Forum: Wissenschaft
Welchen Einfluss hat der Verlauf einer Schwangerschaft auf das spätere Leben?

Die Auswirkungen, die externe Einflüsse während der Schwangerschaft auf den späteren Verlauf des Lebens haben sind bisher noch relativ unerforscht. Können Unruhe oder Stress während der Schwangerschaft einen negativen Einfluss auf Charakter und spätere Entwicklung des Babys haben? Gehen Kinder von entspannten Schwangeren später positiver durchs Leben? Welchen Einfluss hat der Verlauf der Schwangerschaft auf das spätere Leben?

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pcpero 19.06.2012, 11:25
10. Der Wille versetzt Berge

Zitat von irreal
Einflüsse und die von Ihnen hier eingebrachten physologischen (Umwelt) haben natürlich Auswirkungen, aber das evolutionäre Leben wird immer Wege suchen (ein Vorteil der großen Anzahl an Menschen auf der Erde) um dies zu überleben. Natürlich wird damit der allgemeine Anspruch, dass jeder alt und uralt absolut gesund bleibt, ad acta gelegt. Und die Evolution denkt eben nicht wie ein Mensch, sondern es scheint für den menschen dann eher ein Zufallsprinzip einer Überlebensmöglichkeit eines Organismusses. Die hormonellen Schnellschüsse während einer Schwangerschaft können gar keine große Auswirkung haben, weil die Evolution hat es abgesegnet schon eben vor dem menschlichen Verstand, dass alle höhere Säuger auch in Todesfurcht flüchten können, OHNE gleich ihren Nachwuchs zu verlieren oder dieser Schaden nehmen täte. Und Umweltgifte müssen erstmal in der Lage sein, die Plazentaschranke zu überwinden, was auch den wenigsten gelingt. Ergo man darf da schon ein wenig drauf vertrauen, dass es uns eben wegen dieser evolutionären Auslese nur noch gibt und der Mensch beginnt tatsächlich erst richtig seine Umwelt wenn er geboren ist und da werden die meisten fehler auch heute noch begangen und Umweltgifte sind da sicher keine maßgebliche Einheit einer Zerstörung mehr. Womit ich natürlich niemals Umweltgifte des Menschen als uninteressant meine.
Der o. g. Titel macht deutlich, wozu die menschliche Psyche fähig ist: ein eingeklemmter Bergsteiger schneidet sich, um zu überleben, einen Arm unterhalb des Ellenbogens ab, ein Unfallhelfer hebt ein Auto an, damit Weitere den Verletzten bergen können. Diese Beispiele sind Extreme; eine depresive Mutter kann durch ihren Stoffwechsel dafür sorgen, dass das Kind später eine höhere Wahrscheinlichkeit aufweist, eine Depression zu bekommen-allein durch den Hirnstoffwechsel. Nun kann man fragen, a la Henne und dem Ei, verursacht ein entgleister Stoffwechsel psychische Phänomene, oder sind psychische Phänomene losgelöst von physiologischen Vorgängen- es ist gesicherte Erkenntnis, dass ein von der Normalität abweichender Stoffwchsel die Psyche so dermaßen beeinflusst, dass daraus ein Selbstläufer wird, d. h. der eigentliche Auslöser ist nicht mehr notwendig! Krebspatienten können durch ihren Willen den Krebs besiegen-Schlaganfallpatienten können ihre Halbseitenlähmung durch ihren Willen reaktivieren.
Alle Stoffwechselvorgänge im Mutterleib gehen unmittelbar auf das Kind über, da gibt es keine Filter. Wenn Sie "sauer" sind, also verärgert, steigt der Magensäurepegel, die Konzentration nimmt zu, Ursache für Magenschleimhautreizung/-entzündung und i. F. d. Magengeschwür. Ärger verursacht Muskelverspannungen, ebenso Angst: bei Bombenangriffen i. WW II sind rheumatische Erkrankungen bei im Bunker sitzenden Menschen signifikant erhöht. Dafür gibt es zwar keine Beweise, durch Studien, belegt aber die Kraft der Psyche.

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llyrr 20.06.2012, 22:29
11.

