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Wassernotstand in Kapstadt: "Wir verstehen, dass viele Panik überkommt"
AFP

Alarm in Kapstadt: Sparen die vier Millionen Bewohner ihren Wasserverbrauch nicht ein, dreht die südafrikanische Stadt ihnen die Versorgung ab. An 200 Entnahmestellen soll dann die Armee Tumulte verhindern.

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polltroll 28.01.2018, 19:48
1. Das wird nix!

Nett gemeint, auf Eigenverantwortung zu setzen, aber das wird nicht funktionieren. Es gibt einen nicht unerheblichen Teil von Menschen, die grundsätzlich der Meinung sind, dass sie mit solchen Aufrufen nicht gemeint sind oder, dass es ja auf Sie nicht ankommen würde. So ist der Mensch. Beispiele gibts unendlich viele für diese Art der Doppelmoral. Siehe Massentierhaltung, Umweltverschmutzung, Produktionsbedingungen in Schwellenländern etc. Kapstadt täte besser daran, den Verbrauch schon jetzt schrittweise zu rationieren. Man könnte ja die Stadtteile stundenweise auf- und abschalten. Spart gewiss ordentlich Wasser ...

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lilienrose 28.01.2018, 20:03
2.

Es muss wohl erst ganz hart kommen und die Menschen müssen am eigenen Leib spüren, dass sie hier gemeinsam gefragt sind.
Nach meiner Erfahrung , allein durch Campingurlaub. kann man durchaus eine gewisse Zeit mit recht wenig Wasser auskommen und muss nichts missen.
Wenn es jedoch zum Äußersten kommt, wird es schwer.
Hier gilt: spare in der Zeit, so hast Du in der Not

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Flari 28.01.2018, 20:26
3. Ganz schlechte Idee!

Zitat von polltroll
Man könnte ja die Stadtteile stundenweise auf- und abschalten. Spart gewiss ordentlich Wasser ...
Wenn das Wasser nur stundenweise zur Verfügung stehen, werden die aller meisten Menschen Wasser bunkern.
Und zwar MEHR, als sie direkt aus der Leitung verbrauchen würden.

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skr72 28.01.2018, 20:49
4. Schuld sind immer die anderen

Zitat von polltroll
Nett gemeint, auf Eigenverantwortung zu setzen, aber das wird nicht funktionieren. Es gibt einen nicht unerheblichen Teil von Menschen, die grundsätzlich der Meinung sind, dass sie mit solchen Aufrufen nicht gemeint sind oder, dass es ja auf Sie nicht ankommen würde. So ist der Mensch. Beispiele gibts unendlich viele für diese Art der Doppelmoral. Siehe Massentierhaltung, Umweltverschmutzung, Produktionsbedingungen in Schwellenländern etc. Kapstadt täte besser daran, den Verbrauch schon jetzt schrittweise zu rationieren. Man könnte ja die Stadtteile stundenweise auf- und abschalten. Spart gewiss ordentlich Wasser ...
Eine ähnliche Situation war doch letzten Winter in Stuttgart: Da wurde auch der freiwillige Appell ausgeben bei der enorm hohen Feinstaub- und Stickoxidbelastung doch bitte den dicken Mercedes in der Garage zu lassen. Der Erfolg dieses freiwilligen Appells war gleich Null.

Man fodert immer gerne andere zum Verzicht auf, aber selber daran halten, Pustekuchen. Genauso bei den Ursachen: CO2 sparen sollen doch die anderen und nicht wir. Auf keinen Fall sollte die Automobilindustrie ihre Vorgaben einhalten müssen und Braunkohle-Kraftwerke können wir doch nicht abschalten wg. der Arbeitsplätze.
Ein Veggietag geht schon gar nicht. Wir lassen uns doch nicht vorschreiben was wir essen dürfen.

Da ist es doch viel leichter, wenn wir alle nur auf Trump schimpfen und viel besser als Verbote zu erteilen. Verbote schaffen ja noch nicht mal die Grünen, weil sie dann eine Verbotspartei sind und die anderen Parteien doch viel bessere und wirksame Methoden kennen, wie z.B. die FDP oder die AfD. Oder irre ich da?

Wir Deutschen sind die Guten: Da wir schon über 150 Jahre C02 in produzieren wie verrückt, unterstützen wir jetzt die armen Bürger Südafrikas und sparen jetzt noch mehr CO2 und fordern nicht nur von anderen dies zu tun (LOL). Zumindest denken wir das alle von uns! Wir Mülltrennungsweltmeister-Super-Wind-to-Gas-Bio-Deutsche. Schuld sind die anderen, wir müssen nix tun. Gar nichts, evtl. der Nachbar schon, oder der Chinese..

