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Wärmedämmung: Forscher wollen Styropor-Müllproblem lösen
DPA

Durch alte Wärmedämmplatten werden mehrere 10.000 Tonnen Styropor-Abfall pro Jahr anfallen. Fraunhofer-Forscher haben jetzt ein Verfahren entwickelt, um den Kunststoff zu recyclen

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winfield06 20.12.2018, 12:16
30. Nöö,

Zitat von Stefan_Schmidt
Wenn die Heizkosten steigen, lohnt sich Dämmung um so mehr, nicht weniger. Dämmung spart X Heizenergie ein. Wenn das z.B. zu Heizenergiepreisen von 2005 pro Jahr 100 Euro Heizkosten für eine bestimmte Wohnung spart und dann die Heizenenergiepreise 2015 doppelt so hoch sind, dann spart dieselbe Dämmung 2015 pro Jahr 200 Euro ein. Ich hoffe, das war verständlich und trägt zu Ihrer Beruhigung bei.
Kosten/Nutzungsrechnung ist falsch,
Wenn z. B. ein Mieter wg. einer solchen "Modernisierung" pro Jahr eine um 11% höhere Miete hat (bei 500€ Monatsmiete also im Jahr Mehrkosten von 660 Euro durch die Mietsteigerung) und dem hingegen "nur" 100 weniger an Heizkosten ist das für den Mieter keinerlei Gewinn. Ähnlich sieht es auch für Eigenheimbesitzer aus weil es sehr lange dauert bis sich diese Kosten für die Dämmung amortisieren. Da ist eine neue Therme u. U. wesentlich effektiver.

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latrodectus67 20.12.2018, 12:23
31. Verantwortung

Zitat von quark2@mailinator.com
Eine gute Nachricht. Aber es fehlt der 2. Teil. Nämlich die Frage, wie es in den 90ern möglich war, im Namen des Umweltschutzes die Plastifizierung der deutschen Fasaden überhaupt erst zu erzwingen. Auch damals gab es nicht-brennbare und plastikfreie Alternativen (sog. Steinwolle). Wie war es möglich, daß es überhaupt erlaubt wurde, diese gigantische Menge Müll an unsere Häuser zu pappen ? Wieso muß niemand dafür in den Knast, sich der Lobbyarbeit gebeugt zu haben ? Ich stelle diese Fragen, weil auch in Zukunft eine Vermeidung von Problemen wichtiger ist, als diese hinterher mühsam zu lösen. Und ich fürchte, solange eine Frau Merkel Bundeskanzlerin werden kann, NACHDEM sie als Umweltministerin das unsortierte Abkippen von Atommüllfässern in einen nicht voll aufgeklärten Bergbau erlaubt hat (gegen Expertenrat), solange werden wir hier solchen Ärger immer wieder bekommen. Es gilt, Politiker endlich zur Verantwortung zu ziehen für den Mist, den sie machen.
Warum Styropor statt Steinwolle? Weil es billiger ist. Wenn man einen besorgten Mitbürger ob des drohenden Weltuntergangs zum Dämmen verleiten will ist das auch eine Kostenfrage, denn Bürger muss es zahlen.
Und was die Politiker betrifft, die Entscheidungen aller Politiker sind alle von der Mehrheit der Wahlberechtigten GENAUSO gewollt. Denn in der freiheitlich demokratischen Grundordnung Deutschlands drückt jeder Bürger alle 4 Jahre in einem Anfall von Präkognition alle seine Wünsche Hoffnungen und Willensbekundungen in 2 Kreuzen aus.

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hadriani 20.12.2018, 12:36
32. Dämmung mit Styropor

hier ist ein ganz wichtiger Punkt vergessen, unterschlagen worden: Aus eigener Erfahrung hatten wir nach einer Styropor-Dämmung ein Problem mit Schimmel, das es vorher nicht gab. Diese Dämmung dämmt hemmungslos jegliche kleinste Luftbewegung. Da halfen dann Stoßlüftung und oder Heizung nicht mehr. In den betroffenen Räumen gab es Schimmel. Mittlerweile wohne ich in einem Haus, in dem im Keller die Ölheizung ist mit korrekt geschlossener Tür. Diagonal dazu ein Waschhaus. Die Metalltür zum Garten schließt suboptimal, sprich es zieht. In diesem Raum ist aufgrund der permaneten Zugluft ein Schimmel seit Jahren nicht aufgetreten.