Zitat von irreal
die psychische Situation einer schwangeren Frau großartigen Einfluß auf die spätere Entwicklung des Kindes hat. Ich glaube auch, dass Kinder bestimmte charakterlich Eigenschaften schon mit auf die Welt bringen durch ihre Gene. Besonders das Temperament, was ja später im Leben großen Einfluß auf den Menschen hat im Sinne wie man mit Situationen umgehen kann. Und genau da wird es dann entscheidend wie ein Mensch seine Umwelt durch Menschen erfährt und dies vom Beginn des ersten Lebenstages. Sehr interessantes Thema.
Also die Gene sind so komplex, dass ein Großteil davon überhaupt nie im ganzen Leben genutzt wird. Deswegen glaube ich, dass es von allergrößter Bedeutung ist, wie die Mutter sich während der Schwangerschaft verhält. Es zählt fast immer der erste Eindruck und da das Kind ja überhaupt nichts anderers kennt, muss es ja glauben, es ist quasi gezwungen dazu, dass das was die Mutter tut genau das Richtige ist. Diese unterbewusste Erfahrung ist natürlich sehr prägend. Je älter das Kind wird, desto mehr kann man Fehler der Eltern verzeihen, das Kind hat also gelernt und ist immer weniger abhängig von den Eltern. Ein Fötus aber ist völlig hilflos. Wenn es immer wieder während der Schangerschaft z. B. unterernährt wird, warum soll es dann plötzlich glauben, dass es genug zu essen gibt, nur wenn man das sagt und nicht eine Hungersnot droht? Keine Gewohnheiten oder Verhaltensweisen lassen sich so schwierig wieder loswerden, wie die die unterbewusst antrainiert sind.

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josephine44 25.08.2012, 06:54
12.

Zitat von sysop
Die Auswirkungen, die externe Einflüsse während der Schwangerschaft auf den späteren Verlauf des Lebens haben sind bisher noch relativ unerforscht. Können Unruhe oder Stress während der Schwangerschaft einen negativen Einfluss auf Charakter und spätere Entwicklung des Babys haben? Gehen Kinder von entspannten Schwangeren später positiver durchs Leben? Welchen Einfluss hat der Verlauf der Schwangerschaft auf das spätere Leben?
Einer der wichtigsten Faktoren, die die physische Leistungsfähigkeit der Mutter. Vor allem, wenn die Schwangerschaft tritt auf der späteren Alter wird der Fötus deutlich abhängig von der Gesundheit der Mutter beeinträchtigt werden. Ich persönlich nicht wissen, was sind die Einflüsse, aber es ist jedoch noch der Mutter persönlichen Vorlieben. Aber es ist sicherlich riskant, ein Kind auf dem späteren Lebensphasen zu tragen.

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Sumerer 08.10.2012, 18:29
13.

Zitat von irreal
wie zum Beispiel eines von Ihnen beschriebenen "Homo technicus"? Ganz einfach, weil diese Anpassung keine evolutionäre wäre, sondern eine die menschlichen Ideen von Ausbeutung seines Gleichen bedarf und die Evolution sieht das eben nicht vor, weil jedes Lebewesen ist erstmal ausschließlich sich selbst verpflichtet zu überleben. Die natürliche Auslese hat physologisch nigs mit den geistigen Ideen von Menschen etwas zu tun, weil diese Auslese reagiert in einer für den Menschen nicht erkennbaren Form und das ist auch ganz gut so, letztendlich.
Die natürliche Auslese findet nur im Rahmen einer Selektion der zukünftigen Bereicherung des Genpools einer Population statt - wobei es durchaus Ausnahmen gibt, die sich allerdings nicht durchsetzen werden. Gefallen individuell vorhandene Allele nicht, findet keine Vermehrung statt, egal wie auch immer - genetisch oder auch epigenetisch - feststellbare Modifikationen der vererbbaren Gene tatsächlich stattgefunden haben.

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pcpero 09.10.2012, 13:59
14. Homo Idioticus?

Zitat von Sumerer
Die natürliche Auslese findet nur im Rahmen einer Selektion der zukünftigen Bereicherung des Genpools einer Population statt - wobei es durchaus Ausnahmen gibt, die sich allerdings nicht durchsetzen werden. Gefallen individuell vorhandene Allele nicht, findet keine Vermehrung statt, egal wie auch immer - genetisch oder auch epigenetisch - feststellbare Modifikationen der vererbbaren Gene tatsächlich stattgefunden haben.
Für welche "Spezies d. Homo Sapiens" gelten Ihre Thesen denn? Wie selektiert denn ein menschl., paarungswilliges Weibchen zur Bereicherung des Genpools den männlichen Partner?
Heute war noch in der LZ bei uns zu lesen, dass sogar nur der Ausbildungsstand der Mutter darüber entscheidet, ob bei einer Schwangerschaft jenseits der heute noch gängigen Ansicht der fruchtschädigenden Jahre, also jenseits von 30 Lj., der Fötus gesund geboren wird. Es ist also wichtig, in der Schwangerschaft mit 41 keine Privat-TV- Programme zu sehen-

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Sumerer 09.10.2012, 23:38
15.

Zitat von pcpero
Für welche "Spezies d. Homo Sapiens" gelten Ihre Thesen denn? Wie selektiert denn ein menschl., paarungswilliges Weibchen zur Bereicherung des Genpools den männlichen Partner? Heute war noch in der LZ bei uns zu lesen, dass sogar nur der Ausbildungsstand der Mutter darüber entscheidet, ob bei einer Schwangerschaft jenseits der heute noch gängigen Ansicht der fruchtschädigenden Jahre, also jenseits von 30 Lj., der Fötus gesund geboren wird. Es ist also wichtig, in der Schwangerschaft mit 41 keine Privat-TV- Programme zu sehen-
Es gibt eine Reihe populärer Irrtümer, die Darwins Theorien betreffen. Eine ist die häufige Unterschätzung der Bedeutung der sexuellen Selektion (geschlechtliche Zuchtwahl), die jedoch nicht alleine ausschlaggebend für die nachhaltige Durchsetzbarkeit und Überlebensfähigkeit des Genpools einer Population ist.

