Forum: Wissenschaft
Umstrittener Genmais: Die Angst-Debatte
DPA

Die Diskussion über die mögliche Zulassung von Genmais zeigt einmal mehr: Deutschland hat ein Problem, sich auf neue Technologien einzulassen. Sachlichkeit wird durch Angstdebatten ersetzt.

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lupenreinerdemokrat 12.02.2014, 07:53
290.

Zitat von u.loose
Energiewende ab. Fakt ist - dieser "Genmais" ist schon lange auf Deutschlands Tischen denn er ist handelsfähig und zugelassen. Hier geht es um den Anbau über den sich manche Aufregen und die haben die Realität offenbar noch nicht erfasst. ..
Hier ein paar Fakten für die Uninformierten:

"Schon in geringen Mengen schädigen Glyphosat und »Roundup« die menschlichen Embryonal- und Plazentazellen sowie die DNA von Menschen und Tieren. In menschlichen Zellen kann »Roundup« innerhalb von 24 Stunden zum vollständigen Zelltod führen. Nachweislich tödlich ist »Roundup« vor allem auch für Amphibien. Zudem bestehen bei Menschen und Tieren Zusammenhänge zwischen Glyphosat und Fehlbildungen/-geburten. Darüber hinaus weist eine neuere Studie darauf hin, dass Glyphosat solchen Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Krebs den Weg ebnen sowie zu Depressionen, Herzinfarkten und Unfruchtbarkeit führen könnte. Nicht zuletzt hat Glyphosat hohe negative Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit und das Bodenleben: bestimmte krankheitserregende Pilze wie Fusarien (parasitäre Schimmelpilze, die ihren Wirt töten) werden gefördert, die Aufnahme von Mikronährstoffen und die Krankheitsabwehr von Pflanzen werden gestört, die für die Durchlüftung von Böden unverzichtbare Regenwürmer meiden mit Glyphosat belastete Böden."

http://albert-schweitzer-stiftung.de...t-auswirkungen

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Aushilfsösi 12.02.2014, 07:57
291.

Zitat von May
Die ganze Debatte ist auf ein neues Ausdruck der neuen Öko Religion. Man tut schlau und aufgeklärt, dabei brüht man uralten Aberglauben nur neu auf. Man nennt es nicht mehr Gott oder Schöpfung sondern Natur, meint aber im Grunde das selbe, denn "Natur" wird ideologisch überhöht, ja gar für sakral erklärt. Was genau "Natur" ist definieren natürlich die neuen Öko-Hohepriester: Atome und Gene sind es jedenfalls schonmal nicht. Und wehe der Mensch verändert absichtlich die heilige Natur...auch wenn es noch so vorteilhaft ist, das geht nicht. Natur ist heilig, daher bedarf es auch keiner Begründung. Wo Dogma herrscht sind Argumente schlicht nicht willkommen. Und ja, der Mensch ist ein Sünder und muss Buße tun, selbstgeißelung ist angesagt und innere Reinigung durch FairTrade Kaffee und Bio-Sojamilch. Und da der Mensch mit der Erbsünde behaftet ist, ist eigentlich alles was er macht auch irgendwie schlecht. Gerade Technologie ist von Grund auf böse. Da man aber auch nicht ohne kann lebt man mit einem ständig schlechten Gewissen. Doch zum Glück gibt es bei der Öko Religion auch modernen Ablasshandel: CO2 Zertifikate, EEG-Umlage und Mülltrennung sorgen dafür, dass man sich etwas Seelenfrieden erkaufen kann und trotz des SUVs in der Garage nicht befürchten muss Albträume von der immanenten Apokalypse zu haben.
Sind sie katholisch?