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1904.pro 20.12.2018, 13:19
33.

Dämmen mit Styropor müsste verboten werden!
Es geht auch, ein Haus mit natürlichen Dämmstoffen Luftdicht aber Diffusionsoffen zu bauen.Vom Innenklima wesentlich besser, kein Schimmel innen und keine Algen außen.:-)

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Plasmabruzzler 20.12.2018, 13:25
34.

Ist es denn nicht möglich, andere Kunststoffe als Dämmmaterial zu nehmen statt des geschäumten Polystyrols (vulgo Styropor)? Auch andere Kunststoffe kann man schäumen - z. B. Polyurethan.

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ntk 20.12.2018, 13:34
35.

Die immer stärkere Dämmung der Fassaden kann man, wie in den meisten Kommentaren schon geschehen, ökologisch und ökonomisch durchaus einmal hinterfragen. Die Grundanforderung der EnEV bzgl. der Dämmung der obersten Geschossdecke sowie eigentlich auch der Kellerdecke ist aber von beiden Gesichtspunkten aus dringend zu empfehlen, da sie verhältnismäßig günstig, langlebig und effektiv ist.
Bzgl. der Sondermüllthematik von Polystyrol ist der beschriebene Ansatz interessant, aber natürlich auch der großartigen Lobbyarbeit des Verbandes geschuldet. Sicher wären andere Dämmverfahren den Styroporplatten in vielerlei Hinsicht überlegen. Ein mit Tonkugeln versetzter Dämmputz beispielsweise ist auch ohne Chemikalien nicht brennbar, braucht keinen speziellen Kleber um befestigt zu werden, bildet aufgrund der Verarbeitung deutlich seltener problematische Kältebrücken aus, reduziert die nötigen Arbeitsschritte, kann deutlich dünner verarbeitet werden, was architektonisch interessant ist und z.B. die nachträgliche Dämmung von Fensterlaibungen deutlich vereinfacht. Außerdem ist der Putz nach dem Ende der Lebensdauer bzw bei Abriss oder Umbau eben kein Sondermüll. Preislich ist beides aktuell natürlich schlecht zu vergleichen, da die Lobbyarbeit der Dämmstoffhersteller hier eine ordentliche Skalierung recht gut verhindert.

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misterknowitall2 20.12.2018, 13:58
36. Kommt darauf an...

Zitat von mchammer666
Wie ist denn nun die gesamte Ökobilanz einer Fassadendämmung, wenn die Dämmung am Ende der Lebensdauer nicht ökologisch sinnvoll verwertet werden kann? Klingt für mich nicht nach einem schlüssigen Konzept.
...wann sie das Ende der Dämmung einläuten. Die Dämmung selbst hat so gut wie kein Verfallsdatum. Solange sie also an ihrem Haus klebt, leistet sie ihnen auch Dämmdienste.

Ich würde ihnen eine andere Art zu dämmen empfehlen. Es gibt ja genug andere Dämmstoffe, auch ökologisch bessere. Polystyrol neigt dazu, Algen eine ideale Grundlage zu bieten und hat Probleme mit dem Brandschutz. Außerdem habe ich ein blödes Gefühl dabei mit Erdöl zu dämmen.

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Luke1973 20.12.2018, 14:14
37. Polystyrol

PS-Dämmung führt nicht zu Schimmel im Haus. Nur Pfusch bei der Erstellung des WDVS führt zu Schimmelproblemen. In einem fachgerecht mit PS gedämmten Haus gibt es WENIGER Schimmel.

Im übrigen ist PS keinesfalls dampfdiffusionsdicht, wie hier einige meinen. Die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl von PS liegt im Bereich 20 bis 70 und damit in etwa auf dem Niveau von Holz und nur wenig über mineralischen Putzen.

Wie man hier lesen kann, ist Recylcling von PS durchaus möglich, aber aufgrund der geringen anfallenden Mengen noch nicht lohnenswert. Das konnte man auch vor 10 Jahren schon lesen. Interessiert aber die Leute nicht. Stattdessen wird ständig so getan als handele es sich hier um Atommüll.

Stellt Euch einfach vor, das Öl zum Heizen sowieso verbrannt wird. Dieses Öl hat halt vorher noch 40 Jahre an einer Fassade gehangen. Ist doch nicht schlecht, oder?

