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Umweltschutz: Biene Maja muss nicht sterben
DPA

Seit Jahren warnen Umweltschützer vor einem Bienensterben und machen mit aufwendigen PR-Aktionen darauf aufmerksam. Doch es gibt ein Missverständnis: Honigbienen sind nicht gefährdet.

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regelaltersrentner 20.05.2018, 16:18
230.

Zitat von Vournet
Ein angenehm sachlicher Artikel und auch ich bin bisher dem Missverständnis erlegen, dass es beim Bienensterben vor allem um die Honigbiene geht. Dass viele Leser hier sofort wieder Industriesponsoring vermuten und Glyphosatverbote laut werden, zeigt eigentlich nur, dass Umweltschützer mitunter die größten Verschwörungstheoretiker überhaupt sind. Es ist natürlich leichter, ein Glyphosatverbot zu fordern als selbst einen Garten mit Obstbäumen und Wildblumenwiese anzulegen. Leute, die es selbst versuchen, merken sogar mitunter, dass eine Ernte ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht unbedingt gewährleistet ist. Die Ursachen fürs Wildbienensterben sind ebenso vielfältig wie offensichtlich. Es ist ganz allgemein eine intensive Landwirtschaft, in der jede freie Ackerfläche mit Monokulturen bebaut wird, in der Unkraut keine Chance hat und Blumenwiesen höchstens noch vereinzelt in Privatgärten anzutreffen sind. Um das zu ändern, reicht es sicherlich nicht aus, ein paar einzelne Pestizide zu verbieten, da sich an diesem Grundproblem nichts ändern wird. Andererseits zeigt der Artikel aber auch, dass die Angst vor Ernteausfällen völlig übertrieben ist. Es gab Zukunftsvisionen, in denen chinesische Billigarbeiter angeblich per Hand Bäume bestäuben sollten. Es wurde so getan, als ob wir uns gerade unserer eigenen Ernährungsgrundlage berauben. In Wirklichkeit dürfte es aber wohl ausreichen, einige Imker zu beschäftigen, die neben den Plantagen ihre Bienenstöcke aufstellen. Völlig übertriebene Panikmache!
Die angebliche Handbestäubung ist ein Beispiel, wie durch ständige Wiederholung die Lüge – wenn nicht zur Wahrheit – aber zur Tatsache wird. Mit dem Kinofilm „More than honey“ wurde diese Behauptung im November 2012 in die Welt gesetzt. Im Fernsehen wurde dieser preisgekrönte Film mehrmals ausgestrahlt. China ist Honigexportland! Die Völkerdichte liegt in China höher als in den USA. Die Apfelproduktion hat sich in China seit den 1990er Jahren bei nahezu konstanter Anbaufläche mehr als verfünffacht. Die Handbestäubung in China wird praktiziert, wenn es darum geht, neue Apfelsorten zu züchten, die auch für den Export geeignet sind.

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ardbeg17 20.05.2018, 16:21
231. @amadeusmauz #216

Nein, der Artikel verharmlost keineswegs, sondern er differenziert. Frau Merlot bedient nur den von vielen gewünschten vereinfachenden Populismus a la Pegida nicht, bei dem alles einem Universalfeind angehängt werden kann
Und nein, gerade ein hochspezifisches Herbizid wie Glyphosat tötet keine Insekten. Das tun Insektizide (von denen ja gerade ein paar verboten wurden). Der Verlust der Nahrungsgrundlage für Insekten und nachfolgend auch Vögel hat viele Ursachen, die Frau Merlot auch anspricht. Eine gefährliche Verharmlosung ist es, diese Ursachen nicht anzuerkennen und zu behaupten, durch ein Glyphosatverbot würde alles besser.

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regelaltersrentner 20.05.2018, 16:30
232.

Zitat von quidquidagis1
..war die Zeit ,als die Kleibauern noch mit Pferd und Pflug den Acker bestellten.Die Ernten waren entsprechend schlecht.Bewässerungsanlagen gab es ach nicht.Da reichten zwei heisse Sommer um die "Hungersnöte"auszulösen.Haben Sie Aktien von Monsanto?.
Sicherlich ist es zu viel verlangt von Ihnen, nach der Geschichte zu schauen. Sie selbst schreiben von schlechten Ernten, was genaues wollen sie mir sagen?
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Hungersnöten

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karl15 20.05.2018, 16:31
233.