Wenn ja, kann ich sie verstehen, da die kath. Kirche Unterwerfung und nicht Hirn propagiert. Seit Luther ist der Christenmensch zur Übernahme von Eigenverantwortung angehalten und meine Eigenverantwortung sagt mir ganz schlicht, das Genfraß schlecht für die Erde und deren Bewohner ist. Warum?
Schauen wir nach Westen, über den großen Teich. Gentechnisch veränderte Lebensmittel gehören dort zum Alltag, keiner regt sich drüber auf. Aber wenn man die amerikanische Gesellschat betrachtet, könnte der Eindruck entstehen, das Fettleibigkeit und Genmanipulierter Fraß (anders kann ich das leider nicht bezeichnen) unbedingt in Zusammenhang stehen.
Hat man eigentlich schon mal in dieser Richtung geforscht??

Ich vermute mal das dies bisher noch nicht geschehen ist, aber ich lasse mich gern belehren

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Beat Adler 12.02.2014, 08:21
292. Grosskonzerne wollen Geld verdienen, das ist schon ein riesiges Problem

Zitat von hegauloewe
wollen Geld verdienen, dabei sind ihnen doch die Auswirkungen und Langzeitschöden bei Insekten etc. egal. Wir brauchen keine genveränderten Nahrungsmittel, die Büchse der Pandora ist schon geöffnet, aber man muss nicht alles säen was möglich ist
Grosskonzerne wollen Geld verdienen, das ist schon ein riesiges Problem fuer Antikapitalisten.

Die Produzenten von Insektiziden sind auch Grosskonzerne. Die Verkaufen etwas weniger, dafuer die Saatgut Grosskonzerne mit Bt Gen in den Nutzpflanzen etwas mehr. Die Insektizid-Grosskonzerne sind in Europa, die Anderen nicht. So what....
mfG Beat

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desireless 12.02.2014, 08:24
293. Ängste

Wer dem Verbraucher die Ängste vor Neuem nehmen will, sollte den Ängsten mit Gegenargumenten begegnen und Sicherheit in Form von Fakten geben. Wer aber - wie der Autor - dies nicht tut und den Verbraucher lediglich als unmündig, ungebildet und fortschrittsfeindlich stigmatisiert, braucht sich nicht zu wundern wenn Ressentiments gegenüber Gentechnik noch größer werden.

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Hodiko100 12.02.2014, 08:31
294. Spenden

Man achte darauf, aus welchem Industriezweig die nächste Großspende an die CDU erfolgt.

Die Autoindustrie hat ja mit ihrer Millionenspende bereits ihre Pflicht erfüllt.

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fl4uschi 12.02.2014, 08:35
295. emotionale Debatte

Diese Debatte wird viel zu emotional geführt. Beide Lager haben sich in ihren Ansichten verhakt und sind nicht bereit Argumente anzunehmen.
Das größte Problem ist meiner Meinung nach die Unaufgeklärtheit der breiten Öffentlichkeit. Dies zeigt schon der Name "Genmais", was wie ich finde Bild Zeitungs Niveau hat. Jedes Lebewesen hat Gene, man mag es kaum glauben, sogar Menschen und "Bio Mais" , sie sind sogar überlebenswichtig. Viele Leute wissen gar nicht wie die bei uns gepriesenen "natürlichen" sorten entstanden sind, nämlich durch zufällige Mutationen die durch radioaktive Bestrahlung erzeugt wurden. dann wird geschaut welche pflanze überlebt und welche äußerlichen eigenschaften sie hat, und dann ab aufs feld! ist die standardmethode, interessiert keine sau, auch wenn die risiken faktisch nicht abschätzbar sind. aber wenn ein Gen verändert wird, gezielt (!), dann empören sich alle. Gentechnik ist nur ein werkzeug, was damit gemacht wird ist nicht immer richtig, wie monsanto regelmäßig zeigt, es hat aber nichts mit der Technik an sich zu tun. an alle die sich darüber echauffieren sei gesagt, das schnitzel im discounter stammt von tieren, die seit ewigkeiten mit transgenem mais gefüttert werden also nur weil es in Deutschland nicht angebaut werden darf, heißt es nicht das es nicht schon bei uns ist.

