Forum: Wissenschaft
Umweltdebatte: Sei kein Nimby, sei ein Nomp

Es gab diese Woche zwei gute Nachrichten: Die EU will Einwegplastik verbieten, und der Klimaschutz kommt endlich ein bisschen voran. Nicht allen gefällt das. Für diese Haltung gibt es ein Wort.

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domino3116 23.12.2018, 22:21
120. Sie haben ja so recht.

Wir schaffen die Atomkraftwerke ab, die Steinkohle ist aus, die Braunkohle stirbt gerade, die Autoindustrie, im Erzgebirge , wo früher nach Zinn und Silber und Uran gebuddelt wurde, wühlen wir bald nach Lithium, natürlich ohne Umweltprobleme. Das merken die Enkel erst in 100 Jahren. Nun hat jemand gesagt, dass Vögel an den mit 300kmh vorbeisausenden Windmühlflügeln nicht vorbei kommen ohne Federn oder gleich ihr flatterndes Leben zu lassen. Ach ja, wenn ich mich richtig erinnere, sagte mal jemand ihr metaphorisches Arsen soll im Beigestein des Lithium auch mitunter dabei sein. Und ganz toll ist der Vorschlag, die Landwirtschaft so zu revolutionieren, dass wir wieder die Dreifelderwirtschaft einführen, denn die war sehr umweltfreundlich außer der Brandwirtschaft, mit der man neue Flächen vom Wald befreite. Unsere Umweltfuzzis arbeiten nicht besser als jemand, der wegen ein/zwei Haaren in der Suppe gleich die Küche in die Luft sprengt, aber erst übermorgen merkt, dass er Hunger bekommt. Wir würgen alle produktiven Erwerbszweige im Land aus vorauseilender ideologieverblendeter Umweltbesessenheit ab. Wir stellen in Oldenburg erhöhte Feinstaubwerte fest und wundern uns, wenn uns jemand darauf hinweist, dass gar kein Auto wegen eines Fahrverbots zur Absicherung eines Marathonlaufs fahren durfte.
Logische Konsequenz: Es muss am Atmen, Rülpsen und Pupsen der Akteure und der Zuschauer liegen. Ich schlage vor, die ganzen dummen Flöten oben und unten sowie vorn und hinten zu zu löten.
Und wenn das alles geschafft haben, beginnt wieder die Zeit, über die Berthold Brecht aussagte: " Erst kommt das Fressen, dann die Moral!" aber eben ohne Kraftwerke, ohne Diesels, ohne Strom, und...ohne alles. Prosit 2019 ff.

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Gleichstrom 23.12.2018, 22:29
121.

Da dürfte erstmal ein sinnvoller Freiheitsbegriff her - alles zu dürfen ist damit ja kaum vernünftigerweise meinbar, alles zu reglementieren auch nicht. Teils kommt es auch auf die Voraussetzungen an - wie frei ist eine Entscheidung, die den wichtigen Punkt der externen Kosten außer Acht läßt, evtl gar nur getroffen werden kann, weil diese Kosten vorerst unbezahlt bleiben?

Wieviel Freiheit für die vielen Einzelnen zieht es nach sich, wenn die Freiheit Weniger grenzenlos ist?

Die Zerstörung von Lebensgrundlagen finde ich dagegen relativ einfach zu beantworten: Nein, dazu besteht keine Freiheit! Spätestens, wenn es nicht die Eigene ist, und spätestens, wenn es um etwas für einen selbst nicht Existentielles geht, wenn anderer Individuen Lebensgrundlage einem Luxusinteresse gegenüberstehen, spätestens dann muß die klare Antwort sein, nein, hierzu besteht keine Freiheit!

Daneben kann man noch relevant finden, welche Freiheiten wir uns nehmen lassen, ohne daß es eine besonders gute Rechtfertigung dafür gibt - beispielsweise das BtMG ließe sich hier anführen, oder das Verbot, nackig am Nachmittag außerhalb einer angemelden Demonstration von Nudisten durch die Innenstadt zu gehen. So wie ich das sehe, sind nackte Kiffer bestenfalls ein ästhetisches Problem, aber man kann ja woanders hinschauen...

