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Vernetzte Menschheit: Wie wir zu Insekten werden

Ich bin erreichbar, also bin ich: Vernetzung macht die Gesellschaft der Zukunft aus, prognostiziert Medienwissenschaftler Norbert Bolz. Chips im Körper werden direkte Hirn-zu-Hirn-Kommunikation ermöglichen - mit drastischen Folgen für die Menschheit.

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Daniel28 11.05.2009, 06:41
20. Ohje

Ob eine computervermittelte wirklich mal möglich sein sollte, ist keineswegs so sicher. Wir wissen noch viel zu wenig darüber, wie unser Gehirn abstrakte Gedanken und Erinnerungen individuell verarbeitet. Es liegt in der Natur dieses Organs, das medizinische Eingriffe hier immer ein großes Risiko bergen werden.

Diese Zukunftsversion hat etwas von "Fliegenden Autos, die das Verkehrproblem spätestens im Jahr 2000 regeln werden.

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Realo 11.05.2009, 06:50
21. Nein Danke !

Ich bin "ein Neuerer" und Technik-Freak.

Aber das geht mir dann doch zu weit.
Nein ich möchte keinen Biochip im Hirn zur Kommunikation.
Ich hätte nichts gegen den Biochip um damit Kranken zu helfen
Blinden, Tauben, Prothesensteuerung, aber nicht für die totale
Vernetzung.

Ich bleibe dann lieber der einsame Wolf, als Biene Maja ;-)

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Peraldo 11.05.2009, 07:06
22. Bloss nicht.

Ehrlich gesagt - ich hoffe, daß ich zu diesem Zeitpunkt tot sein werde. In mein Hirn kommt kein Chip.

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SirRobin 11.05.2009, 07:07
23. Borg?

Klingt doch alles ein wenig schwedisch oder? ;-) Aber im Ernst: Wenn wir schon zu Insekten werden, dann möchte ich bitte Biene Maja sein. Und wehe die hat dann ne besondere Affinität zu Apfel-Blüten...

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libero777 11.05.2009, 07:13
24. Brave New World

Allein die Vorstellung, in einer solchen Welt leben zu müssen, finde ich schon schrecklich genug. Aber sicher wird es auch hier genügend Menschen geben, die mit Heissassa und Hurra eine derartige "Evolution" begrüßen würden.

Die Frage, die sich stellt, ist, wer würde davon profitieren? Der Einzelne und sein Streben nach Glück und Zufriedenheit mit Sicherheit nicht.

Welchen Vorteil hat der heutige technische Standard für das Individuum?
- Jederzeitige Erreichbarkeit => Muss ich das haben?
- Jederzeitige Kommunikation => Welche Substanz hat das?
("Ich bin gerade in ... blablabla)
- Jederzeitge Festellung der Position (GPS) => Wen geht
das was an?
- etc.

"Früher" (so vor ca. 20-30 Jahren) fühlten sich Leute wichtig, wenn sie beruflich reisen "durften". Heute ist derjenige wichtig, der anreisen läßt. Und mit dem Cellular (denglisch: "Handy") ist es nicht viel anders.

Immer schön nachdenken, ob wir mit den technischen "Evolutionen" tatsächlich glücklicher oder zufriedener sind.

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Keepiru 11.05.2009, 07:23
25. Ich freu mich drauf.

Besser heute als morgen. :)
Ich wünschte mir vor mehr als 20 Jahren (als ich angefangen habe mit Computern herumzutüfteln) Möglichkeiten direkt mit meiner Maschine zu kommunizieren. Heute sind wir so weit das man sich schon drauf FREUEN kann. Vermutlich werde ich es noch erleben und hoffentlich auch in den Genuss kommen mir etwas "einbauen" zu lassen.
Die gesellschaftlichen Folgen eines solchen Fortschritts gehen sehr weit. Unter anderem brauchen wir eine neue Ethik. Kulturelle "Werte" werden auch in Zukunft immer mehr an bedeutung verlieren. Warum sollten wir uns von Traditionen und "Schicklichkeit" einschränken lassen?
Die Generation Internet lässt ahnen in welche Richtung es in den nächsten 20-30 Jahren gehen wird. Schon heute spielt die Zeitverschiebung eine größere Rolle in globalen Netzwerken als die räumliche Distanz. Deutschland ist ein Dorf, Europa eine Kleinstadt....
Und danach? Vermutlich wird das Konzept der Aufrüstung des Körpers durch Implantate sich überholen und wir werden Möglichkeiten finden den Körper selbst modifizieren und dann endgültig die Menschheit 2.0 schaffen. Bis wir dort angekommen sind, ist es aber noch ein weiter Weg. Wo unsere politische Klasse heute steht zeigen Beispiele wie Schäuble und Zensursula... Diese Leute sind Lichtjahre von der Lebenswelt meiner Generation entfernt. Jeden Tag wird die Kluft größer.
Wir leben alle in einer interessanten Zeit. Lasst uns das beste draus machen und gespannt und optimistisch in die Zukunft blicken. Jede Generation trifft Entscheidungen die sehr lange nachwirken. Möglicherweise werden gerade jetzt die Weichen für die nächsten paar tausend Jahre gestellt!

