Forum: Wissenschaft
US-Wissenschaftsskandal: Hitler, feministisch gelesen
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Drei Forschern ist ein böser Streich gelungen: Sie haben Teile der linken "Gender Studies"-Szene mit grotesken Fälschungen blamiert. Nun werden sie als Rechte geschmäht - dabei geht es um etwas ganz anderes.

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der_rookie 07.10.2018, 16:14
70. Hm

Wissenschaft ist etwas was Wissen schafft. Wissen besteht aus Fakten. Und diese lassen sich bestätigen oder zumindest widerlegen. Sonst sind es reine Behauptungen. Deswegen sind Experimente in den Naturwisschenschaften ist, oder Beweisketten in der Mathematik so wichtig um Behauptungen zu überprüfen.

Geisteswisschenschaft und Gender Studies sind möglich. Natürlich kann man, zum Beispie ernsthaft Bücher wie Mein Kampf darauf untersuchen was Hitler damals über die Frau sagte und dies mit anderen (heutigen, damaligen, oder noch früheren) Veröffentlichungen vergleichen. Das Ergebnis sind erst einmal Statistiken die überprüfbar wird. Kritisch wird es dann daraus Thesen zu formulieren. Sobald diese nicht mehr falsifizierbar sind begibt man sich rasch in den Bereich der Ideologie. Wenn man dann auch noch aus seinen Behauptungen und Thesen allgemeingültige Regeln ableiten will, dann kommt man in den Bereich der Politik, je nach Sprachgebrauch, der Demagogie. Das kann man alles machen. Aber das sollte ehrlicherweise dann nicht mehr als Wissenschaft betittel werden und sich wie sonstige Ideologie um seine eigenen Finanzmittel kümmern (und nicht echter Wissenschaft die Mittel absaugen)

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ohminus 07.10.2018, 16:15
71. Hier diskutieren mal wieder, einschließlich des Autors, ...

... insbesondere Leute, die von Wissenschaftstheorie gänzlich unbefleckt sind und lieber ihre eigenen Fieberfantasien darüber, was Wissenschaft zu sein hat, als naturgesetzte Sau durch's Dorf treiben.

Bestes Beispiel des Autors: "Bestimmten Ausprägungen dieser Denkschule zufolge ist Objektivität ein fragwürdiges Konzept."

Das ist keineswegs eine Besonderheit dieser Denkschule. Objektivität wurde längst durch Intersubjektivität ersetzt. Bereits Karl Popper wies darauf hin, dass Beobachtungen grundsätzlich mit Vorannahmen beladen sind. Selbst die Naturwissenschaften sind sich schon lange bewusst, dass "objektiv wahr" ein Minenfeld ist und treffen stattdessen probabilistische Aussagen unter Angabe von Irrtumswahrscheinlichkeiten.

Aber hey, solange man sich aufgeklärt FÜHLT kann man sich ja ganz toll zum Experten deklarieren und andere belehren. Dumm nur, dass man dabei auch und gerade die kritisierten Strömungen darin bestätigt, dass viele Dinge eben eher sozial konstruiert sind. So wie sich eben etliche "Aufgeklärte" ihre "Expertise" über Akklamation verschaffen, weil lernen eben zu aufwändig wäre...

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lachender lemur 07.10.2018, 16:15
72. Keine Zeit und keine Lust, Nonsens zu lesen

Zitat von Byrne
Schauen Sie sich einfach mal die Publikationen der Genderforscherinnen an, dann wissen Sie auch, mit was für teilweise abstrusen Theorien die sich beschäftigen.
Solang's der Wahrheitsfindung dient. Ich finde zum Beispiel, daß schon etwas dran ist, wenn Leute behaupten, Daten zum Thema Mobbing seien glaubwürdiger, wenn sie von Opfern erhoben wurden als wenn sie von Tätern erhoben wurden. Daß man daher Machtstrukturen im Forschungsdesign berücksichtigen muß. Und so weiter.