Naja, diese Freiheit lassen wir uns einfach nehmen, ohne daß es viel Widerstand gebe, aber zugleich wird energisch eingefordert, sich herauszuhalten, wenn es wesentlich folgenreichere Entscheidungen betrifft - die o.g. externen Kosten z.B. auf die Kantinencurrywurst aufzuaddieren (womit nichtmal etwas verboten würde, es würde einfach ein realer Preis für einen realen Schaden aufgerufen) wird als Bedrohung der Existenz des Abendlandes oder gleich der ganzen freien Welt angesehen, mit mißnbräuchlicher Aufforderung, den Anfängen möge sich doch bitte erwehrt werden.

Die verwöhnte Erstweltbewohner-Existenz hat da, und nicht nur da, einige Verhältnisse aus dem Blick geraten lassen, die man sich aus gedacht externer Perspektive mal wieder zu Gemüte führen dürfte!

Auch das von mir genannte Beispiel des als anmaßend empfindbaren BtMG betrifft schlußendlich kein originär existentielles Problem.

Ich vermute, auf Freiheit sollte ein ähnlicher Blick erfolgen wie auf eine sinnvollere Toleranz - diese muß sich ebenso von Beliebigkeit unterscheiden, wie des Menschen sinnvolle Freiheit sich vom Zustand völliger Regellosigkeit unterscheiden sollte.

Aber auch das ist mißinterpretierbar formuliert - mit ähnlichem Wortlaut, aber anderer, gegenteiliger, Intention rechtfertigen sich Diktaturen.

Wenn wir den Freiheitsbegriff darum erweitern, daß er die Freiheit folgender Generationen und der Bewohner anderer Kontinente nicht schädigen darf ... kommen wir dem nahe.

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Softeis 23.12.2018, 22:33
122. Gleiches gilt beim Bahnausbau!

Immer dann, wenn mal etwas für den Bahnausbau gemacht werden soll (was ja leider viel zu selten in Deutschland passiert), dann schreien die sogenannten NIMBYS auch wieder auf. Ein Paradebeispiel ist der Rhein-Ruhr-Express, die Main-Weser-Bahn (Bahnane) oder aber auch die Y-Trasse. Bei letzterem konnte man sich mit dem NIMBY-Getue leider durchsetzen. Es ist gut, dass das Planungsbeschleunigungsgesetz gekommen ist. Denn der status quo war ja leider, dass die Anrainer ihre Bürgerbeteiligungsrechte viel zu stark ausgenutzt haben. Warum steht man nicht zum Bahnausbau? Wenn der Schienenverkehr in Deutschland gut funktionieren würde, würden deutlich weniger Leute mit dem Auto fahren. Dann hätten viele Anrainer mit ihren fetten SUVs doch viel mehr Platz auf „IHREN“ Asphaltwegen.

Es was das Gemeckere um Flughäfen betrifft: Wer war zuerst da? Der Flughafen oder die Nimbys? Kann man sich übrigens auch bei Bahnstrecken fragen.

Darauf, dass die Politik sich mal vom Autolobbyismus loslöst und sich mehr auf den Bahnausbau und der gerechten Entschädigung von enteigneten Anrainern konzentriert. Das ist das, was endlich passieren muss.

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meimei 23.12.2018, 22:44
123. das hier ist F*cked up /und arrogant.

Der Artikel und viele Poster hier.

So ist keine Diskussion möglich, wenn jegliches Contra immer "Nimby" ist.

Irre.

Aber so werden sie die angeblichen Nimby auch kaum überzeugen können.

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meimei 23.12.2018, 23:01
124.