Ich freu mich drauf.

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burninghands 11.05.2009, 07:23
26. Von Ethikaspekten keine Rede...

"Biokybernetische Kommunikationssysteme werden das Zentralnervensystem des Menschen und seinen Computer direkt verschalten, die Datenflüsse des Gehirns direkt steuern - Stichwort Biochip."

Na prima, dann wird die Fernbedienung fuer die Ehefrau doch noch Realitaet...

Die genannten Vorteile sind zwar alle schoen und gut (vor allem fuer die von den Forschungsgeldern lebenden Wissenschaftler), solange das Gruppenbewusstsein unserer aktuellen Primatengesellschaft keinen evolutionaeren Sprung macht, werden solche Entwicklungen aber wohl nur zur Massenmanipulation eingesetzt werden (siehe Orwell).

Nach einem solchen Bewusstseinssprung duerfte kein Bedarf mehr an derartigen technischen Maetzchen sein.

Wer finanziert eigentlich die Forschung in diesem Bereich? Das Militaer? Die Industrie der Unterhaltungselektronik? Die Steuerzahler?

Nota bene: Ich lege KEINEN Wert darauf, dass jemand "die Datenflüsse des Gehirns direkt steuern" kann, sei es meins oder das meiner Kinder.

Empathie (Mit-Gefuehl) ermoeglicht schon heute non-verbale zwischenmenschliche Kommunikation. Delphine, die ein dem meschlichen Gehirn aequivalentes, wenn nicht sogar ueberlegenes Gehirn haben, kommunizieren mit dem Rest der Gruppe durch Telepathie.

Nichts deutet darauf hin, dass wir nicht das gleiche Potential haben und es mit etwas Bemuehung auch erreichen koennen, da wir aber auf Schritt und Tritt ausgenommen und manipuliert werden sollen, ist es lohnender, den Menschen vorzugaukeln, er sei dumm und brauche alle moeglichen Kruecken, um er selbst zu werden bzw. sein Potential zu realisieren und zu manifestieren.

Die Karotte vor der Nase ist, wie so oft, ein Apell an die Faulheit, das Versprechen, die ganze Wohnung kontrollieren zu koennen, ohne den Arx von der Couch hieven zu muessen.

Wollen wir wirklich fuer ein Linsengericht unsere Erbschaft verkaufen?

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SpieFo 11.05.2009, 07:58
27. MATRIX auf einer völlig neuen Ebene:

Interessanter Denkansatz: Menschen im "Insekten"-Staat.

"Networking" ist heute schon fast das neue
"Glaubensbekenntnis", überall wird gepredigt, wie wichtig
das sei. Man beginnt immer mehr, den XING-Nick auszutauschen
und in den verschiedensten "Sozial"-Plattformen sein Leben
auszubreiten.

Ja, der Insekten-Vergleich ist garnicht so abwegig,
auch wenn die technischen Möglichkeiten noch einen weiten
Weg der Evolution vor sich haben.

Eine Frage wirft sich da auf:
Reichen die Ressourcen der Erde noch, bis es soweit ist?
Und was dann, wenn der Superorganismus alles leergefressen hat?
Können wir dann in irgendeiner Form uns auf den Weg ins All machen?

Im "Insekten"-Staat:
Wird Merkel dann die Königin? Oder Paris Hilton?
Wohl eher wird ein "Ameisenkönig" an der Spitze stehen.
Ackermann vielleicht?

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rudyguy 11.05.2009, 07:59
28. Globale Bürgerschaften

Globale Bürgerschaften bilden die nächste Evolutionsstufe in der Politik und lösen perspektivisch die bisherigen Staatensysteme ab. Die biologisch-technische Vernetzung ist nur ein Mittel und trägt zur Entwicklung einer globalen Intelligenz bei.

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Axelino 11.05.2009, 08:35
29. viel schlimmer

Ich denke, der Artikel beschreibt das Szenario zu harmlos. Wir werden kein Netzwerk bilden, sondern wir werden Sklave eines Netzwerks werden. Der Mensch arbeitet mit Hochdruck daran, sich selbst überflüssig zu machen. Sobald die Intelligenz der Roboter weit genug fortgeschritten ist, sobald die Netzwerke und Computer über genug Autonomie verfügen, wird der Mensch deaktiviert. Das ist eine ganz logische Folge des Evolutionsprinzips.

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