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Umweltschutz: Kommen Sie mir bloß nicht mit Nachhaltigkeit
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Ob Olympische Spiele, Hotels oder Konsumgüter - alles muss nachhaltig sein. Doch der Begriff Nachhaltigkeit ist oft Etikettenschwindel. Wir sollten ihn meiden.

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andre_22 04.08.2014, 12:03
230.

Zitat von weltverkehrt
Was Sie und manch anderer hier im Artikel evtl. falsch verstanden haben: Wenn ich den Autor korrekt verstehe, geht es bei der Nachhaltigkeit laut Begriffsdefinition lediglich um das Was (man erhalten/dauerhaft bewirtschaften will), aber es geht eben per Definition nicht um das Wie (man es erhalten/man wirtschaften will). Geht es um den Fischbestand, geht es darum, dass der Bestand erhalten bleibt oder größer wird. Welche Fangmethoden dabei zum Einsatz kommen hat aber mit Nachhaltigkeit nichts zu tun. Geht es um Trinkwassermangel, ist das Ziel für die Zukunft Wasserreichtum zu garantieren. Welche Maßnahmen dafür ergriffen werden, einen weiteren Fluß fast trockenlegen für einen Stausee oder ein Kernkraftwerk nur für Meerwasserentsalzung zu bauen oder weniger Wasser zu verbrauchen, steht auf einem anderen Blatt. Ziel ist, dass in Zukunft jederzeit aus dem Vollen geschöpft werden kann. Der Fehlschluss, auf den er hinweist, ist, dass Nachhaltigkeit eben KEINE Garantie für Umweltfreundlichkeit/Naturverbundenheit oder Tierliebe ist, was aber die Leute glauben, die dafür mehr ausgeben, weil sie glauben, es wäre eine Art BIO-Siegel drauf, wenn ihnen ein Produkt aus "nachhaltiger Produktion" verkauft wird.
Natürlich haben auch die Fangmethoden etwas mit Nachhaltigkeit zu tun! Nehmen wir Zb. die Maschengrösse der Netze um Jungfische durchzulassen oder Mindestgrössen bei den Fischarten usw usw.!

Und ja! Nachhaltigkeit sagt nur aus das natürliche Resourssen so genutzt werden sollten das die Betreffende Art, Pflanze usw. in der Lage ist sich selbständig zu erhalten und die Entnahme wieder auszugleichen! Auf die Art und weise wie diese Entnahme geschieht sagt das erstmal nichts aus! Aber wie zb. bei der Fischerei ist es elemtar wichtig wie zb. gefangen wird! Bei der Forstwirtschaft zb. wäre es aber egal ob der Baum nun mit einer Motorsäge, einer Handsäge, einer Axt gefällt wird oder mit nem Bagger samt Wurzel ausgerissen wird!

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Mmh so so 04.08.2014, 18:12
231. Kommentar: Zu kurz greifende Analyse und Handlungsvorschlag

Zitat von sysop
Ob Olympische Spiele, Hotels oder Konsumgüter - alles muss nachhaltig sein. Doch der Begriff Nachhaltigkeit ist oft Etikettenschwindel. Wir sollten ihn meiden.
Einen Begriff verabschieden zu wollen, da er falsch benutzt, verwässert und missbraucht finde ich schon verwunderlich! Der Begriff der Nachhaltigkeit ist indes derart zukunftsweisend, das die Analyse und die Handlungsvorschläge des Autors nicht mehr ernst genommen werden können!

Im Begriff der Nachhaltigkeit steckt nicht weniger als das Zukunftsprinzip der Menschheit schlechthin. Er sagt klar aus, dass nachhaltige Maßnahmen sowohl Belange der Umwelt als auch der Wirtschaft und der Sozialverantwortung gemeinsam beachten. Selbstverständlich bildet ein solcher Begriff, mit einem derartigen Abstraktionsgrad, im weitesten Sinne zahlreiche verschiedene Entscheidungssituationen in der komplexen Welt in der in der wir mittlerweile leben ab. Zu erwarten ein Begriff könnte so komplexe Entscheidungen, wie in dem Artikel benannt, ohne Weiteres kennzeichnen ist realitätsfern. Zum Vergleich: Um eine Maßnahme in größeren Unternehmen als wirtschaftlich zu bezeichnen, wird auch lange eine Menge gerechnet und gegeneinander abgewogen (hofft man zumindest).

Daher muss man hier zu dem Schluss kommen, dass weder dem Autor noch den willfährigen, weil ebenfalls ahnungslosen Umwelt-Nein Danke-Zustimmenden hier im Forum klar ist, was rechtlich und politisch von einzelnen Begriffen erwartet werden kann. Sie sind immer im Einzelfall unscharf und bedürfen daher, zum Teil unter erheblichem Aufwand, einer Konkretisierung oder Operationalisierung, u.a. durch Unterbegriffe und letztendlich durch Berechnungen.