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medium07 07.10.2018, 16:19
73. @ lachender lemur |*22

Zitat von lachender lemur
Diese Freizeitforscher hätten sich Mühe machen können und eine richtige Studie daraus machen (und nicht lediglich 20 solcher Artikel schreiben) um einen systematischen Effekt nachzuweisen. Haben sie nicht. Sie hätten auch ihre Zeit mit richtiger eigener Forschung füllen können. Haben sie nicht. Sie haben sich Daten aus den Fingern gesogen wie Diederik Stapel, oder Jan Hendrik Schön, das ganze dann gut verkleidet, und sich dann diebisch gefreut, als jemand ihren Mummenschanz ernst nahm. Das ist Zeit und Geldverschwendung, tut der Wissenschaft im Ganzen einen Bärendienst. Daß Herausgeber und Reviewer in die Irre geführt werden können, na wunderbar, das wussten wir aber vorher schon. Passiert sogar in der Physik, nicht wahr, und ist sicherlich kein spezifischen Gender Studies Phänomen. Um das zu zeigen hätten sich die drei Trolle echt Mühe machen können (siehe oben), haben sie aber nicht.
Mit Ihrem Beitrag offenbaren Sie lediglich die gleiche gedankliche Unschärfe und ideologische Schlagseite, die durch die von Ihnen beklagten Artikel offengelegt wurde. "Freizeitforscher" also, woher wissen Sie das? "...richtige Studie" - worüber? Über den hanebüchenen Unsinn, der in vielen Studien dieser fragwürdigen Disziplin abgesondert wird? Dies wäre nun wahrlich Zeitverschwendung, da sich alle bisherigen Unternehmungen dieser Art im Nebel der betreffenden Institute aufgelöst haben. "...um einen systematischen Effekt nachzuweisen". Ich bitte Sie, genau das haben sie, sozusagen auf experimenteller Basis, getan. "mit richtiger eigener Forschung" - auch hier unterstellen Sie einfach mal, sie hätten dies nie getan. "Sie haben sich Daten aus den Fingern gesogen" - richtig! Und zwar in derart absurder Weise, dass ihnen dieser eben keineswegs "gut verkleidete", sondern offensichtliche "Mummenschanz" kein Mensch außerhalb der Genderforschung abgenommen hätte. Und damit haben sie der Wissenschaft sehr wohl einen großen Dienst erwiesen, da sie offengelegt haben, was vernunftbegabte Kollegen schon seit langem wissen: es handelt sich in der Tat um ein "spezifisches Gender Studies Phänomen", denn nur hier wird, eben im Gegensatz zu der von Ihnen ins Feld geführten Physik, gefährlicher Unsinn am Fleißband produziert.

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current3 07.10.2018, 16:21
74. selbst entlarvt

Zitat von SanchosPanza
Jeder vernünftige Mensch., der auch nur im Ansätzen zu rationalem Denken fähig ist, sieht auf den ersten Blick, dass es sich bei der Genderforschung um ideologisierte Müllwissenschaft handelt.
Wer meint, einen Wissenschaftsbereich "auf den ersten Blick" aburteilen zu können, macht sich doch etwas vor.
Um es in Ihren Worten zu sagen, lieber SanchosPanza: "Jeder vernünftige Mensch, der auch nur im (sic!) Ansätzen zu rationalem Denken fähig ist, sieht auf den ersten Blick, dass" Sie sich selbst disqualifiziert haben.

Denn um einen Fachbereich der Wissenschaft erfassen zu können, müsste man zunächst einmal lesen, lesen, lesen - und zwar nicht nur Skurilitäten, die in Echokammern geteilt werden.
Die Übschriften zu kennen, reicht übrigens für ein vollständiges Textverständnis nicht aus.

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lachender lemur 07.10.2018, 16:40
75.

Zitat von medium07
1. "Freizeitforscher" also, woher wissen Sie das? 2. "...richtige Studie" - worüber? 3. "...um einen systematischen Effekt nachzuweisen". Ich bitte Sie, genau das haben sie, sozusagen auf experimenteller Basis, getan. 4. ..was vernunftbegabte Kollegen schon seit langem wissen: es handelt sich in der Tat um ein "spezifisches Gender Studies Phänomen", denn nur hier wird, eben im Gegensatz zu der von Ihnen ins Feld geführten Physik, gefährlicher Unsinn am Fleißband produziert.
Ad 1: Ich halte den drei Trollen mal zugute, daß sie das in ihrer Freiziet gemacht haben. Ansonsten wär's echt skandalös, Forschungsgelder so dysfunktional zu verschleudern.

Ad 2: Über das behauptete Phänomen natürlich: Daß in anderen Wissenschaftsfeldern eingereichte Forschungspapiere, die den Mainstream replizieren, nicht durchgewunken würden.

