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Umfragen vor der Bundestagswahl: Verlässlich unzuverlässig
AP

Demoskopen lagen in letzter Zeit öfter daneben, etwa bei der US-Präsidentenwahl oder beim Brexit. Wie ernst sind die Umfrageergebnisse in Deutschland zu nehmen?

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Freidenker10 19.09.2017, 15:07
40.

Würde mir zwar für die CDU 5% weniger wünschen, aber ansonsten sehe ich Ihre Prognos genauso! Mir kommen die Prognosen der Institute eher politisch motiviert vor als real...

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irukandji 19.09.2017, 15:07
41. die Umfragen sind genauso zuverlässig

wie eben die Qualität der Fragestellung, die Länge und Komplexität der Frage, der Fremdwortgebrauch, das Geschlecht der tragenden, die Vorabsprache bevor die Fragen kommen. Da ist weit mehr Spielraum für Abweichungen als nur die, die hier benannt werden. Diese Fehlerabweichung ist übrigens Normalverteilung. Genau das sibd Wahlfragen aber nicht. Die sind bspw. Binomial, Poisson verteilt. Da sind die Fehler nicht symmetrisch. Wie auch, denn unter Null geht nicht und über 50% faktisch auch nicht.

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mazzmazz 19.09.2017, 15:07
42. Nazis?

Die AfD ist wohl noch ein Stück weit links von der CSU der 70er Jahre.
Dass ein paar unangenehme Typen diese Partei gekapert hatten, ist ein Glücksfall für den Kenzlerinnenwahlverein CDUCSUSPD, aber ein Unglücksfall für Deutschland.
Ich hoffe inständigst, dass noch ein gewisser Teil der Wähler aufwacht und z.B. wie folgt wählt: CDU/CSU: 28%, SPD: 17%, FDP: 18%, Grüne: 4,8%, Linke 4,8%, AfD: 18%, Die Partei: 6%.
DAS wäre mal ein interessantes Ergebnis und die Etablierten müssten sich unterhalten und könnten auch nciht ohne Weiteres eine Koalition mit der AfD ausschließen.
Merkel wäre auf alle Fälle massiv eingebremst.
Noch besser wäre natürlich eine Trennung von CDU/CSU und ein Ergebnis von 45% FDP, 8% CSU.
Aber ich vertraue weder auf den Schneid unserer Altparteien-Politiker (Seehofer hätte die Trennung vollziehen müssen), noch auf die Intelligenz der Wahlberechtigten in Deutschland.

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**Kiki** 19.09.2017, 15:08
43. Denn sie wissen nicht, was sie tun.

Jede Umfrage, sofern sie von den Medien verbreitet wird, beeinflußt auch das Ergebnis der jeweils nächsten Umfrage. Deshalb bin ich der Meinung, es wird viel zu viel umgefragt. Ich habe vor ein, zwei Jahren mal zusammengezählt und kam binnen eines Monats auf 17 (!) Umfragen zur Bundestagswahl, von denen es dann ca. die Hälfte in die Medienberichterstattung schaffte, ausgesucht nach welchen Kriterien auch immer, vielleicht ja wirklich nach dem Zufallsprinzip.

Mein Schlüsselerlebnis zum Einfluß der Medien mittels Wahlumfragen in Wahlkämpfen war der Erfolg der Piratenpartei in Berlin 2011. Diese Partei hatte sich eigentlich längst selbst zerlegt, und ich hatte sie schon abgehakt. Aber Berlin war nun einmal ihre Hochburg, und so konnte es geschehen, daß zwei Wochen vor der Wahl ihre Umfragewerte bei 4,5 lagen, also ein Einzug ins Abgeordnetenhaus durchaus noch möglich war. Das war vielen Medien eine Meldung wert. Eine Umfrage später hatten sie die prompt die 5 Prozent überklettert. Daraufhin wurde die Berichterstattung der Medien natürlich noch viel aufgeregter, und so gelang es den Piraten, die gar nicht wußten, wie ihnen geschah, binnen zwei Wochen von einem Umfragewert von 4,5 auf ein Wahlergebnis von 8,9 Prozent zu kommen.

Das Ulkige ist, daß die Medien darüber anschließend eher entsetzt als begeistert wirkten, die sonderbarsten Ursachenforschungen betrieben, und nicht zu begreifen schienen, daß der spektakuläre Erfolg der Piratenpartei einzig und alleine ihr Werk gewesen war.

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ericstrip 19.09.2017, 15:09
44. In einer Woche wissen wir mehr...