Zitat von tyll.spiegel
Wie kommen Sie denn auf das dünne Brett, durch Umwelt- und Klimaschutz würden den Volkswirtschaften langfristig erhebliche finanzielle Verluste entstehen? Was kosten denn z.B. das Dosenpfand, Verbot einiger Plastikprodukte und der Ausbau der Solartechnik auf Dächern unsere Volkswirtschaft? Kurzfristig vielleicht kleinere Beträge (Anschub-Finanzierung), langfristig winken erhebliche Gewinne. Fazit: Intelligenter Umwelt- und Klimaschutz kann auch ökonomisch sinnvoll sein, auch wenn entsprechende Lobbys das Gegenteil behaupten.
nun ja, die lange falsch gelaufene Subventionierung (unkoordiniert) von Photovoltaik hat dazu geführt, dass die deutschen Firmen zu träge geworden sind bzw. gegen die subventionierten Chinesen unter gegengen sind. Ich sehe das deutlich weniger positiv als Sie.

Und kein kleiner Anteil der EEG Gebührung unserer Stromrechnungen kommen immer noch von Zulagen der frühen 00.

Wir sprechen da eher von hundert Milliarden.

Wobei, ohne die Milliarden DUMM subventioniert wäre diese Technik vielleicht noch nicht so weit wie sie jetzt ist. Von daher ja, Altruismus und toll...

Aber mit dem Autor und diesem Forum... pfui.

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meimei 23.12.2018, 23:08
125.

Zitat von geri&freki
Ihnen scheint nicht nur entgangen zu sein, dass der Deutsche Vogelschutzbund seit mittlerweile fast 30 Jahren einen anderen ganz Namen führt. Auch mit Ihren Rechenkünsten scheint es nicht allzu weit her zu sein. 250.000 : 25.000 ergibt - nach Adam Riese - noch immer den Wert 10! Zu den toten Vögeln kommt übrigens außerdem noch einmal die selbe Zahl an toten Fledermäusen. Macht schon mal 20 tote Tiere pro Anlage und Jahr, was gerade bei relativ seltenen Arten alles Andere als wenig oder gar unbedeutend ist. Ansonsten: Wieder mal die gleiche absurde "Nimby"-Argumentation: Weil Anderes auch schlimm - oder noch schlimmer - ist, ist das eine Schlimme auch nicht von Belang...! Und weil Wildvögel massenhaft auch an Glasscheiben, durch den Verkehr, durch Hauskatzen oder durch illegalen Vogelfang im Mittelmeergebiet zu Tode kommen, dürfen andere Faktoren nicht einmal erwähnt, geschweige denn kritisiert werden - oder wie? Im Übrigen: Auch der Naturschutz lehnt die Windenergie keineswegs pauschal ab - im Gegenteil. Aber eben nicht um jeden Preis und auch nicht überall. Aber für Grautöne scheint in der Welt von heute ja kein Platz mehr zu sein. Sondern nur noch für Schwarz oder Weiß!
wissen Sie, Sie sind dann auch einer - das ist der Quatsch mit so einer Bezeichnung - und Sie haben nicht richtig gelesen, MONATLICH ein Vogel pro Anlage. Der/Die/Diverse hat sogar noch aufgerundet.

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meimei 23.12.2018, 23:13
126.

Zitat von karl-felix
aus dem Reich der Märchen und Legenden zurück auf den Boden der Tatsachen : Deutschland fördert keine Steinkohle mehr, der letzte Braunkohletagebau ist erschlossen . D er Anteil der EE an der Nettostromproduktion beträgt nach 18 Jahren " Energiewende " bereits 41%, in Deutschland wird nie wieder ein AKW oder KKW gebaut . Ich denke mehr an Erfolg geht wirklich nicht. Spätestens in 20 Jahren geht in Deutschland das letzt KKW vom Netz und spätestens 2050 sind mindestens 80% unserer Stromproduktion aus EE . Was will man mehr, ausser dass es schneller gehen könnte ? Weltweit erleben die EE einen rasanten Aufstieg, parallel zum Abstieg der fossilen Energie, Atomkraft hat noch nie - ausser militärisch - eine Rolle gespielt die Tendenz ist nach 50 Jahren Mißerfolg immer noch sinkend. Löst unser Energieproblem nicht.
Ich mag keine Kernkraftanlagen, ist mir zu unkalkulierbar, der Zeitraum und die Folgen.

