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Umstrittene Forschungsfabrik in Münster: Wie Deutschland bei Batteriezellen Weltspitz
Judith Kraft/ MEET

Mit einer neuen Forschungsfabrik soll es Deutschland endlich gelingen, Batteriezellen zu produzieren. Ministerin Karliczek steht wegen der Standortwahl in der Kritik. Und es gibt zudem Zweifel am Konzept.

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purple 24.07.2019, 16:33
1.

Wenn BEVs jemals einen Durchbruch schaffen wollen, dann brauchen wir einen disruptiven Fortschritt bei den Batterien. Also Zellen, die einen Faktor 5 höhere Kapazitiä bezogen auf Volumen und Gewicht haben. Also Lithium - Luft oder ähnliche Konzepte. Wenn hier kein Durchbruch gelingt wird es keine Zukunft für BEVs geben. Man sollte dann auf FC-Fahrzeuge (Brennstoffzelle) setzen. Damit sind nämlich die Probleme Kapazität und Tankgeschwindigkeit heute schon gelöst - allerdings auch nicht von deutschen sondern von japanischen und koreanischen Herstellern. Das Preisproblem ist allerdings gleich.......

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herm16 24.07.2019, 16:34
2. es ist

wie immer, kaum will jemand etwas voran bringen stehen die ersten Kritiker auf der Platte. Von Dudenhöfer kommt nur nagatives

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ctrader62 24.07.2019, 16:36
3. Können die schon übers Wasser gehen ?

Eine Beamtenstruktur baut an einem Standort sehr weit entfernt von bisherigen Forschungsstätten und industrieller Fertigung und ohne vorhandenes Spitzenpersonal eine Forschungsfertigung auf. Die ist dann so viel schneller und so viel schlauer und so viel geschäftstüchtiger als alle anderen Anbieter auf der Welt, die das zig-fache an Geld investieren und wird führend auf der Welt.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann träumen sie auch heute noch.
Beim besten Willen - allein der Gedanke ist doch völlig größenwahnsinnig und hat Null Chance auf Erfüllung. Forschungsvorhaben zu koordinieren, Universitäten und Industrie und Anwender zusammen zu bringen, wie es das japanische Wirtschaftsministerium seit den 1970er Jahren macht, wäre eine sinnvolle Hilfe, den Rückstand zumindest nicht permanent größer werden zu lassen. Die Fantastereien von Frau Karliczek, die öffentlich verkündet werden und nicht den Hauch einer Chance haben, von irgendjemand geglaubt zu werden, machen mir wirklich Angst !

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jjcamera 24.07.2019, 16:37
4.

Keine Sache der Politik. So etwas kann nur dort entsehen, wo bereits seit Jahrzehnten mit Fachpersonal an Antriebstechnologien geforscht und entwickelt wird. Alles andere sind politische Ressentiments. Die haben in dieser Sache aber schon zu viel Schaden angerichtet.

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Newspeak 24.07.2019, 16:40
5. ...

Schon der Name "Forschungsfabrik" zeigt, dass diese Leute nichts verstehen. Forschung wird nicht wie am Band erledigt. Besonders kreative Forschung nicht. Will man Batteriematerialien verbessern, kann man sich jahrzehntelang durch Mehrkomponentensysteme hochdurchsatzanalysieren, systematisch und ohne intellektuellen Anspruch, wie in einer Fabrik eben, und wird vermutlich keinen echten Erfolg haben. Man kann das Geld dann zu Tausenden und Millionen in teures und huebsch vorzeigbares Geraet investieren, natuerlich in huebschen Gebaeuden, und auch in teure Chemikalien, und tausende von Proben, die von akademischem Prekariat ausgewertet und in Hunderten von Bachelor- und Masterarbeiten verwurstet werden. Man koennte es aber, welche Ketzerei, auch in die Mitarbeiter investieren. In unbefristete, volle Stellen mit jaehrlichen Fortbildungen. In Karrieren von Nachwuchswissenschaftlern, denen man klare Perspektiven und Aufstiegsmoeglichkeiten anbietet, anstatt sie zu vergraulen. In Zeit zum Denken. In Raum fuer Kreativitaet. So hat man das frueher gemacht, z.B. als Bell Labs noch gut waren, und eine nobelpreistraechtige Entdeckung nach der naechsten gemacht haben. So wird man das, so glaube ich, in Deutschland natuerlich nicht machen, sondern eben wie zuvor beschrieben. Deshalb spielt deutsche Forschung international auch eigentlich keine besondere Rolle mehr.

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dirkcoe 24.07.2019, 16:42
6. Ich habe da Zweifel

das es einfach so - weil man das will - möglich ist, technologisch zu den Asiaten aufzuschließen. Der Standort sollte in Zeiten moderner Kommunikation dagegen kaum eine Rolle spielen. 500 Mio Euro in vier Jahren dürften nur ein Bruchteil dessen sein, was in China in die Entwicklung investiert wird.

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acitapple 24.07.2019, 16:58
7.

Zitat von ctrader62
Forschungsvorhaben zu koordinieren, Universitäten und Industrie und Anwender zusammen zu bringen, wie es das japanische Wirtschaftsministerium seit den 1970er Jahren macht, wäre eine sinnvolle Hilfe, den Rückstand zumindest nicht permanent größer werden zu lassen. Die Fantastereien von Frau Karliczek, die öffentlich verkündet werden und nicht den Hauch einer Chance haben, von irgendjemand geglaubt zu werden, machen mir wirklich Angst !
Davon sind Sie in D richtig weit entfernt. Es gab vor einigen Jahren mal den Vorschlag den Austausch zwischen Universitäten und Handwerkern zu fördern, also Theorie und Praxis ein wenig anzugleichen. Es wurde umgehend seitens der Bildungselite klargestellt, dass Universitätsgelehrte nichts mit den doofen Handwerkern anfangen könnten. Man solle sich an Fachhochschulen wenden. Und diese Haltung dringt heute noch überall durch. Wie wollen Sie da von Zusammenarbeit sprechen ?

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Müllerin von der Au 24.07.2019, 17:00
8. Alles steckt in der Batterie

Elektrische Fahrzeuge, gleich ob für Personen oder Last, klein oder groß, ob in der Luft, zu Lande oder zu Wasser, stehen und fallen mit dem Energiespeicher.
Die Deutschen bauen die besten Autos der Welt. Niemand kann bessere Benziner oder Dieselmotoren bauen. Aber das Know-how für Elektromotoren gibt es in der ganzen Welt.
Wenn es nicht gelingt, in der Schlüsseltechnologie zu führen, was können wir dann erwarten?

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Müllerin von der Au 24.07.2019, 17:08
9.

Zitat von dirkcoe
das es einfach so - weil man das will - möglich ist, technologisch zu den Asiaten aufzuschließen. Der Standort sollte in Zeiten moderner Kommunikation dagegen kaum eine Rolle spielen. 500 Mio Euro in vier Jahren dürften nur ein Bruchteil dessen sein, was in China in die Entwicklung investiert wird.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Womöglich nicht für den Preis.
Wie geil wäre das, wenn sich eine Nation ein Ziel setzen würde, so hoch wie der Mond und den Mut hätte, so auf die Kacke zu hauen, dass es auch klappen kann?
Eine Batterie, so schnell zu laden und so voll und so leicht wie ein Benzintank: Das wäre ein solches Ziel. Besser als eine Mondlandung.

Wer in Deutschland Forschung fördert, sollte es halt möglichst auch so machen, dass der Erfolg davon in Deutschland bleibt und nicht überall in der Welt, außer in Deutschland.

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