Forum: Wissenschaft
Umstrittene Kehrtwende: EU-Arzneimittelbehörde in der Pharmalobby-Falle?
rygar71 20.06.2014, 08:11
1.

Und wieder setzen sich Lobbyisten durch und das Diktat der Wirtschaft setzt sich fort. Die Politiker vertreten das Volk schon lange nicht mehr, sondern sind willfährige handlanger des Finanz- und Wirtschaftssystems.

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docmillerlulu 20.06.2014, 08:24
2.

Hat die EU wieder gegen die Lobbyisten verloren? Ich dachte die EU hätte die Macht Gesetze zu erlassen und sich nicht Sachen vorschreiben zu lassen. Es wird an der Zeit das Lobbyisten-Pack vor die Tür zu setzen.

Wir hatten den gleichen Fall bei den Nahrungsmitteln, zuletzt die Futterfette. Jeder verarbeitende Betrieb hat mehrere Analysen seiner Produkte und Rohstoffe den Behörden offen zu legen. Da wurden solange Analysen gemacht bis man drei davon, welche in Ordnung waren, zusammen hatte - die wurden dann vorgezeigt.
Jetzt wird von den unabhängigen Laboren jede Analyse direkt an die Behörden weitergegeben, nicht verkehrsfähige Ware kann so nicht mehr vertuscht werden. Das System ist relativ sicher.

Die Pharmahersteller werden das nun genau so machen. Fällt eine Studie schlecht für das neuen Präparat aus so wird sie zurückgezogen und eine neue gemacht.

Merkt hier eigentlich niemand wie wir als Konsumenten von unseren "Volksvertretern" verkauft werden? Die machen das doch nur für Cash - da ist selbst der Kongo und der letzte Failed State transparenter.

Die Übersetzung lautet wieder: Wir EU Beamte bekommen von den Lobbyisten dermaßen viel Kohle daß uns Eure Interessen am Ar... vorbei gehen!!!

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karlsiegfried 20.06.2014, 08:34
3.

Natürlich Lobbyarbeit. Was denn sonst? Geld stinkt nicht und der Karriere tut es gut. Definition Lobbyarbeit: Durch ausreichende Bezahlung Politker gefügig zu machen. Versagt dieses Modell, dann wird gedroht. Mit Karriereverlust, Einkommensentzug, Gewalt oder auch mit dem Tod. Die Geschichte kennt Tausende Beispiele dafür.

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specialsymbol 20.06.2014, 10:26
4.

Komisch, auf der einen Seite gibt es ständig Politik für die Pharmalobby. Auf der anderen Seite wird grundsätzlich alles verboten was das Leben schöner macht aber nicht direkt "Krankheiten" heilt - außer Viagra, das war die große Ausnahme. Eine ähnliche Pille für die Frau war sehr erfolgreich getestet worden, von der EU aber als "Lifestyle-Produkt" verboten worden.

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taglöhner 20.06.2014, 12:39
5. Lobbyismus

Zitat von rygar71
Und wieder setzen sich Lobbyisten durch und das Diktat der Wirtschaft setzt sich fort. Die Politiker vertreten das Volk schon lange nicht mehr, sondern sind willfährige handlanger des Finanz- und Wirtschaftssystems.
Wenn es ein Diktat der Wirtschaft gäbe, würden Sie noch nicht mal das Wort Transparenzrichtlinie kennen.

Richtig ist, dass die von den politischen Entscheidungen potentiell Betroffenen versuchen inhaltlich Einfluss zu nehmen. Das können Firmen ebenso sein wie NGOs. Solange sie dies mit Argumenten tun und nicht mit Jobangeboten oder Geld ist das völlig in Ordnung und konstruktiv. Sollen sich die Politiker und Beamten die Konsequenzen ihres Tuns selbst ausdenken?

Und kommen Sie von dem Trip runter, Wirtschaft sei so etwas wie eine unanständige Krankheit. Der Grund dafür, dass sowohl unsere Administration als auch unsere Infrastruktur etwas anders aussieht, als die von Sierra Leone ist kein Zufall.

Brecht gilt. Auch moralische Standards müssen erwirtschaftet werden.

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marlee 20.06.2014, 15:48
6.