...bis dahin finde ich den Fiat 127 auf dem Bild spannender als alle Kaffeesatzleserei.

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tipsylaird 19.09.2017, 15:09
45. Löblich

endlich mal den Zufallsfehler (Abweichungsbandbreite von z.B. 1,5%-Punkten bei 7%-Ergebnis) sauber dargestellt zu sehen. Den vergessen die meisten und dann gibt es üble Mißinterpretationen a la "SPD fällt dramatisch ab von 24% auf 22%". In meinem früheren Job als Marktforscher habe ich mal den Fehler gemacht, bei einem Kunden 3%-Punkte Unterschied in der Beliebtheit zwischen zwei Produkten (bei Befragungsdaten) als "im Bereich des Zufallfehlers" zu bezeichnen. Der Kunde hat mir sofort vorgerechnet, wieviele Millionen Umsatz im Jahr der Unterschied von 3%-Punkten zwischen Marke A und Marke B ausmacht.

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ark95630 19.09.2017, 15:10
46. Na ja ...

Erstens gilt sicher auch hier der Satz "Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast". Zweitens kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, das insbesondere die Umfrag des öffentlich-rechtlichen TV nicht repräsentativ sind und eher der Manipulation des Wahlvolkes dienen. Aus meiner Sicht sollte man daher die letzten 4 Wochen vor der Wahl keine Umfragen mehr veröffentlichen dürfen.
Am schlimmsten aber ist, dass die Mehrzahl der Umfragen zu Lasten des Steuer- oder Gebührenzahlers geht.

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Pless1 19.09.2017, 15:12
47. Faktor Mobilisierung und Rückkopplung durch Umfragen

Man muss Umfragen durchaus kritisch sehen. Ein oft vernachlässigter Faktor ist die Mobilisierung. Man kann in den Umfragen angeben was man wählen würde - wenn man wählen ginge. Aber geht man dann am kommenden Sonntag tatsächlich? Oder sieht man die eigene Teilnahme dann doch nicht als so wichtig und bleibt zuhause? Man glaubt es kaum selbst das Wetter kann die Wahl mit entscheiden, da es die Anhänger der verschiedenen Parteien zu einer unterschiedlichen Wahlbeteiligung führt.

Ein wirklich kritischer Punkt ist die Beeinflussung der Wahlentscheidung, aber vor allem der Wahlteilnahme durch Umfragen. Wähler bleiben zuhause, weil der Eindruck entsteht, die Wahl sei bereits gelaufen. Auf diese Weise bilden Umfragen nicht nur Ergebnisse ab sondern beeinflussen diese. Das ist kritisch zu hinterfragen. Aus meiner Sicht sollten aktuelle Umfragen der Sonntagsfrage mindestens zwei Wochen vor der Wahl nicht mehr veröffentlicht werden dürfen. Oder ab Beginn der Stimmabgabe durch Briefwahl.

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statistic-man 19.09.2017, 15:12
48. Warum schaut keiner nach?

Viele beschweren sich, was Wahlprognosen zur Bundestagswahl doch für eine Kaffeesatzleserei wäre. Aber keiner verweist auf irgendwelche Zahlen. Warum? Weil es die These wiederlegen würde. Z.B. bei der letzten Wahl.
Das vielgescholtene Forsa:
http://www.wahlrecht.de/umfragen/forsa/2013.htm
Keine Partei mehr als 1.6 % falsch geschätzt, nur zwei über ein Prozent Abweichung

Das vielgescholtene Allensbach:
http://www.wahlrecht.de/umfragen/allensbach/2013.htm
Keine Partei mehr als 2 % falsch geschätzt, keine kleine Partei mehr als 0.6% falsch.

Und der Rest auch nicht wirklich schlecht. Checkt die Seite, die Historie reicht bis 1998 zurück (schaut mal die Genauigkeit von Allensbach bei dieser Wahl). Und das trotz der ganzen Problematiken, dass Wähler zuhause bleiben, sich umentscheiden oder strategisch wählen.
Also bitte die mit den Verschwörungstheorien aufhören, oder sie erweitern (nicht nur Umfragen sondern auch Wahlen sind getürkt) ;-) .

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PETERJohan 19.09.2017, 15:14
49. Regionen wie Osnabrück

sollen genau dem Ergebnis bei der Bundestagswahl übereinstimmen, so war es zumindest mal.Die dort erfragten Ergebnisse spielen dann in der Gesamtbewertung eine Rolle.Inzwischen können es andere Gebiete sein. Merkel sagte schon zu Recht,dass nicht alle glauben sollten die Wahl ist schon gelaufen.

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