Forum: Wissenschaft
Umstrittene Studie: Löste Klimawandel den Syrien-Krieg aus?
REUTERS

Eine alarmierende Studie hat weltweit für Aufregung gesorgt. Die Autoren behaupten, der Klimawandel habe Dürre und Bürgerkrieg in Syrien mitverursacht. Doch die These ist kaum zu halten.

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Dieter62 07.03.2015, 00:21
1. Was auch immer der Klimawandel

bewirken wird, für alles verantwortlich machen scheint mir doch allzu sehr vereinfachend zu sein. Ist eine richtige Modeerscheinung. Sogar die Mayas sollen deswegen ausgestorben sein, behaupten irgendwelche "Wissenschaftler" Die wissen ja nicht einmal, dass die Mayas gar nicht ausgestorben sind. Das Klima ändert sich dermassen langsam, verglichen mit der Lebensspanne des Menschen, dass deswegen keiner sein Verhalten ändert. Sehen wir doch gerade. Wenn in sagen wir 30 Jahren die Durchschnittstemperatur um 2 Grad steigt, merkt man davon gar nichts, weil dann niemand sich mehr erinnert, wie das Klima im Jahr 2015 war. Man meint dann einfach, dass das neue Klima normal ist und stellt sich darauf ein. Es mag ja sein, dass gewisse Pflanzen da mehr Mühe haben werden, und sich die Tierwelt verändert, aber sicher ist das keineswegs. Es gibt Gegenden der Erde, wo bei Niederschlagsmengen, welche anderswo nur sandige Wüsten zulassen, eine relativ üppige Vegetation vorhanden ist. Etwa im Nordosten von Sonora in Mexiko. Da regnet es auch nicht mehr als in Syrien, aber es gibt dort oben keine Wüste. Im Nahen Osten hat man halt in 10000 Jahren Kulturgeschichte alles abgeholzt, verfeuert und verfüttert, was da war, ähnlich wie in Haiti. Das durch falsch verstandene Religion noch ein extremer Geburtenüberschuss im Nahen Osten verursacht wird, hilft auch nicht wirklich. Die nordamerikanischen Indianervölker hatte über Jahrhunderte kaum einen Bevölkerungszuwachs aufzuweisen und waren auch kaum je krank. Es kann jedenfalls unmöglich Gottes Wille sein, aus Menschen eine Heuschreckenplage zu machen. Fruchtbar sein und sich mehren ist das eine, aber diese Anweisung Gottes haben wir wirklich gut erfüllt. Jetzt können wir langsam zu diesem Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst übergehen, und aufhören unseren Garten eden weiterhin so zuzumüllen.

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alfredjosef 07.03.2015, 00:23
2. seichte Wissenschaft

PNAS geht den Weg, den zuvor schon Science und dann Nature gegangen sind:

spektakulärer Unsinn, um Auflage und Zitate zu erhöhen, a la BILD der Wissenschaft.

Schade eigentlich, wer publiziert dann die wirklich guten neuen Sachen? Die drei jedenfalls nicht mehr! aj

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DerDodga 07.03.2015, 01:50
3. das Problem mit den Modellen

Wie ich schon öfter geschrieben habe, ist das Hauptproblem an der ganzen Klimwandeldiskussion exakt in diesen begründet: Einerseits wird auch und gerade von Leuten die sich damit auskennen betont, dass man viele Einflüsse auf das Klima nicht wirklich verstanden hat, woraus logisch folgt dass man es selbstverständlich erst recht nicht umfassend simulieren bzw. berechnen kann - geschweige denn vorhersagen. Dabei können natürlich nur bekannte Faktoren einfliessen und der Rest maximal geschätzt sprich grob über den Daumen gepeilt werden.

Nur weil ein Modell einen längeren bekannten Zeitraum recht exakt vorhersagen kann, lässt sich daraus bei einem solchen Komplexen System aber leider kaum eine Zuverlässigkeit für die Zukunft ableiten, da es sich vereinfacht um ein System mit unbekannten Einflussfaktoren sowohl in Wirkungsweise als auch der Schwere der Auswirkung handelt. Schon ein kleiner Fehler bzw. unbekannter Faktor kann aber gravierende Auswirkungen haben, die mit dem betrachteten bzw. vorhergesagten Zeitraum drastisch ansteigen.

