Forum: Wissenschaft
Wasserstoff als Benzin-Alternative: Wenn nur die Stromkosten nicht wären
DLR/ Thomas Ernsting

Künstliche Kraftstoffe auf Wasserstoff-Basis sollen emissionsfrei sein - und die Zukunft des Verbrennungsmotors. Doch die Idee vom klimafreundlichen Sprit hat einen entscheidenden Haken.

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Promethium 21.10.2017, 22:57
70.

Zitat von mcpoel
Statt Synthetiksprit könnten auch nachhaltig hergestellte Biokraftstoffe als Teil eines Energiemixes genutzt werden. Diese müssen keinen Regenwald kosten oder Nahrungsmittelkonkurrenz sein, wenn sie nachhaltig hergestellt werden (Mischfruchtanbau z.B.).
Ja, aber in der Realität wird eben doch der Regenwald abgeholzt.

Und es werden eben doch Biokraftstoffe dort angebaut wo die Menschen hungern.

Ich kann Sie gut verstehen! Aber wir müssten das Kunststück fertig bekommen Biokraftstoffe dort billiger herzustellen wo gar keine andere Landwirtschaft möglich ist, als dort wo andere Landwirtschaft möglich ist. Und das ist ein gewaltiges Problem. Vielleicht sind Algen die Lösung aber ich bin mir nicht sicher.

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lisa_k._marx 21.10.2017, 22:58
71. Fischer-Tropsch

verwendet CO (Kohlenmonoxid) und Wasserstoff. Echter Pseuo-Qualitätsjounalismus!

https://de.wikipedia.org/wiki/XtL-Kraftstoff

" Die CO2-Bilanz der CtL-Synthese ist jedoch sehr schlecht. Von Natur aus enthält Kohle wenig Wasserstoff. Für die Fischer-Tropsch-Synthese benötigt das Synthesegas jedoch ein Wasserstoff-zu-Kohlenstoffmonoxid-Verhältnis von 2:1. Den fehlenden elementaren Wasserstoff erzeugt man durch die Wassergas-Shift-Reaktion"

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Hamberliner 21.10.2017, 22:59
72. Danke fürs Thema

Danke an SPON, dass das Thema, für das ich in so vielen Threads gequengelt habe, überhaupt erst einmal angeschnitten wird. Die Einwände hätte man auch als Anregungen für weitere Forschung und Entwicklung formulieren können. Vor allem wenn physikalish-technische Argumente ausgehen und man sich in der Not in wirtschaftliche Argumente flüchten muss um seine subjektive Weltanschauung zu predigen ist das ein starkes Indiz. Anfangs ist vieles Neue erst einmal viel zu teuer, das ist doch kein Grund es als Käse abzutun. Nicht leugnen können die Kritiker von Power To Gas, dass sich Luft- und Seeverkehr nun einmal nicht als batteriebetriebene Elektromobilität darstellen lassen, sondern flüssige oder evtl. gasförmige Kraftstoffe brauchen, und in dünn besiedelten Weltregionen trifft das für den Schienenverkehr und für die Stromversorgung auch zu.

Selbstverständlich ergibt sich aus der Befragung nur eines einzigen Menschen noch lange keine Rechtfertigung, diese Technologie, nämlich mit synthetischen Kraftstoffen betriebene Verbrenner im Straßenverkehr, komplett zu verbieten. Das steht Politikern nicht zu. Sie sollten ihre steuerlichen und ähnliche Stellschrauben nutzen statt irreversibel Schaden anzurichten, und sie sollten es dem Können von Ingenieuren überlassen, von Politikern (also vom PTJ) forschungsfinanziert, was sich unter Einfluss dieser politischen Stellschrauben am Markt durchsetzt.

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ans-peter-paul 21.10.2017, 23:00
73.

Zitat von mcpoel
Statt Synthetiksprit könnten auch nachhaltig hergestellte Biokraftstoffe als Teil eines Energiemixes genutzt werden. Diese müssen keinen Regenwald kosten oder Nahrungsmittelkonkurrenz sein, wenn sie nachhaltig hergestellt werden (Mischfruchtanbau z.B.). Das neben Wind und Solar als Quelle würde einen guten Mix ausmachen. Nur Synthetiksprit ist ein Holzweg, wie auch Wasserstoff, da beides die Großindustrie begünstigt (Lagerung, Verarbeitung privat / im Kleinformat schlecht machbar). Die Energiewende kann auch eine Wende zu einem dezentralen Energiemarkt werden, wo keiner von den Preisen der Großkonzerne abhängig ist, und die Profite bei uns bleiben!
Haben Sie denn schon Ihren "Kleingarten" auf Balkonien auf "Mischfruchtanbau" umgestellt und den Kindern erklärt, "es gibt keine Erdbeeren mehr vom Balkon", wir müssen an die Zukunft denken?

Falls nicht, welche "Mischfrüchte" sollte denn der Landwirt auf der nun "frei werdenden" Maisanbaufläche pflanzen, damit die "Gewinne" bei Ihnen in bleiben und nicht dem Bauern/Konzernen den zugute kommen?