Der Autor und die ihm willfährig Beipflichtenden stehen mit ihrer Auffassung auch völlig zu Recht weitgehend alleine da. Der Begriff der Nachhaltigkeit soll und kann nicht einfach weg- oder abgeschrieben werden.
Zum einen ist der Begriff so wichtig für unsere gemeinsame Zukunft auf dieser Erde, in der neben Wirtschafts- auch Umwelt- und Sozialbelange Geltung erhalten sollen. Es ist schlicht unverantwortlich angesichts der Wichtigkeit dieses Begriffs vorzuschlagen, ihn allgemein nicht mehr zu benutzen.
Zum anderen ist dem Autor vielleicht nicht aufgefallen, dass dieser Begriff im AEUV also gewissermaßen der Verfassung der europäische Union, festgeschrieben ist und zahlreichen Richtlinien und Verordnungen vorsteht. Auch in Deutschland hat er mittlerweile Verfassungsrang und wird nach Ansicht des Verfassers auf mittelfristige Sicht die Menschenwürde, als das alle anderen Verfassungsrechte prägende Verfassungsprinzip, ablösen.

Der Begriff der Nachhaltigkeit wird unser Handeln hoffentlich auf Jahrtausende hinaus prägen. Von dem Autor kann nicht verlangt werden, den Begriff der Nachhaltigkeit gut zu finden. Aber eine wenigstens im Ansatz zutreffende Analyse von einem Begriff und seinen praktischen Folgen in Recht, Wirtschaft und Politik und durchdachte Handlungsvorschläge können schon erwartet werden.

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Exhortist 04.08.2014, 18:20
232. Einer der besten Beiträge

Zitat von weltverkehrt
Um es nocheinmal griffig zu formulieren: Der Begriff "Nachhaltigkeit" beschreibt die dauerhafte Anstrengung einen Zielzustand zu erreichen, er beschreibt aber überhaupt nicht den Weg zum Ziel, noch ob das Ziel oder der Weg dorthin subjektiv positiv oder negativ ist. Grüne und Co. sowie mittlerweile die Wirtschaft generell verwenden den Begriff aber so, als würde er automatisch den besten weltverbessernden Weg enthalten. Das stimmt aber nicht, davon abgesehen, dass selbst wenn man ein gemeinsames Ziel und einen weltverbessernden Weg gemeinsam wünscht, die verschiedenen Wege vom einen so und vom anderen so bewertet werden können. Und dass Wege immer zwei Seiten haben, einen positiven Effekt (Strom aus Windkraft), aber auch einen negativen (Windrad vorm eigenen Fenster, Probleme für Vögel/Fledermäuse oder Stromleitung), zeigt, dass es selbst dann immer ein tendenziell /problematischer oder gar fauler Kompromiss sein kann.
Sehr guter Beitrag. Statt "dauerhafter Anstrengung" kann man getrost "stets bemüht" verwenden.

Ich fürchte aber, Ihr Beitrag wird ebenso ignoriert wie mein letzter. Das Problem ist, solche klaren Analysen passen weder zur allgemeinen gesellschaftlichen Schwarmverblödung, noch zur Geistesleistung vieler überstudierter, nachplappernder Theoretiker, die noch nie einen Fuß in die Natur gesetzt haben oder wenn, beifallklatschend vor einer von Drüsigem Springkraut überwucherten Feuchtwiese stehen, weil die Blümchen so schön rot und das Kraut so grün ist. Oder die vom "natürlichen Gleichgewicht" schwärmen, welches nur in der Phantasie der meisten Ökoheinis existiert.

Merke: Grüne und Ökofaschisten haben nichts, aber auch gar nichts, mit Naturschutz zu tun. Da geht es ausschließlich um Stimmenfang, Selbstbeweihräucherung und/oder unausgegorenes Gutmenschentum.

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vwl_marlene 04.08.2014, 20:51
233. Das Nachhaltigkeitsdreieck...

Zitat von Mmh so so
Im Begriff der Nachhaltigkeit steckt nicht weniger als das Zukunftsprinzip der Menschheit schlechthin. Er sagt klar aus, dass nachhaltige Maßnahmen sowohl Belange der Umwelt als auch der Wirtschaft und der Sozialverantwortung gemeinsam beachten. Selbstverständlich bildet ein solcher Begriff, mit einem derartigen Abstraktionsgrad, im weitesten Sinne zahlreiche verschiedene Entscheidungssituationen in der komplexen Welt in der in der wir mittlerweile leben ab.
Der Autor weist doch vor allem auf die Unbestimmtheit des Begriffs hin. Und gerade aus dieser Unbestimmtheit ergibt sich in der politischen Debatte die Illusion der Zustimmung.
Strukturwandel ist auch so ein Begriff. Machlup hat das mal schoen dargelegt: http://link.springer.com/article/10....LI=true#page-1

Sie sagen ja auch selber, dass sich hinter dem Begriff verschiedene Ziele verbergen. Fuer eine Entscheidung muss dann weiterhin erstmal das genaue Ziel bzw. die Zielabwaegung diskutiert werden, es muessen Indikatoren gefunden und festgelegt werden, mit denen die Zielerreichung gemessen werden kann und erst dann koennen die verschiedenen Massnahmen zur Zielerreichung bewertet werden. Was bringt dann der Begriff, wenn dennoch alles beliebig bleibt?