Tschuldigung, aber wer hier das Hinundher nicht verstanden hat, sollte vielleicht mal die Juristen fragen oder einfach mal auch nur beide Seiten und nicht nur bei einer Lobbyorganisation (CEO, ebenfalls Lobby...), um zu wissen, worum es geht und wo hier die Probleme liegen. Nicht nur, dass nicht ohne Grund gerade mindestens zwei Gerichtsverfahren vor Gericht in der EU anhängig sind, bei denen es um die Herausgabe von Daten durch die EMA nach der erst vor ein paar Jahren durch die EMA vollkommen geänderten Politik zur Herausgabe und Einsichtnahme von Daten geht.
Nicht umsonst gibt es ein Problem, wenn man sieht, dass die Mehrzahl der bisherigen Anträge auf Einsichtnahme bei der EMA von Konkurrenten stammen, nicht von Forschern. Und dass es nicht überall auf der Welt anerkannt ist, das Patent- und sonstige Schutzrechte zu beachten sind. Natürlich handelt es sich bei dieser Industrie um eine besondere, da die Produkte und Forschung in diesem Bereich Leben retten, Patentrecht hin oder her.
Natürlich ist es wichtig, dass Daten durch unabhängige Stellen nachgeprüft werden können, Tamiflu ist das beste Beispiel aus letzter Zeit. Das Problem ist aber nicht schwarz und weiß, sondern juristisch kompliziert. Auch hier gibt es Urheberrechte, auch hier steckt viel Geld in der Entwicklung der Produkte. Die Mehrzahl der Forscher ist m. E. aber nicht so altruistisch, wie hier unterstellt. Die Forschung wird vielfach finanziert von Unternehmen, ist diktiert von finanziellen Interessen, Ausnahmen bestätigen die Regel.

Hier einen Mechanismus zu finden, wie ein Zugang gewährt werden kann, ohne das Missbrauch betrieben wird, ist schwierig, was man nicht zuletzt an den langen Diskussionen sieht.

Noch etwas: Wenn es darum ginge, im Gesundheitswesen danach zu gucken, wo wer bereits mal gearbeitet hat, dann könnte man mehr als die Hälfte der Personen aussortieren. Der EMA-Chef hat recht, es wäre absolut naiv, hier jedesmal von Lobbyismus zu sprechen.

PS: Unverständlich ist auch, warum der Begriff "Transparenz-Richtlinie" auf den Artikel zur EU-VERORDNUNG zu klinischen Prüfungen verlinkt. Die beiden haben miteinander NICHTS zu tun...

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fragel 22.06.2014, 14:50
7.

EU-Arzneimittelbehörde = Kasperletheater
Da dieser Verein nicht mehr glaubwürdig ist , kann jeder die Medikamente verwende, bei denen er denkt, kannst sie ja mal versuchen. es werden in Europa amerikanische Medikamente zugelasen, deren Beipackzettel ganz andere Inhalte haben. Das zB Herz-Kreislauf- Erkrankungen entstehen können und diese auch zum Tote führen, wird nicht angeführt. Eigenartigerweise steht es Auf den amerikanischen Beipackzettel nur Brüssel lehnt den Vermerk in Europa ab. Also ist meine Annahme sicher nicht falsch, da fließen reichlich Schmiergelder.

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denkenderdenker 24.06.2014, 20:52
8.

Na das ist doch klar. Die Pharmaindustrie ist, wie alle Unternehmen, nur an Profit, Gewinn und Geld interessiert, nicht an das Wohl der Verbraucher.

Sie fälschen und erfinden Studien, zwingen Ärzte neue Medikamente zu verschreiben, damit diese dann am nichts ahnenden Mann getestet werden können. Das ist die unschöne Realität.

Aber mich wundert das nicht mehr. Es gibt kein Unternehmen mehr, was nur mit WAHREN FAKTEN und im Sinne der Verbraucher handelt.

Die Lobbyisten sind viel zu starkt als dass sich die Politik durchsetzten könnte. Sie drohen ihr einfach und die sache ist vom Tisch. Der Leidtragende ist wie immer das Fundament einer Gesellschaft - der einzelne kleine Bürger, der nur belogen und betrogen wird, weil es Wesen gibt, die skrupellos sind vom Leid des einzelnen im IHREM eigenen Interesse zu handeln und zu profitieren

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