Forum: Wissenschaft
Umwelt-Debatte: Die Grünen dürfen die Chancen der Gentechnik nicht länger ignorieren
DPA

Neue Gentechnik-Verfahren stellen alte Gewissheiten der Grünen in Frage: Welche Lösungen erfordert der Kampf für eine nachhaltigere Lebensweise? Ein Plädoyer für einen reflektierten Einsatz der Gentechnologie.

Seite 1 von 6
blackmaniaag 24.06.2018, 12:24
1. Grundlegende Risikobewertung

Ein guter Beitrag, der die Probleme der Ökobewegung symptomatisch anhand des Gentechnikwiderstands auftut. Vieles wird per se Mies gemacht ohne den Risikohintergrund zu kennen.
Als Beispiel sehe ich hier noch Plastikverpackungen, die unser Obst und Gemüse um ein vielfaches länger haltbar machen. Betrachtet man hier den Anteil an Erdöl der dafür verbraucht wird und im Vergleich die Ressourcen der Neuproduktion der Lebensmitt, ist es unlogisch so große Ressentiments dagegen zu haben, zumal deutsche Flüsse wenig zur Meeresverschmutzung beitragen.

Die Antiatombewegung hingegen sehe ich risikobasiert als sehr berechtigt an.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
permissiveactionlink 24.06.2018, 12:26
2. Ein Paradigmenwechsel.

Endlich ! Von allen Manipulateuren, die Gentechnologie betreiben, ist die Natur eindeutig die schlimmste, aber bislang erfolgreichste. Unter freundlicher Hilfe von Mutagenen wie ionisierender Strahlung (UV, Röntgen, Gamma), Partikelstrahlung (radioaktive Hintergrundstrahlung, Höhenstrahlung) sowie Chemikalien (selbst solche aus dem eigenen Stoffwechsel : Nukleotidtautomere !) entstehen DNA-Schäden oder Sequenzfehler, die der zelleigene DNA-Reparaturmechanismus n i c h t vollständig korrigieren kann. Und auch die DNA-Replikation bei der Mitose und Meiose verläuft nicht fehlerfrei. Als Ergebnis erhält die Natur dann mutierte Organismen, die phänotypisch keinerlei Veränderungen zeigen, einige Organismen mit schwerwiegenden Abweichungen, die entweder nur Leiden verursachen oder lethal sind, und ganz selten auch Mutationen, die echte Vorteile für die Fitness bringen, oder dies erst bei veränderten Umweltbedingungen ermöglichen. Die Natur spielt Lotto. Dabei auftretende Kollateralschäden sind ihr völlig egal. Crispr - CAS 9 ermöglicht es hingegen, gezielt (!) und nicht zufällig Gene auszuschalten, oder solche, deren Funktion während der Züchtung oder Evolution verloren ging, zu reaktivieren. Das kann die Natur so nicht. Die Potentiale bei der Bekämpfung von Krebs und erblichen Leiden dürften so enorm sein, dass diese Technologie vermutlich alles ändern wird, was wir bisher kannten, noch erheblich stärker als Internet und Smartphone . Wenn man völlig ohne jeglichen Einsatz von Mutagenen nicht zufällig, sondern gezielt Pflanzen (und andere Organismen) gesünder, resistenter, schmackhafter, klimatoleranter usw. machen kann, ohne dass sich das von gewöhnlichen Züchtungen unterscheiden lässt, dann sollte man diese Technik möglichst breit einsetzen und allen zugänglich machen. Für das Umdenken gebührt der Grünen Respekt, und für die Entwicklung von Crispr - CAS 9 und des damit ermöglichten Genome-Editing deren Entdeckerinnen Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna hoffentlich bald endlich der Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Ehre, wem Ehre gebührt ! Schlafen die da in Stockholm eigentlich, oder sind die durchs Grapschen vom Wesentlichen abgelenkt ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Strangelove 24.06.2018, 12:27
3. CRISPR/Cas9 ist keine Lösung

Zitat: "Wir müssen offen über Chancen und Risiken von neuen Technologien reden. Im Mittelpunkt müssen dabei die Folgen für Mensch, Tier und Umwelt stehen. Wenn wir durch innovative Ansätze heute bessere und kurzfristigere Erfolge erzielen können - auch für typisch grüne Ziele -, ist kritisch-konstruktive Offenheit gefragt. "

nur gibt es auch bei der vielbeschworenen CRISPR/CAS9 Methode Probleme mit einem erhöhten Krebsrisiko beim Menschen, siehe http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22826-2018-06-12.html
Es ist mitnichten sicher und wenn ich lese "Wenn wir durch innovative Ansätze heute bessere und kurzfristigere Erfolge erzielen können" wird mir übel, die gute Frau wollte wohl statt "Erfolge" "Profite" schreiben und die Partei wechseln (wobei die BW Grünen sowieso ein Fall für sich sind). Das kurzfristige ist eben das Problem dabei, wir sollten erst durch langjährige z.T. jahrzehntelange Erfahrung die Risiken kennenlernen bevor wir so was in der Natur freisetzen oder auf höhere Lebewesen loslassen. Die Produktion von Insulin Impfstoffen etc. läuft in geschlossenen Systemen und ist daher kein Problem und sollte nicht mit der Freisetzung in der Natur vermischt werden. Wenn ich daran denke was nur eingeschleppte fremde Arten anrichten können will ich nicht wissen was ein Supergetreide anstellt wenn es sich in der Natur durchsetzt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Cyberfeld 24.06.2018, 12:30
4.