(Und ja: beliebig: Man denke an Carlowitz, der zur Erreichung einer Nachhaltigen Waldwirtschaft die Verwendung des nichtregenerativen Energietraegers Torf vorgeschlagen hat. Oder: alles ist mit Opportunitaetskosten verbunden, von daher muss immer zwischen verschiedenen Zielen abgewaegt werden.)

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weltverkehrt 04.08.2014, 22:07
234.

Zitat von andre_22
Natürlich haben auch die Fangmethoden etwas mit Nachhaltigkeit zu tun! Nehmen wir Zb. die Maschengrösse der Netze um Jungfische durchzulassen oder Mindestgrössen bei den Fischarten usw usw.!
Der Thread ist zwar so gut wie gegessen, aber mit etwas Fantasie gibt es auch andere Möglichkeiten den Fischbestand zu erhöhen obwohl man auf maximal brutale Art fischt.

Nur als Gegenbeispiel: Wenn man die Fangsaison auf wenige Tage beschränkt und das Fanggebiet stark eingrenzt, könnte man um das Ziel zu erreichen sogar Dynamitfischen erlauben (wenn man so skrupellos ist).

Anderes Beispiel: Man verbietet das Fischen im offenen Meer generell, erlaubt dafür Fischfarmen im ganz großen Stil inkl. Einsatz von allen möglichen Medikamenten und synthetischen Nahrungsergänzungsmitteln etc.

Und siehe da: Fisch aus Fischfarmen wird als aus nachhaltiger "Produktion" (oder Zucht) beworben.

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andre_22 05.08.2014, 08:40
235.

Zitat von weltverkehrt
Der Thread ist zwar so gut wie gegessen, aber mit etwas Fantasie gibt es auch andere Möglichkeiten den Fischbestand zu erhöhen obwohl man auf maximal brutale Art fischt. Nur als Gegenbeispiel: Wenn man die Fangsaison auf wenige Tage beschränkt und das Fanggebiet stark eingrenzt, könnte man um das Ziel zu erreichen sogar Dynamitfischen erlauben (wenn man so skrupellos ist). Anderes Beispiel: Man verbietet das Fischen im offenen Meer generell, erlaubt dafür Fischfarmen im ganz großen Stil inkl. Einsatz von allen möglichen Medikamenten und synthetischen Nahrungsergänzungsmitteln etc. Und siehe da: Fisch aus Fischfarmen wird als aus nachhaltiger "Produktion" (oder Zucht) beworben.
Ist ja zum teil schon so das es Zeitlich begrenzte Fangzeiten gibt!

Dynamitfischen bringt auf dem offeen Mehr recht wenig und die Fischfarmen die so betrieben werden und die Umwelt schädigen sind auch schon realität!:))

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apfelmännchen 05.08.2014, 12:48
236.

[QUOTE=tempus fugit;16305502 Die Energiewende IST ein EU-Projekt, falls Sie es nicht wussten.
Jetzt wissen Sie's...

[/QUOTE]
Jau, jetzt wissen wirs...

Selten so gelacht... Grüße aus dem "Energiewende-Wunderland" Finnland ;-)

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analyse 05.08.2014, 13:03
237. Und die

Und wenn man dann mal nachdenkt,was alles mit 100Mrd.EURO Subventionen für die Photovoltaik, für die Umwelt hätte machen können !Abgesehen davon,daß die Chinesen sich gefreut haben:Die Umwelt hätte 100fach (Schätzungen gehen bis zum 500fachen )mit anderen Maßnahmen (REgenwald) davon profitieren können.Bei den "GRÜNEN" geht aber Ideologie und Parteitaktik vor Umeltschutz !

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Bondurant 05.08.2014, 13:19
238.

Zitat von sysop
Ob Olympische Spiele, Hotels oder Konsumgüter - alles muss nachhaltig sein. Doch der Begriff Nachhaltigkeit ist oft Etikettenschwindel. Wir sollten ihn meiden.
Wichtige Information übrigens: für Gerichte, bei deren Zubereitung rohe Eier verwendet werden, besser keine Bio-Eier verwenden. Wegen der bakteriellen Risiken. das gilt insbesondere für ältere Menschen.

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