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Umstrittenes Herbizid: Behörde erlaubt erneut Glyphosat-Mittel
REUTERS

Laut Koalitionsvertrag wollen SPD und Union die Anwendung von Glyphosat beenden - doch nun wurden 18 neue glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel zugelassen. Der Streit um den Stoff geht weiter.

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sven2016 03.03.2019, 15:27
10. @PinonFijo

Im „Ausland“ werden deutlich höhere Lebensmittelpreise akzeptiert als zur Zeit in Deutschland.

Der Landwirt ist allerdings derjenige, der vom Monsanto-Komplett-System am wenigsten Gewinn hat. Er ist zukünftig von *einem* Lieferanten des Systems und dessen Preisen abhängig, auf der anderen Seite vom Großeinkäufer, der seine Kostensituation sehr genau kennt.

Der Gewinn liegt woanders.

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monopuls 03.03.2019, 15:28
11. Kennzeichnungspflicht

Einfach Glyphogift kennzeichnungspflichtig machen. Wer will kann es dann kaufen.
Ich werde es nicht tun (...und ich bin ein studierter Chemiker) !

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waldschrat_72 03.03.2019, 15:33
12. Ich weiss nicht.

Zitat von hoeffertobias
Kein Glyphosateinsatz würde erstmal bedeuten, dass Landwirte auf andere Herbizide zurückgreifen. Es gibt in der EU mehr als 400 zugelassene PflanzenschutzWIRKSTOFFE in unzähligen Kombinationen. Ausnahmslos alle anderen Herbizide sind was Mobilität, Toxizität gegenüber Säugetieren, Wirkdauer und Toxizität gegenüber Insekten im Verhältnis zur (gewünschten) Wirksamkeit angeht, deutlich schädlicher als Glyphosat. Ergo verbietet man entweder ALLE Herbizide oder man lässt Glyphosat zu. Alles andere wäre Frevel an der Natur. Wenn aber die Gesellschaft eine Landwirtschaft ohne Herbizide wünschte, gäbe es schon heute einen viel einfacheren Weg: biologische Landwirtschaft! Am Ende wird es aber wohl darauf hinauslaufen, dass Glyphosat in DE verboten (bzw. nicht zugelassen) wird, und die fordernde Gesellschaft kauft dann Billigware aus dem Ausland. Leider eine sehr unehrliche Diskussion auf dem Rücken der Landwirte.
Irgendwie hilft es manchmal, sich einen Beitrag in Ruhe bis zum Ende durchzulesen, bevor man darauf antwortet. Ich verdamme Glyphosat nicht, mir ist klar, dass es unter all den herbizitären "Übeln" noch das eleganteste ist. Mir ist also ergo nicht ganz deutlich, was Sie mir mit Ihrer Gegenrede eigentlich sagen möchten ?!
Der biologischen Landwirtschaft als Ausweg aus dem derzeitigen Dilemma rede ich doch genau das Wort. Ich sage jedoch auch ganz deutlich, eine solche Agrarwende muss gesellschaflichen Konsens finden. Sonst wird das nix mit mehr Artenschutz und scheitert schlicht an Marktversagen.

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interessierter Laie 03.03.2019, 15:34
13. @hoeffertobias

biologische Landwirtschaft hat das gleiche Problem: Die Erträge pro Fl?che sinken, der Aufwand nimmt zu, die Kosten steigen. Übrigens: Die einfachste Methode des Verzichts ist die mechanische - den Acker komplett umpflügen. Nur wird die im allgemeinen als genauso schädlich bis schädlicher angesehen.

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Byrne 03.03.2019, 15:45
14. ?

Zitat von monopuls
Einfach Glyphogift kennzeichnungspflichtig machen. Wer will kann es dann kaufen. Ich werde es nicht tun (...und ich bin ein studierter Chemiker) !
Was wollen Sie denn bei Glyphosat kennzeichnungspflichtig machen? Soweit mir bekannt, steht auf allen glyphosathaltigen Pestiziden auch drauf, dass diese Glyphosat enthalten. Jeder kann somit entscheiden, ob er diese Mittel erwirbt. Oder haben Sie als studierter Chemiker da andere Informationen?

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timwev 03.03.2019, 15:48
15. Man kann es schaffen,

die Menschen gegen die eigene Lebenstmittel- und Energieversorgung protestieren zu lassen. Klar, Biolebensmittel sind weitgehend frei von Pestiziden. Aber warum schlagen dort Pilz und Wurm nicht zu? - Es wird mit Kupfersalzen gearbeitet. Im Gegensatz zum Glyphosat zerfällt das nicht in harmlose Bestandteile, sondern reichert sich als Schwermetall im Boden an, das interessiert aber niemanden. "Bio" ist eben Definitionssache.