Weiße Mäuse, auf dunklem Hintergrund lebend, mögen vielleicht durchaus für hübsch gehalten werden. Nur werden sich diese auch durchsetzen? Werden nicht vielmehr braune Mäuse, die im gleichen Habitat leben, natürlich selektiert, deren Tarnung erheblich besser ist?

Mit der Zeit kapieren das auch die Mäuse und gestalten ihr Paarungsverhalten entsprechend.

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Sumerer 09.10.2012, 23:49
16.

Zitat von pcpero
Wie selektiert denn ein menschl., paarungswilliges Weibchen zur Bereicherung des Genpools den männlichen Partner?
Sie konzentrieren sich zu sehr auf diesen Aspekt der natürlichen Auslese.

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Sumerer 10.10.2012, 00:00
17.

Zitat von sysop
... Welchen Einfluss hat der Verlauf der Schwangerschaft auf das spätere Leben?
Spätestens nach der 8. Zellteilung, dann gegebenenfalls noch totipotenter Zellen, erfolgt die Bildung ausdifferenzierter Zellen - damit auch die Möglichkeit der epigenetischen Prägung ausdifferenzierter Zellen.

Damit allein ist schon ganz offensichtlich, dass in der Schwangerschaft das werdende Leben maßgeblich (wenn nicht sogar überwiegend) geprägt wird.

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pcpero 10.10.2012, 10:06
18. Mit Verlaub:

Zitat von Sumerer
Es gibt eine Reihe populärer Irrtümer, die Darwins Theorien betreffen. Eine ist die häufige Unterschätzung der Bedeutung der sexuellen Selektion (geschlechtliche Zuchtwahl), die jedoch nicht alleine ausschlaggebend für die nachhaltige Durchsetzbarkeit und Überlebensfähigkeit des Genpools einer Population ist. Weiße Mäuse, auf dunklem Hintergrund lebend, mögen vielleicht durchaus für hübsch gehalten werden. Nur werden sich diese auch durchsetzen? Werden nicht vielmehr braune Mäuse, die im gleichen Habitat leben, natürlich selektiert, deren Tarnung erheblich besser ist? Mit der Zeit kapieren das auch die Mäuse und gestalten ihr Paarungsverhalten entsprechend.
hier sollte es um die menschliche Schwangerschaft gehen, und nicht um das millieubedingte Anpassungsverhalten von Mäusen. Das hat mit Darwin wenig zu tun, wenn Sie die "Survival of the Fittest" Theorie ansprechen. Denn es gab/gibt auf einer bestimmten Insel Zwergelefanten, die in direkter Linie vom Indischen abstammen, aber sich auf das Environment mit dem geringen Nahrungsangebot eingestellt haben, damit die Population überhaupt überleben konnte. Aber mglw. ist die Affinität eines anderen Threads hier im Forum größer als gedacht, denn so Manncher nennt sein Weibchen "Mausi".
Aussagekräftiger ist da schon eher: Soziokulturelle Evolution

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Websingularität 10.10.2012, 13:15
19. Nicht nur während der Schwangerschaft

Zitat von sysop
Die Auswirkungen, die externe Einflüsse während der Schwangerschaft auf den späteren Verlauf des Lebens haben sind bisher noch relativ unerforscht. Können Unruhe oder Stress während der Schwangerschaft einen negativen Einfluss auf Charakter und spätere Entwicklung des Babys haben? Gehen Kinder von entspannten Schwangeren später positiver durchs Leben? Welchen Einfluss hat der Verlauf der Schwangerschaft auf das spätere Leben?
Nicht nur biochemisch überträgt sich der Stress auf das Kind, sondern auch später psychologisch.
Ein Kind ist auf vielfältigere Weise mit der Mutter verbunden, auch über die Schwangerschaft hinaus.
Ein Kind richt den Stress und Schweiß der Mutter regelrecht.
Gerade in den ersten Monaten wo Kleinkinder sehr anstrengend sind, wo sie alles umschmeißen und fäkale Infernos anrichten, da sind einige Eltern bestimmt sehr gestresst.
Die Kinder bekommen das mit und fühlen sich später als Belastung (unterbewusst).
Solche Menschen entwickeln sich meistens zu soziale A****löcher.
Andere Eltern können damit lässiger umgehen, folglich wird auch der Nachwuchs lässiger.
Kurz: Die ganze Entwicklung eines Kindes ist wichtig, auch über den Mutterleib hinaus.

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