Forum: Wissenschaft
Umweltschutz: Kommen Sie mir bloß nicht mit Nachhaltigkeit
DPA

Ob Olympische Spiele, Hotels oder Konsumgüter - alles muss nachhaltig sein. Doch der Begriff Nachhaltigkeit ist oft Etikettenschwindel. Wir sollten ihn meiden.

Seite 18 von 24
jar.koz. 02.08.2014, 14:10
170. Armutszeugnis, ganz nebenbei

"Ich behaupte das Gegenteil: Der Begriff 'Nachhaltigkeit' verschleiert die komplexen Zusammenhänge in der Natur und die zwischen Umwelt und Gesellschaft. Er liefert keine Antwort, sondern wirft Fragen auf. Der Begriff ist schädlich. Überlassen wir ihn listigen Verkäufern."

Interessant, wie hier ein Begriff als _schädlich_ bezeichnet wird, weil er Fragen aufwirft statt eine Antwort zu liefern. Redet Axel Bojanowski etwa dem sprachlichen Totalitarismus das Wort?

Beitrag melden
Fehlerfortpflanzung 02.08.2014, 14:10
171. Genau

Zitat von apfelmännchen
Tipp: In N'ordkorea könnten sie die - ihrer Meinung nach - paradiesischen Zustände noch vorfinden, dass keine Lebensmittel weggeworfen werden... Viel Spass dort ;-)
Geh doch nach drueben!

Beitrag melden
tempus fugit 02.08.2014, 14:12
172. Faue

Zitat von apfelmännchen
Ich kenne ein Land, wo keine 10% der Lebensmittel weggeworfen wurden. Und ich würde ihnen gerne empfehlen, dorthin zu ziehen, wenn ihnen der Luxus über ist, dass es auch kurz vor Ladenschluss noch JEDES Lebensmittel zu kaufen gibt. Leider gibt es dieses Land seit 1990 nicht mehr - die Leute wollten offensichtlich lieber, dass 50% weggeschmissen wird. Tipp: In Nordkorea könnten sie die - ihrer Meinung nach - paradiesischen Zustände noch vorfinden, dass keine Lebensmittel weggeworfen werden... Viel Spass dort ;-)

Beitrag melden
tempus fugit 02.08.2014, 14:13
173. Faule...

Zitat von apfelmännchen
Ich kenne ein Land, wo keine 10% der Lebensmittel weggeworfen wurden. Und ich würde ihnen gerne empfehlen, dorthin zu ziehen, wenn ihnen der Luxus über ist, dass es auch kurz vor Ladenschluss noch JEDES Lebensmittel zu kaufen gibt. Leider gibt es dieses Land seit 1990 nicht mehr - die Leute wollten offensichtlich lieber, dass 50% weggeschmissen wird. Tipp: In Nordkorea könnten sie die - ihrer Meinung nach - paradiesischen Zustände noch vorfinden, dass keine Lebensmittel weggeworfen werden... Viel Spass dort ;-)
...Äpfel werf' ich auch weg... (;>)))

Beitrag melden
tempus fugit 02.08.2014, 14:16
174. Gurken kann man...

Zitat von weltverkehrt
Achso, dann wird dieser "Müll" in der Biotonne also nicht zum "Wertstoffhof" gebracht, sondern in die Müllverbrennungsanlage oder auf die Deponie? 50 % ... Dieses Jahr hatten wir im Garten drei Salatgurken-Pflanzen angebaut. Seit anderthalb Wochen werde ich mit Gurken überschüttet. Innerhalb der letzten drei Tage ein ganzer Korb (6 Stück in Supermarktgröße) voll. Müsste ich von dem Anbau leben, würde ich die auf den Markt bringen, wie alle anderen auch. In der Saison entsteht so ein Überangebot, außerhalb der Saison die Tendenz zum Mangel. Da es sich um verderbliche Ware handelt, wenn auch kühl gelagert über eine Woche haltbar, lässt es sich saisonal nicht vermeiden, dass auch mal etwas verdirbt oder für den Verkauf nicht mehr geeignet ist, da die Haltbarkeit nicht mehr gegeben ist. (Oder finden Sie es toll, wenn Sie Gurken kaufen und die am nächsten Tag schon gammelig sind?) . In meinem Fall kann ich die Nachbarn mit kostenlosen Gurken beglücken, zumindest solange die Ihnen nicht aus den Ohren herauswachsen.


...auch einmachen, sach' ich mal so...
Schmeckt sogar richtig lecker!


Und ja gut, dass Sie damit Ihre Nachbarn beglücken, würde ich auch
so machen...

Und Nachhaltigkeit bedeutet eben auch, dass man Qualität statt billigen Mist kauft - der am nächsten Tag gammelig ist...

Beitrag melden
tempus fugit 02.08.2014, 14:19
175. Haben Sie einen Beleg...

Zitat von Jabagrafs
Untersuchungen haben gezeigt, dass 43% nicht der Lebensmittelverwertung zugeführt werden oder dort verbleiben.. Schlagzeilenkünstler machten daraus zuerst "fast die Hälfte".. Dann liess man das "fast" weg und aus nicht gegessen wurde weggeschmissen.. Und völlig ausser acht bleibt dabei, worum es sich bei den nicht als Nahrung genutzten Anteilen handelt! Als Ausgangsbasis wird bei Obst und Gemüse fast ausschliesslich das Gewicht der Rohware ab Feld/Strauch/Baum genommen! Also auch die Schalen von Bananen, Apfelsinen, Kartoffeln, Erbsenschoten/Nüssen.. Oder die Kerne/Kerngehäuse von Äpfeln, Birnen... Alle Pressreste aus der Saftherstellung.. Bei Tieren und Fischen zählt zumindest fast das Lebendgewicht! Ich esse aber weder Knochen, Gräten, Hufe, Sehnen, noch verspeise ich Haselnüsse mit Schale...


