Forum: Wissenschaft
Wasserreinigung: Deutschlands Kampf gegen Chemie im Wasser
Ralf Hirschberger / DPA

Eine teure Kläranlagentechnik, die Chemie-Rückstände aus dem Wasser entfernt, steht bereit. Doch Kommunen, Betreiber und Experten streiten über den Nutzen - das Problem müsse an der Quelle angegangen werden, sagen Kritiker.

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seppvonderalp 26.03.2019, 16:12
60. In der Schweiz ist man möglicherweise pragmatischer ...

Zitat von Tolotos
Die Schweiz ist eine direkte Demokratie, Deutschland eine marktkonforme. Oder in anderen Worten: In der Schweiz ist das Volk der Souverän, in Deutschland ist es die Wirtschaftslobby.
Möglich dass man sich als "Souverän"/ Bürger in der Schweiz eher in der Pflicht fühlt etwas zu unternehmen, als in endlosen Diskussionen nach DEM Schuldigen zu suchen :-)
Interessant ist zudem, dass sich offensichtlich die wenigsten im Formum dafür interessieren sich zum Thema zu informieren. Z.B. über
https://www.bund.net/fluesse-gewaesser/mikroschadstoffe/

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seppvonderalp 26.03.2019, 16:20
61. In der Schweiz ist man möglicherweise pragmatischer ...

Möglich dass man sich als "Souverän"/ Bürger in der Schweiz eher in der Pflicht fühlt etwas zu unternehmen, als in endlosen Diskussionen nach DEM Schuldigen zu suchen :-)
Interessant ist zudem, dass sich offensichtlich die wenigsten im Formum dafür interessieren sich zum Thema zu informieren. Z.B. über
https://www.bund.net/fluesse-gewaesser/mikroschadstoffe/

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totalausfall 26.03.2019, 17:12
62. Gähn...

Zitat von seppvonderalp
Möglich dass man sich als "Souverän"/ Bürger in der Schweiz eher in der Pflicht fühlt etwas zu unternehmen, als in endlosen Diskussionen nach DEM Schuldigen zu suchen :-) Interessant ist zudem, dass sich offensichtlich die wenigsten im Formum dafür interessieren sich zum Thema zu informieren. Z.B. über https://www.bund.net/fluesse-gewaesser/mikroschadstoffe/
Immer die (Selbst)Beweihräucherung der Eidgenossen...

Vielleicht ist der Schweizer auch genau so doof und steht nur besser da, weil in einem steinreichen Zwergland alles etwas einfacherer ist
" :-) "

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alt-nassauer 26.03.2019, 17:23
63. Vielleicht ist Schweiz und Deutschland...

Zitat von seppvonderalp
Möglich dass man sich als "Souverän"/ Bürger in der Schweiz eher in der Pflicht fühlt etwas zu unternehmen, als in endlosen Diskussionen nach DEM Schuldigen zu suchen :-) Interessant ist zudem, dass sich offensichtlich die wenigsten im Formum dafür interessieren sich zum Thema zu informieren. Z.B. über https://www.bund.net/fluesse-gewaesser/mikroschadstoffe/
Vielleicht ist Schweiz und Deutschland schon in der Größe und Dimension NICHT vergleichbar. Politisch schon mal gar nicht!

Ich wüsste nicht allein Anhand der Nitrat-Belastung Grundwasser in der Deutschland-Übersicht, das z.B. Niedersachsen und andere Landwirtschaftlich durch Viehbewirtschaftung (Gülle) in so einer Größe in der Schweiz vorhanden ist. Gerade dort wo viel Viehbewirtschaftung stattfindet ist die NItrat-Belastung am größten.

Aber bleiben wir beim Mikroplastik... Warum nicht etwas auch gegen die Ursache unternehmen? In Wiesbaden werden künftig Kunstrasenplätze einen Untergrundbelag bekommen der frei von Gummi oder Plastik-ähnlichen Grundstoffen ist. Es soll in Zukunft ein Sand-Granulat sein. Weil eben beim alten Untergrund mit Mikroplastik Auswaschung zurechnen war.

