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Umweltschutz: Wohin mit dem Mist?
DPA

Gülle wird in Deutschland zunehmend zum Problem. Die Nitratbelastung steigt. Schuld daran ist auch der "Gülletourismus", bei dem Jauche durch Europa gekarrt wird.

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kmgeo 04.10.2016, 17:58
30. Schon das Bild zeigt es!

Schon das Bild zeigt es: Einigen (nicht allen) Landwirten ist egal, wie es um die Umwelt steht und natürlich auch, ob sie irgendwelchen Vorgaben entsprechen: Das Ausbringen von Gülle per Prallteller nach oben ist in D verboten. Wenn überhaupt, dann nur nach unten oder eben per Schleppschlauch, wofür es auch noch Kaufanreize gibt.
Gülle in Biogasanlagen löst nur das Problem mit dem Gestank, aber nicht mit dem Nitrat; insofern ist es müßig, darübr zu diskutieren.
Wir haben in D aber auch Regionen, in den heftig mit Mineraldünger zugedüngt wird - im Prinzip auf den schlechten Böden, bei denen die Unternehmen zuwenig Tiere habe (Ackerbaubetriebe in MV, BRB etc.). Nun könnte man ja die Gülle aus dem Oldenburger Münsterland (höchste Viehdichte in D) per Schiff auf dem Mittellandkanal dorthin bringen (tatsächlich macht man das per LKW, was dann wieder die Straßen ruiniert (VEC - H). Schlimmer ist aber, dass die Ackerbauern die Gülle nicht wollen: Sie ist zu inhomogen, muss speziiell gelagert werden und schwer auszubringen. Das größte Problem ist aber, dassin Gülle bereits Antibiotikarückstände gefunden wurden. Kein Ackerbauer wird das Risiko eingehen, für sein Getreide einen geringeren Preis zu erzielen, wenn eine solche Diskussion hochkommt.
Wir werden wohl nicht drumrumkommen: Für jede GVE ist genau nachzuweisen, wo welche Fläche vorhanden ist, um die Exkrememte aufzunehmen. Das wird die Landwirte Geld kosten, aber im Moment zahlen die Verbrauchen über die Wasserpreise die Zeche (auch wenn sie kein Fleisch essen). Der Kunde muss den Aufwand spüren!!

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quark2@mailinator.com 04.10.2016, 18:39
31.

Das rollt schon seit Jahrzehnten auf uns zu und die Meßsensoren in verschiedenen Tiefen zeigen an, wie das Zeug dem Grundwasser immer näher kommt. Und unsere lieben Politiker haben es nicht nötig, sich darum zu kümmern, sie sorgen nicht mal dafür, daß wir wissen, wieviel reinkommt und was wohin gekippt wird. Einfach super. Wenn ich schon höre "Ländersache". Was brauchen wir diese albere Zerteilung des Landes ? Wird Zeit, daß endlich abzuschaffen, zumindest bei den wichtigen Dingen wie Schule oder eben Wasser.

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swandue 04.10.2016, 20:33
32.

Zitat von Oberleerer
In China kommt das in die Biogasanlage (vor 10 Jahren): http://www.spiegel.de/wirtschaft/armut-in-china-frau-shang-und-ihr-energieschwein-a-550215.html Warum muß man in D extra Mais anbauen, wenn doch genügend Gülle vorhanden zu sein scheint?
Weil der Einsatz von Mais offenbar betriebswirtschaftlich etwas günstiger ist und staatliche Regeln, die anderes bestimmen, grundsätzlich schlecht sind. Auch wenn wir alle profitieren würden von der weniger schädlichen Verwertung von Gülle und zugleich weniger Anbau von Mais. Bedarf für das so genutzte Land gibt es auch anderweitig genug. Manche begrüßenswerte Nutzung würde interessant, wenn der Preis für das benötigte Land geringer wäre.

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uchawi 04.10.2016, 22:48
33. Wenigstens ein bisschen Wissen wäre schön!

