Forum: Wissenschaft
Umstrittene Forschungsfabrik in Münster: Wie Deutschland bei Batteriezellen Weltspitz
Judith Kraft/ MEET

Mit einer neuen Forschungsfabrik soll es Deutschland endlich gelingen, Batteriezellen zu produzieren. Ministerin Karliczek steht wegen der Standortwahl in der Kritik. Und es gibt zudem Zweifel am Konzept.

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10kwh 24.07.2019, 17:44
20. Herr Dudenhöffer

Worauf basiert von diesem selbsternannten Elektromobilitätspapst eigentlich seine oben genannte Aussage?
Ich bekomme langsam echt den Vogel, wenn ich in fast jedem Beitrag und Reportage seine Kommentare zur Elektromobilität anhören muss. Er hat zum Teil Recht, erzählt aber auch viel Mist. Vielleicht sollte man echte Experten mal fragen, die sich intensiv mit diesen Themen beschäftigen und nicht nur vom Hörensagen ihre Einschätzung dazu abgeben, wie es Herr Dudenhöffer macht. Ich komme aus der Branche und kann seine Meinung überhaupt nicht teilen, weil wir erstens das Rad nicht noch einmal erfinden, sondern eine Lösung brauchen, die uns unabhängig von den Asiaten macht. Wir kämpfen jetzt schon mit der Verfügbarkeit und den Preisen der Zellen und werden immer einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den japanischen und koreanischen Automobilherstellern dadurch haben. Dass wir am Recycling forschen müssen ist ja klar und wichtig, ebenso sind die meisten HV Batterien in den deutschen Fahrzeugen von den Herstellern bereits selbst entwickelt und werden auch weiterhin entwickelt, dafür brauchen wir keinen "Expertenaussage". Aber zu sagen, dass wir statt in Zellenentwicklung in Recycling und Batterientwicklung investieren sollten, halte ich für äußerst riskant und gefährlich. Wenn die Asiaten nicht mehr liefern, dann nutzen uns die besten Recyclingmethoden und Batterien nichts mehr, denn dann sind wir pleite ...

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mborevi 24.07.2019, 17:56
21. Die heute bekannten ...

... Batteriezellen genügen ausnahmslos nicht den Anforderungen, wie sie im Verkehr auftreten. Es macht daher keinen Sinn, große Fabriken dafür zu bauen. Sinn macht es, Geld in die Erforschung der Elektrochemie zu stecken, insbesondere der organischen Chemie. Batterien auf organischer Basis, eventuell unter Beteiligung von Luftsauerstoff, hätten eine bessere Rohstoff- und Wiederverwendungsbilanz, wenn es sie denn gäbe. Man scheue sich elektrische Fische an.

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tatsache2011 24.07.2019, 18:14
22. Fabrikationsmethoden

Zitat von Fait Accompli
... In dieser "Forschungsfabrik" soll nicht wie am Fliessband geforscht werden, sondern es sollen neue bzw. neuartige Fabrikationsmethoden erforscht und dann entsprechend umgesetzt werden.
Richtig, es geht um "neue bzw. neuartige Fabrikationsmethoden",
z.B. für diese Batterie
[Zitat vom 9.4.2019]
"Mehr Leistung und Langlebigkeit mit anorganischem Elektrolyt.
... nicht brennbar ...
Die im deutschen Labor des Unternehmens in Bruchsal entwickelte Innolith Energy Battery soll dementsprechend Reichweiten für Elektroautos von über 1.000 Kilometer mit einer einzigen Batterieladung ermöglichen.
Außerdem soll der neue Super-Akku auch die Kosten erheblich senken, da er ohne kostspielige exotische Materialien (wie etwa Kobalt als Kathodenmaterial) auskommt."

https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/alternative-antriebe/batterie-elektroauto-1000km-innolith-reichweite-nicht-brennbar/

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schamot 24.07.2019, 18:42
23. Das Problem liegt im System

Deutschland, wo momentan private Interessen und Bereicherungen wichtiger sind als Gemeinwohl. Gesetze haben entsprechende Leute auf sich angepasst um straffrei davon zu kommen.

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awoth 24.07.2019, 18:44
24. Schon wieder Weltspitze bei irgendwas??

Lasst den anderen Nationen doch wenigstens eine klitzekleine Chance!
Wie wär's, wenn wir erstmal bei den Gehältern für die Forscher*innen wenigstens aus dem unteren Mittelfeld rauskämen. Exzellenz und Weltspitze kosten nämlich was. Leider!

