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Umweltzerstörung: Schleppnetz-Fischerei zerstört Leben am Meeresboden
DPA

Grundschleppnetze versprechen Fischern reiche Beute - doch die Methode steht wegen schwerer Umweltschäden seit langem in der Kritik. Jetzt zeigt eine neue Studie, wie verheerend die Folgen für die Lebewesen am Meeresboden sind.

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fishermans_friend 22.05.2014, 10:44
30. Pauschalisiert und unsauber recherchiert

Bei dieser Diskussion fällt auf, dass bereits der dritte Kommentar auf einen Beitrag verweist, der hier nicht mehr zu finden ist. Das sieht sehr nach Zensur aus! Was nicht ins Bild passt, wird einfach gelöscht. Alle Kommentare, die den Artikel bejubeln und die Fischerei verurteilen, werden stehen gelassen.
Ist hier eigentlich niemandem aufgefallen, dass hier Ergebnisse aus der Tiefsee des Mittelmeeres eins zu eins auf die Fischerei in der Nordsee übertragen werden. Mit dem ersten Satz des Beitrages: „Scholle, Seezunge, Garnele: Die Fischerei mit Grundschleppnetzen hat massive Folgen für das Leben am Boden der Tiefsee.“ wird dem Leser vorgegaukelt, dass das alles eins wäre.
Es ist unstrittig, dass eine bodenberührende Fischerei entsprechende Effekte haben kann, wenn ein entsprechendes Gerät auf einem gegenüber dem Gerät empfindlichen Habitat, z.B. den Kaltwasserkorallen, eingesetzt wird.
Aber unstrittig ist auch, dass nicht jedes Habitat gegenüber einer mechanischen Beanspruchung gleich anfällig ist und nicht jedes Grundschleppnetz die gleichen Auswirkungen aufs Habitat hat.
Die Baumkurrenfischerei auf Garnelen in der Nordsee findet beispielsweise in einem Gebiet statt, in dem Strömung und Seegang den Boden ständig stark beeinflussen. Das kann man leicht nachvollziehen, indem man zwei Seekarten unterschiedlichen Jahrgangs nebeneinanderlegt und vergleicht: Die Wassertiefen an einem Ort verändern sich in der Größenordnung von Metern von einer Vermessung zur nächsten. Wie soll dort die Garnelenfischerei den Boden nennenswert beeinflussen?
An Land leben wir in einer Kulturlandschaft und jeder findet es normal, an Weizenfeldern vorbeizufahren wo eigentlich Buchenmischwälder hingehören. Jedenfalls, wenn man hier die gleichen Maßstäbe ansetzen würde, die im Artikel und vielen Kommentaren unter Wasser angelegt werden.
Hier wird pauschalisiert und alles in einen Topf geworfen, ohne Sinn und Verstand. Und das ganze wird dann pseudowissenschaftlich aufbereitet, damit auch ja die Fischerei an den Pranger gestellt werden kann. Denn es muss ja immer was Neues her, gerade wo sich die Fischbestände im Nordost-Atlantik in den letzten Jahren sehr gut erholen. Wenn die Entwicklung anhält, wird die Ostsee in ein oder zwei Jahren das erste komplett nachhaltig bewirtschafte Meer Europas werden und in der Nordsee und im Nordost-Atlantik wird es auch nicht mehr lange dauern. Aber Weltuntergang bringt einfach bessere Schlagzeilen als optimistische Zukunftsperspektiven.

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