Zitat von gluonball
Gülle auf ein Feld ausbringen sollte generell Verboten werden. Oder besteuert werden.
Als studierter Landwirt weiß man nicht mal, was man zu so einem Spruch sagen soll ... Gülle ist DÜNGER! Die wird nicht auf Feldern verklappt, auch wenn Artikel wie dieser sowas nahelegen. Sie versorgt unsere Äcker mit den Nährstoffen, die ihnen durch den Feldfruchtanbau entzogen wurden. Alternativ kann man bestensfalls Mineraldünger streuen, aber eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft verlangt, dass die Abprodukte aus der Tierhaltung wieder auf den Feldern landen. Wer sich, bevor er hier kommentiert, wenigstens ansatzweise mal mit dem Thema befasst hat, weiß das.

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J.Boehrer 05.10.2016, 00:09
34. Komisch

Der offizielle Nitratbericht der Bundesregierung bescheinigt stetig sinkende Werte und in allem Medien und von grünen und roten Politikern und NGOs wird was anderes behauptet,

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J.Boehrer 05.10.2016, 00:18
35.

Zitat von Georg_Alexander
Warum verschlechtert sich trotz strikter Einhaltung der Regeln die Grundwasserqualität (z. B. Nitratgehalt) kontinuierlich. Und das seit Jahrzehnten(!) ganz besonders dort, wo unsere professionellen 'Naturschützer' besonders intensiv Landwirtschaft betreiben? Es gibt nur eine logische Antwort: Die Regeln sind Ergebnis eines 'Interessenausgleichs'. Es ist sozusagen ein Kompromiss zwischen Verhinderung der Brunnenvergiftung und Steigerung privaten Gewinnstrebens. Da wundern sich die Agrawirtschafter über ihr mieses Image? Moral? Auch ein noch so langsam vergifteter Brunnen ist irgendwann ungenießbar! Nach mir die Sinflut, oder wie?
Schauen Sie mal in den Nitratbericht der Bundesregierung. Dann werden Sie sehen, dass das mit der Verschkechterung seit jahrzehnten eine ganz große Lüge ist. Das Gegenteil ist der Fall. Die Werte werden stetig besser,

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J.Boehrer 05.10.2016, 00:20
36.

Zitat von kmgeo
Schon das Bild zeigt es: Einigen (nicht allen) Landwirten ist egal, wie es um die Umwelt steht und natürlich auch, ob sie irgendwelchen Vorgaben entsprechen: Das Ausbringen von Gülle per Prallteller nach oben ist in D verboten. Wenn überhaupt, dann nur nach unten oder eben per Schleppschlauch, wofür es auch noch Kaufanreize gibt. Gülle in Biogasanlagen löst nur das Problem mit dem Gestank, aber nicht mit dem Nitrat; insofern ist es müßig, darübr zu diskutieren. Wir haben in D aber auch Regionen, in den heftig mit Mineraldünger zugedüngt wird - im Prinzip auf den schlechten Böden, bei denen die Unternehmen zuwenig Tiere habe (Ackerbaubetriebe in MV, BRB etc.). Nun könnte man ja die Gülle aus dem Oldenburger Münsterland (höchste Viehdichte in D) per Schiff auf dem Mittellandkanal dorthin bringen (tatsächlich macht man das per LKW, was dann wieder die Straßen ruiniert (VEC - H). Schlimmer ist aber, dass die Ackerbauern die Gülle nicht wollen: Sie ist zu inhomogen, muss speziiell gelagert werden und schwer auszubringen. Das größte Problem ist aber, dassin Gülle bereits Antibiotikarückstände gefunden wurden. Kein Ackerbauer wird das Risiko eingehen, für sein Getreide einen geringeren Preis zu erzielen, wenn eine solche Diskussion hochkommt. Wir werden wohl nicht drumrumkommen: Für jede GVE ist genau nachzuweisen, wo welche Fläche vorhanden ist, um die Exkrememte aufzunehmen. Das wird die Landwirte Geld kosten, aber im Moment zahlen die Verbrauchen über die Wasserpreise die Zeche (auch wenn sie kein Fleisch essen). Der Kunde muss den Aufwand spüren!!
Auf die Idee, dass hier ein uraltes Bild mit uralter Technik aus dem Archiv genommen wurde, kommen Sie nicht?

