei über ein Prozent Abweichung Das vielgescholtene Allensbach: http://www.wahlrecht.de/umfragen/allensbach/2013.htm Keine Partei mehr als 2 % falsch geschätzt, keine kleine Partei mehr als 0.6% falsch.
Das ist schon richtig. Nur hat sich in den vergangenen vier Jahren auch die Erde weiter gedreht.

- Die Zahl der Wechselwähler steigt kontinuierlich an
- Die Zahl der Briefwähler nimmt weiter zu
- Die Zahl der Unentschlossenen wird größer

Die Faktoren machen das Geschäft der Demoskopie ja nicht einfacher. Den Breifwähler 'erreichen' die Wahlforscher u. U. gar nicht mehr, weil der sein Kreuz längts gemacht hat.

Der Unentschlossene läßt sich ggf. bis zum Wahlsonntag Zeit und entscheidet sich dann doch ganz anders, bleibt sich treu oder vielleicht sogar daheim.

Der Wechselwähler mag noch am berechenbarsten für die Analyse sein. Aus einem früheren Anruf weiß man vielleicht sogar was er zuvor mal wählen wollte.

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Herr Sommer 21.09.2017, 10:44
137. Frankreich/FN

Habe mir kürzlich einmal die Wahlergebnisse der Parlamentswahlen in Frankreich angeschaut. Der Front National lag in den Prognosen davor bei 18-21%, bei der Wahl waren es nur noch knapp über 13%. Immer noch viel, aber mit ähnlicher Arithmetik wäre z.B. die blau-braunen noch lange nicht sicher im Bundestag. Und dass die Demoskopen dort mit völlig anderen Werkzeugen arbeiten, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

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OhMyGosh 21.09.2017, 11:43
138. Es gibt

von Honoré Daumier herrlich scharfsinnige und entlarvende Karikaturen von Repräsentanten ( „Représentants représentés“) sowie auch „Idylles parlementaires“, Meisterstücke des politisch-satirischen Witzes, in denen er Inkompetenz wie Arroganz dieser Herrschaften bissig enthüllt. Warum nur ist mir bei der Lektüre dieses Artikels über die Klimmzüge der MFI gerade Daumier eingefallen? Rätselhaft, rätselhaft ^-*

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