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Verkehrsplanerin: Diese Frau will Helsinki autofrei machen
DPA / Jens Büttner

Rund 95 Prozent seiner Lebensdauer verbringt ein Auto auf dem Parkplatz, sagt die finnische Verkehrsplanerin Sonja Heikkilä. Warum nicht einfach weg damit? Sie hat einen Plan.

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Olaf 03.12.2015, 11:21
130.

Ich verstehe nicht was in Leuten vorgeht, die in die Großstadt ziehen und dort erwarten saubere Luft, Ruhe, wenig Verkehr, niedrige Mieten und eine Umgebung in der sich nichts ändert, zu finden.

Das ist so, als ob ich weit aufs Land in ein kleines Dorf ziehe und mich dann aufrege, dass es hier keine U-Bahn gibt.

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hardwax 03.12.2015, 12:40
131. Ah toll eine App

Und diese App transportiert mir dann auch meine Ausrüstung, die ich zur Arbeit mitnehmen muss, wenn ich 25km täglich pendel?

25 Jahre, studierte Verkehrsplanerin frisch aus dem Elfenbeinturm, noch nichts erlebt aber will die Welt verbessern.

Solche Leute brauchen wir!

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oslomæn 03.12.2015, 12:42
132. wenn man hier querliest...

...zeigt sich, wie weit es der autoindustrie in den zurückliegenden 50 jahren gelungen ist, DAS AUTO (lol) als erforderliches und nicht wegdenkbares gut in unser leben einzubläuen. was tatsächlich erstaunlich ist, weil DAS AUTO (nochmal lol) als schnelles unabhängiges transportmittel in den großstädten seit langem nicht mehr funktioniert, ineffektiv ist, dreck, lärm, ärger, immense kosten und noch viel mehr nerven (man denke nur an die tägliche zeit die autofahrer mit der suche nach abstellorten vergeuden) verursacht. manche erwerben DAS AUTO auf pump und sprechen und scheinen das auch ernst zu nehmen davon, dass DAS AUTO luxus und unanhängigkeit wäre. was für ein irrsinn. ohne auto ist man unabhängiger als mit. in der großstadt ist ohne auto luxus. städte wie kopenhagen, oslo und diverse auch kleinere städte in holland weisen den weg. helsinki folgt. bis das in deutschland kapiert wird, vergeht noch viel zeit, aber auch hier ist dieser weg unausweichlich. schlicht deswegen, weil DAS PRIVATAUTO ökonomischer wahnsinn ist. leben ist zeit. zeit ist geld.

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benmartin70 03.12.2015, 12:47
133.

Zitat von MatthiasPetersbach
Nur der Denkansatz "weil die Karre 95 % rumsteht" ist halt Kindergarten. Weils eben auch für so ziemlich alles gilt, was wir so haben. Und weil pures "Rumstehen" außerhalb der Stadt wohl kein Problem darstellt.
Nur die Argumentation vieler hier, dass man dann alles abschaffen müsse was 95% rumsteht greift leider nicht. Meine Heizung steht nicht auf der Straße rum, die meisten Autos leider doch.
In unserem Neubaugebiet waren vor 17 Jahren massig Parkplätze frei (Garagen / Tiefgaragen). Mittlerweile haben wohl etliche Familien das Drittauto und alles ist komplett zugeparkt. Sieht bescheiden aus und da sieht man,dass die teile wirklich die meiste Zeit rumgammeln UND Platz verschwenden.

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benmartin70 03.12.2015, 12:52
134.

Zitat von mazzmazz
Dann kommen noch die Heilsbringer der Fahrradreligion und möchten alle ganzjährig aufs Fahrrad setzen. Dass wir in D 5 Monate p.a. Winter haben, wenn kein mensch Rad fährt, wird geflissentlich ignoriert, weil man selbst ja mit 35 Lenzen die 2 Km zu seinem Beamtenjob mit 2 Tagen Homeoffice pro Woche bestens meistern kann.
Ich hänge der Fahrradreligion nicht an, ich mag mein Fahrrad.
Also 5 Monate Winter? Nicht wirklich. Dieses Jahr ist der November schonmal komplett weggefallen, das war eher Frühling 2.0, also kein Hinderungsgrund nicht mit dem Rad zu fahren. Die vorigen Jahre war das auch eher zu vernachlässigen.
Überhaupt gibt es imho bis zu 5km Strecke wenig Gründe das Rad nicht zu nutzen (Glatteis/ Platzregen und größere Transportmengen ausgenommen).
Ich habe viele Kollegen hier die auch im "Winter" mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, kann also nicht besonders schlimm oder schwierig sein.

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benmartin70 03.12.2015, 12:54
135.

Zitat von Olaf
Ich verstehe nicht was in Leuten vorgeht, die in die Großstadt ziehen und dort erwarten saubere Luft, Ruhe, wenig Verkehr, niedrige Mieten und eine Umgebung in der sich nichts ändert, zu finden. Das ist so, als ob ich weit aufs Land in ein kleines Dorf ziehe und mich dann aufrege, dass es hier keine U-Bahn gibt.
Vielleicht leben auch einige schon seit Jahren in einer Großstadt, sind dort geboren und es wird einfach schlimmer statt besser?