Im Übrigen fällt sehr viel mehr PS bei Verpackungen an als bei der Hausdämmung. Wenn man sich Sorgen macht, also lieber erst mal da ansetzen wo es sich lohnt.

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misterknowitall2 20.12.2018, 14:17
38. Ich muss ein bisschen richtigstellen.

Zitat von Kurt-C. Hose
Die Industrie, allen voran der Dämmstoffgigant Sto, hat jahrzehntelang exzellente Lobbyarbeit geleistet. Der Grenznutzen dieses Dämmirrsinns ist längst Null, ökologisch ist es ein Desaster, architektonisch fatal, insbesondere dann, wenn schöne alte Backstein und Fachwerk-Fassaden hinter einer solchen Thermohaut verschwinden. Der Dämmirrsinn treibt gleichzeitig die Baukosten ins astronomische, weil dazu zwingend komplizierte Lüftungstechnik kommt, die natürlich teuer gewartet werden muss und die wirtschaftliche Lebensdauer es Hauses grotesk verkürzt. Wir treiben hier Milliardenaufwand, um mit ökologisch fragwürdigen Ergebnissen Minieinsparungen zu erzielen, während in anderen Ländern ein Bruchteil des Geldes reichen würde, um ein vielfaches an Energie und CO2 einzusparen. National verblendeter Irrsinn statt global gedachtem Klimaschutz.
Ok, Polystyrol ist nicht die beste Dämmung, aber so schlimm wie sie es darstellen ist es ja bei weitem nicht.

Also, Dämmung an der Wand ist nach wie vor der beste Weg den Wärmebedarf zu senken. Andere Möglichkeiten haben sie kaum. Es sei denn sie nutzen Technik und dazu haben sie ja auch eine eigene Einstellung. Schöne alte Backsteinfassaden und Fachwerk verschwinden sicher nicht hinter Dämmfassaden. Das ist Polemisch. Bautechnisch ist es jeweils Schwachsinn. Da dämmt man von innen und diffusionsoffen. Die Baukosten steigen nicht großartig. Ob sie nun 8cm Dämmung anbringen oder 16 macht keinen großen Unterschied bringt aber in der Einsparung eine Menge. Lüftungstechnik müssen sie nur einbauen, wenn sie die Dichtigkeit ihres Hauses erhöhen. Arbeiten sie diffusionsoffen, können sie sich das sparen. Wenn sie eh viel lüften, können sie ebenfalls auf Lüftung verzichten, denn dazu gibt es keinen Zwang. Wenn Sie das wirtschaftlich ablehnen, bitte, hält sie keiner auf. Eine moderne Lüftung spart etwa 16% des Wärmebedarf, denn das geht durch Lüften verloren. Dann haben sie Filter die Pollen, Allergene, ja sogar Pilze und Viren abfiltern. Sie haben eine garantiert gute Qualität der Luft mit passenden CO2 und O2 Werten. Alle die auf meinen Rat eine Lüftung eingebaut haben, würden es nicht mehr anders haben wollen.

Ach, und das mit den Millionen an andere Länder ist richtig, ein bisschen zumindest, was aber nicht zur Ausrede werden darf, dass wir hier weitermachen wie bisher. Wir haben genau so unsere Hausaufgaben zu machen, auch wenn das Geld kostet.

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misterknowitall2 20.12.2018, 14:26
39. Ich vermute mal,

Zitat von latrodectus67
Reihenendhaus, 3 Aussenflächen, keine Fassadendämmung, keine Dachdämmung, 80 Euro/Monat Kosten für Heizung und Warmwasserbereitung. Eine Dämmung würde bei Vergleichen mit Nachbarn die das gemacht haben mindestens 30k+ kosten. Eine Dämmung lohnt sich für uns nicht. Die Gas-Brennwerttherme die wir haben einbauen lassen, aber sehr wohl.
dass sie ein sparsamer Mensch sind und längst nicht alles im Haus heizen. Dann wird es natürlich schwierig Wärmedämmung wirtschaftlich zu rechnen. 30.000? Das ist schon teuer! Wie groß ist denn das Haus? bei 150 m² und etwa 120 € pro Quadratmeter (Polystyrol, 15cm) kommen sie auf 18.000 € und senken den Wärmebedarf um 40%. Über den Daumen gerechnet. Die Brennwertheizung schafft da gerade in etwa 15%.

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