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schorsch2017 28.01.2018, 20:51
5. Die Folgen könnten sein..

wie in Brasilien, wo es vor zwei Jahren in weiten Teilen des Landes eine Wasserkrise gab: Leute horten (Regen-)Wasser und schließen die Behälter nicht gut. Diese bieten dann Moskitos eine ideale Brutstätte, was schließlich zur Dengue- Epidemie führte.
Wir hatten über ein Jahr lang an zwei Tagen der Woche kein Wasser (Wasserwerke stellten das Wasser ab). Es ließ sich ganz gut damit leben. Nebeneffekt: noch heute steht ein Eimer in der Dusche, und das Wasser wird für die Toilette benutzt...

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pundamaria 28.01.2018, 20:59
6.

Heute an der Waterfront, Kapstadt: In den Herrentoiletten die ich aufsuchte, waren alle Wasserhähne bis auf einen stillgelegt. In einIgen Damentoiletten waren alle Wasserhähne komplett zu. Man solle die Hände desinfizieren, anstatt sie zu waschen... Bekannte von mir in Stellenbosch stellen sich zum Duschen in einen Plastikzuber. Das gesammelte Wasser nehmen sie zur Spülung der Toilette.

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hoeffertobias 28.01.2018, 21:07
7. Genau...

Zitat von polltroll
Nett gemeint, auf Eigenverantwortung zu setzen, aber das wird nicht funktionieren. Es gibt einen nicht unerheblichen Teil von Menschen, die grundsätzlich der Meinung sind, dass sie mit solchen Aufrufen nicht gemeint sind oder, dass es ja auf Sie nicht ankommen würde. So ist der Mensch. Beispiele gibts unendlich viele für diese Art der Doppelmoral. Siehe Massentierhaltung, Umweltverschmutzung, Produktionsbedingungen in Schwellenländern etc. Kapstadt täte besser daran, den Verbrauch schon jetzt schrittweise zu rationieren. Man könnte ja die Stadtteile stundenweise auf- und abschalten. Spart gewiss ordentlich Wasser ...
.... und was soll es bitteschön bringen, wenn der einzelne Einwohner Wasser spart? Kapstadt hat aktuell mehr als 4 Millionen Einwohner. Da verpufft es selbst dann, wenn der Einzelne extrem verschwenderisch mit dem Wasser umgehen würde. Selbst wenn er also den ganzen Tag Wasserhahn, Dusche und Badewanne gleichzeitig laufen ließen, würde das die Zeit bis zum "Tag X" nicht um eine Sekunde verlängern. Bringen würde es nur etwas, wenn alle an einem Strang ziehen würden. Und da kann ich sie zumindest in punkto Schwellenländer beruhigen: Die allermeisten Bewohner denken auch nur an sich. Geht es um Geld aus dem Westen, sind alle sozial, friedlich und in höchstem Maße demokratisch. Das eigene Geld wird dann aber doch lieber in BMW, Porsche oder Daimler angelegt Ohne Rücksicht auf Verluste!

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specialsymbol 28.01.2018, 21:12
8. Wenn der eine spart...

...kann der Nachbar mehr verbrauchen. Und warum sollte er nicht? Schließlich wird sich der Nachbar zu noch mehr Sparen überreden lassen, es hat bereits einmal geklappt.

Ich denke es wird auch keine Probleme geben weiterhin den Rasen in Golfclubs oder ähnlichem zu bewässern. Auch die Regierung wird sich um ihre repräsentativen Flächen weiterhin kümmern. Dass am Ende ein paar Leute vom Militär (immerhin kostenlos!) versorgt werden muß man für eine gewisse Lebensqualität eben in Kauf nehmen.

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mk1964 28.01.2018, 21:25
9.

Ich vermute, es rächt sich jetzt, dass das Meerwasserentsalzungsprojekt aus Kostengründen zurückgestellt wurde. Südafrika hat zwar auf der Verbrauchsseite einiges getan, aber in einigen Townships sind nach wie vor noch keine Wasserzähler eingebaut, so dass hohe Verbräuche für die Bewohner keine Folgen haben.
Auch das Ziel, die Rohrleitungsverluste auf unter 15% zu senken, dürfte trotz Druckmanagement noch nicht erreicht sein. Der forcierte Ausbau des Trinkwassernetzes hatte dazu geführt, dass jahrelang kaum Reparaturen und Instandhaltung des bestehenden Netzes durchgeführt wurden - die Netze wurden schlechter, die Wasserverluste immer größer.
Die Planer in Südafrika wussten, dass in absehbarer Zeit der Wassernotstand ausgerufen werden muss. Allerdings ging man bisher vom Jahr 2030 aus.

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