Forum: Wissenschaft
Verkehrsplanerin: Diese Frau will Helsinki autofrei machen
DPA / Jens Büttner

Rund 95 Prozent seiner Lebensdauer verbringt ein Auto auf dem Parkplatz, sagt die finnische Verkehrsplanerin Sonja Heikkilä. Warum nicht einfach weg damit? Sie hat einen Plan.

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romanpg 02.12.2015, 15:34
1.

Hat bei solchen Plänen eigentlich schonmal wer bedacht, dass auch öffentliche Verkehrsmittel den Großteil des Tages weil unterhalb ihrer Kapazität unterwegs sind und nur zu einigen Stoßzeiten dann vollkommen aus-/überlastet sind?

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t...9 02.12.2015, 15:36
2.

so etwas wird es in Deutschland nie geben...

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Jim Power 02.12.2015, 15:46
3. Ist das Frauenlogik?

"Rund 95 Prozent seiner Lebensdauer verbringt ein Auto auf dem Parkplatz, sagt die finnische Verkehrsplanerin Sonja Heikkilä. Warum nicht einfach weg damit?"

Über 80% seiner Lebensdauer verbringt unsere Heizungs-Gasterme ungenutzt im Keller. Warum nicht einfach weg damit?

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Leser161 02.12.2015, 15:48
4. Der Service ist noch nicht so weit

Durchaus eine Idee.

Das Problem sehe ich darin, dass wir noch keine Wege gefunden haben Service standardisiert und verlässlich anzubieten.

Wenn ich zu einer Sache Service bekomme ist das ein breites Spektrum von aktiver Kundenabwehr bis zu wirklich vorbildlichem Service. Allerdings weiss man das vorher nicht. Da kann es noch so viele Siegel geben.

Des weiteren kann es auch schon mal vorkommen, dass bis lang vorbildlicher Service sich ohne Vorwarnung verschlechtert. Zum Beispiel durch ein kleines Outsourcing.

Service ist also heutzutage eine grosse Katze-Im-Sack. Dafür gibt man ungern Geld aus. Zu Mal es quasi unmöglich ist einem Anbieter mangelhaften Service nachzuweisen und Ausgleich zu erhalten (Wenn einem die Werkstatt kaputtes Teil einbaut verlangt man Ersatz, was macht man aber wenn die Werkstatt ein unnötiges Teil einbaut, weil sie nicht kompetent war oder so getan hat? Ah...)

Solange für diese Problematiken keine Lösung gefunden wurde, sehe ich Angebote die viel aus Service bestehen sehr kritisch.

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stefanmargraf 02.12.2015, 15:49
5. Jung, hübsch, naiv....

Super, mit einer Smartphone App wird dein Leben geregelt...dann soll sie bei ihren Großeltern anfangen. Sie braucht kein Auto mehr? Klar, sie ist jung, kann radfahren und muss nicht für drei Kinder einkaufen gehen. Sie muss nur den Punto für den Ikea Besuch vom Bruder zurück bekommen. Ihre Arbeitsstätte liegt in der Stadt, was ist mit den Industriegebieten? Arbeitet da keiner mehr? Autofreie Innenstadt, außer Taxis, Busse, Ambulanzen, Müllabfuhr, Polizei, Rohrreiniger, Werkstattwagen, Leichenwagen, Strassenkehrmaschinen, Zulieferer und und und ...die anderen fahren vollkommen grundlos PKW

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Holbirn 02.12.2015, 15:50
6. Noch billiger als die teuren und unflexiblen öffentlichen Verkehrsmittel...

Noch billiger als die teuren und unflexiblen öffentlichen Verkehrsmittel ist es, die Innenstädte zu meiden und gleich alles entweder unmittelbar vor der Haustür oder aber im Internet zu bestellen. Was nutzt am Ende eine hauptstadtgroße Fußgängerzone, die kaum von den hauptstädtischen Anwohnern frequentiert wird, geschweige denn von den Leuten der ländlichen Umgebung? Man müsste auch mal fragen, wie sie denn genau aussehen soll, die dann etwas teurere Flexibilität, mit der man nicht bis vor die Haustür kommt und die einem auch nicht den Einkauf trägt, soweit man eben laufen muss.

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mam71 02.12.2015, 15:50
7.

Grundsätzlich kann man durch Technologieeinsatz, besseren ÖPNV und stärkere Vernetzung sicher noch einiges herausholen und das ist auch gut.

Dennoch sehe ich einige Probleme, die einer kompletten Autofreiheit entgegenstehen:
Punkt 1 ist die 100% Verfügbarkeit des eigenen Autos, die andere Systeme nicht erreichen werden.
Punkt 2 ist der direkte Punkt-zu-Punkt-Transfer, insbesondere wenn man etwas zu transportieren hat, nicht mehr gut zu Fuss ist etc.
Punkt 3 sind die Stoßzeiten. Ein Alternativsystem muss ja auch morgens und abends die gesamte Stadtbevölkerung zur Arbeit und zurück transportieren (und dabei immer wieder Quasi-Leerfahrten) in die Gegenrichtung machen. In der restlichen Zeit steht die massive Überkapazität dann auch rum. (Als Anhaltspunkt: In HH bekommt man ohne Vorbestellung montag morgens i.d.R. kein Taxi).
Punkt 4 sind Bewegungen nach/ von außerhalb der gut ÖPNV-versorgten Großstadt.

Und sobald man wegen einem dieser 4 Punkte dann doch einen privaten PKW braucht, kippt das ganze und man wird diesen logischerweise auch für viele andere Fahrten nutzen.

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hasenfuss27 02.12.2015, 15:50
8.

Erwartet die gute Frau entsthaft, dass Großstadtmuttis auf ihren Kofferraum verzichten und Wickeltaschen, Helme, Kindersitze, Snacks, Getränke, Buggys, Laufräder und Co. ständig in Busse, Bahnen oder "Leihwagen" wuchten?

Sicher, man MUSS das nicht immer alles dabeihaben, aber ständig ein-, aus- und umladen ist doch genau so irrsinnig...

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TPunkt 02.12.2015, 15:59
9.

War ja klar, dass solche Ideen im Autowahnland Deutschland völlig undenkbar sind und von den üblichen Foren-Verdächtigen mit Häme gestraft werden.
Diese Frau hat wenigstens Visionen und Ziele. Das kann man von den meisten Deutschen (Politikern) schon lange nicht mehr sagen. Wer Visionen hat, soll ja angeblich zum Arzt gehen. Wer aber keine mehr hat, kann sich gleich unter die Erde bringen lassen. Gute Nacht, Deutschland.

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