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Spirit in Black 03.12.2015, 13:09
136. Autos immer unwichtiger

Es wird vermutlich Vielen damit Aufgewachsenen nicht gefallen, aber Austos sind längst nicht mehr die großen Statussymbole, die sie mal waren, und sie werden immer unwichtiger.
Schon jetzt betrachtet die junge Generation der Großstädte Autos nur als ein Fortbewegungsmittel unter vielen. Möglichst klein und billig soll es sein und wenn es nur geliehen ist - umso besser!
Und außerdem werden Autos auch immer unnötiger. In den Großstädten braucht man für gewöhnlich - wenn man ehrlich ist - gar keines. Auch in kleineren Städten kann man immer mehr über das Internet einkaufen und von zu Hause aus arbeiten. Das kleine, praktische Leihauto hat auch dort eine glänzende Zukunft vor sich.

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MatthiasPetersbach 03.12.2015, 13:11
137.

Zitat von benmartin70
Nur die Argumentation vieler hier, dass man dann alles abschaffen müsse was 95% rumsteht greift leider nicht. Meine Heizung steht nicht auf der Straße rum, die meisten Autos leider doch. In unserem Neubaugebiet waren vor 17 Jahren massig Parkplätze frei (Garagen / Tiefgaragen). Mittlerweile haben wohl etliche Familien das Drittauto und alles ist komplett zugeparkt. Sieht bescheiden aus und da sieht man,dass die teile wirklich die meiste Zeit rumgammeln UND Platz verschwenden.
Nun, wenn man sich von der Idee leiten lässt, daß man unnötige Platzfresser abschaffen kann bzw. muß, dann ist das alleinstehende Einfamilienhaus mit Garten aussenrum Platzfresser Nummer eins.

Aber die Idee ist Quark, meines Erachtens. Aber halt auch die Argumentation "Problems" des stehenden Autos. Das ist außerhalb der Stadt wenig problematisch.

Im Neubaugebiet gibts pro Wohnung 2 Stellplätze und wenn das nicht reicht, steht EIN Auto auf der Straße.
In Wirklichkeit ist die Garage voll mit anderem Zeux, der Mensch zu faul in die Einfahrt zu fahren usw usw.

DAS dürfte die Ursache von zugeparkten Straßen eher sein - im ländlichen Raum. Und da interpretiert man "zugeparkt" als Zustand, bei dem man mal 2 Straßen weiter zum Auto laufen muß. DAVON kann Stadtmensch nur träumen.


Klar, "was der andere hat/macht brauch ICH nicht, kann also weg" ist mittlerweile ein wenig Mode in unserer leider intolerant gewordenem Land.

Ich frag mich halt, wie es anders gehen soll? Rufbusse, Sammeltaxis usw stehen auch irgendwo, und wenn ich mir jetzt ne Kiste rufe, um mich auf die Baustelle zu bringen, fährt die deutlich mehr Kilometer, als wenn ich mein da unten stehendes Auto nehme.

Das sind alles Lösungen für die Stadt. Wo sie sinnvoll sind, weil der übermächtige Verkehr dort manche Lebensqualität ZERSTÖRT. Auf dem Land BIETET aber der Individualverkehr Lebensqualität.

Es gibt nicht die EINE Lösung. Nirgends.

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radler2 03.12.2015, 13:11
138.

Zitat von Frank Zappa
Die öffentlichen Verkehrsmittel sind teuer? Eine Monatskarte kostet je nach Stadtgröße für alle Linien zwischen 45-65 € im Monat. Ein "normales" Gebrauchsauto zwischen 500 und 700 €.
Für München kostet die Monatskarte 210,90 € fürs Gesamtnetz. So viel brauchen sicher nur wenige, Innenraum kostet 74€.

Ob man das selber nutzen kann oder mag hängt massiv davon ab welchen Strecken man wann fahren muss. Sich in eine überfüllte Bahn zu quetschen und dann an einem neuralgischen Punkt umsteigen zu müssen ist eine Qual. Und je nach Verbindung dauert das ganze dann ein vielfaches der eigentlich angemessenen Zeit.
Fahrrad geht eigentlich immer schneller, ist nur bei Regen nicht so optimal.
Wenn Sie ein Auto tatsächlich nur für die Fahrten nutzen, die Sie mit einer Innenraumkarte abdecken können, dann können Sie das sicher abschaffen. Ansonsten können Sie die Gesamtkosten fürs Auto nicht mit den Kosten des öffentlichen Verkehr für einen (kleinen?) Teil der gefahrenen km vergleichen.

Und für 700€ im Monat können Sie schon verdammt viele km mit dem Auto zurücklegen.

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Olaf 03.12.2015, 13:16
139.

Zitat von benmartin70
Vielleicht leben auch einige schon seit Jahren in einer Großstadt, sind dort geboren und es wird einfach schlimmer statt besser?
Die Dinge ändern sich überall, ob auf dem Land oder in der Stadt. Eine Großstadt ist eben ein quirliger, hektischer Ort, welcher sich ständig ändert und neu erfindet, sonst wäre es keine Großstadt, sondern ein Megadorf.

Ich selber habe über ein Jahr in Hamburg gelebt, dann habe ich gemerkt, dass ist auf Dauer nichts für mich und wohne jetzt eher ländlich.

Auch dies hat nicht nur Vorteile, aber das muss man eben in Kauf nehmen und wissen was einem wichtig ist.

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