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Wärmedämmung: Forscher wollen Styropor-Müllproblem lösen
DPA

Durch alte Wärmedämmplatten werden mehrere 10.000 Tonnen Styropor-Abfall pro Jahr anfallen. Fraunhofer-Forscher haben jetzt ein Verfahren entwickelt, um den Kunststoff zu recyclen

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mchammer666 20.12.2018, 08:43
1. Ökobilanz

Wie ist denn nun die gesamte Ökobilanz einer Fassadendämmung, wenn die Dämmung am Ende der Lebensdauer nicht ökologisch sinnvoll verwertet werden kann?
Klingt für mich nicht nach einem schlüssigen Konzept.

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Mikrohirn 20.12.2018, 08:52
2. Viel Erdöl im Styropor?

Mehr als 10 000 t jährlich können das rechnerisch ja nicht sein (Peanuts deutschlandweit gesehen). Da aber das Styroporvolumen im Vergleich zum Gewicht irrsinnig hoch ist, ist der Verbrauch von Transportenergie, sagen wir mal LKW-Diesel, hauptsächlich dazu da, die Fahrzeuge selbst zu bewegen, weil die im Vergleich zum Transportgut viel zu schwer sind. Ich investiere also 10 l Erdöl, um einen wiederzugewinnen. So geht Energiebilanz, oder meinetwegen Ökobilanz in Deutschland.

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fahrgast07 20.12.2018, 09:08
3. Dämmen lohnt sich

Auch eine Styropordämmung rechnet sich - ökologisch - nach 7 bis 10 Jahren. Wers noch besser will, nimmt Mineralwolle oder Holzwolle. Da kommt man schon jetzt auf die Energiebilanz, die Styropor nach Recycling bietet. Dämmen lohnt sich auf jeden Fall, der Einspareffekt ist gewaltig.

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whitewisent 20.12.2018, 09:21
4.

"Für die Heizkostenrechnung der Bewohner ist das sehr von Vorteil."

Wer glaubt denn sowas? Die Preise für Leichtes Heizöl verdoppelten sich zwischen 2005 und 2008 fast. Selbst gegenüber 2010 gab es eine Steigerung von mehr als 20%. Auch die Einfuhrpreise für Steinkohle verdoppelten sich seit 2005. Lediglich bei Erdgas gab es eine leichte Reduzierung der Rohstoffkosten. Man kann also durchaus sagen, das die Marktentwicklung den Kostenvorteil der Dämmung zu nichte gemacht hat. Und das nicht wirklich aus nachvollziehbaren Gründen, sondern schlicht in der Gewinnabsicht, diese trotz sinkenden Verkaufsmengen konstant zu halten oder zu steigern.

Für die Hausbesitzer und Mieter/Nutzer stehen aber auch noch sehr hohe Kosten für die Anbringung dieser Platten zu Buche. Da die energetische Sanierun als Modernisierung zählte, stiegen also die Mieten, ironischerweise die Kalt-Mieten, um weit mehr, als die Heizkosten theoretisch sanken. Wenn man nun nachträglich auch noch höhere Kosten für die Entsorgung staatlicherseits verursachen will, was meinen denn die Forscher, wie das bezahlt wird? Eine Erhöhung der Mieten ist damit vorprogrammiert, wo dann Sozialforscher sicher wieder ein gefördertes Untersuchungsprojekt bekommen, um die Ursachen zu finden.

Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Es macht aber keinen Sinn, den Leuten einen Kostenvorteil, also Einsparungen, als Argument vorzugeben, der so nie erzielt wurde. Und ja, es ist ein Luxusproblem, denn der Familie, welche arbeitet, oder ALG2-Leistungen bezieht, ist es ziemlich egal, ob Kiribati untergeht, oder der Markusplatz zweimal im Jahr überschwemmt wird, wenn man am 25. nicht mehr weiß, wie man die letze Monatswoche über die Runden kommen soll. Gesamtgesellschaftliche Aufgaben müssen gesamtgesellschaftlich, also durch den Staat erfüllt werden, und über die allgemeinen Steuern finanziert. Denn letztendlich sind auch Alle an der Klimazerstörung mitschuld. Nur paradox, wenn man seit 30 Jahren alle Entwicklungen mitmachte, also die Kohleöfen verschrottete, die Ölheizung auf Gas umstellte, das Haus dämmte, und nun erneut von Forscher als Melkkuh für Experimente auserkoren ist, obwohl es jedem klar sein sollte, daß die Steigerung der Weltbevölkerung im selben Zeitraum um 2,5 Mrd. Menschen, bzw. 50% auf 1987 bezogen, jegliche Maßnahmen in Deutschland pulverisiert, egal wie teuer die sind, es sind immer nur Maßnahmen von max. 83 Millionen Menschen. Allein die Relationen sollten zum Nachdenken über Sinn, Zweck und Ergebnis bringen, nicht zum erneuten Fordern.