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willibaldus 24.07.2019, 18:48
25.

Zitat von purple
Wenn BEVs jemals einen Durchbruch schaffen wollen, dann brauchen wir einen disruptiven Fortschritt bei den Batterien. Also Zellen, die einen Faktor 5 höhere Kapazitiä bezogen auf Volumen und Gewicht haben. Also Lithium - Luft oder ähnliche Konzepte. Wenn hier kein Durchbruch gelingt wird es keine Zukunft für BEVs geben. Man sollte dann auf FC-Fahrzeuge (Brennstoffzelle) setzen. Damit sind nämlich die Probleme Kapazität und Tankgeschwindigkeit heute schon gelöst - allerdings auch nicht von deutschen sondern von japanischen und koreanischen Herstellern. Das Preisproblem ist allerdings gleich.......
Für Brennstoffzellenautos gibt es auch hierzulande schon fertige und funktionierende Fahrzeuge. Es will nur niemand die Bereitstellung der ganzen nötigen Infrastruktur in die Hand nehmen.

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willibaldus 24.07.2019, 18:54
26.

Ich sehe da kein grosses Problem. Die Uni Münster hat ein ganz tolles Kompetenzzentrum im Aussenbereich aus dem Boden gestampft. Bisher hauptsächlich für Biotech. Ein Schulkollege hat da ein Startup gegründet und später an Roche verkauft. Jede Menge Platz, eine Universitätsstadt mit über 50000 Studenten. Sehr attraktiv auch für ausländische Spitzenkräfte wegen der hohen Lebensqualität der Stadt.
Scheint mir eine gute Wahl zu sein.

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willibaldus 24.07.2019, 18:59
27.

Zitat von mborevi
... Batteriezellen genügen ausnahmslos nicht den Anforderungen, wie sie im Verkehr auftreten. Es macht daher keinen Sinn, große Fabriken dafür zu bauen. Sinn macht es, Geld in die Erforschung der Elektrochemie zu stecken, insbesondere der organischen Chemie. Batterien auf organischer Basis, eventuell unter Beteiligung von Luftsauerstoff, hätten eine bessere Rohstoff- und Wiederverwendungsbilanz, wenn es sie denn gäbe. Man scheue sich elektrische Fische an.
Genau das soll die sogenannte "Fabrik" auch leisten. Spitzenforschung in Batterietechnik. Sehr vielversprechende Ansätze sind Natrium-Luft Batterien, oder Redox-Flow Lösungen für den Massenspeicher von Windstrom auf Polymerbasis für den Einsatz in Salzkavernen etwa, wie bei der EWE in Jemgum.

So ein Kompetenzzentrum kann überall stehen, da braucht es keine Nähe zu irgendwelchen Automobilanwendern. Da ist weder irgendwelche Motor oder Getriebetechnik beteiligt, noch hochleistungsfähige Legierungen oder sonstwie autospezifisches.

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Thomas Schröter 24.07.2019, 19:55
28. wie wärs denn mit 15 Jahre Rückstand aufholen?

Nachdem auch die Merkeladministration nun aufgewacht zu sein scheint ist es das was man gegenüber anderen Nationen wie z.B. den Chinesen hat. Und die schaffen es ihren technischen Vorsprung in der Batterietechnologie zudem noch in fertige Massenprodukte umzusetzen, was in der Vergangenheit gerade bei deutschen elektrotechnischen oder anderen Patenten oft von den amerikanischen Freunden übernommen wurde wohl nicht zuletzt wg. deren hiesigen, ausgezeichneten nachrichtendienstlichen Ausstattung.
Ansonsten hat Deutschland sich in den letzten Jahrzehnten erfolgreich bemüht den elektrotechnischen Nachwuchs möglichst frühzeitig zu frustieren und so die hiesigen Resourcen ausbluten zu lassen auch weil man meinte in Indien sei solcher viel billiger heranzubilden.

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kleverle 24.07.2019, 20:38
29. Batteriestandort Deutschland

Es wäre erwiesenermaßen besser, wenn alle Politiker und Beamte die Finger von so wichtigen Projekten lassen würden. Denn sonst wird das mit Garantie nichts. Bestes Beispiel BER und Pkw Maut. Insbesondere die Bildungsministerin verfolgt doch schon im Anlauf Ziele die mit dem eigentlichen Ziel nur wenig bis nichts gemein haben. Solchen Nieten sollte man eigentlich auf keinen Fall so bedeutende Entscheidungen überlassen.

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