Forum: Wissenschaft
Verhaltensforschung: Der Wolf offenbart die Natur des Menschen
Markus Becker

Kann der Wolf helfen, das Wesen des Menschen zu ergründen? In einem Zentrum bei Wien erforschen Wissenschaftler grundlegende Fragen der Psyche - indem sie mit Raubtieren experimentieren. Das Timing passt, denn der Wolf drängt massiv zurück nach Deutschland.

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my50cents63 22.09.2012, 10:45
90. Jäger und Raubtiere

Zitat von fatherted98
....sind in einer landwirtschaftlich kultivierten Landschaft wie Deutschland (auch der Nutzwald zählt dazu) einfach nicht auf Dauer tollerierbar. Der bayerische Problembär war ein gutes Beispiel....die Aufregung der Tierschützer/Gutmenschen war mir völlig unverständlich...ein Raubtier kann in unserem dicht besiedelten Land gar nicht anders als in Wohngebiete vorzudringen....das Tier sucht mit Instinkt nach der Beute die am leichtesten zu reißen ist...sollten das Abfälle in Mülltonnen sein oder kleine Kinder auf dem Weg zu Schule/Kindergarten...die alte Leier von dem gefahrlosen Nebeneinander von Mensch und Tier gehört ins Märchenland...solange genung Platz ist und sich Menschen und Wildtiere aus dem Weg gehen können gibts keine Probleme...aber wir bekommen ja noch nicht mal die Bedrohung durch Wildschweinrotten in den Griff...keine Chance...was würden da erst einige Wolfsruddel bedeuten....vielleicht denkt man erst mal einen wildromantischen Naturwunsch zu Ende bevor man die reale Gefahr die vor einer Wiederansieldung von Raubtieren ausgeht einfach abtut.
Hier in Deutschland gibt es eigentlich nur eine Spezis, die den Wolf oder Bären fürchten muss. Und zwar der gemeine Jäger! Sicherlich kann es im Extremfall vorkommen, dass es zu einer unangenehmen Begegnung zwischen Bär und Mensch (wohl äußerst selten zwischen Wolf und Mensch) kommt, aber auch in diesem Fall dürfte die Abschussquote der dt. Jäger (d.h. Jäger erschießt Mensch) deutlich höher sein. Und wenn wir von reellen Gefahren reden, dann können wir die Tierwelt hier bei uns eh außen vor lassen. Die wirklichen Gefahren für den Menschen gehen vom Menschen selber aus, ob ich mich jetzt einfach nur dämlich verhalte und dabei selbst verletze/töte oder ein anderer Mensch dies versehentlich oder absichtlich macht. Diese Fälle übersteigen die Unfälle mit Tieren um einige 10er Potenzen. Schlussfolgerung: siedelt endlich wieder Raubtiere (zumindest Wölfe) flächenmäßig an und schafft die Jäger ab, in ab gelegeneren Regionen können auch Bären wieder leben! Die mögliche Population der Raubtiere wird sich eh in engen natürlichen Grenzen halten und da Wölfe eine natürliche Scheu vor dem Menschen haben ist das gemeinsame Miteinander leicht möglich! Und für Wald und (Wild)Tiere sind Wölfe um einiges besser und angenehmer als nach Trophäen gierende Jäger!

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Bergunfall 22.09.2012, 11:13
91.

Zitat von Hexe
Und im realen Leben haben die wahrscheinlich eh mehr Angst vor mir als andersrum.
Warum? Wölfe sind keine Eichhörnchen, sondern Raubtiere. So rein von der Körpergröße und dem Gewicht würden Menschen recht gut ins Beuteschema passen.

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yeksaa66 22.09.2012, 11:17
92. Respekt

Menschen haben jeglichen Respekt gegenüber anderen Lebewesen verloren!!!!!!!
Es wird vernichtet, ausgerottet und gequält - der Mensch das grösste Untier!

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caledonian2010 22.09.2012, 12:36
93. der Wolf ein Symbol an dem sich die Geister scheiden

Einige Kreise werden nicht müde immer wieder das SOZIALE Wesen des Wolfes hervorzuheben, um den landläufig überlieferten (psychologisch sehr tiefsitzenden) abergläubischen Mythos des Finsteren und Bösen im Wolf zu wiederlegen.

