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Umfragen vor der Bundestagswahl: Verlässlich unzuverlässig
AP

Demoskopen lagen in letzter Zeit öfter daneben, etwa bei der US-Präsidentenwahl oder beim Brexit. Wie ernst sind die Umfrageergebnisse in Deutschland zu nehmen?

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jan07 19.09.2017, 14:30
20. Die Wahrheit ist auf'm Platz

Ich glaube, das gilt nicht nur beim Fußball, sondern auch bei Wahlen. Ich glaube ja, dass die bisherigen Meinungsumfragen nach bestem Wissen und Gewissen gemacht wurden.
Ich habe aber schon öfters erlebt, dass es gerade in den letzten Tagen vor der Wahl noch gravierende Verschiebungen gegeben hat. Viele Menschen wollen auf der Seite des vermeintlichen Gewinners sein, schwenken daher kurzfristig noch in ihrem Wahlverhalten um. Ein zutiefst menschliches Verhalten, dass Meinungsumfragen natürlich nicht abbilden können.

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maier2206 19.09.2017, 14:34
21.

Ganz objektiv und sachlich gesehen ist die Prognose ganz von der politischen Einstellung des Besitzers des Umfrageinstitutes abhängig. Besonders deutlich kann man das bei Forsa erkennen. Sagte man früher die Zahlen sind „getürkt“ spricht man heute neudeutsch von die Zahlen sind „gegüllnert“!

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rainerwäscher 19.09.2017, 14:34
22.

Zitat von bayernistdasmallerding
die Ergebnisse von Sonntag: CDU/CSU: 35% SPD: 20% AfD: 11% FDP: 8% Linke: 7% Grüne: 7%
12% sonstige?

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Liwjatan 19.09.2017, 14:35
23.

US Wahl und UK Abstimmung hatten knappe Umfragen und waren im nachhinein knapp, wenn auch gern von Rechten angeführt ist hier keine besondere "Wende" zu verzeichnen. Realitätfremd wie AfDler nunmal sind sehen sie manche schon im Kanzleramt, letzlich wird es irgendwas mit 7-12 %, traurig das Rechtsextreme dann im Bundestag hetzen dürfen. Aber machen wir uns nichts vor, in Gemeinden oder Landtagen saßen schon immer braune Gesellen, die Fassade hatte nur unterschiedliche Brauntöne.

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h-henz 19.09.2017, 14:37
24. Wechselwähler nehmen zu

Wählten noch vor nicht langer Zeit über 80 % bei jeder Wahl die gleiche Partei, so ist die Zahl der Wechselwähler in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Es reichte bei nur 20 % Wechselwählern nur das Verhalten dieser zu analysieren, die anderen 80 % waren gesetzt. Damit war die theoretische Fehlerquote viel geringer als bei über 50 % Wechselwählern. Im übrigen lagen die Demoskopen bei der Landtagswahl im Saarland so falsch, dass bei Übertragung auf den Bund tatsächlich noch alles möglich wäre.

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Septic 19.09.2017, 14:39
25. Die Extremen gewinnen hinzu, die Moderaten verlieren

Ich denke die Welt polarisiert sich wieder mehr.

Meine Prognose: CDU 34% SPD 19% AfD 13% Linke 12% Grüne 9% FDP 9% Sonstige 4%

Große Koalition oder Jamaika regiert. Wobei Jamaika am ehestens Merkels aktuellen politischen Kurs darstellt. Einerseits schützende Hand über die Automobilindustrie, anderseits schelte für mangelndes Tempo im wechsel zu Elektrofahrzeugen. Einerseits schützende Hand über deutsche Energieunternehmen, anderseits Ausstieg aus Atomenergie. Genau diese Ambivalenz würde sich bei Jamaika auch zeigen.

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beob_achter 19.09.2017, 14:39
26. Ein paar ganz einfache Fragen dazu:

1. Woher kommen die Einnahmen dieser Institute? Wer bezahlt sie für ihre Kaffeesatz-Leserei?
2. Wem nützen diese Umfrage"ergebnisse" wirklich? Denn spätestens eine Stunde nach Schließung der Wahllokale sind sie Makulatur und können bestenfalls noch als "Ätsch"-Beispiele verwendet werden.
3. Warum lernen die Institute nicht aus ihren Mißerfolgen?
4. Wann endlich werden wieder Menschen auf der Straße befragt?
Die können den Interviewern zwar auch direkt in Gesicht lügen, was "enttarnt" werden kann, aber am Telefon fällt das Lügen wesentlich leichter.
NB: Warum sollte ich wildfremden Leuten am Telefon meine innersten Gedanken offenlegen und denen erzähen, daß ich die Magdeburger Gartenpartei wähle...?

Jetzt ist die Aufregung zwar wieder groß, und diese Institute erleben ihre kurze Hochzeit. Zwischen den Wahlen halten sie sich mit den "Sonntagsfragen" über Wasser und mit dem ZDF-Politikbarometer.

Insgesamt gilt aber für alle Firmen, daß auch im Zeitalter von Big Data der Mensch weiterhin unberechenbar ist!

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philspector 19.09.2017, 14:40
27. Wie kann man nur?

Das Volk bekommt die Regierung, die es eigentlich nicht will: schwarz-gelb. Das ist die Koalition, die man vor 4 Jahren völlig zu recht in die Wüste geschickt hat. Man wundert sich in diesem Land über nix mehr. Wie heisst ein anderes Sprichwort: Dummheit schützt vor Strafe nicht.

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vonschnitzler 19.09.2017, 14:40
28. sehr präzise?

Zitat von Kapustka
Sind die Umfragen zu Bundestagswahlken sehr präzise. http://www.wahlrecht./umfragen/archiv/2013.htm
Also für mich sagt genau dieser Artikel etwas anderes. Klar, als Statistiker kann man eine Abweichung von 2% als gar nicht so übel ansehen. Allerdings werden in unseren Medien ja schon Auf und Abs von 1% kommentiert.

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zouphout 19.09.2017, 14:42
29. Welchen Sinn hat die Veröffentlichung eigentlich?

Ich verstehe nicht, weshalb die Umfrageergebnisse überhaupt veröffentlicht werden. Ich sehe darin zwei Gefahren. Zum einen kann die Diskussion über die Umfragen von den eigentlichen politischen Themen ablenken. Zum anderen können sie das Wahlergebnis sogar beeinflussen, indem Wähler gar nicht zur Wahl gehen, weil sie ihre Stimme für überflüssig oder unwirksam halten. Politische Umfragen dienen meines Erachtens nur sich selbst und haben ansonsten keinen Zweck, sondern wirken sich negativ auf Wahlergebnis und -beteiligung aus.

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