Forum: Wissenschaft
Untergrundlabor Gran Sasso: Wie Forscher das Antimaterie-Rätsel lösen wollen
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In Italien warten Forscher auf den Zerfall von Atomen. Erste Erkenntnis: Da können sie lange warten. Denn es dürfte mehrere 100 Milliarden Jahre dauern, bis es ein einzelnes Atom zerlegt.

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permissiveactionlink 03.04.2018, 17:49
10. "Oben lag der Apennin,

unten legte ich mich hin" (Kurzvers von Carola Rönneburg ;-)). Jetzt aber die Frage eines Nebenfächlers an die Physik-Koryphäen hier im Forum : Warum muss man die Kristalle so weit runterkühlen ? Der radioaktive Zerfall ist doch nicht vom Bewegungszustand der Atome (also der Kristalltemperatur) abhängig.

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123Valentino 03.04.2018, 18:01
11. Hat man ..,,

nicht auf ähnliche Weise versucht einen Protonenzerfall zu defektiverem? Salzstock viel Wasser und unzählige Sensoren. Bisher kein Ergebnis?!! Oder hat sich da was getan?

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tripelkonzert 03.04.2018, 18:04
12. Forschung

Wissenschaftliche Forschung ist die einzige produktive Unternehmung unserer Spezies. Alle anderen Aktivitäten dienen “nur” uns zu füttern, am Leben zu erhalten oder uns zu unterhalten.

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permissiveactionlink 03.04.2018, 18:10
13. Überschrift und Artikelinhalt

widersprechen sich. In der Überschrift heißt es : "Erste Erkenntnis: Da können sie lange warten. Denn es dürfte mehrere 100 Billiarden Jahre dauern, bis es ein einzelnes Atom zerlegt." 100 Billiarden Jahre sind 10^17 Jahre. Im Artikel ist dann von 100 Millionen Milliarden Milliarden Jahren bis zum ersten Zerfall die Rede (10^26 Jahre). Letzteres wäre "nur" 10^9 mal, also eine Milliarde mal länger. ;-)

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rolandjulius 03.04.2018, 18:10
14. Wo liegt ser Hund begraben?

Das Experiment muss scheitern, weil die absolute Temperatur von Null Grad Kelvin nicht erreicht werden kann.
Es wäre traurig wenn der Zerfall über Null eintreten könnte, denn dann gäbe es keine Materie.

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StefanXX 03.04.2018, 18:12
15. Selbstkorrektur

Zitat von StefanXX
Es gab vor dem Experiment schon starke Hinweise darauf, dass diese Halbwertszeit für den Protonenzerfall - wenn es ihn denn gibt - bei mindestens 10 hoch 35 liegt .. also noch mal schlappe 10 Nullen mehr. Insofern ist das bisherige Ergebnis erst mal nicht verwunderlich. Diese Zahlen schauen auf den ersten Blick so harmlos aus .. eine 10 und eine 35 halt .. sind aber so unendlich weit weg von unserer Vorstellungskraft. Was mich an der Physik auch reizt, ist dieses Ineinanderübergehen in andere Domänen wie z.B. der Philosophie. Also Jugendlicher dachte ich Physik und Philosophie, das sind je Gebiete die meilenweit voneinander entfernt sind: In der Physik hier geht es um Messungen, harten Fakte, klare Argumentationen. In der Philosophie dagegen um unbestimmtes vages Gerede um schwammige Dinge. Dabei ergänzen sich diese beiden Wissenschaften so wunderbar. Z.B. wenn es um Determinismus geht, ob unsere Welt durch den Zufall bestimmt ist oder nicht. Da geht die Physik dann ganz schnell in teilweise recht philosophische Fragen über ob es so etwas wie einen freien Willen gibt. Ich finde das alles wahnsinnig spannend und beschäftige mich damit - wenn auch nur als Laie - so oft und gerne damit. Und es gibt so viel mehre faszinierende Dinge in der Physik. Alleine schon dass die Zeit für alle unterschiedlich vergeht. Auf der Zugspitze vergeht die Zeit schneller als im Tal .. wenn ich mit dem Auto 100 fahre vergeht für mich die Zeit schneller als für meine Mutter die zuhause bleibt. Jeder von uns unternimmt jede Stunde ständig Mini-Mini-Zeitreisen ohne dass wir es bemerken. Das Phänomen der Quantenverschränkung, der Dualismus Welle/Teilchen von Licht, die Dunkle Materie und dunkle Energie .. all das ist so spannend.
Ich korrigiere mich gleich selbst bevor es andere tun :-) 1) Die 10 hoch 35 von mir bezogen sich auf die Halbwertszeit, die 10 hoch 25 im Artikel hingegen beziehen sich auf den Zerfall eines Atoms/Protons. Und 2) Wenn man mit dem Auto 100 fährt, vergeht für jemanden die Zeit natürlich LANGSAMER und nicht schneller im Vergleich zu dem, der zuhause bleibt.