Fragen über Fragen und so wenig Kenntnis auf anderer Seite ;)

Frage am Rande, ist der Latte in Prenzlberg immer noch so **** wie vor 5 Jahren als ich dieses Unwissen dort nicht mehr ertragen konnte und "rausgemacht" bin?

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ans-peter-paul 21.10.2017, 23:04
74.

Zitat von mcpoel
... ist fossil und die Profite gehen an die Großkonzerne. Wer jetzt schon etwas tun will, sollte nachhaltig produzierte Biokraftstoffe nutzen. Die müssen weder Regenwald kosten, noch Nahrungsmittelkonkurrenz bedeuten. Am sind besten Wertstoffe, wie gebrauchtes Pflanzenöl oder Faulgase aus nachhaltig, regionaler Produktion.
Lol...

Wo kann ich denn nachhaltig hergestellte "Faulgase" erwerben?

Meine Güte....Sie sollen damit heizen oder was auch immer, aber NICHT dran schnüffeln...das is bäh und nicht gut für Sie, auch wenn es "Regional" vergärt wurde....

Auweia

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seamus.q.draide 21.10.2017, 23:04
75.

Zitat von mcpoel
Damit wird der Energiemarkt nicht dezentralisiert.
Aus ihren Posts scheint es mir, dass die Dezentralisierung und Löslösung von großtechnischer Produktion Ihnen sehr am Herzen liegt. Können Sie mir für diese Prämisse ein Argument nennen?

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egoneiermann 21.10.2017, 23:07
76.

Zitat von zico1988
der richtige Weg ist meines Erachtens nach die Wasserstoffbrennstoffzelle. der Wasserstoff wird nicht nur durch Elektrolyse von Wasser frei sondern fällt auch bei anderen Prozessen an... eine Tankfüllung kann gleichzeitig schnell vonstatten gehen. und somit auch die häufig notwendige Reichweite beibehalten
Natürlich ist das die optimale Engergieform. Aber das Problem liegt eben darin, dass Wasserstoff und Sauerstoff nicht nur Strom ergeben sondern auch eine hochexplosive Mischung, kein Vergleich zu Benzin oder Flüssiggas. Es wird interessant sein zu sehen, ob sich die Batterien schneller verbessern, oder man die Brennstoffzelle nicht nur im U-Boot sondern auch auch im Auto gefahrlos - also auch beim Unfall - hinbekommt.

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egoneiermann 21.10.2017, 23:22
77.

Zitat von yorktonite
Sicher und CO2-neutral.
Wollen Sie hier provozieren oder haben Sie die Diskussion noch nicht mitbekommen, dass man in keinem Land auf der Welt einen sicheren Platz für die radioaktiven Abfall gefunden hat, von Tschernobyl und Fukushima ganz zu schweigen. Es kann nicht unsere Zukunft sein, dass wir Wasser mittels Kernspaltung zum kochen bringen um damit Turbinen abzutreiben, da gibt es wahrlich Besseres wie die direkte Stromgewinnung aus dem Sonnenlicht oder die indirekte mittels Windturbinen (der Wind entsteht ja auch durch die unterschiedliche Einstrahlung der Sonne).

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Oberleerer 21.10.2017, 23:48
78.

Diese Artikel beleuchten nur einzelne Ausschnitte und man ist versucht, daraus etwas zu lesen, "wenn alles innerhalb weniger Wochen umgestellt wird"

Ich denke, man muß keinen Wasserstoff elektrisch herstellen. Erdgas wird uns noch eine Weile begleiten und auch Klimasicht ist es wohl besser verbraucht, als wenn es ungenutzt, unverbrannt in die Atmosphäre entweicht. Ich denke da auch an das Gasleck in der Ostsee und die auftauenden Permafrostböden.

Erdgas ist aber ebenfalls schwer zu transportieren. Vlt. kann man daraus auch langkettigen Diesel produzieren, der nicht zu explosiven Gasen verdunstet wie Benzin oder eben Rohgas.

Per Kvaerner-Verfahren kann man daraus im Fahrzeug Wasserstoff für die Brennstoffzelle gewinnen, wenn man die 1.600 Grad irgendwie zurückleiten kann, z.B. per Gegenstromverfahren. M.W. hat das Kvarener-Verfahren 100% Wirkungsgrad.

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Oberleerer 21.10.2017, 23:56
79.

Zitat von engineeringprofi
- Politisch instabile Länder von denen wir energietechnisch Abhängig sind, ist der Status Quo. Unschön, aber es funktioniert trotzdem. Außerdem sehe ich die Chance, dass wir Wohlstand in Länder bringen, die bisher kaum eine Chance hatten. Es muss nur richtig umgesetzt werden.
Sie verwechseln hier Ursache und Wirkung.

Die Menschen leben so schlecht und schlechter vor sich hin und plötzlich wird Öl gefunden. Dann erst geht das Hauen und Stechen los.

Wenn wir uns selber versorgen können und sich diese Technik auf der Welt verbreitet, bleibt das Öl wo es ist und viele Konflikte können sich auflösen.

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