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Umweltdebatte : Sie schaffen das, aber nicht allein
Phil Clarke Hill/ In Pictures/ Getty Images

Was man alles lassen soll, dem Klima zuliebe! Autofahren, fliegen, Fleisch essen - sogar Kinder zeugen ist angeblich eine Klimasünde. Dabei ist der wichtigste Beitrag, den jeder Erwachsene leisten kann, ein ganz anderer.

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dieter-ploetze 20.05.2019, 13:28
80. sicher sind es politische entscheidungen

natuerlich muss eine gute klimapolitik in der hauptsache politisch initiiert werden. das entbindet aber
nicht den einzelnen, sich entsprechend zu verhalten. vor allem wenn er ueber die ablaeufe bescheid weiss
sollte er sich doch seinen ueberzeugungen gemaess verhalten. wie denn sonst? nur auf die politik zu warten, waere dann verantwortungslos. uebrigens macht greta thunberg mit ihrer bewegung nichts anderes, nach der erlangten ueberzeugung zu leben und der politik in den hintern zu treten, damit diese effektiv taetig wird.

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Kampfgeist 20.05.2019, 13:38
81. Mensch

Wir nehmen jetzt mal einfach an, der Autor hätte recht. Wie soll das funktionieren?
Ja, klar. HIER, in Deutschland, vielleicht noch Schweden, Norwegen, Dänemark und Holland, könnte man so einen Zwang auf die Menschen auslösen.
Armen Leuten das Fliegen, Heizen, Fleischessen und Autofahren verbieten, Reiche dafür einen Gewissens-Ablass-Taler zahlen lassen.
Aber wie will man das in dem restlichen, eigentlich relevanten Teil der Welt, nennen wir ihn Terra-Klima-Ingcognica, durchsetzen?
Die werden uns was husten, dass die ja den Wohlstandslevel gar nicht erreichen wollen sollen, den wir haben - ok, dann hatten.
Vorbildfunktion? Lachhaft! Weder bei der Atomenergie, Atomkraft, noch einer vernünftigen Reproduktionsrate waren wir je Vorbild.
Warum übrigens die Überbevölkerung als Problem stets ausgeklammert werden soll, ist mir ein Rätsel.
Man muss kein Klimaforscher sein, um festzustellen, dass MEHR MENSCHEN mit dem menschenüblichen Hunger nach Energie, Nahrung, Ressourcen, Wärme, Mobilität, Wohlstand usw. für den Planeten schlechter sind, als wenige.
Wir waren so gut mit unserer negativen Reproduktionsrate. Hätte DAS Schule gemacht... wir wären fein raus.
Und jetzt? Die Natur regelt Überpopulation immer mit Krieg oder Seuchen. Oder mit Klimawandel.
.
Und Afrika und Asien verdoppelt sich alle 30 Jahre.

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Nonvaio01 20.05.2019, 13:38
82. Klimaschutz ist gut

muss eben aber auch finanzierbar sein, wie man immer so schoen sagt in der Politik.

Und bei mir ist es genauso, erst schaue ich ob sich das finanziel lohnt, stehe ich nicht schlechter da achte ich darauf, sollte es teuerer sein, ist es mir egal. Wie in der normalen wirtschaft eben auch.

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scoopx 20.05.2019, 13:45
83. Na endlich, ganz genau!

Zitat von cto74
[...] Für wen, wenn nicht für nachkommende Generationen, handeln wir denn überhaupt in Sachen Klimawandel und Co.?
Stöcker hat sich in seinem Klima-Eiferertum gedanklich total verheddert und versucht in dieser Kolumne, sich da wieder herauszuwinden.

Die Überzeugung, daß Kinder zeugen und fliegen "das Schlimmste" sei fürs Klima, ist ein Resultat eben des apokalyptischen Eiferertums, das Stöcker propagiert.

Da kommt Ihre Frage gerade noch rechtzeitig.