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Cephalotus 20.12.2018, 09:31
5.

Zitat von Mikrohirn
Mehr als 10 000 t jährlich können das rechnerisch ja nicht sein (Peanuts deutschlandweit gesehen). Da aber das Styroporvolumen im Vergleich zum Gewicht irrsinnig hoch ist, ist der Verbrauch von Transportenergie, sagen wir mal LKW-Diesel, hauptsächlich dazu da, die Fahrzeuge selbst zu bewegen, weil die im Vergleich zum Transportgut viel zu schwer sind. Ich investiere also 10 l Erdöl, um einen wiederzugewinnen. So geht Energiebilanz, oder meinetwegen Ökobilanz in Deutschland.
Was hindert Sie daran, dass Polystyrol zu pressen (z.B. in einer Müllpresse), bevor es transportiert wird?

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muekno 20.12.2018, 09:32
6. Styropor ist falscher Ansatz

nicht wirklich gelöst die Brandgefahr, da die giftige Beimischung nicht mehr erlaubt. Wirkungsgrad wie der Artikel schreibt auch nicht der beste, da es besseres gibt.
Styropor zu reyceln ist ja gut und richtig, aber auch hier Transportkosten wegen des Volumens, man müsste erst ein Verfahren haben welches das Volumen vor Ort reduziert. Ansonsten sollte man Styropor wo es geht durch bessere Alternativen ersetzen.

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helmut.alt 20.12.2018, 09:35
7. Das Recycling von Kunststoffen ist nicht wirtschaftlich,

weil der Aufwand (Sammeln, Reinigen, Shreddern, Extrudieren etc.) viel zu hoch ist und am Ende nicht die Materialqualität der ursprünglichen Ausgangsstoffe erreicht wird. Die beste Lösung ist die thermische Verwertung, sprich Verbrennen. Die dabei eingesparten Erdölkomponenten können zur Herstellung neuer Kunststoffe in bereits bestehenden Anlagen kostenneutral eingesetzt werden.

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latrodectus67 20.12.2018, 09:38
8. Haltbarkeit und Kosten und Krebs

Eine Information die nicht geliefert wird an dieser Stelle ist, warum müssen diese Dämmungen ausgetauscht werden? Nach 20 Jahren? Nach X Jahren? Und wer bezahlt den Austausch? Der Immoblieneigentümer? Es geht ja nicht nur um die Kosten die alten Platten zu recyclen. Und warum sind hochgradig krebserregende Stoffe nicht von der EU verboten, vgl Bleigiessen?

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Kurt-C. Hose 20.12.2018, 09:55
9. Irrsinn

Die Industrie, allen voran der Dämmstoffgigant Sto, hat jahrzehntelang exzellente Lobbyarbeit geleistet. Der Grenznutzen dieses Dämmirrsinns ist längst Null, ökologisch ist es ein Desaster, architektonisch fatal, insbesondere dann, wenn schöne alte Backstein und Fachwerk-Fassaden hinter einer solchen Thermohaut verschwinden. Der Dämmirrsinn treibt gleichzeitig die Baukosten ins astronomische, weil dazu zwingend komplizierte Lüftungstechnik kommt, die natürlich teuer gewartet werden muss und die wirtschaftliche Lebensdauer es Hauses grotesk verkürzt.

Wir treiben hier Milliardenaufwand, um mit ökologisch fragwürdigen Ergebnissen Minieinsparungen zu erzielen, während in anderen Ländern ein Bruchteil des Geldes reichen würde, um ein vielfaches an Energie und CO2 einzusparen. National verblendeter Irrsinn statt global gedachtem Klimaschutz.

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