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henne.k 03.03.2019, 15:52
16. Statt mehr Ertrag pro Quadratmeter bitte nachhaltigerer Umgang

Wenn ich sehe, wie viele Nahrungsmittel allein in deutschen Supermärkten vernichtet werden, weil sie abgelaufen und daher angeblich nicht mehr verzehrbar sind, dreht sich mir bei solchen Diskussionen der Magen um. Habt ihr mal geprüft, wie viel Brot und Backwaren euer Bäcker oder die Bäckereifilialen am Ende eines langen Arbeitstages entsorgen müssen? Nur wenige Betriebe arbeiten mit der Tafel zusammen und auch da herrschen klare Regelungen, die für viele teure, mit hohem Wasserverbrauch, Dünge- und Spritzmitteleinsatz hergestellte Nahrungsmittel das klare Aus in der Tonne bedeuten. Nur selten gibt es Läden, die bspw. Brot vom Vortag verkaufen. Das ganze Konzept stinkt doch zum Himmel. Anstatt alles tot zu spritzen sollten wir vielleicht mal das, was wir pro Quadratmeter an Nahrungsmitteln erzeugen, sinnvoll verwenden. Wenn wir das tun, könnten viele Bauern einfach auf Öko setzen. Geht natürlich nicht, wenn man reichlich für die Tonne produziert und daher die Preise gering halten muss, damit die lieben Investoren von Tengelmann und Co sich erfolgreich die Taschen voll machen können, um den nächsten Tripp auf der Luxusyacht aus dem Portemonnaie begleichen zu können. Sachgerechter, ressourcenschonender und umweltfreundlich-nachhaltiger Umgang beginnt nun mal in der Landwirtschaft. Wären wir Verbraucher nicht so unendlich geizig in Bezug auf hochwertige Lebensmittel, würden anstatt eines schicken Autos gesundes Essen auf den Tisch bringen, hätten alle noch viel mehr davon. Gesundheit endet übrigens nicht an der Supermarktkasse. Ernährung sollte uns mehr wert sein, Umwelt ohnehin.

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permissiveactionlink 03.03.2019, 16:13
17. Die Pflanzen nehmen Glyphosat

vor allem über die Blätter auf. Hört sich gut an, trifft aber so gar nicht zu, andernfalls könnte man Glyphosat pur versprühen. Das geht aber nicht, da die Blattoberflächen zunächst durchlässig gemacht werden müssen für Glyphosat. Dafür enthält Monsantos "Round-Up" einen ganzen Cocktail von Chemikalien, ohne die Glyphosat gar nicht in die Pflanzen hineinkäme ! Die genaue Zusammensetzung ist Firmengeheimnis. Man kann bequem davon ausgehen, dass dieses Monsanto-Herbizid (und andere unter anderen Markennamen) mindestens zwei Dutzend verschiedene Substanzen enthält. Im Gaschromatographen ist das schnell festgestellt. Für den Gesamtcocktail gab es keinerlei toxikologische Untersuchungen, lediglich die Reinsubstanz Glyphosat wurde auf toxikologische Wirkungen getestet. Und auch die Tatsache, dass Glyphosat ein pflanzliches Enzym hemmt, welches in tierischen Organismen nicht auftritt, da dort der diesbezügliche Stoffwechselweg (Shikimisäure-Weg) fehlt, kann nicht völlig ausschließen, dass Glyphosat (oder eine seiner Begleitsubstanzen) karzinogene oder teratogene Eigenschaften besitzt.

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Johann Dumont 03.03.2019, 17:03
18. mit der SPD ist alles Machbar - Gift für alle und alles

die SPD Führung ist intellektuell nicht in der Lage die Tradition einer sozialdemokratischen den Menschen verantwortliche Politik zu betreiben. Schröder hat Steuern auf den Gewinn bei Unternehmensverkäufen beinahe ganz abgebaut. Die Folge Ausverkauf - Kuka, Linde, Daimler, Bayer usw usw. Herr Gabriel hat uns allen die Verantwortung für den Atommüll mit übertragen. Die EONs Vattenfalls usw. sind sehr billig dabei weggekommen. DIe Energiewende hat er gleich mit verhindert. Frau Merkel findet es jetzt gut - das unsere Kinder gegen Klimasünden protestieren - welch ein Zynismus. Gabriel hätte es beinahe geschafft die unabhängige Gerichtsbarkeit abzuschaffen mit TTIP - und hintenrum hat der CETA durchgesetzt. Am Ende hat dann CoCa Cola bei uns das Trinkwasser. Wer wählt nun noch SPD - wenn sie sich selbst nicht einmal an Koalitionsvereinbarungen hält. - Verzweifelte Wähler suchen sich Rechts und Links Protestparteien und andere Arschlöcher.

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neanderspezi 03.03.2019, 17:15
19. Hoffnung auf Rücksicht für koexistierende Lebewesen sinkt unaufhörlich

Es gibt zu dieser ganzen Giftspritzerei vermutlich nur eine bedeutsame Aussage: Mit jeder weiteren Dezimierung von Insekten mittels Pestiziden aller Art, wird sukzessive das biologische Gleichgewicht soweit gestört, dass auch die Endverbraucher in der Nahrungskette in absehbarer Zeit das Zeitliche unweigerlich segnen müssen. Wer das nicht glaubt, und leider muss man hierzu noch von Glauben sprechen, ist ein geistloser und bornierter Narr, der auch durch eine Vielzahl einleuchtender Argumente sich ganz bewusst nicht überzeugen lassen will.

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