Natürlich ist der Wolf ein soziales Wesen, aber eben nur innerhalb seiner Sippe, ansonsten ein wildes Raubtier, dass in ausgehungertem Zustand anderen Spezies, wie auch dem Mensch, gewiss alles andere als sozial eingestellt ist. Wer einen ansonsten handzahmen Haushund einmal im hemmungslosen Blutrausch selbsterlegter Beute erlebt hat, weiss dass selbst diese über Jahrtausende domestizierten Wolfsabkömmlinge dem klassischen Wolfsmythos durchaus immer noch gerecht werden können. Allerdings dürfte ein Hungernotstand für Raubtiere, angesichts des ausgewiesenen Überhangs an Beutetieren, in den Wäldern DEs zunächst eher unwahrscheinlich sein.

Die Kategorie Raubtier innerhalb des Fauna-Ökosystems, welche der Wolf verkörpert, gab es in DE bis zur neuerlichen Auswilderung von Wölfen nicht mehr, das ist der springende Punkt der die Gemüter erhitzt. Es ist die Tatsache, dass hier eine Schwelle überschritten wird, welche der Natur wieder etwas von ihrer menschlichen BEHERRSCHBAREN "Kultivierung" abringt. Eine Art ökologischer Rückbau.

Die heutige Natur in DE (Ausnahme: das konsequente NSG Bayerischer Wald) ist eher eine liebliche KULTURlandschaft, die mehrheitlich von einer Art künstlichen Monoplantagenholzwirtschaft geprägt ist. Ihre Bewohner sind fast ausschliesslich frühere Beutetiere deren natürliche Feinde ausgerottet sind. Diese Gebiete sind heute menschengerechte UNTERWORFENE artenarme Ökosysteme, da sie mit den Siedlungsgebieten und Ballungsräumen zu vereinbaren sein sollen.

Dieser Anspruch wird mir den ursprünglichen Raubtieren wie Wolf und Bär schwer zu bewerkstelligen sein. Das kann nur in sehr abgelegenen, dafür explizit ausgewiesenen Gebieten funktionieren oder der Mensch muss sich sukzessive wieder aus dem Naturraum Wald zurückziehen und klare physische Abgrenzungen schaffen. Das Bewusstsein oder die Breitschaft dafür sehe ich in DE nicht, eher die Tendenz Freizeitparks und Rohstoffplantagen aus den vorhandenen Ökosystem zu machen, was dem Thema Wolfsauswilderung zuwiderläuft.

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caledonian2010 22.09.2012, 12:43
94. Minimalkorrekturen: der Wolf ein Symbol an dem sich die Geister scheiden

Einige Kreise werden nicht müde immer wieder das SOZIALE Wesen des Wolfes hervorzuheben, um den landläufig überlieferten (psychologisch sehr tiefsitzenden) abergläubischen Mythos des Finsteren und Bösen im Wolf zu widerlegen.

Natürlich ist der Wolf ein soziales Wesen, aber eben nur innerhalb seiner Sippe, ansonsten ein wildes Raubtier, dass in ausgehungertem Zustand anderen Spezies, wie auch dem Mensch, gewiss alles andere als sozial eingestellt ist. Wer einen ansonsten handzahmen Haushund einmal im hemmungslosen Blutrausch selbsterlegter Beute erlebt hat, weiss dass selbst diese über Jahrtausende domestizierten Wolfsabkömmlinge dem klassischen Wolfsmythos durchaus immer noch gerecht werden können. Allerdings dürfte ein Hungernotstand für Raubtiere, angesichts des ausgewiesenen Überhangs an Beutetieren in den Wäldern DEs zunächst eher unwahrscheinlich sein.

Die Kategorie Raubtier innerhalb des Fauna-Ökosystems, welche der Wolf verkörpert, gab es in DE bis zur neuerlichen Auswilderung von Wölfen nicht mehr, das ist der springende Punkt der die Gemüter erhitzt. Es ist die Tatsache, dass hier eine Schwelle überschritten wird, welche der Natur wieder etwas von ihrer menschlich BEHERRSCHBAREN "Kultivierung" abringt. Eine Art ökologischer Rückbau.

Die heutige Natur in DE (Ausnahme: das konsequente NSG Bayerischer Wald) ist eher eine liebliche KULTURlandschaft, die mehrheitlich von einer Art künstlichen Monoplantagenholzwirtschaft geprägt ist. Ihre Bewohner sind fast ausschliesslich frühere Beutetiere deren natürliche Feinde ausgerottet sind. Diese Gebiete sind heute menschengerechte UNTERWORFENE artenarme Ökosysteme, da sie mit den Siedlungsgebieten und Ballungsräumen zu vereinbaren sein sollen.