Aus eigener Erfahrung weiß ich schon aus einem Vortrag vor 10 Jahren das es gut ca. 100.000 Chemische Stoffe bzw. Chem. Verbindungen und Hormone gab die man im Abwasser nachweisen konnte. Mikroplastik war zu dieser Zeit nicht das Thema. Kam erst in den letzten 5 Jahren vermehrt auf - Ursache dafür! mehrere Forschungen an Universitäten weltweit.

Damals wurde bei den 100.000 Stoffen eindeutig gesagt - man kann nicht alle Stoffe in einer Kläranlage eliminieren und schon gar nicht mit einem Verfahren. Somit Ansatz Riskiobewertung - welche Stoffe sind so Schädlich und müssen gegeben falls vom Staat verboten werden. Ist Stoff nicht ersetzbar, folgt zweiter Ansatz. Reduktion der Stoffmenge und eine Vorreinigung beim Verursacher oder eine Vermeidung durch Ersatz (geringere Schadstoffbelastung). Dritter und letzter Ansatz, die Reinigung in der Kläranlage. Dazu muss aber erst ermittelt werden, welche Stoffe sind so schädlich das sie Gefahren auf Mensch und Umwelt auslösen. Dann erst kann man Verfahrenstechnik zur Elimination und Prozesse entwickeln.

Zu dem wie beim Trinkwasser, ist die Grundwasserqualität nicht über all gleich. Trifft das beim Abwasser auch zu! Eine Kleinstadt ohne Klinik muss nicht mit Röntgenkontratsmittel rechnen. Deshalb kann man da nicht überall mit dem Wissen der vierten Reinigungsstufe, diese 1:1 auf alle Kläranlagen in Deutschland identisch anwenden. Mag in der Schweiz leichter zu sein.

Des weiteren heißt es ja nicht das sich in D nichts tut. BaWü und NRW sind schon sehr weit mit Anlagen die eine vierte Reinigungsstufe haben. Hessen baut erst die erste Versuchsanlage.Ja das mag eine Schwäche der Politik zu sein...

Aber bei dem Thema sind ALLE gefragt und nicht der ANDERE allein...

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shardan 26.03.2019, 18:53
64. Vierte Stufe wird kommen - alternativlos.

Ja, die vierte Klärstufe wird letztendlich die Lösung werden. Denn diese Lösung zahlt ausschließlich der Verbraucher. Lösungen, die z.B. Pharma oder Landwirtschaft betreffen, sind in diesem Lannd volelr Lobbyminister nicht umsetzbar. Siehe Nitrat-Diskussion, siehe Tempolimit-Diskussion usw. Und wir Verbraucher wählen dies Politiker wieder und wieder... man kann ja so schön jammern, wenn man wieder mal die Rechnung präsentiert kriegt, gelle, liebe Dieselfahrer?

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regelaltersrentner 26.03.2019, 19:06
65.

Zitat von alt-nassauer
Durch die Eigenkontrollverordnung EKVO (vom Gesetzgeber vorgeben) muss der Betreiber Abwassertechnischer Anlagen wie Kläranlagen und auch Kanalnetz. Das den Ordnungsgemäßen Zustand der Anlagen der Kontrollbehörde übermitteln und nachweisen (z.B. Regierungspräsidium). Auch Störfälle! Bedeutet im Klartext Betreiber wie Kommune/Stadt oder Eigenbetrieb die Kläranlagen und Kanalnetze haben. Sind gesetzlich Verpflichtet den Ordnungsgemäßen Zustand ihrer Anlagen und des Netzes sicher zustellen und im Schadensfall diese zu reparieren. Ansonsten sind Strafen fällig, bis hin zu Gefängnis für den Verantwortlichen der diese Regeln oder Strafbares macht. Eine Unterlassung einen Schaden nicht zu reparieren oder die EKVO zu missachten, wäre schon eine Straftat. Das es "Bruchstellen" gibt, ist nie aus zuschließen, sind in der Regel aber nicht die Problematik. Das gleich schon Grundwasser mit "verseucht" wird. Denn nicht in allen Region oder Stadtteilen wird auch noch aus dem Boden Grundwasser für die Trinkwasserversorgung gezogen. Trinkwasserbrunnen liegen doch meist etwas entfernter von Abwassertechnischen Anlagen, auch von Abwasserkanälen!
Die Eigenkontrollordnung ist mir durchaus bekannt, ich durfte sogar Schäden vom Kanalnetz besichtigen, natürlich auf dem Monitor.