...für Ihre 'Untersuchungen'?

Beitrag melden
weltverkehrt 02.08.2014, 14:22
176.

Zitat von spiegelleser987
Warum sollte Sondermüll nicht verwertbar sein?
Sie haben recht.

Giftmüll wäre das bessere Wort gewesen. Also als Sammelbegriff für giftige Abfälle, die derzeit nicht wieder aufbereitet werden können oder wo es sich finanziell nicht lohnt. Das Wort Müll besitzt immer die Tendenz zum Negativen und Unbrauch-/Unverwertbaren, während der (tendeziell) Oberbegriff "Abfall" sowohl als auch beinhaltet. (Eine logische Ausnahme ist zum Beispiel der Sperrmüll, aber die Ausnahme bestätigt...)

Um den Bogen zur Nachhaltigkeit zu finden: Recycling wird gemeinhin als nachhaltig bezeichnet.

Beitrag melden
tempus fugit 02.08.2014, 14:25
177. Trauern...

Zitat von apfelmännchen
Sag ich doch: ziehen sie aus dem "radioaktiv verstrahlten" Schwarzwald nach Nordkorea um. Damit erledigen sie gleich zwei ihrer innigsten Wünsche :p


... dann weiter Ihren früheren Wirkungstätten Greifswald/Lubmin nach - dort ist noch viel zu tun - über Jahrzehnte...

Natürliche Strahlung ist eines, ein Cäsiumhaltiger Thunfisch oder ein
Uran-Fischelchen was anderes.

Aber das ist wohl schon zu kompliziert für hochintelligente Zeitgenossen!

Beitrag melden
stephangeue 02.08.2014, 14:32
178. permanenter Krieg

Zitat von sysop
... obwohl die Natur eher mit permanentem Krieg verglichen werden könnte ...
Der Artikel ist ungewohnt gut für den Spiegel und hat Tiefgang.

Dem zitierten Vergleich würde ich dennoch nicht zustimmen. Zwar gibt es in der Natur - zu der der Mensch gehört - ein ständiges Fressen und gefressen werden, und so gesehen führt selbst der Veganer einen "permanenten Krieg" gegen seinen Gemüsegarten. Aber Krieg ist etwas anderes als das, was in der Natur passiert. Die Natur lässt sich nicht von Profitmaximierung treiben, nicht von Rache, scheinbarem Stolz, Eitelkeit oder was auch immer Menschen gegeneinander in den Krieg treibt. Auch Kriege wegen Hunger werden nicht geführt, um den Kriegsgegner aufzufressen. In der Natur ist der Tod durch Angriff von Nahrungskonkurrenten die Ausnahme.

Außerdem ist das Treiben in der Natur sehr stark von einem Streben nach Koexistenz geprägt. Man sucht die Nische, den noch unbesetzten Platz. Nur das kann zu so großer Artenvielfalt auf so kleinen Räumen geführt haben, wie wir sie häufig noch beobachten können.

Und schließlich zum Begriff Nachhaltigkeit: Ich würde ihn nicht den Werbeabteilungen überlassen, jedenfalls nicht allein deshalb, weil er zweckentfremdet wird und ich seinem Gebrauch einen klärenden Absatz nachschieben muss. Der erstmalige Gebrauch in der Forstwirtschaft drehte sich eben nicht um den Erhalt einer "natürlichen Natur", sondern darum, einen Eingriff in die Natur so zu gestalten, dass er auf unabsehbar lange Dauer durchgeführt werden kann, dass nachwächst, was entnommen wird. Das galt für den Erzbergbau sicherlich nicht, weil eine Erzader nicht nachwächst, aber dort wurde der Begriff ja auch nicht geprägt, sondern für die Waldwirtschaft. Es gibt so viele Bereiche - von der Energieversorgung über die Trinkwasserversorgung, die Landwirtschaft usw. -, in denen die Bedeutung von Nachhaltigkeit im ursprünglich gebrauchten Sinne unverändert ist, nur aufgrund des inflationären Missbrauchs dieses Begriffs durch Alternativbegriffe wie "Enkelverträglichkeit" und dergleichen ersetzt worden ist. Meines Erachtens geht es bei Nachhaltigkeit in keiner Weise um Natürlichkeit, sondern um zeitliche "Unendlichbarkeit" einer wirtschaftlichen Tätigkeit des Menschen.

Beitrag melden
tempus fugit 02.08.2014, 14:32
179. Ich halte es eher mit der...

Zitat von apfelmännchen
Ich kenne ein Land, wo keine 10% der Lebensmittel weggeworfen wurden. Und ich würde ihnen gerne empfehlen, dorthin zu ziehen, wenn ihnen der Luxus über ist, dass es auch kurz vor Ladenschluss noch JEDES Lebensmittel zu kaufen gibt. Leider gibt es dieses Land seit 1990 nicht mehr - die Leute wollten offensichtlich lieber, dass 50% weggeschmissen wird. Tipp: In Nordkorea könnten sie die - ihrer Meinung nach - paradiesischen Zustände noch vorfinden, dass keine Lebensmittel weggeworfen werden... Viel Spass dort ;-)


...Aussage eines Philosphen (?) der meinte: "Wie schön, dass es so viele
Dinge gibt, die ich nicht brauche..."

Beitrag melden
Seite 18 von 24
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!