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Verbotene Verhütungsspritzen: Mehr als 600 Gynäkologen unter Verdacht
DPA

Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen mehr als 600 deutsche Frauenärzte. Diese hatten über einen Großhändler günstige Verhütungsspritzen für ihre Patientinnen besorgt. Der Haken: Die Medikamente waren hierzulande nicht zugelassen.

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donbilbo 28.11.2013, 09:17
1. Soso

Wenn tatsächlich über 600!! Gynäkologen in Deutschland so gehandelt haben sollte man nicht gegen diese ermitteln sondern aufdecken, welcher Filz und Sumpf verhindert, dass wir Deutschen diese anscheinend hochwertigen Produkte zu kleinen Preisen erhalten dürfen. Das ist der eigentliche Skandal.

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taglöhner 28.11.2013, 09:17
2. Arme Pharma

12km von meinem Wohnort aus gibt s das Zeug für 10% des hiesigen Preises. Dazwischen liegt der Rhein.

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chb_74 28.11.2013, 09:23
3. Unwissenheit...

""Ich sehe das nicht recht ein", sagt Gynäkologin Sabine W. Sie habe ja gar nicht gewusst, bei wem ihre Arzthelferinnen die Spritzen orderten." --- Zitat Ende--- Ob Frau W. wohl den Leitsatz "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" kennt? Ob sie das nun wusste oder nicht ist völlig egal - sie hätte sich dafür interessieren müssen und hätte es wissen können. Somit ist sie verantwortlich dafür, auf gesetzwidrigem Weg nicht zugelassene Arzneimittel in Verkehr gebracht zu haben. Allein schon der Gedanke, von irgendwoher was zu bestellen, ohne zu prüfen, woher das Zeug kommt, lässt einen die Nackenhaare hochstehen. Da wird viel Geld und Energie, um Lieferwege sicherer zu machen und Apotheken müssen immer mehr Dokumentationsbürokratie leisten, und hier bestellen einfach Ärzte fröhlich bei irgendeinem Händler was, um es ihren Patienten zu geben. Unfassbar. Dass diese Ärzte wegen erwiesener Unzuverlässigkeit nicht ihre Approbation (mindestens aber ihre Kassenzulassung) verlieren, ist für mich das größte Rätsel dabei...

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NoTarget 28.11.2013, 09:30
4. Die eigentliche Sauerei.

Die eigentliche Sauerei ist aber nicht das die Ärzte sich mit ihren Patientinnen geeinigt und diese Medikamente als Privatleistung verkauft haben, sondern dass das absolut identische Medikament vom gleichen Hersteller in anderen europäischen Ländern für einen Bruchteil des Verkaufspreises verkauft wird.

Es wird dort aber einfach unter einem anderen Handelsnamen vertrieben und in Deutschland keine Zulassung beantragt, damit die Pharmaindustrie hier einen größeren Profit erwirtschaften kann.

Schaden für Patienten - keiner, Schaden für Krankenkassen - keiner (die waren eh nicht involviert) aber Zollfahndung und Staatsanwaltschaft machen sich hier zum Büttel der Pharmaindustrie.

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stundenzeiger 28.11.2013, 09:33
5. Apotheken

Ein guter Beweis dafür, dass Apotheken doch einen sinnvollen Beitrag zur Arzneimitteltherapiesicherheit leisten.

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gerd33 28.11.2013, 09:33
6. Deutschland - Land der Schildbürger

Zitat von sysop
Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen mehr als 600 deutsche Frauenärzte. Diese hatten über einen Großhändler günstige Verhütungsspritzen für ihre Patientinnen besorgt. Der Haken: Die Medikamente waren hierzulande nicht zugelassen.
Bitte endlich das Dispensierverbot für Arztpraxen abschaffen. Es ist nicht einzusehen, dass der Apotheker an einem Patienten mehr verdient als der Arzt, der die Behandlung ggf. vor Gericht verantworten muss.

Gut, das Med. ist für den österreichischen Markt; aber ganz bestimmt nicht schlechter als das in D zugelassene Präparat. Ein Grauimport aus Indien oder China wäre evtl. problematisch - aber im aktuellen Fall sind die behörden wieder einmal mehr zum Handlanger des Pharma-Kartells mutiert.

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NoTarget 28.11.2013, 09:34
7. Wirklich ein Rätsel

Zitat von chb_74
Dass diese Ärzte wegen erwiesener Unzuverlässigkeit nicht ihre Approbation (mindestens aber ihre Kassenzulassung) verlieren, ist für mich das größte Rätsel dabei...
Die Ärzte wenden ein Medikament an, welches in den meisten Ländern Europas zugelassen und identisch aber unter anderem Handelsnamen in Deutschland vertrieben wird.

Warum das trotz anders lautenden europäischen Rechtsnormen in Deutschland illegal sein soll ist tatsächlich ein Rätsel...

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ehFrank 28.11.2013, 09:35
8.

Deutschland sollte endlich diese perverse rechtliche Bevorzugung für Apotheken aufgeben, speziell den garantierten Gewinn pro verkauftem Produkt. Kaum eine Handelsbranche kann sich solcher Protektionen erfreuen wie der Pharmamarkt.

Importiertes Krebsmedikament: BGH kippt Freispruch für Apotheker - SPIEGEL ONLINE

Wie pervers ist ein Handelssystem, in dem das gleiche Produkt für deutsche Verbraucher teurer ist als im Ausland, bloß weil es in Deutschland eine Preisgarantie hat? Apotheken und Pharmaindustrie haben heute schon den Sozialismus, Wettbewerb abgeschafft, staatlich verordnete Preise. Bloß das es in Deutschland immer nur Preise oberhalb der durch freien Markt erzielbaren Preise sind. Hauptschuldige für dieses Lobbykartell bzw. die Umsetzung deren Vorgaben war die FDP- die Anbeter der freien Marktwirtschaft, wobei sie damit ausschließlich gemeint hat die Freiheit des Arbeitsmarktes.

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skeptisch-liberal 28.11.2013, 09:39
9. Wo ist die Bedrohung?

Da hat ihnen aber der Pharmalobbyist diesen Artikel geschrieben. Spart viel Zeit, wenn man nicht selbst recherchieren muss. Hat aber mit Journalismus wenig zu tun. Wäre mehr ein Beitrag für die Apotheken-Rundschau gewesen.

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