Dazu ist noch die Datenlage gemessen an den Zeiträumen in denen sich Änderungen überhaupt erst bemerkbar machen gelinde gesagt ziemlich dünn. Die Modelle werden auf diese spärlichen Daten hin angepasst bis es hinhaut, und man meint daraus halbwegs verlässliche Daten für die Zukunft ziehen zu können. Die Unsicherheiten bei den Vorhersagen die (immerhin) häufig genannt werden, können logischerweise auch nur auf den _bekannten_ Faktoren basieren - und somit auch deutlich größer ausfallen.

Das ist vereinfacht in etwa so, wie wenn ich mir den Börsenkurs und einige wenige andere Kennzahlen der letzten Jahre eines Unternehmens anschaue und daraus versuche die zukünftige Entwicklung vorherzusagen. Und selbst wenn diese Vorhersage die gesamte Firmenhistorie abdecken würde, würde sie immer noch massive Unsicherheiten beinhalten, die ich dummerweise kaum quantifizieren kann. Es ist praktisch wohl unmöglich, eine zugrundeliegende Funktion daraus zu gewinnen, die die Entwicklung zuverlässig vorhersagen kann.

Ein anderes noch einfacheres Beispiel wäre die Betrachtung der Beschleunigung eines Autos. Wenn ich nur sagen wir die Stellung des Gaspedals und die daraus resultierende Beschleunigung in wenigen Momentaufnahmen betrachte, kann abhängig von den Momenten so manches Kuriosum daraus abgeleitet werden - etwa dass die Beschleunigung und die Geschwindigkeit immer weiter zunimmt, bis zur Lichtgeschwindigkeit. Oder eben dass das Auto gar nicht fährt, weil gerade (was ich nicht weiss) kein Gang eingelegt ist.

Was also in kleinem Rahmen für einzelne Länder wie in diesem Fall Syrien gilt, muss meiner Ansicht nach erst recht für "das große Ganze" gelten. Denn natürlich ist dieser Landstrich auch nicht der einzige, von dem es nicht allzu viele Daten gibt...

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Hamid A. 07.03.2015, 02:17
4. Sehr komisch

Für Waffen und Munition sind Jahre lang hunderte Millionen $ vorhanden, aber zum Aufbau von Meerwasserentsalzungsanlagen und Bewässerungsanlagen fehlt sowohl der syrischen Regierung als auch den Terroristen das Geld!? Solche Studien belegen mir, dass diese Doktoranden und Diplombesitzer nicht mal auf dem Niveau eines Grundschülers zu rechnen in der Lage sind; nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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hinifoto 07.03.2015, 03:27
5. Von Menschen gemachtes Desaster

"Wasserturm nahe Raqqa in Ostsyrien 2010: Fünf Jahre Regenarmut haben große Flüsse zu Rinnsalen schrumpfen lassen".
Zu sehen ist der einst grosse Fluss Euphrat. Die Wassermenge und Wasserqualität haben sich auch durch den massiven Ausbau von Staudämmen in der Osttürkei verschlechtert. Und der Ausbau dieser Projekte an den Zuflüssen von Euphrat und Tigris wird weiter betrieben. In wenigen Jahren wird nur noch wenig des dringend benötigten Lebensmittels für die Menschen in Syrien und Irak zur Verfügung stehen.

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cektop 07.03.2015, 07:44
6. Umstrittene Theorie:

Krieg durch Konflikte?

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cirkular 07.03.2015, 08:13
7. Die Syrer wollten doch mehr Demokratie

weil man von Demokratie so richtig satt wird. Im Ernst, die Aufstände in Nordafrika und im Nahen Osten waren Hungeraufstände. Diese Information ist nicht neu. Ob sie jetzt durch den Klimawandel hevorgerufen wurden oder nicht, ist letztlich sekundär. Klimawandel erzeugt Völkerwanderungen, ob wir wollen oder nicht.

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chiefseattle 07.03.2015, 09:48
8. erst der Anfang

Natürlich kann das Klima Kriege bewirken. Biafra, Bangladesh, Äthiopien, Somalia, Syrien - Dürre, Wassermangel, Ernteausfälle führen zu Protesten und Migration, eventuell Krieg.

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wizzbyte 07.03.2015, 09:51
9. Zusammenhänge ?

Dürrephasen, welche zu Hunger führen, können Bevölkerungswanderungen auslösen. Diese können dann können Kriege fördern. Dafür gibt es reichlich Einzelnachweise. Die oben beschriebenen Arbeiten sind - wenn zutreffend wiedergegeben - wissenschaftlich disziplinlos.

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