Dieser Anspruch wird mit den ursprünglichen Raubtieren wie Wolf und Bär schwer zu bewerkstelligen sein. Das kann nur in sehr abgelegenen, dafür explizit ausgewiesenen Gebieten funktionieren oder der Mensch muss sich sukzessive wieder aus dem Naturraum Wald zurückziehen und klare physische Abgrenzungen schaffen. Das Bewusstsein oder die Breitschaft dafür sehe ich in DE nicht, eher die Tendenz Freizeitparks und Rohstoffplantagen aus den vorhandenen Ökosystemen zu machen, was dem Thema Wolfsauswilderung zuwiderläuft.

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hurga123 22.09.2012, 13:32
95. Schwachsinn!

"Wird ein Wolf übergriffig, ist es meist das Beste, das ganze Rudel abzuschießen."

Was fuer ein Unsinn! Und so jemand will ein anerkannter Experte sein? Ich habe lange Jahre im Wolf Park in Battle Ground, Indiana unter der Anleitung eines richtigen Wolf-Experten, Dr. Erich Klinghammer, gearbeitet. Waere Erich noch unter den Lebenden, er wuerde diesen Artikel (und diesen "Fachmann") in der Luft zerissen haben!

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Tevje 22.09.2012, 14:33
96. Sie irren sich.

Zitat von tillspieglchen
Irre ich mich oder geht das Teutsche Jagdrecht auf den "teutschen Oberjäger" Göring zurück (der bei Kriegsende dann ja Herr Meier hieß). ...
Das Reichsjagdgesetz wurde von dem Sozialdemokraten Mardersteig 1932 zur Unterschrift vorgelegt, den Umständen der Zeit geschuldet aber erst 1934 von Meier, geb. Göring, unterzeichnet. Der Reichsjägermeister brachte insgesamt 4 Veränderung an, die die Vollschonung von Fischotter und Großtrappe und 2 weiteren Vogelarten zum Inhalt hatten. Im Gegensatz zu seinen sonstigen Taten also ausnahmsweise mal was Positives, auch wenn es ungern gehört wird. dies wurde auch schon hinreichend bei Veränderungen im Bundestag diskutiert und festgestellt und kann in den einschlägigen Protokollen nachglesen werden.

Und die Art und Weise, wie hier einige Foristi über Jagdunfälle schwadronieren, ist schlicht zynisch - ich muß allerdings deshalb nicht gleich die "Beitrag melden" Funktion zur Zensur bemühen, sondern kann mit anderen Meinungen leben, sogar mit Ironie und Sarkasmus. Ich beschuldige auch nicht jeden Autofahrer, ein gewissenloser Totschläger zu sein, bloß weil jedes Jahr ein paar hundert Unbelehrbahre mit Alkohol am Steuer Unfälle verursachen.

Bei der hiesigen Diskussion geht es auch im Grunde nicht um "Wolf, ja oder nein?", sondern darum, daß das Zusammenleben mit großen Raubtieren Probleme i.F. von wirtschaftlichen Einbußen mit sich bringt, für die *jemand* einstehen muß. Darüber sollte ein Konsens erzielbar sein.

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mrangrybates 02.10.2012, 02:05
97.

Zitat von ftester
"Gute-heile-Welt"-Träumerei....Die Altvorderen wußten schon warum sie Raubtiere gejagt haben. Ökologisch notwendig sind diese Tiere in unserer Region jedenfalls nicht mehr.
Also darüber musste ich schon ein wenig schmunzeln. Ich hoffe sie ertragen die harte Wahrheit, aber ökologisch notwendig sie sie persönlich in unserer Region leider auch nicht. Was fangen wir nun nur mit ihnen an???

Ich denke, es gibt eine Reihe von intelligenten Lösungen, die ein Nebeneinander von Wildtieren und Menschen auch in besiedelten Regionen ermöglichen. Ich persönlich hielte es für einen wirklichen Verlust, wenn solche Arten wie der Wolf (und eine ganze Reihe anderer Tier-/Pflanzenarten) hier keine Chance hätten... und das aufgrund unserer Gleichgültigkeit der Natur gegenüber.

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sfb 10.06.2014, 15:06
98.

Zitat von sysop
Nun gut, die Mufflons seien verschwunden. Die aber seien ohnehin einst nur zum Zweck der Jagd eingeführt worden. "Die Wölfe haben sozusagen Flurbereinigung betrieben."
Aha. Vielleicht eine Möglichkeit, um der künftigen Rentnerschwemme zu begegnen?

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sfb 10.06.2014, 15:12
99.

Zitat von soulseeker
Wieviele Menschen werden fallen denn jährlich ihren eigenen Haustieren (Hunden), Nutztieren (Pferde) oder Wildschweinen zum Opfer?
Und wieviele Hunde, Pferde und Wildschweine gibt es in Deutschland?

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