Da stand jedem Verantwortlichem die Haare zu Berge.

Sie wissen sicherlich auch, dass die Rohre nicht jedes Jahr geprüft werde und wenn ein Schaden erkannt wird, steht nicht am nächsten Tag der Bagger da.

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regelaltersrentner 26.03.2019, 19:15
66.

Zitat von alt-nassauer
Soll das bedeutet mehr Städte bauen um "Grundwasser" zu reinigen. Weil wie auch immer "verboten" - ich wüsste nicht wo erlaubt ist chemische Stoffe ins Erdreich zu leiten, um dann durch den Boden das ins Grundwasser gelangt. Wer hat ihnen gesagt das man wegen Nitrat Grundwasser noch nie gereinigt hat. Grundwasser wird durch Aufbereitung (das ist ein Technischer Vorgang) zu Trinkwasser. Selten kann man in D Grundwasser gleich zu Trinkwasser in die Leitung einspeisen. Es wird/wurde schon gechlort, ozonisiert, mit UV Strahlen bestrahlt und enteisend. Was auch immer mittlerweile? Damit sauberes Trinkwasser aus der Leitung kommt. In Zukunft könnte man auch Trinkwasser in großen Mengen mit Umkehrosmose oder Osmose von Nitrat befreien. Kostet aber sehr viel Geld. Deshalb die zur Zeit billigste Variante. Nitrat-haltiges Wasser mit weniger Nitrat-haltigen zu mischen und es gegeben falls zu filtrieren. Einige Betreiber schließen sogar ganz ihre Brunne und müssen neue Quellen anbohren.
Habe ich irgendwo geschrieben, dass es erlaubt wäre, das Grundwasser zu verunreinigen?
Tatsache ist, dass in umliegenden Kleinstädten mit Millionenaufwand die Chemikalien aus dem Grundwasser geholt wird, weil Chemische Reinigungen ihre Mittel in den Boden ließen, nein, da verstehe ich kein Spaß, auch nicht bei der Zimmerei mit ihren Holzschutzmittel.

Übrigens, bei unserm Wasser wird nur der Kalkgehalt reduziert, beim Wassereinzugsgebiet handelt es sich um intensiv genutztes Obst und Weinbaugebiet.

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peterzar 26.03.2019, 20:36
67. Aus Abfallrecht ( Kreislaufwirtschaft ) sollte 1996 Stoffrecht werden