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roteif 20.05.2019, 13:46
84. Das Eine UND das Andere

Wenn die Überlegung lautet, der Verzicht auf Kinder, Fliegen und Autos sei irrelevant oder Unsinn, dann könnte man dagegenhalten, jede Stimme für die ideale Zukunftspartei (wenn es sie denn gibt) sei auch nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.
Regelungen, Einschränkungen und Verbote sind - wie bei FCKW und Sicherheitsgurt - dringend notwendig und nur über die Politik zu erreichen. Aber warum sollte das bitte individuelles Handlen irrelevant oder unsinnig machen?

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vegefranz 20.05.2019, 13:47
85. Klima-Bilanz Spiegel?

mal ganz ohne Ironie:

Wie ist denn die Klimabilanz des Spiegel-Verlages?

Wäre es nicht vorteilhaft für das Weltklima, wenn man den Verlag schliesst?

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scoopx 20.05.2019, 14:00
86. Der Klimawandel rettet den Kapitalismus.

Zitat von andre_36
Sie irren sich. Wenn die Bevölkerungszahl sinken würde, bedeutet das nicht, dass Konsum und Produktion nachließen. Es werden immer neue Bedürfnisse geschaffen, und die Haltbarkeitsdauer vieler Artikel noch weiter gesenkt. Von vielen Einwegprodukten ganz zu schweigen. Billigflugangebote sorgen für mehr Flüge, auch bei weniger Bevölkerung. Das globale Wirtschaftssystem erfordert Wachstum von Konsum und Produktion , egal mit wie vielen Menschen. Die Umweltprobleme werden sich nur lösen lassen, wenn die Ideologie des permanenten Wachstums endlich beseitigt würde. Also: Nicht mit den Grünen oder anderen Parteien, die Klimapolitik mit marktwirtschaftlichen Mitteln umsetzen wollen. Anstatt Elektroautos anzupreisen, müsste Autofahren als Privatvergnügen abgeschafft werden. ÖPNV und Bahn müssten kostenlos angeboten werden, Massentierhaltung verboten werden. Mit freier Marktwirtschaft wird das natürlich nicht möglich sein.
Und das ist auch der wahre Grund für das unaufhörliche Getrommel. So wie die Medien vor 30, vor 20, ja noch vor 15 Jahren unablässig und eifernd für "mehr Wettbewerb", Privatisierung und Deregulierung getrommelt haben, so tun sie das heute in Bezug auf den Klimawandel. Das hat in beiden Fällen die gleiche Ursache: die Medien sind Meinungssklaven der Kapitalinteressen.

Dem von permanenten Überproduktionskrisen gepeinigten Kapitalismus kann gar nichts besseres passieren als eine Situation, in der alle Produkte auf einen Schlag entwertet sind und die gesamte Lebensweise zu einer Gefahr geworden ist. Es ist wie nach einem Krieg: alles muß neu gemacht, neu gedacht und anders wieder aufgebaut werden. Energieversorgung, Produktion, Transport und Verkehr, nichts kann so bleiben wie es ist. Eine unerschöpfliche Wachstumsquelle, die auch noch von apokalyptischer Panik angetrieben wird.

Wenn es keinen Klimawandel gäbe, müßte man ihn erfinden.

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Schartin Mulz 20.05.2019, 14:04
87. Die Gefahr ist,

Zitat von dieter-ploetze
natuerlich muss eine gute klimapolitik in der hauptsache politisch initiiert werden. das entbindet aber nicht den einzelnen, sich entsprechend zu verhalten. vor allem wenn er ueber die ablaeufe bescheid weiss sollte er sich doch seinen ueberzeugungen gemaess verhalten. wie denn sonst? nur auf die politik zu warten, waere dann verantwortungslos. uebrigens macht greta thunberg mit ihrer bewegung nichts anderes, nach der erlangten ueberzeugung zu leben und der politik in den hintern zu treten, damit diese effektiv taetig wird.
dass durch dieses Abwälzen der Verantwortung auf den einzelnen die wirklich Zuständigen aus der Verantwortung genommen werden.
Das funktioniert so schon seit Jahrzehnten.