Zitat von ardbeg17
Die Nahrungsgrundlage fehlt, weil man nicht will, dass die Nahrungspflanzen dort wachsen, wo sie früher mehr als heute gewachsen sind Dies auf Glyphosat zu reduzieren und alle anderen, weit bedeutenden Ursachen zu ignorieren, ist naiv und hilft den Insekten ganz gewiss nicht.
Ich reduziere es nicht darauf. Es gibt verschiedene Ursachen und Glyphosat ist ein Teil davon.

Es geht darum, dass das Thema Glyphosat in dem Artikel allein mit folgendem Satz abgehandelt wird und suggeriert, Glyphosat hätte am Insektensterben keinen Anteil:
"Das Mittel richtet sich allerdings nicht gegen Insekten, sondern gegen Pflanzen und wird zur Unkrautbekämpfung genutzt."

Die Folge sieht man an vielerlei Beiträgen hier im Forum, Glyphosat wird abgestempelt als hätte es keinen Anteil an dem Problem.

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frenchie3 20.05.2018, 17:16
234. @ 223 Autofahrer mitverantwortlich für Insektensterben

Durchaus. Dazu die nächtliche Dauerbeleuchtung wo die um die Lampen fliegen bis sie abstürzen und diese schwachsinnigen Elektrobräter die Insekten grillen die nie auch nur in die Nähe gekommen wären wenn der Mist nicht an wäre. Was die Chemie und Monokulturen nicht schaffen machen wir so ganz nebenbei platt

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egghead7 20.05.2018, 17:18
235.

Zitat von MattKirby
Allen Foristen die von durch tote Insekten verschmutzte Windschutzscheiben erzählen, gebe ich zu Bedenken, ob nicht genau dieses maßgeblich für das massenhafte Insektensterben verantwortlich sein könnte. Nur mal so in den luftleeren Raum geworfen.
Ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder?

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ardbeg17 20.05.2018, 17:27
236. @karl15

"Umweltschützer nennen immer wieder auch einzelne Pestizide wie Glyphosat als Ursache für das Schwinden. Das Mittel richtet sich allerdings nicht gegen Insekten, sondern gegen Pflanzen und wird zur Unkrautbekämpfung genutzt(...)"
Das ist doch völlig korrekt! Tatsächlich reduzieren sehr viele - auch gezielt in der Umweltbewegung - moderne Landwirtschaft, Agrochemie und aufgeräumte Feldfluren auf den Wirkstoff Glyphosat. Begünstigt durch die Diskussion um eine mögliche direkte Gesundheitsgefährdung durch Glyphosat hat sich bei vielen der Eindruck verfestigt, Glyphosat sei ein universelles Gift, dessen Verbot automatisch eine große ökologische Verbesserung bringen würde. Das ist aber falsch - welche "Unkräuter" und Brachflächen sollen denn ohne Glyphosat plötzlich mehr werden? Welche Thuja-Hecke weicht einer blühenden Wildhecke? Welcher Rasen einer Blumenwiese? Welcher Ackerrandstreifen wächst dadurch? Welche Flurbereinigung wird dadurch rückgängig gemacht? Ohne Totalherbizid wird der Acker eben umgepflügt oder andere Chemie verwendet. Wenn ein bestimmter Waschmittelbestandteil wegfällt, wird die Wäsche anders gewaschen. Nein, 80 Prozent der Leute wissen nicht wirklich, was Glyphosat macht, wie es wirkt und wann und wo es angewendet wird. Es hat keine direkte Wirkung auf Insekten und ist nicht schuld an der realen Lanfschafts- und Gartengestaltung.
Unterm Strich sind derartige Probleme komplex, und ich finde es richtig, den den Protagonisten einfacher und somit nutzloser Lösungen den Zahn zu ziehen. Dass man über die Formulierung streiten kann - o.k.

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ardbeg17 20.05.2018, 17:55
237.

Wer meint, Agrochemie diene nur der Profitmaximierung von BASF und Co, bitte hier lesen: https://www.planet-wissen.de/kultur/westeuropa/geschichte_irlands/pwiediegrossehungersnot100.html

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Gjulch 20.05.2018, 18:11
238. Der Focus

Das Apothekenblättchen Focus hat 2010 ähnlichen Schwachsinn verzapft https://www.focus.de/magazin/videos/focus-titel-prima-klima_vid_21483.html. Wenn's denn Auflage bringt. Schlimm nur, dass manche Menschen dies wirklich glauben.

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HWRH 20.05.2018, 18:13
239. Eine Insel mit

gesunden Bienenvölkern und allein biologischen Produkten existiert in der Karibik. Die Bauern dort benutzen keine Produkte von Bayer, Monsanto oder Syngenta. Wie heißt diese Insel? Keiner Tip: Sie hat eine Schweinebucht.

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