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roughneckgermany 05.10.2016, 07:42
37. @uchawi

Niemand hat was gegen Gülle auszubringen. Jedoch muss Schluss sein mit der Überdüngung. Zb: Es gibt klarr Regelungen wann man ein Landwirt ist. Wenn ich zwei Pferde besitze, muss ich auch über 1,5 ha Fläche verfügen und auf diesen theoretisch das Futter ernten zu können, damit ich mich als Landwirt bezeichnen kann. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich, dass ich den Mist von zwei Pferden auf 1,5 ha Fläche verstreue. Das funktioniert natürlich nicht, wenn jemand 100.000 Tiere besitzt und die Hälfte an Futter selbst produziert, die zweite jedoch hinzukauft und anschließend Gülle 100% auf den eigenen (anteilig 50%) Flächen verteilt. Es muss entweder eine Kreislaufwirtschaft geschaffen werden (Futterzeuger nimmt Gülle vom Endkunden zurück) oder eine energetische Verwertung zwingend vorgeschrieben werden. Was die Niederländer angeht: Dass diese ihre Gülle hier verklappen, hat den Hintergrund der gesetzlichen Regelung in den Niederlanden. Dort ist Gülle als Abfall deklariert, hier in DE jedoch als Rohstoff. Natürlich kann man verstehen, dass die Gülle hauptsächlich nach DE kommt, da immerhin die Massentierhaltung in den NL erst durch den "möglichst billig, möglichst viel" Fleischkonsum der Deutschen möglich wurde. Es müsste jedoch, wie oben beschrieben, eine Kreislaufwirtschaft eingeführt werden, um damit endlich Schluss zu machen. Wenn der Dreck erst mal im Wasser ist, fängt das Problem richtig an: Kein Trinkwasser, kein Futter für die Tiere, kein Futter für den Menschen.

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mitch72 05.10.2016, 09:30
38. @oberleerer

Damals, als der Bodenseeraum noch nicht in dem heutigen Maße landwirtschaftlich genutzt war, war der Bodensee schön sauber (Gebirgswasser). Das er heute wieder annähernd rein ist, sollte uns Mut machen. Wir können nicht auf Kosten der Natur den See zukippen, damit 10 Felchen mehr im See schwimmen und gefangen werden können. Weiterhin kommt genug Mist über die Flüsse in den See, hauptsächlich aus dem Raum Ravensburg und Lindau. Wenn ich mir Bilder vom See aus den 60ern anschaue, da sehe ich (als Ostkind) unsere Gewässer aus dem Osten darin - oder auch den Rhein. Daher bin ich heute froh, in einem sauberen Bodensee schwimmen gehen zu können.

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mitch72 05.10.2016, 09:31
39. Bodensee

Damals, als der Bodenseeraum noch nicht in dem heutigen Maße landwirtschaftlich genutzt war, war der Bodensee schön sauber (Gebirgswasser). Das er heute wieder annähernd rein ist, sollte uns Mut machen. Wir können nicht auf Kosten der Natur den See zukippen, damit 10 Felchen mehr im See schwimmen und gefangen werden können. Weiterhin kommt genug Mist über die Flüsse in den See, hauptsächlich aus dem Raum Ravensburg und Lindau. Wenn ich mir Bilder vom See aus den 60ern anschaue, da sehe ich (als Ostkind) unsere Gewässer aus dem Osten darin - oder auch den Rhein. Daher bin ich heute froh, in einem sauberen Bodensee schwimmen gehen zu können.

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