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oldsiamsir 20.05.2019, 14:09
88. "Ich zuerst"

Zitat von Nonvaio01
muss eben aber auch finanzierbar sein, wie man immer so schoen sagt in der Politik. Und bei mir ist es genauso, erst schaue ich ob sich das finanziel lohnt, stehe ich nicht schlechter da achte ich darauf, sollte es teuerer sein, ist es mir egal. Wie in der normalen wirtschaft eben auch.
Dann sind Sie eine der Personen, von denen der Kolumnist als Standard ausgeht: Es wird nur bei Zwang der Egoismus abgelegt. Im Prinzip bedeutet Ihre Aussage, dass Sie umweltbewusst nur dann handeln, wenn es für Sie keinerlei Beeinträchtigung bedeutet oder wenn andere dafür bezahlen. Ob jetzt eine "Ökosteuer" kommt, handelbare Zertifikate oder Kontingente: Für Sie wird es zu einem deutlichen Verhaltenswandel kommen, sobald Sie für Ihr Umweltverhalten plötzlich vollkommen selber bezahlen müssen.

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LarsThalheim 20.05.2019, 14:11
89. Nicht "Kinder" sind das Schlimmste.

Es ist doch sehr verwunderlich, wenn Sie (Herr Stöcker) einen Kommentar über das große Ganze und den gemeinhin fehlenden Weitblick schreiben, dann aber die Aussage "Kinder sind das Schlimmste" nicht in einen sinnvollen Zusammenhang bringen können.

Die Aussage der Studien und Meinungen ist nicht, das Kinder als Rasselbande an sich schuld an der Klimamisere sind. Vielmehr ist die Aussage, dass der Mensch Kraft seiner Existenz einen ökologischen Fußabdruck hat. Und wenn die Weltbevölkerung wächst und wächst und wächst, ist es irgendwann völlig egal, wie stark wir den Resourcenverbrauch reduzieren... im Endeffekt wird also die schiere Menge an Bevölkerung jede Einsparung zunichte machen.

Wir arbeiten mit der falschen Lösung am richtigen Problem. Wenn wir den einen Resourcenverbrauch durch einen Anderen ersetzen, ist nichts gewonnen. Wenn wir durch Effizienzsteigerungen und Verzicht den Verbrauch pro Kopf um 20% reduzieren können, ist der Umwelt nur dann geholfen, wenn nicht gleichzeit 20% mehr Köpfe dazukommen (Zins-und-Zinseszins-Effekte mal beiseite gelassen).

Die bloße Existenz ist unweigerlich mit einem ökologischen Fußabdruck verbunden. Die Masse der Fußabdrücke macht hier das Problem.

Wenn man also über die Abschaffung von allem Möglichen der Umwelt zuliebe redet, warum ist es dann also Tabu, über die Überbevölkerung zu reden? Dieses Thema steckt doch eigentlich hinter der Forderung "weniger Kinder zu zeugen". Es geht dabei nicht darum, dass Kinder unsere Zukunft sind und irgendjemand unsere Rente finanzieren soll. Es geht auch nicht darum, dass irgendjemand Kinder als "quengelnde Rotznasen" sieht und abgeschafft-gehörig sieht. Es geht darum, dass wir zu viele Menschen sind und das Ökosystem darunter leidet.

Da aber niemand ernsthaft verlangen kann, dass bereits existierende Menschen irgendwie "verschwinden", ist es doch eine nicht allzuweit hergeholte Idee zu fordern, dass weltweit weniger Menschen "nachproduziert" werden. Ein negatives Bevölkerungswachstum würde selbst bei unveränderter Resourcenverschwendung irgendwann zu weniger Belastung der Umwelt führen.

Natürlich ist damit nicht das Bevölkerungswachstum in Buxtehude gemeint, sondern das der gesamten Erde.

Der Einschnitt in die persönlichen Essgewohnheiten, Transportbedürfnisse oder Reisewünsche scheint akzeptabel zu sein. Der Einschnitt in ungebremste Fortpflanzung offensichtlich nicht.

Früher oder später wird sich die Menschheit auch diesem Problem stellen müssen. Unseren Kindern eine lebenswerte Zukunft zu hinterlassen bedeutet mehr als den Autoverkehr aus den Großstädten zu verbannen, und mehr Raum für Lastenräder zu schaffen.

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