Ja, die Nennwerte sind schon unglaublich hoch in Deutschland, aber wichtige Grundlast usw, wird immer noch schön mit Stein- und Braunkohle gemacht. Um das zu ändern, braucht es noch an Speicherkonzepten.

Und Deutschland hat vielleicht einen wichtigen Anteil, dass Photovoltaik viel weiter gekommen ist, in einer fast altruistischen Herangesehenweise. Ökonomisch, für Deutschland? Das Wissen und die Herstellung ist doch eher in chinesischer Hand.

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meimei 23.12.2018, 23:16
127.

Zitat von Strichnid
Sie haben offensichtlich keinen einzigen Satz des Artikels verstanden. Es geht um Personen, die es grundsätzlich begrüßen, wenn bestimmte Maßnahmen auf irgendeinem Hinterhof durchgesetzt werden, nur eben dann nicht, wenn es sich um den eigenen handelt.
Der Artikel bzw. die Interpretation der vielen Foristen hier, doch doch.

Egal welches Argument, es wird mit "NIMBY" gekonntert, oder "Sie haben den Artikel nicht verstanden" etc.

Damit überzeugt man aber auch niemanden.

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50&up 23.12.2018, 23:26
128. Erneuerbare Energien?

Hat sich in den letzten 40 Jahren die Physik grundlegend verändert, bin ich möglicher Weise 41 Jahre im Koma gewesen?
Energie wird, maximal, transformiert.
Unsere aktuellen Staatslenker haben offensichtlich wenig bis gar keinen Sachverstand und sind, genau so offensichtlich, noch nicht einmal willens und in der Lage sich auch nur ansatzweise in die jeweilige Aufgabenstellung einzuarbeiten.
Anstatt sich den Sachverstand der Menschen nutzbar zu machen die sich mit der jeweiligen Technik intensiv befassen werden Gefälligkeitsgutachten beauftragt, die darin enthaltenen Überschriften überflogen, und dann ohne Sinn und Verstand in Gesetze und Verordungen "gepresst". Gewirtschaftet wird dann anschließend nach dem Prinzip "linke Tasche, rechte Tasche" & "lmaA" wissend das man nicht zur Rechenschaft gezogen wird.
Das größte Übel ist das dieses System es inzwischen bis hinunter auf die Gemeindeebene geschafft hat.
Da gibt es Stadtkämmerer denen die einfache Mathematik so fern ist das man, selbst als ehemaliger Realschüler, sich nur wundern kann. Geballte Inkompetenz aber eine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten machen es möglich und verhindern ganz simple Umweltschutzmaßnahmen die nicht nur kostenneutral sondern gewinnbringend umsetzbar wären. Erfolgversprechende Lösungsansätze werden aus Dummheit und Ignoranz torpediert weil ... die Sache mit dem Sachverstand.
Frohes Fest Leute

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meimei 23.12.2018, 23:29
129.

Zitat von kaethe
... die sollen nämlich nicht verboten werden, sondern Trinkhalme aus Plastik. Sie schrieben gleich im ersten Satz: " ... Wattestäbchen, Plastikteller, Strohhalme und so weiter zu verbieten" Strohhalme sind meistens aus Weizenhalmen und somit wesentlich unbedenklicher ;-)
aber was machen dann die ganzen Weizenhasser, pöses Gluten!!!!! eeeerrg!!!!

Ich gehe vielleicht 5x im Jahr zum Fastfoodrestaurant, der Trinkhalm kann mir also eigentlich egal sein. Q-Tips gibts mit Presspapier/pappe, die sind zwar grauenhaft, weil leichter knicken, aber was solls.

Was mich aber ärgert, sind Feigenblätter und Aktionismus. Und hier, dass diese kleine Aussage zum NIIIIIIMBY Blabla führt.

Diskussionen gehen anders.

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