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Beat Adler 12.02.2014, 08:38
296. Allergien nehmen zu

Zitat von robin-masters
Komisch das die Allergien immer mehr zunehmen gegen Weizen etc. das liegt unteranderem daran das die pflanzeneigenen Abwehrkräfte immer aggressiver werden. Glauben sie der menschliche Organismus reagiert nicht mit seiner Umwelt... das ist doch wohl die dümmste Annahme. Ich finde sowieso das kein Wissenschaftler der Welt die Gesamtzusammenhänge der Natur durchblicken kann vor allem weil Wissenschaftler auf ihrem Gebieten meistens Spezialisten sind und auf anderen eher wenige Durchblick haben. Scheuklappen halt....
Allergien nehmen zu:

Jedes Lebewesen auch der Weizen, ueberigens noch nicht mit gentechnisch veraendertem Genom auf dem Markt, will sich maximal vermehren.

Da eine Pflanze schlecht vor dem boesen Wolf wegrennen kann, schuetzt sie sich vor dem Gefressenwerden mit Giften, Bitterstoffen, Stacheln, Dornen, etc.

Keine Weizenpflanze will, dass ihre Embryonen = Koerner, gefressen werden.

Es ist der tausenden-von-jahre-langen Zuechtung von Kulturpflanzen, der Erfindung der Landwirtschaft im Garten Eden, zu verdanken, dass wir heute keine Jaeger und Sammler mehr sind.

Die Lebenserwartung der Jaeger und Sammler, wie hier im Wald bei den Pygmaeen, ist 40 Jahre. Die Kindersterblichkeit war so, dass pro Elternpaar in der Naehe von 2 Nachkommen ueberlebt haben. Eine stabile Zahl der Menschen hat sich eingestellt. Allergiker hatten keine Chance sich fortzupflanzen. Gene fuer Allergien kannten sich nicht ausbreiten.
mfG Beat

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serafino 12.02.2014, 08:39
297.

Zitat von maxgil
hab aber Biologie studiert! Glaubst du wirklich, dass ein Chihuahua noch viel mit einem Wolf gemeinsam hat? In klassischen Züchtungsansätzen wird mit Mutagenen Substanzen oder Radioaktivität gearbeitet, um das Erbgut massiv zu verändern, dann sucht man die raus, die den Angriff überlebt haben und vielleicht irgend etwas nützliches dabei entwickelt haben. So was haben wir schon im Grundpraktikum gemacht! Ist biologisch betrachtet nichts anderes als eine Beschleunigung der natürlichen Evolutionsgeschwindigkeit mit entsprechendem Selektivdruck. Aber wahrscheinlich ist eh egal, was ich hier schreibe...
Wahrscheinlich wirklich egal, was Leute schreiben, die damit was zu tun hatten. Ich wollte aber noch drauf hinweisen, dass bei "klassischer" Mutationszüchtung es in der Regel um "loss of function"-Mutanten geht, also Mutationen, bei denen ein Stoffwechselweg abgeschaltet wird, was durchaus auch positive Effekte, wie Reistenzen zur Folge haben kann. Bei der Gentechnik geht es in der Regel um "gain of function", also ein neues Protein wurde hinzugefügt, bei älteren Transgenen in der Regel auch zusammen mit Resistenzgenen.

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mamobi 12.02.2014, 08:41
298. sachlich und fundiert

Recht hat der Autor: Wir Deutsche sind dumm und technikfeindlich. Gut dass er in diesem Artikel ausgewogen und sachlich informiert. Nett auch, wie es ihm gelingt, sich auf unser Niveau zu begeben. Als Zweitnutzung könnte er den Artikel auch einer Bewerbung bei der Chemieindustrie beilegen. Gut, wenn wir durch solche Informationen gezeigt bekommen, dass wir den entsprechenden Firmen stets vertrauen können, da sie immer unser Bestes wollen. Ein Schelm, wer da nur an Geld denkt.

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rvdf11974 12.02.2014, 08:42
299. Ja geil...

Genau das Thema würde jetzt versuchen die Bildzeitung klein zu reden... Und nachdem so viele Redaktuere zu SPON gewechselt sind, fragte ich mich ob das Auswirkungen hat... Und ja hat sie... Gratulation lieber Spielgel!

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