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felisconcolor 03.04.2018, 18:29
16. Weil

sowie ich vermute da ich den experimentellen Aufbau nicht wirklich kenne, das Tellur wahrscheinlich selbst als Detektor arbeitet. Betateilchen haben in fester Materie nur eine geringe Reichweite. Wir erinnern uns Betateilchen sind Elektronen. Lege ich nun eine Spannung an diesen Würfel aus Tellur erzeuge ich ein Spannungsgefälle gerade so unterhalb der Schwelle zur Elektronenbewegung durch den Kristall. Zerfällt jetzt ein Tellur Atom tatsächlich mit zwei Betateilchen, also zwei Elektronen kann ich diese winzig kleine Energieerhöhung messen. Das gelingt aber nur wenn das Kristall nahezu stillsteht sich nichts bewegt und somit kein Rauschen erzeugen kann. Der Doppelbetazerfall wäre sonst nicht messbar.

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Footnote 03.04.2018, 18:44
17.

Zitat von crossy-hl
So geht nun schon seit Jahren ohne tatsächlich relevanten Erkenntnisgewinn.
Ich stehe den gigantischen Budgets teilweise auch kritisch gegenüber, aber die die Behauptung, es gäbe keine realen Gewinne ist schlichtweg falsch.

Es ist nämlich nicht so, dass man die Technologie, die benötigt wird, um die anfallenden Daten zu erfassen, zu speichern, und aufzuarbeiten einfach so kaufen kann.

Das Gegenteil ist der Fall: die praktischen Ergebnisse der dafür notwendigen Ingenieurleistung werden häufig direkt weitergegeben - die Scientific Linux Distribution von CERN sei da mal nur als erstes Beispiel genannt.

Mit anderen Worten: alleine das Bereitstellen der notwendigen IT führt zu einem enormen Zuwachs von praktisch nutzbarem Wissen (vor allem: häufig "europäischem" Wissen - sowas macht man "selbst" anstatt eine Komplettlösung in den USA zu kaufen)

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roulaison 03.04.2018, 18:50
18. @ucl

gibt es schon, bitte mal "Urknall, Weltall, Leben" suchen. Beiträge u.a. von Gassner.

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aliof 03.04.2018, 18:52
19. Wahrlich absonderlich beschrieben, dies Experiment

.. auf welche Zahl von Atomen haben Sie denn die Zahl der zu wartenden Jahre bezogen ? Und wie bitte ‘‘heißt‘‘ denn die Zahl der ‘‘unermesslich vielen Tellur-Atome‘‘ (in 1 Kubikmeter aus 988 Tellurdioxidkristallen) ??

.. und warum soll die genannte ‘‘große Zahl‘‘ ‘‘unvorstellbar‘‘ sein? - Als ich 4-jährig eines Abends vor dem Einschlafen erstmals bis ein-tausend gezählt hatte, wußte ich, daß das ewig so weiter gehen könnte, und schlief beruhigt ein.

.. und definitiv NEIN: Naturwissenschaft gibt keine Antworten mit der Qualität "warum" ! Wir werden lediglich bald, oder auch erst in 500 Jahren noch besser verstehen ''wie'' ''wir'' physikalisch entstanden sind. Bzw. bezüglich der beschriebenen Frage, wo und wie der gesuchte Symmetriebruch liegt, oder (eher) lag.

Oder, wie im "per Anhalter durch die Galaxis" auf den Punkt gebracht: die Antwort ist 42 ! - und nun ?

Analog: wir wissen, daß es uns gibt, daher wissen wir auch, daß es mindestens eine Asymmetrie in der Transformation von Energie nach Masse (und vielleicht auch umgekehrt) gibt, bzw. gegeben haben muß.

Und zu-schlechter-letzt läßt dieser Artikel den Leser mit leeren Ankündigungen angeblich sensationeller Folgen völlig im Regen stehen ! Was bitte wäre denn an einer positiven Antwort so interessant. An welcher Stelle müßte unser Denken über das physikalische Universum angepaßt werden ???

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