Ad 3: Nein, das Forschungsdesign der drei Trolle ist so nicht ausgelegt. Es ist eine unsystematische Sammlung von Anekdoten, die sie angelegt haben.

Ad 4: Allein schon wegen der Finanz- und Personalstärke der verglichenen Forschungsrichtungen würde ich mal stark vermuten, daß Sie sich hier irren und ein Opfer der _base rate fallacy_ sind.

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steffen.raschack 07.10.2018, 16:41
76. ups, dieser Objektivitätsmangel

durchzieht mittlerweile die gesamte Gesellschaft! Ich hatte letzte Woche dreimal ein kleines Überfallkomnando der deutschen Polizei vor der Tür, weil ich von einer nachweisbar kriminell handelnden Anwältin Rückrat anforderte, um den Betroffenen ihrer
Ideoligisch motivierten Fehlhandlungen zu helfen! Der logische Schluss, dass ich sie im Verweigerungsfall angreifen würde, und ihr Leben (Ihr Sein!) zerstören würde, verschloss sich ihr völlig, obwohl ich sie informierte, dass es nicht um sie, sondern die Opfer ihrer völlig missbräuchlichen Anwendung
der Gewaltschutzopfergesetzgebung ging! Folgerichtig oder berechnend, beklagte sie nicht die Fakten, das hätte sie belastet, sondern die gefühlte Gewaltandrohung!

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current3 07.10.2018, 16:44
77. Sie Wissenschaftler!

Zitat von oliver61
Nehmen Sie das Beispiel Klimawandel. Die AfD bestreitet, daß die Erwärmung von Menschen gemacht ist und sieht die Erwärmung als natürlich an. Kann man das für falsch halten. Aber die Kritiker - auch Spon- tragen längst keine Argumente mehr für die Gegenmeinung, sondern verweisen nur darauf, daß 90 % der Wissenschaftler das anders sehen. Das soll dann die AfD widerlegen.
Wollen Sie immer wieder bei Null anfangen?
Die Erde ist eine Kugel, da gibt es keine Diskussion!
Nein, Frau Merkel ist kein Echsenmensch. Und ja, wenn jemand etwas anderes behauptet, muss er es beweisen!
Den menschengemachten Klimawandel "zu bestreiten", sehe ich auf einem ähnlichen Niveau.

Machen Sie mal ein Experiment und lesen Sie folgenden Artikel (gern auch mit Belegen) so, als wollten Sie ihn wirklich verstehen:
https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-05/klimawandel-erderwaermung-co2-meeresspiegel-fakten-beweise/komplettansicht

Dann werden Sie vielleicht verstehen, warum die AFD ihre kruden Theorien beweisen muss (was sie nicht kann).
Wäre die AFD ehrlich, würde sie sagen: "Wir sch...en auf den Klimawandel, sollen doch die Ausländer absaufen, Hauptsache wir können unseren Wählern einfache Lösungen bieten."

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auchdasnoch 07.10.2018, 16:44
78. Doppelter Coup

Den drei Autoren ist ein doppelter Coup gelungen. Der erste Coup war es, die teils fragwürdigen wissenschaftlichen Standards von Gender Studies zu entlarven. Finde ich gut. Dahinter steckt aber noch ein zweiter Coup: normalerweise fliegt man (zu Recht) mit Bausch und Bogen aus der Wissenschaft heraus, wenn man Daten fälscht oder sogar völlig frei erfindet. Diese Autoren haben es hingekriegt, bei drei der sieben akzeptierten Publikationen empirische Daten frei zu erfinden. Der Coup ist es, dass sie dafür gefeiert werden wie Popstars. Anscheinend ist Fake-Forschung legitim, wenn es „die Richtigen“ trifft. Das finde ich höchst fragwürdig.

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thapa3 07.10.2018, 16:47
79. Meinung ist keine Wissenschaft

Auch wenn der Artikel zur "feministischen Gletscherforschung" in einer Fachzeitschrift publiziert wurde, ist das kein Fachbeitrag, sondern ein Meinungsartikel (im Artikel werden keinerlei Daten präsentiert). Gibt es natürlich auch in Fachzeitschriften. Mann kann da zustimmen oder auch nicht, aber mit objektiver Forschung hat das freilich wenig zu tun, auch wenn die Gender-Forschung da gerne einen Beitrag leisten darf.

Deshalb dürfen Forscher ja auch gerne eine Meinung zu theologischen Themen haben, auch wenn das mit Wissenschaft nix zu tun hat.

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