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Umstrittene These: Parasit könnte menschliches Verhalten steuern

Der Parasit Toxoplasma gondii macht es sich in Katzen gemütlich, aber auch in vielen Menschen. Bislang gilt er nur für Schwangere und Immunschwache als gefährlich. Doch ein tschechischer Forscher ist überzeugt, dass der Erreger sogar unser Verhalten beeinflussen kann.

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Newspeak 07.04.2009, 00:48
60.

Zitat von lalunasuerte
Das Thema ist sehr aufregend aber nicht neu.....auch der hergestellte Zusammenhang zum Kreationismus ist denkbar,wenn man sich aber die Frage stellt,wozu sind Viren in der Lebenden Welt eigentlich gut ,dann läst sich nichts finden was dies beweisen könnte,sondern immer nur das Gegenteil ...leider.
Wozu müssen Viren zu etwas gut sein? Den Sinn impliziert doch der Mensch.

Viren sind zuerst mal komplexe Ansammlungen von Molekülen. Ihr "Verhalten" beruht auf Chemie und Physik. Insofern sind Viren per se so nützlich wie Atome oder Moleküle an sich. Sie haben keinen Nutzen, sie existieren einfach. Im größeren Zusammenhang, d.h. im Hinblick auf die Evolution komplexerer Organismen mögen Viren tatsächlich auch einen Nutzen haben, nämlich für einen flexiblen Austausch von genetischem Material zu sorgen. Selbst tumorerzeugende Viren haben dann einen evolutionären Nutzen, weil sie die Mutation von Zellen befördern.

Zitat von lalunasuerte
Der Tollwut Virus bzw. das Rabies-Virus steuert ganz klar das ZNS des Wirtes,und es ist eher unwahrscheinlich das hier von einer eigenen Intelligenten Vorgehensweise des manipulierenden Erregers gesprochen werden kann.....sondern eher von einem fest programmierten Verhalten mit einer genau definierten Absicht des "Schöpers". Doch wer soll denn der Schöpfer sein ??? Sind wir Menschen es gar selbst gewesen ??? ...etwa um Kriege zu führen ...welches wir auch taten nur in einer früheren Epoche???
Das Tollwut-Virus steuert seinen Wirt nicht weil es "denken" kann, oder weil es einen "Schöpferplan" dahinter gibt, sondern weil sich die zugrundeliegenden Mechanismen im Laufe der Evolution entwickelt haben. Es ist immer dasselbe Prinzip. Am Anfang steht z.B. eine Population von Tollwut-Viren, die in unterschiedlichem Maße dazu befähigt sind, Aggression hervorzurufen. Infizierte, die sich aggresiv verhalten tragen das Virus aber mit einer höheren Wahrscheinlichkeit weiter. Ergo haben diese Viren einen Vermehrungsvorteil und setzen sich auf Dauer durch. Ohne Schöpfer, ohne eigene Intelligenz, rein mechanisch.

Zitat von lalunasuerte
Oder sind Viren der Hecht im Karpfenteich also etwas ganz natürliches ??? Oder haben Viren uns geschaffen????
Natürlich sind Viren etwas ganz natürliches. Was sollen sie denn sonst sein? Es gibt im engeren Sinne überhaupt nichts künstliches. Wer sowas behauptet zeigt nur seine fehlende Kompetenz in Chemie und Physik. Nehmen wir mal für einen Moment an, der Mensch erschafft einen Virus (z.B. als Biowaffe), dann tut er nichts, was die Natur so nicht auch könnte, außer daß er zielgerichteter vorgeht.

Im weitesten Sinne sind wir ein Produkt von Viren, insofern diese Organisationsform sehr viel einfacher ist, als der menschliche Organismus und deshalb vermutlich ein Vorläufer des Lebens. Inzwischen gibt es genügend Beispiele für die Zwischenstufen, Viren, die bereits Gene für Stoffwechselwege von Bakterien besitzen usw. Nach der Endosymbiontenhypothese sind die Zellen höherer Organismen z.T. auch durch Aufnahme niedrigerer Organismen enstanden, die Mitochondrien (abgetrennte Bereiche innerhalb jeder Zelle) ähneln einfachen Bakterien. Alles ergibt sich zwanglos aus der Evolution und sehr viel Zeit. Man braucht keinen Schöpfer, man braucht keinen Plan, um alles zu erklären.

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waldbaum 08.04.2009, 17:45
61. Verhalten

Zitat von sysop
Der Parasit Toxoplasma gondii macht es sich in Katzen gemütlich, aber auch in vielen Menschen. Bislang gilt er nur für Schwangere und Immunschwache als gefährlich. Doch ein tschechischer Forscher ist überzeugt, dass der Erreger sogar unser Verhalten beeinflussen kann.

Schizophrenie ist eine unerfreuliche Krankheit, nicht nur für Patienten sondern auch für Ärzte und Angehörige.
Weder Lobotomie noch Euthanasie( angeblich betraf dies auch Verwandte von A. Hitler) halfen.
Wenn jetzt einige Patienten nach dieser Entdeckung auf Neuroleptika verzichten könnten, wäre dies doch gut, auch wenn sich jetzt Psychiater und Allgemeinärzte streiten werden, wer die notwendigen Untersuchungen durchführe muss.

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Tom der Dino 10.04.2009, 18:04
62. Terminologie-Problem Ziel

Zitat von Newspeak
Wozu müssen Viren zu etwas gut sein? Den Sinn impliziert doch der Mensch. Viren sind zuerst mal komplexe Ansammlungen von Molekülen. Ihr "Verhalten" beruht auf Chemie und Physik. Insofern sind Viren per se so nützlich wie Atome oder Moleküle an sich. Sie haben keinen Nutzen, sie existieren einfach. Im größeren Zusammenhang, d.h. im Hinblick auf die Evolution komplexerer Organismen mögen Viren tatsächlich auch einen Nutzen haben, nämlich für einen flexiblen Austausch von genetischem Material zu sorgen. Selbst tumorerzeugende Viren haben dann einen evolutionären Nutzen, weil sie die Mutation von Zellen befördern......

Sie sprechen mir aus der Seele, wobei Seele übertragen gemeint ist.

Vielleicht sollte man noch stärker darauf hinweisen, dass die Zielgerichtetheit ein wesentlicher Punkt ist, der solche Diskussionen oft sehr erschwert.
Evolution bzw. Natur, also Physik, Chemie, Biologie etc. hat KEIN Ziel!!!!! Sie passiert/passieren einfach.

Dadurch, dass es kein Ziel gibt, gibt es auch keine Entwicklungen, welcher Natur auch immer, die im Hinblick auf die Erreichung des Zieles SINN machen. Wenn ein Zustand (z.B. der moderne Mensch) auftritt, musste zwar alles passieren, was dazu führte dass dieser Zustand auftritt. Der Zustand an sich hätte aber NIEMALS eintreten MÜSSEN (aber können)!

Ich hoffe ich konnte einige weitere Klarheiten beseitigen ;)

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