So bald die ersten Krankheiten die tödlich oder unheilbar sind mit CRISPR behandeln kann und es keine Alternative gibt ist das ganze Kritik am Thema Gentechnik endgültig vom Fenster wecke.

Mich hatte nur kurz gestört das Artikel behauptet wird von Seiten der Kritiker man könne alles was CRISPR anderweitig heilen zumindest klang das so dem ist definitiv nicht so jedenfalls nicht ihn absehbarer Zeit.

Beim Thema Pflanzen und Tier Zucht muss ich der Autorin Recht geben. Vor Jahren hatte ich gelesen das der WWF sich auch hinter diese Position stellt da die Hoffnung ist das weniger Nutzfläche für den Anbau von Nutzpflanzen benötigt wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kratzdistel 24.06.2018, 12:34
5. die forschung ist nunma lnicht aufzuhalten

Genome Editing führt zu Pflanzen mit minimalen Veränderungen einzelner DNA-Bausteine wie sie auch zufällig, ohne jeden technischen Eingriff unter natürlichen Bedingungen entstehen könnten. Am Ende ist in den editierten Produkten kein fremdes, von außen eingeführtes Gen-Material vorhanden. Wenn sie nachweislich transgen-frei sind, gibt es keinen wissenschaftlichen Grund, die so editierte Pflanze als „gentechnisch verändert“ einzustufen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
NuclearSavety 24.06.2018, 12:43
6. Man wird ....

...genauso wenig die Fundamentalkritik an der Gentechnik aufgeben wie die Fundamentalkritik an der Kerntechnik. Denn beides bilden die letzten Pfeiler des Gründungsmythos der Grünen (nachdem man Sozialpolitik und Pazifismus schon lange der Realität geopfert hat).

Deshalb ignoriert man auf beiden Technikfeldern den technologischen Vortschritt der letzten 30 Jahre, und versucht Forschung und Bildung auf beiden Gebieten nach Möglichkeit zu torpedieren, denn zuviel Wissen würde ja zu Rissen in den Dogmas führen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vinzenz 24.06.2018, 12:47
7.

Zitat von Strangelove
Zitat: "Wir müssen offen über Chancen und Risiken von neuen Technologien reden. Im Mittelpunkt müssen dabei die Folgen für Mensch, Tier und Umwelt stehen. Wenn wir durch innovative Ansätze heute bessere und kurzfristigere Erfolge erzielen können - auch für typisch grüne Ziele -, ist kritisch-konstruktive Offenheit gefragt. " nur gibt es auch bei der vielbeschworenen CRISPR/CAS9 Methode Probleme mit einem erhöhten Krebsrisiko beim Menschen, siehe http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-22826-2018-06-12.html Es ist mitnichten sicher und wenn ich lese "Wenn wir durch innovative Ansätze heute bessere und kurzfristigere Erfolge erzielen können" wird mir übel, die gute Frau wollte wohl statt "Erfolge" "Profite" schreiben und die Partei wechseln (wobei die BW Grünen sowieso ein Fall für sich sind). Das kurzfristige ist eben das Problem dabei, wir sollten erst durch langjährige z.T. jahrzehntelange Erfahrung die Risiken kennenlernen bevor wir so was in der Natur freisetzen oder auf höhere Lebewesen loslassen. Die Produktion von Insulin Impfstoffen etc. läuft in geschlossenen Systemen und ist daher kein Problem und sollte nicht mit der Freisetzung in der Natur vermischt werden. Wenn ich daran denke was nur eingeschleppte fremde Arten anrichten können will ich nicht wissen was ein Supergetreide anstellt wenn es sich in der Natur durchsetzt.
Da felht jetzt unlogischerweise Forderung von Ihnen, auch "natürlich" (in den Augen mancher Ideologen), sprich konventionell (Kreuzung, Bestrrahlung etc) hergestellter Pflanzenvarietäten erst mal lange unter Quarantäne zu stellen, denn auch da ist (noch mehr) unklar, was so alles im Genom passiert ist.. und das Gänseblümchen könnte sich zur "Audrey" :-) entwickelt haben..
Aber das macht man ja schon lange so, also.. alles sicher..

Die Saat der grünen Ideologen ist leider auf fruchtbaren Boden gefallen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hei61 24.06.2018, 12:55
8. Endlich!

Inhaltlich könnte man das Gleiche schon vor 20 Jahren lesen. Die dogmatisch verbohrte Ablehnung jeglicher Gentechnik durch die Grünen war nie zu verstehen. Wenn da endlich ein Umdenken einsetzt, ist das sehr zu begrüßen. Mich würde aber schon interessieren, warum das bei den Grünen so lange dauert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nixproblem 24.06.2018, 12:56
9. Hoffnungsschimmer

Wenn eine nicht ganz unbedeutende Vertreterin der Grünen einen solchen Artikel schreiben kann, dann habe ich eine leichte Hoffnung, dass vielleicht doch eine zukunftsfähige Politik mit den Grünen möglich sein könnte. Hierzu gehört vor allem ein verantwortungsvoller Umgang mit der technologischen und wissenschaftlichen Entwicklung: Angsteinflössende Verteufelung wäre hier nicht das Gebot der Stunde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 6