Forum: Wissenschaft
Verschollene Esa-Sonde "Schiaparelli": Erde an Mars, bitte melden!
ESA/ ATG medialab/dpa

Ungefähr 50 Sekunden vor der Landung hat die Esa den Kontakt zu ihrem Marslander "Schiaparelli" verloren. Seitdem schweigt die Raumsonde, wahrscheinlich für immer. Die Experten bemühen sich um Zweckoptimismus.

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zeichenkette 20.10.2016, 14:30
1. Wenn die Triebwerke nur ein paar Sekunden gearbeitet haben...

wird das Ding mit hoher Geschwindigkeit auf den Boden gekracht sein, da muss man nicht auf ein gutes Ende hoffen. Schwer vorstellbar, dass nicht genug Telemetriedaten gesendet wurden, um mehr Details über den genauen Ablauf herauszufinden. Abwarten.

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arrache-coeur 20.10.2016, 14:32
2.

Das Heranfliegen über extreme Distanzen (siehe Tschuri) scheinen die Europäer ja gut hinzukriegen, die Landung (siehe wieder Tschuri) ist aber offensichtlich keine europäische Stärke;-)

Wobei bereits diverse Geräte auf dem Mars gelandet sind, die Bedingungen für eine Marslandung daher hinlänglich bekannt sein sollten.

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almeo 20.10.2016, 14:34
3.

Zeigt dann ja doch mal wieder, dass Grundlagenforschung sein Geld wert sein kann. Angebliche 98% Erfolgswahrscheinlichkeit, und trotzdem scheint der Lander zu schnell gewesen zu sein (Fallschirm zu früh abgekoppelt) und hart aufgeschlagen zu sein (Triebwerke brennen nur vier statt 50 Sekunden - evtl. weil dann schon Bodenkontakt da war). Gut dass das nicht passiert ist, wenn etwas "wertvolles" wie ein Fahrzeug an Bord des Landers gewesen wäre. Trotzdem ist das natürlich schon eher peinlich, ist immerhin der inzwischen dritte (?) Lander, den die ESA auf dem Mars verliert, selbst wenn das nur ein Testobjekt war, welches - im Vergleich - billig und ohne großen praktischen Nutzen auf dem Planeten gewesen ist. Ich frage mich nur, wieso man die Lösung mit den Airbags von Opportunity nicht weiterentwickelt. So eine Raketenlandung klingt schon ziemlich fitzelig, die Lösung mit Gaskonkons hätte vielleicht eher einen harten Aufprall überstanden - wobei natürlich immer die Frage ist, wie hart Schiaparelli aufgeschlagen ist...

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erwachsener 20.10.2016, 14:35
4. technologie-test

Der Beton an Bord zeigt, was der eigentliche Sinn dieses Landetests war: Die Landeeinheit, die 2020 den Rover auf die Oberfläche zu bringen, sollte unter realen Bedingungen und mit dem für dann geplanten Nutzlastgewicht getestet werden. Natürlich hätte eigentlich alles klappen sollen, aber ein Test bedeutet immer auch, daß es schiefgehen kann. Wenn der Rover ohne vorherigen test verlorengegangen wäre, würde der ESA vorgeworfen werden, daß sie vorher nicht alles unternommen hat, um die Technologie zu testen. Das hat sie jetzt mit Schiaparelli eben gemacht. Es geht nun darum herauszufinden, was nicht funktioniert hat, und dann Maßnahmen zu ergreifen um dieses versagen zu verhindern. Eigentlich ist das völlig unspektakuläre Ingenieursarbeit.

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Sicherheit2016 20.10.2016, 14:36
5. Geldverschwendung

Grundlagenforschung ist sonst zwar wichtig - aber hier und erst recht nach diesem erneuten Flop doch Steuergeldverschwenung. Deutschland scheint wesentlich beteiligt - ohne wirkliche Chance auf jemals relevante Ergebnisse. Es wäre wichtiger zu erforschen, wie man die Grenzen dicht macht, Kriminalität bekämpft oder auch wieder echte Krebsforschung als Grundlagenforschung zuläßt. Leider scheint deutsche Wissenschaftspolitik nur darauf aus, daß Professorensöhne möglichst konkurrenzlos Professor werden, aber echte Wissenschaftler bestenfalls Außenseiterchancen haben.

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logomat 20.10.2016, 14:37
6. Mir fiel direkt ein Kosename ein

"Schrapnelli" statt "Schiaparelli"
Ein hübscher Kosename lindert den Schmerz.

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schwerpunkt 20.10.2016, 14:39
7.

Eben weil der wissenschaftliche Zweck der Landeeinheit eher übersichtlich war und sie eher ein Testgerät um Landeverfahren zu prüfen, ist die Mission des Landers bisher so gesehen durchaus wertvoll, auch wenn sie nicht erfolgreich ist.
Man hat sich offensichtlich so an viele erfolgreiche Landungen (auch sehr komplexe dabei) gewöhnt, dass die Öffentlichkeit eine solch automatisierte Landung auf einem anderen Planeten mit anderen Bedingungen als Routine ansah. Bis zu einem gewissen Maße, haben sich aber bisher nur die USA einen Erfahrungsschatz durch erfolgreiche Landungen auf dem Mars erarbeitet ... und selbst ebenfalls dafür Lehrgeld bezahlt.

Jetzt will es mal die ESA auch probieren. Wie könnte man annehmen, dass diese nicht ebenfalls für das Zusammentragen des Erfahrungsschatzes Lehrgeld zu bezahlen hätte. Nur weil ich sehe wie jemand nach viel Training über ein Seil balancieren kann, gehe ich nicht davon aus, dass ich es DESWEGEN ebenfalls auf Anhieb kann.
Die ESA ist sic dessen aber bewusst. Und deswegen hat man diesen Technologieträger gebaut um ein Landeverfahren für künftige Missionen, welche dann tatsächlich wissenschaftlichen Wert haben sollen, zu testen. Wenn man rausfindet, was nun auf den letzten 50 Sekunden schief gelaufen ist, weiß man schon mal, wie es nicht geht. Der Lerneffekt ist so evtl. sogar höher, als wenn eine Mission glückt und man weiß nicht warum es geklappt hat. Gefährliche Situation.
Insofern: Mission accomplished.

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bibberbutzke 20.10.2016, 14:39
8. Immerhin ...

... sieht die Sonde schön aus. Auch einen schönen namen hat sie..... so irgendwie ein Mixed zwischen italienisch und russisch.

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hbblum 20.10.2016, 14:42
9. Es gibt sie also doch.....

....die kleinen grünene Männchen. Und immer wenn ein Raumschiff landet kommen sie raus und hauen es einfach kaputt.

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