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Umweltprobleme in Neuseeland: Paradies vor dem Kollaps
Mathias Ortmann/ Getty Images

Neuseeland ist berühmt für seine einmalige Naturlandschaft. Doch der Inselstaat kämpft mit massiven ökologischen Problemen. Ein neuer Bericht zeigt: Viele heimische Arten sind vom Aussterben bedroht.

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permissiveactionlink 18.04.2019, 16:15
1. Placentalia bzw. Eutheria,

die plazentalen oder echten Säugetiere, haben mit zwei besonderen Ausnahmen nichts auf dem Land der weißen Wolke (Aotearoa) verloren, genausowenig wie übrigens auch Beuteltiere (Marsupialia, Metatheria) oder Kloakentiere (Monotremata bzw. Protheria). Mit der Ankunft von Säugetieren begann eigentlich erst die ökologische Katastrophe für die endemische Tierwelt Neuseelands, eingeleitet von den polynesischen Vorfahren der Maori bis zu den britischen Auswanderern, die nahezu alles mitbrachten, was für die heimische Tierwelt höchst gefährlich ist : Katzen, Marder, Füchse, Hunde, Wiesel. Ratten hatten schon die Maori vor 700 Jahren mitgebracht. Die Maori verzehrten nach Ankunft restlos alle Moas (there's no moa...) und brachten den größten Raubvogel aller Zeiten (Harpaghornis) zum Aussterben. Die auf Neuseeland heimischen Vögel (Kakapo, Kea, Kaka, Kiwi, Rallenarten usw.) sind zum großen Teil bodenbrütend, und hatten den mitgebrachten Raubtieren keine Verteidigungsstrategien entgegenzusetzen. Auch von den beiden einzigen Säugerarten (große und kleine Neuseelandfledermaus, Mystacinidae) wurde die größere bereits ausgerottet. Beide Arten sind/waren einzigartig durch ihre Jagd am Boden im Unterholz auf allen Vieren, wobei sie sogar Bestäuberaufgaben für eine Art aus einer Pflanzenordnung übernahmen, die nun auch stark gefährdet ist : die Kolbenschmarotzergewächse, Balanophoraceae, Dactylanthus taylorii. Und ein weiterer Säugetier-Einwanderer macht Neuseeland zu schaffen : Der Fuchskusu, ein Beuteltier, das aus Australien eingeschleppt wurde. Landraub und die üblichen Folgen intensiver Landwirtschaft geben der heimischen Tierwelt dann zusammen mit eingeschleppten Wespen endgültig den Rest.

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widower+2 18.04.2019, 17:32
2. @permissiveactionlink

Danke für den informativen Überblick, der allerdings einen Fehler enthält. Moas waren reine Pflanzenfresser und somit keine Raubvögel.

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MusaNana 18.04.2019, 18:06
3. Raubvogel

@widower+2
Der Raubvogel bezog sich auf den Harpagornis, auf deutsch Haastadler. Die haben auch Moas gejagt und sind mit ihnen verschwunden.

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Espresso in Würzburg 18.04.2019, 20:35
4. Neuseeländer waren noch nie...

Besonders umweltbewusst. Ich habe in den 90 er Jahren dort gelebt... eine. Damals gab es so gut wie kein Motoröl Recycling... der geneigte Grundbesitzer hat es einfach auf seine Schotterstraße gekippt, weil die dann nicht so sehr staubt... das Land hat nur den grünen Punkt, weil dort in etwa die Bevölkerung von Berlin auf der Fläche der alten BRD lebt...

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rudolfsikorsky 18.04.2019, 20:40
5.

Neuseeland ist kein Paradies. Neuseeland sieht von oben betrachtet aus wie England. Hecken und Wiesen.Die Wälder grossflächig abgeholzt. Das ist eine vollkommen andere Welt als die die noch James Cook vorgefunden hat. Selbst der übelste raubeinige Matrose war damals hingerissen vom unglaublichen Konzert der Singvögel das man vom Deck des Schiffes aus hören konnte. Dieses Konzert ist schon lange für alle Zeit verstummt. Ich konnte noch nie verstehen warum alle so von Neuseeland schwärmen.

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ekel 18.04.2019, 21:22
6. Vor 20 Jahren...

Zitat von Espresso in Würzburg
Besonders umweltbewusst. Ich habe in den 90 er Jahren dort gelebt... eine. Damals gab es so gut wie kein Motoröl Recycling... der geneigte Grundbesitzer hat es einfach auf seine Schotterstraße gekippt, weil die dann nicht so sehr staubt... das Land hat nur den grünen Punkt, weil dort in etwa die Bevölkerung von Berlin auf der Fläche der alten BRD lebt...
Sie lebten also vor 20-30 Jahren in Neuseeland und glauben, es hätte sich nicht verändert. Ich war 2011 dort und nun wieder vor kurzem, und selbst in dieser kleinen Zeitspanne hat sich viel verändert. Die Bevölkerung hat ein riesiges Bewusstsein für die Umwelt und den Naturschutz entwickelt. Wo wir noch vor ein paar Jahren hauptsächlich Pickups vorfinden konnten sind nun hauptsächlich Kleinwagen unterwegs. Informationen zur Schädlingsbekämpfung und passende Fallen finden sich überall und es gibt nun eine Diesel-Steuer für gefahrene Kilometer. Die Entwicklungen sind extrem.

Ausserdem sind wir in Deutschland auch keine Helden. Nur weil unser Müll nun mach Farbe sortiert in der Verbrennungsanlage landet macht uns das noch lange nicht zu Umweltschützern.

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lotharbongartz 18.04.2019, 21:28
7. Reisserisch

Wir leben seit acht Jahren in Neuseeland und es ist das Paradies. Das Bild zum Artikel zeigt das Ergebnis der radikalen Abholzung zu den Zeiten der Segelschiffe, als die grossen, gerade gewachsenen Kauri-Baeume massenhaft abgeholzt wurden um Segelmasten daraus herzustellen. Auch der Moa wurde schon vor ewigen Zeiten ausgerottet. Methangas von Kuehen wird im Gegensatz zu Co2 nach wenigen Jahren abgebaut. Probleme mit Raubsaeugern und Verschmutzung werden hier konstruktiv angegangen. Letztendlich sind es die Menschen, die Neuseeland besonders liebenswert machen.

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braumoeller73 18.04.2019, 22:31
8. Der Forschung helfen

Wer sofort etwas zur Klimarettung beitragen will, kann zum Beispiel der Forschung helfen,
alte handschriftliche Wetteraufzeichnungen zu uebertragen (Luftdruck, Temperatur, Regenmenge).
Citizen-Science! www.zooinverse.org

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volker19611 18.04.2019, 23:31
9. Leider wird im Artikel krude gemixt

... die Ausrottumg der Arten hat verstärkt mit den Maori begonnen. Ausgerechnet dieses gehypte Naturvolk- den Rest haben dann die Seefahrer im 17-19 Jahrhundert besorgt. Mit den modernen Miseren gehen die Kiwis besser um als wir.

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