Frau Merkel gefiel der Vorschlag nicht. So gab es eine Aufhebung des Vermischungsverbotes und es begann der Aufstieg der Reststoffe als Wirtschaftsgut und der Anstieg des Exportes unserer Abfälle ( Elektro , Plastik, Textil usw. ). Worüber klagen wir heute wegen Plastikmüll und Elektronikschrott?
Die EU versuchte eine Vorgabe für Regelung und Deklaration der Inhaltsstoffe von Produkten. Da war die Verteidigungslinie der Produzenten der Schutz der Betriebs- und Produktionsgeheimnisse.
Hier gibt es einige " Nüsse " zu knacken. - Es wird viel Nebel erzeugt. Und die Politik drückt sich - wie immer - vor Maßnahmen zum Schutz des Verbrauchers und der Umwelt.
Verbot von Plastiktüten und - verpackungen - ebenso wie von Mikroplastik vorrangig in Kosmetikprodukten.
Rücknahmepflicht von Arzneimittelresten bei Apotheke und Drogerien.
Aus den Oberflächenwässern der Landwirtschaft - mit dem zunehmenden Gehalt an Hormonen und Antibiotika in den Abwässern und Reststoffen aus der Massentierhaltung , der sich auch in den meisten Grundwasserströmen ständig erhöht resultieren Probleme der Wasserwerke und der Klärwerke, ohne daß die zuständigen Minister endlich einen Entsorgungsnachweis für die Produzenten landwirtschaftlicher Produkte erlassen.
Es gäbe jede Menge an Möglichkeiten die produzierende Industrie bei bestimmten Inhaltsstoffen bzw deren Klassen mit Steuern oder Abgaben zu belegen. Das wäre im Rahmen des Vorsorgeprinzips dann zulässig, wenn die Inhaltsstoffe nicht bestimmt oder deklariert werden können. Den Nachweis der Unschädlichkeit kann der Produzent ja dann bereitwillig erbringen. So kann man eine Reihe von Schadstoffen , die gegenwärtig ohne Kontrolle und in großen Mengen enthalten sind, reduzieren und zurückdrängen.
Also ist der Ansatz an der Quelle mit Priorität zu verfolgen. Die einwandfreie Deklaration der Inhaltsstoffe und deren Markierung für den Verbraucher sollte zur Pflicht werden. Die Aufklärung des Verbrauchers ist eine, die dem Verbot von belastenden Inhaltsstoffen nachfolgen sollte.
Aber unser Verbraucherschutz und deren Minister schützen die Produzenten vor dem Verbraucher.
Der darf die erhöhten Kosten und Risiken des verunreinigten Grundwassers tragen. Er soll die Kosten für die Reinigung des Abwassers von den in den Produkten beigemischten Stoffen über die Abwasserabgabe bezahlen.
Selbst die einfachsten Sachen, die einfachsten Kennzeichnungen werden verweigert, weil der mündige Verbraucher ja die verklausulierten Inhaltsbezeichnungen - in Mikroschrift lesen können soll und deren Wirkungen ja auch sofort im Kopf hat.
Hört auf mit den Scheingefechten und schärft die Waffen der Politik, die die Bevölkerung schützen soll und nicht Umsatz und Gewinn !

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miro913 26.03.2019, 20:37
68. Ozon vs. Aktivkohle

Zitat von hansulrich47
Wenn Reststoffe aus dem Abwasser entfernt werden sollen, ist es sinnvoll das vorgereinigte Abewasser mit Ozon zu begasen. Dies zerstört alle noch nicht "zerlegten" Substanzen. Schwer abbaubare Verbindungen an Aktivkohle zu adsorbieren ist dagegen ökologisch fragtwürdig. Die Herstellung von Aktivkohle ist aufwendig, sie verbraucht zwar "nur" nachwachsendes Holz, allerdings sind besonders effektive Aktivkohlen z. B. aus Kokosnussschalen, die aus grosser Entfernung erst mal nach Europa gebracht werden müssen. Dann wird das mit den Problemstoffen belastete Kohlematerial aufwendig getrocknet und verbrannt. Vermutlich mit Rauchgasreinigung? Da wird ein riesiges Rad für einen begrenzten Effekt gedreht. Nur der Kohlelieferant macht sicher Kohle!
Ozon hat auch Nachteile. Durch die Ozonierung werden die schwer abbaubaren Stoffe nicht zwangsläufig zu unschädlichen Stoffen eliminiert, u.U. können schädliche Zwischenprodukte entstehen.
Bei höheren Bromid-Konzentrationen im Abwasser ist die Ozonierung ohnehin nicht das Verfahren der Wahl, da das Bromid dadurch zum krebserrengenden Bromat aufoxidiert wird.

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Simmentaler 26.03.2019, 21:45
69. @peterzar Beitrag 67

Sie sind offenbar vollkommen falsch informiert. Die hier geschilderten Probleme entstehen durch direkten Eintrag der Privathaushalte. Was die Antibiotika angeht, auch sehr stark die Kliniken. Antibabypillen gibt es in der Landwirtschaft nicht, auch Diclofenac, Ibuprofen und Röntgenkontrastmittel nicht. Auch kein Mikroplastik für Kosmetische Zwecke. Keinen Weichspüler.
Wenn hier steht, dass die Kläranlagen die Östrogene und Antiphlogistika nicht loswerden, ist das NICHT die Schuld der Landwirtschaft - Verursacher ist DER VERBRAUCHER.
Wachen Sie auf und stellen sich der Realität. Dann kann man über Lösungen nachdenken.

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